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DOUGLAS TOMPKINS - THE CONSERVATION LAND TRUST, FOUNDATION FOR DEEP ECOLOGY

Douglas Tompkins, Jahrgang 1943, ist Naturschützer und einer der größten privaten Grund­besitzer der Welt. Seit 1991 kauft er Land in Chile und Argentinien, um es in Naturschutz­gebiete umzuwandeln. Der Gründer und ehemalige Geschäftsführer von The North Face und Esprit hat mit seinem Vermögen aus dem Verkauf dieser beiden Unternehmen in Patagonien über ein System von Stiftungen bisher ca. 10 000 km2 Land erworben.

Die 1992 von Douglas Tompkins gegründete Stiftung The Conservation Land Trust betreut derzeit in Chile und Argentinien insgesamt 10 Projekte. Sie schützt die vorhandenen biolo­gischen Arten, siedelt ausgestorbene Arten neu an und begleitet den Naturschutz mit Pro­grammen zur Regionalentwicklung, die nachhaltigen Tourismus, organisch-biologische Landwirtschaft und Umweltbildung umfassen.

Zu den Projekten in Argentinien gehören beispielsweise die Esteros del Iberá, ein Sumpf­gebiet im Nordosten des Landes. Hier soll das spezifische Ökosystem dieses Feuchtgebie­tes, das eines der wichtigsten Frischwasser-Reservoirs Südamerikas ist, durch die Schaf­fung eines Naturschutzgebiets erhalten werden.

Das größte Projekt in Chile ist der Parque Pumalín rund um das Landgut Fundo Reñihué, das Douglas Tompkins bereits 1991 erwarb und das somit den Kern seines Engagements in Patagonien bildet. 2005 wurde das knapp 3000 km2 umfassende Gebiet von der chileni­schen Regierung zum „santuario de la naturaleza" erklärt, wodurch der Umweltschutz dort oberste Priorität hat und Industrieansiedlungen untersagt sind. Das Naturschutzgebiet wird von einer speziell hierfür geschaffenen Stiftung, der Fundación Pumalín, verwaltet.

Grundsätzlich versucht Douglas Tompkins, wenn die Arbeit an einem Projekt seiner Ansicht nach abgeschlossen ist, den Park an die jeweilige Regierung mit der Bedingung zurückzu­geben, dass er als Naturschutzgebiet weitergeführt wird. Es ist das Ziel des Conservation Land Trust, solche Naturschutzgebiete auf nationaler oder Provinzebene zu schaffen, da Tompkins und seine Mitstreiter – darunter seine Ehefrau Kris Tompkins – dies als die beste langfristige Garantie für den Schutz von Ökosystemen betrachten.

Für Douglas Tompkins ist der Mensch lediglich ein Teil der Natur, die in ihrer Gesamtheit schützenswert ist. Seine konsequente Art des Naturschutzes, die den Nutzen der Natur für den Menschen außer Acht lässt, hat ihm auch Kritik eingebracht. Aktiver Umweltschutz rufe überall auf der Welt Widerspruch hervor, bemerkte Douglas Tompkins hierzu gelassen in einem Interview (FAZ, 13.6.2008).

Tompkins wird vor allem vorgeworfen, er gefährde mit seiner Art des Naturschutzes, die teil­weise versucht, Veränderungen der letzten 100 Jahre rückgängig zu machen, die wirtschaft­liche Entwicklung Patagoniens. Tompkins ist jedoch der Ansicht, dass bei Infrastrukturmaß­nahmen die Verhältnismäßigkeit gewahrt und Umwelt und Landschaft respektiert werden müssen. Sein Bemühen um Naturschutz und Renaturierung betrachtet er als Beitrag zum Wohle der Umwelt und der Zukunft der Menschen.

Tompkins wendet sich auch gegen den Komplex von fünf Staudämmen, der südlich des Parque Pumalín in der Region Aysén errichtet werden soll. Er fürchtet um Umwelt und Land­schaft einer Region, in die der Mensch bisher wenig eingegriffen hat und für die diese Werte die Basis ihres Wohlstands darstellen. Stattdessen fordert er eine dezentrale Energie­versorgung aus unterschiedlichen Quellen, die weitaus geringere Umweltauswirkungen hätte. Hier ist er sich einig mit der Initiative Patagonia Chilena Sin Represas, die von über 50 chilenischen und ausländischen Organisationen unterstützt wird.

Diskussionen gibt es auch um den Ausbau einer Straße von der Hafenstadt Puerto Montt in den Süden des Landes. Die Forderung Douglas Tompkins‘, die Route entlang der Küste zu wählen und nicht die durch die Berge, die die Natur dort stark beeinträchtigen würde, wird unterstützt von 13 Kommunen der Küstenregion, die von dieser Straßenführung profitieren würden.

Umstritten ist grundsätzlich das Prinzip des Naturschutzes mit privaten Geldern, das Douglas Tompkins vertritt, und das nicht nur von chilenischen Politikern, sondern auch von interna­tionalen Naturschutzorganisationen skeptisch betrachtet wird. Andere sind beeindruckt von diesem privaten Engagement: So wurden Douglas und Kris Tompkins 2008 mit dem Bruno H. Schubert-Preis ausgezeichnet.

Douglas Tompkins hat durch den Einsatz seines erheblichen Privatvermögens großflächige Naturschutzgebiete in Argentinien und Chile geschaffen und gezeigt, dass es möglich ist, staatlichen Naturschutz durch private Initiativen zu ergänzen. In Anerkennung dieser Leistung erhält er den Internationalen B.A.U.M.-Sonderpreis 2010.


 



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