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BEDEUTUNG VON ENERGIEPROJEKTEN IN DER ENTWICKLUNGSHILFE

"Energieprojekte in der Entwicklungshilfe sind wichtig, weil sie in vielerlei Hinsicht die Grundlage für ein besseres Leben bereiten", unterstreicht Professor Jörg Peters. Er leitet die Forschungsgruppe "Klimawandel in Entwicklungsländern" am RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen. "Aber sie sind keine Alleskönner." Oft würden mit Energieprojekten in Entwicklungsländern konkrete wirtschaftliche Ziele verbunden, zum Beispiel eine gesteigerte Wirtschaftskraft in der Region. Doch das könnten die Projekte nicht direkt und vor allem nicht kurzfristig leisten.

Die Bedeutung von Energieprojekten darf dennoch nicht unterschätzt werden, nur weil sie anhand von typischen Wirtschaftskennzahlen schwer messbar ist. Armut gehe beispielsweise immer auch mit Perspektivlosigkeit einher, betont Jörg Peters. Und genau hier liegt ein wichtiger Mehrwert der Energieprojekte.

Perspektiven durch die Energieversorgung von Familien in Entwicklungsländern

Mit Solarenergie lassen sich beispielsweise verschiedene Elektrogeräte betreiben. Sie bieten den Familien einen Blick über das eigene Dorf hinaus und wecken über Berichte im TV und auf dem Smartphone neue, bisher unbekannte Wünsche und Ziele.In den letzten Jahren haben die Solarprojekte auch in Kambodscha zugenommen. Lam Saoleng, sieht das positiv und negativ zugleich. Sie ist Projektkoordinatorin von NBP und leitet das National Biodigester Program (NBP) vor Ort in Kambodscha. Ziel des Programms ist es, Familien auf dem Land beim Bau eigener Mikro-Biogasanlagen zu unterstützen. Seit 2006 sind im Rahmen dieses Projekts über 26.000 Mikro-Biogasanlagen erbaut worden. Heute stehen die Anlagen zunehmend im Wettbewerb zu solaren Projekten. Weil sie preislich für die Haushalte erschwinglicher sind als Mikro-Biogasanlagen und oftmals weniger Installations- und Instandhaltungsaufwand erfordern, führt der Einstieg in die erneuerbare Energieversorgung oft über Solaranlagen.

Im Unterschied zu Mikro-Biogasanlagen ist ihr direkter Nutzen auf den Betrieb von Farbfernsehern und das Aufladen von Mobiltelefonen begrenzt, auch daher sieht Lam Saoleng der "neuen Konkurrenz" gelassen entgegen. "Einige Familien fangen heute mit einer Solaranlage an und kommen dann zu uns." Durch die Mikro-Biogasanlagen haben die Familien nicht nur Licht, sondern auch Gas zum Kochen und sie erhalten einen natürlichen Dünger für ihre Felder. "Dieser Dünger ist zwar eigentlich ein Abfallprodukt bei der Biogasproduktion, aber für viele Familien in wirtschaftlicher Sicht letztlich der Schlüssel für ein besseres Leben", berichtet Lam Saoleng. Sie könnten damit die Erträge auf ihren Feldern um bis zu 30 Prozent steigern und müssten dazu kein Geld für künstlichen Dünger ausgeben – das ist ökologischer und wirtschaftlicher zugleich.

Damit sich auch ärmere Familien eine Mikro-Biogasanlage leisten können, ist Unterstützung wie die des B.A.U.M.-Mitgliedsunternehmens Polarstern und seiner Kunden entscheidend. Durch sie erhalten die Familien eine Anschubfinanzierung – sie liegt bei rund einem Drittel des Gesamtpreises. Das gibt ihnen genug Kapital, um entweder den Rest der Kosten selbst zu übernehmen oder um Mikrokredite lokaler Banken zu erhalten.

Polarstern unterstützt NBP seit seiner Gründung. Ganz nach dem Motto "Dein Wechsel hier ist der Anfang dort" investiert Polarstern für jeden Kunden in Deutschland pro Jahr in den Bau neuer Anlagen dort.

Einen visuellen Eindruck von diesem Projekt erhalten Sie im Magazin von Polarstern: https://www.polarstern-energie.de/magazin/die-weltweite-energiewende-ist-keine-raketenwissenschaft-wirklich/

Das Gespräch mit Professor Jörg Peters, Leiter der Forschungsgruppe "Klimawandel in Entwicklungsländern" am RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und mit Lam Saoleng, Projektleiterin des National Biodigester Programs hat Polarstern im Juli 2017 geführt.




 



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