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ANTON-WOLFGANG GRAF VON FABER-CASTELL - FABER-CASTELL AKTIENGESELLSCHAFT

Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell, Jahrgang 1941, ist Vorstandsvorsitzender des Schreib- und Zeichengeräteherstellers Faber-Castell und seit 1978 in der Geschäftsführung des Familienunternehmens tätig. Das in achter Generation familiengeführte Unternehmen mit circa 7.500 Mitarbeitern weltweit, davon 1.100 in Deutschland, erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2012/2013 einen Jahresumsatz von knapp 600 Millionen Euro. Im Jahr 2000 wandelte Graf von Faber-Castell das Unternehmen in eine nicht börsennotierte Aktiengesell­schaft mit entsprechender Führungsstruktur um. Die Faber-Castell Gesellschaften in 23 Ländern sind dezentral in drei Vermarktungsregionen gegliedert, um auf lokale Produktions- und Vertriebsanforderungen flexibel reagieren zu können. Der weltweit einheitliche Marken­auftritt wird hingegen durch die zentrale Markensteuerung vom Stammhaus garantiert.

Von Beginn seiner Tätigkeit an trat Graf von Faber-Castell für die Einhaltung einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie ein. Sein Motto: als Unternehmer im doppelten Wort­sinn "anständig" Geld verdienen. "Der Anstand, der auf Werten wie sozialer und ökologischer Verantwortung, Vertrauen, Ehrlichkeit und fairem Umgang miteinander basiert, ist durchaus mit einem gesunden Streben nach Ertragskraft vereinbar, denn nur ertragreiche Unter­nehmen können sich soziale und ökologische Leistungen auch erlauben", so Graf von Faber-Castell.

Großer Wert wird dabei auf eine umweltgerechte Produktion gelegt. Faber-Castell ist in seiner Branche führend bei der Entwicklung nachhaltiger Technologien. Am Stammsitz Stein bei Nürnberg verfügt Faber-Castell etwa über eine eigene Pelletieranlage, in der die Holz­abfälle aus der Produktion zur thermischen Verwertung gepresst und gelagert werden. Mit der modernen Pelletheizung werden umweltfreundlich ca. 25 Prozent der benötigten Wärmeenergie erzeugt. Bereits seit 1956 wird eine eigene Wasserkraftanlage betrieben. Sie wurde im Jahr 2013 unter energetischen Gesichtspunkten saniert. Durch diese Maßnahme kann nunmehr ca. 30 Prozent des Strombedarfs für das Unternehmen umweltfreundlich erzeugt werden.

Aber auch im Ausland greift die Nachhaltigkeitsstrategie. Stets wird angestrebt, möglichst dort zu produzieren, wo auch die natürlichen Rohstoffvorkommen sind. Durch geringere Wege und Transportaufkommen können gezielt Kosten gespart, die Umwelt geschont und Prozesse beschleunigt werden. Einen großen Teil des Energiebedarfs deckt Faber-Castell durch die Wärmeerzeugung mit Hilfe von Holzabfällen und aus der Nutzung von Wasser­kraft. So beträgt der regenerative Energieanteil beim Strombezug in Brasilien über 90 Prozent.

Eines der Vorzeige-Werke der Faber-Castell-Gruppe in puncto Effizienz und Ökologie ist die Faber-Castell-Tochtergesellschaft in Peru. Das 1965 gegründete Werk, das die gesamte Firmengruppe mit jährlich etwa 400 Millionen Markern und Kugelschreibern versorgt, inves­tierte in den vergangenen zehn Jahren nicht nur in eine moderne Fertigung und neue Werkshallen, sondern auch in Forschung und Entwicklung sowie in soziale und ökologische Einrichtungen.

Als größter Einzelproduzent von holzgefassten Stiften benötigt Faber-Castell bis zu 150.000 t Holz jährlich. Die umweltverträgliche Sicherung dieser Ressource ist für das Unter­nehmen eines der strategisch wichtigsten Ziele und eine der größten Herausforderungen für die Zukunft. Daher wurde vor nahezu drei Jahrzehnten damit begonnen, ein eigenes und in der Branche einzigartiges Holzversorgungsprogramm in Prata im Südosten Brasiliens zu realisieren. Auf einer Fläche von ca. 10.000 Hektar ursprünglichen Brachlands wurden Millionen Setzlinge angepflanzt; jede Stunde wachsen rund 20 Kubikmeter Holz nach.

Ein Gutachten von TÜV Rheinland aus dem Jahr 2013 ergab, dass die Plantagen in Prata insgesamt mit 913.279 t CO2e zur atmosphärischen Treibhausgasreduktion beitragen. Die Ergebnisse der Minderungskalkulation sowie die weiteren Projektprüfergebnisse wurden in einem Greenhouse Gas Report nach dem Standard ISO 14064-2 zusammengefasst. Entsprechend der Menge des gespeicherten CO2 von 913.279 t CO2e ist die Faber-Castell AG mit einem jährlichen Corporate Carbon Footprint von 32.867,52 t CO2e klimaneutral. Darüber hinaus hat das Forest Stewardship Council die Wälder seit 1999 nach FSC-FM (Forest Management) zertifiziert. Faber-Castell ist in seiner Branche der einzige Hersteller von holzgefassten Stiften, der durchgängig von den Forsten über Sägewerke und Produktion bis zum Vertrieb FSC-geprüft ist. 2009 wurde ein weiteres nachhaltiges Aufforstungsprojekt in Kolumbien initiiert. Das Forstprojekt wurde als eines der ersten weltweit in das UN-Programm "Clean Development Mechanism" aufgenommen. Faber-Castell darf – als erstes Privatunternehmen weltweit – CO2-Zertifikate aus Plantagen verkaufen. Mit dem Beitritt zum Global Forest & Trade Network (GFTN) im Jahr 2008, einer Organisation des WWF, verpflichtete sich Faber-Castell, seinen Anteil an FSC-zertifizierten Holzressourcen von 82 Prozent bis zum Jahr 2012 auf 90 Prozent zu erhöhen. Dieses Ziel wurde bereits Mitte 2010 übertroffen.

Zudem setzt sich das Unternehmen weltweit für den Erhalt und Schutz der biologischen Vielfalt rund um seine Produktionsstandorte ein. In den Forsten sind rund 2.700 Hektar naturbelassene Waldflächen enthalten, die Lebensraum für zahlreiche, zum Teil vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten sind. Damit der Schutz der Biodiversität weiter verbessert werden kann, ist Faber-Castell als einziges Unternehmen der Branche im Mai 2008 der Initiative "Business and Biodiversity" beigetreten.

Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell ist Honorarkonsul von Brasilien. Im Jahr 2004 wurde er mit dem Preis für Unternehmensethik des Deutschen Netzwerks für Wirtschaftsethik, 2008 vom WWF und der Zeitschrift Capital als "Ökomanager des Jahres" ausgezeichnet. Im Jahr 2010 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

In Anerkennung seiner Verdienste um eine konsequent nachhaltige Ausrichtung seines Unternehmens erhält er den B.A.U.M.-Umweltpreis 2014 in der Kategorie "Kleine und mittel­ständische Unternehmen – Lebenswerk".




 



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