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ELEKTRIFIZIERUNG DER FAHRZEUGFLOTTE ALS ZENTRALES ELEMENT AUF DEM WEG ZUR CO2-NEUTRALITÄT

Die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG gehört seit 5 Jahren zum B.A.U.M.-Netzwerk. Mit Daniela Rathe, Leiterin Politik und Gesellschaft bei Porsche, sprachen wir über klimaschonende Auto-Mobilität und den Nutzen von Nachhaltigkeits-Netzwerken für Großunternehmen.

Seit 5 Jahren ist Porsche Mitglied bei B.A.U.M. Warum ist solch ein branchenübergreifendes Nachhaltigkeits-Netzwerk wichtig für Sie?

Für Porsche ist Stakeholderorientierung ein integraler Bestandteil unseres Nachhaltigkeitsverständnisses. Wir suchen aktiv den Dialog mit unseren Anspruchsgruppen, um Argumente auszutauschen und gegenseitiges Verständnis zu schaffen. Mit einer gemeinsamen Wertebasis und konstruktiven Diskussionen lassen sich Herausforderungen besser überwinden und Chancen effektiver nutzen. In Netzwerken wie B.A.U.M. mitzuwirken und sich in Nachhaltigkeitsinitiativen und Arbeitsgruppen engagieren – auch das ist Teil des Stakeholderdialogs bei Porsche, um ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Themen gemeinsam voranzutreiben.

Porsche bekennt sich zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens. Was tragen Sie zur CO2-Reduktion bei – im Unternehmen und bei der Entwicklung Ihrer Fahrzeuge? Verändern Sie auch das Geschäftsmodell?

Porsche strebt schon für 2030 die bilanzielle CO2-Neutralität an, und dies über die gesamte Wertschöpfungskette und den Lebenszyklus der dann verkauften Fahrzeuge hinweg. Das betrifft alle Umfänge: von der Rohstoffgewinnung über die Fertigung bei den Zulieferbetrieben, die Produktion in den eigenen Werken, die sonstigen Unternehmenstätigkeiten und die Nutzung der Fahrzeuge bis zum Recycling und der Verwertung nach dem Ende der Nutzungsdauer. Die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte ist für Porsche das zentrale Element auf dem Weg zur CO2-Neutralität. Bis 2030 sollen ca. 80 Prozent der Neufahrzeugflotte elektrifiziert, das heißt vollelektrisch oder als Plug-In-Hybrid unterwegs sein. Damit wird die technische Voraussetzung geschaffen, die im Lebenszyklus von Fahrzeugen bislang dominierenden Emissionen in der Nutzungsphase auf ein Minimum herunterzufahren. In manchen Bereichen werden Neutralitätsziele deutlich vor 2030 gesetzt. Dies ist vor allem dort möglich, wo das Unternehmen die Abläufe weitgehend selbst in der Hand hat – wie in den eigenen Werken oder Standorten. In Stuttgart-Zuffenhausen produzieren wir seit 2020 CO2-neutral, der Standort Leipzig und das Entwicklungszentrum in Weissach folgten Anfang dieses Jahrs.

Einen Porsche kauft man sich nicht, weil man einfach nur ein Fortbewegungsmittel braucht: Die emotionale Komponente dürfte hoch sein. Ist das eine Herausforderung für die Kommunikation Ihres Umweltengagements oder eher eine Chance?

Definitiv eine Chance. Unsere Kunden lieben sportliches Fahren. Gleichzeit haben sie an ein Premiumprodukt aber auch hohe Ansprüche. Diese beziehen sich nicht nur auf die Verarbeitung des Fahrzeugs, sondern auch auf Nachhaltigkeitsthemen. Wurde der gekaufte Sportwagen beispielsweise CO2-neutral produziert? Oder wie stellt Porsche Nachhaltigkeitskriterien in den vorgelagerten Prozessen sicher? Das sind nur einige wenige Fragen, die unsere Kunden an uns richten. Transparenz ist dabei das Stichwort. Wir zeigen unsern Kunden und allen weiteren Anspruchsgruppen proaktiv auf, wie wir sportliche Mobilität umwelt- und sozialverträglich gestalten. Darum bringen wir Fahrspaß und Leidenschaft konsequent in Balance mit Vernunft und Verantwortung. Und machen Lust auf Morgen!

Wie gelingt es Ihnen, das Thema Nachhaltigkeit in die Abteilungen Ihres Unternehmens zu tragen? Wo fällt das leicht, wo ist es eher schwierig?

Porsche verfolgt im Rahmen seiner Strategie 2030 eine konsequente Ausrichtung zu mehr Nachhaltigkeit. Zusammen mit den Themen „Kunde", „Produkte", „Digitalisierung", „Organisation" und „Transformation" bildet „Nachhaltigkeit" eine von sechs Querschnittsstrategien. Anhand von klar definierten Kennzahlen und einem umfangreichen Maßnahmenpaket werden ressortübergreifend ökologische und soziale Aspekte der Nachhaltigkeit bis hin zu Fragestellungen der verantwortungsvollen Unternehmensführung betrachtet. Die Zuständigkeit für die Umsetzung liegt dabei direkt im Ressort des Vorstandsvorsitzenden und wird durch Patenschaften des Vorstands für Produktion und Logistik sowie der Vorständin für Beschaffung ergänzt. Wir haben also das Commitment von ganz oben. Das ist sehr wichtig. Genauso wie eine klare interne Struktur mit definierten Zuständigkeiten, die eine konsequente und effektive Bearbeitung von Nachhaltigkeitsthemen ermöglicht.

Wenn Sie den Mobilitätssektor insgesamt betrachten: Was muss sich bis 2030 ändern?

Die EU-Kommission hat sich mit dem European Green Deal schon für 2030 höhere Ziele gesetzt, um die Treibhausgasemissionen der EU deutlich schneller als bislang festgeschrieben zu reduzieren. Porsche begrüßt diesen Schritt als entscheidenden Rahmen für die Zukunft. Bis 2025 investieren wir 15 Milliarden Euro in die Elektromobilität, digitale Transformation und nachhaltige Produktion. Um die Klimaziele des European Green Deal auch im Verkehrssektor zu erreichen, sind der Ausbau erneuerbarer Energien, der Hochlauf der Elektromobilität und der Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur entscheidend. Als Ergänzung hierzu, bis der Hochlauf der Elektromobilität vollzogen ist, sehen wir unsere Aktivitäten im Bereich der eFuels als einen echten Mehrwert, die Bestandsflotte von Porsche klimafreundlich zu gestalten.

Vielen Dank, Frau Rathe, für dieses Interview.





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