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PROF. ERNST ULRICH VON WEIZSÄCKER - INTERNATIONAL PANEL FOR SUSTAINABLE RESOURCE MANAGEMENT

Prof. Dr. Dr. h.c. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Jahrgang 1939, studierte zunächst Physik in Hamburg und promovierte anschließend in Freiburg in Biologie. Er gilt als einer der wich­tigsten Vordenker des Konzepts einer nachhaltigen Entwicklung und besitzt internationales Ansehen. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt für ihn in der Abkopplung des Wohl­stands/Wohlergehens vom Ressourcenverbrauch. Dieses Kernthema, die Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie, hat den renommierten Naturwissenschaftler, ehemaligen Bundestagsabgeordneten, Politikberater und Autor bis heute begleitet.

Die Stationen seines Arbeitslebens sind vielfältig. Unter anderem war Prof. von Weizsäcker Professor für Biologie an der Universität Essen (1972-75), Präsident der Universität Kassel, Direktor des UNO-Zentrums für Wissenschaft und Tech­nologie, Direktor des Instituts für Europäische Umweltpolitik (Bonn – London – Paris), Mitglied des Bundestags (SPD) und Vorsitzender des Umweltausschusses, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, Dekan der Bren School of Environmental Science and Management in Santa Barbara (Kalifornien) und Ko-Vorsitzender des Interna­tional Panel for Sustainable Resource Management.

Für seine Arbeit wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet. So erhielt er 1989 den italieni­schen Premio de Natura, war 1996 Preisträger der WWF-Goldmedaille und wurde 2008 mit dem Deutschen Umweltpreis geehrt. 2009 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz.

Ein wichtiges Anliegen war und ist für Prof. von Weizsäcker die ökologische Steuerreform. Er ist Mitbegründer des Forums Öko-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) und wird oft als Vordenker der ökologischen Steuerreform bezeichnet. Häufig zitiert werden in diesem Zusammenhang seine Leitsprüche „Macht Kilowattstunden arbeitslos, nicht Menschen" und „Preise müssen die ökologische Wahrheit sagen".

Als Autor ist er vor allem durch seine Publikationen Erdpolitik (1989) sowie Faktor vier: Doppelter Wohlstand – halbierter Verbrauch. Der neue Bericht an den Club of Rome (1995) bekannt. Das Buch Faktor vier zeigt auf, dass das Know-how für eine neue umwelt­schonende Wachstumspolitik bereits vorhanden ist, und macht sich für eine Effizienz­revolution stark, die bewirken kann, dass Naturgüter mindestens viermal besser genutzt werden können als bisher. Darauf aufbauend ist in diesem Jahr sein aktuelles Buch Faktor Fünf: Die Formel für nachhaltiges Wachstum erschienen.

Bemerkenswert an Prof. von Weizsäcker ist, dass er Wissenschaft und Politik in einer Person vereint. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), nannte ihn „eine herausragende Persönlichkeit", die „weltweit dafür bekannt ist, pionierhafte Antworten auf globale Umweltprobleme zu finden".

Was ihn bei seinem Engagement für ökologische und Nachhaltigkeitsthemen antreibe, sei wissenschaftliche Neugier und die Freude an den Enkeln, sagt der Umweltpionier. Auch privat achtet er auf eine umweltverträgliche Lebensweise. So lebt er mit seiner Familie in Emmendingen/Breisgau in einem Passivhaus, fährt so wenig wie möglich Auto und legt auf Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft Wert.

Prof. Dr. Dr. h.c. Ernst Ulrich von Weizsäcker hat sich über lange Jahre wissenschaftlich und politisch intensiv für eine nachhaltige Entwicklung engagiert. Seine wissenschaftlichen Arbeiten und die von ihm entwickelten Konzepte auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit sowie sein Einsatz für diese Thematik in Politik und Gesellschaft haben das Problem in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. In Anerken­nung dieser Leistung erhält Prof. Dr. Dr. h.c. Ernst Ulrich von Weizsäcker den B.A.U.M.-Umweltpreis in der Kategorie „Wissenschaft".




 



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