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EINE NEUE WACHSTUMSGESCHICHTE

Wirtschaftswachstum hat in den Wirtschaftswissenschaften, aber auch in der praktischen Wirtschaftspolitik, eine herausragende Bedeutung. Nach weit verbreiteter Auffassung gibt die Entwicklung des Wachstums Auskunft über die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft. Dabei werden häufig die negativen Auswirkungen von Wirtschaftswachstum auf die Umwelt und andere Bereiche der Gesellschaft (ungleiche Verteilung von Wachstum) vernachlässigt. Das führte zu einer zunehmenden Wachstumskritik, die besonders von Vertretern einer Postwachstumsökonomie oder einem Degrowth (schrumpfendes Wachstum) vertreten wird. Dabei gehen sowohl die Wachstumsbefürworter als auch die Wachstumsgegner von einem gesamtwirtschaftlichen Wachstum aus (BIP).

Hierbei wird vernachlässigt, dass nicht alle Wirtschaftssektoren in einer Wirtshaft wachsen. Weiterhin wird bei der gesamtwirtschaftlichen Betrachtung von Wachstum vernachlässigt, dass sich einige wachsende Wirtschaftssektoren durch eine starke und andere durch eine relativ geringe Umweltbelastung auszeichnen. Daher muss zunächst festgestellt werden, welche Sektoren in einer Wirtschaft wachsen. In einem zweiten Schritt geht es dann darum zu untersuchen, welche Wachstumssektoren die Umwelt stärker bzw. nur in geringem Maße belasten.

So gehören beispielsweise der Verkehrs- und der Energiesektor zu den stark wachsenden Wirtschaftssektoren, die gleichzeitig auch eine hohe Umweltbelastung, z.B. in Form von CO2 Emissionen, verursachen. Hier lässt sich jedoch feststellen, dass der stark umweltbelastende Energiesektor durch die neue Energiepolitik in Deutschland eine deutliche Reduktion der Umweltbelastung erfahren wird. Dagegen ist der Sektor, in dem besonders die Wohlfahrts-verbände tätig sind, ebenfalls ein ausgeprägter Wachstumssektor (z.B. Alten- und Kinderbetreuung). Er zeichnetsich durch eine relativ geringe Umweltbelastung aus. Daneben gibt es Industriesektoren, die ihre Umweltbelastung in Form von CO2 Emissionen stark senken konnten (z.B. Chemie). Insofern sollte es im Rahmen einer neuen Wachstumsgeschichte aus der Perspektive der Produktion primär darum gehen, wachsende Sektoren mit starker Umweltbelastung durch geeignete Maßnahmen zu einer Reduktion der Umweltbelastung zu führen. Im Sinne nachhaltiger Entwicklung sollte es weiterhin darum gehen, dass die steigende Einkommensungleichheit trotz Wachstums (Ungleichverteilung von Wachstum) reduziert wird.

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