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MEHR KLIMASCHUTZ UND ÖKOSTROM OHNE INVESTITIONEN

Wer die Energieeffizienz stärken will, um das Klima zu schützen, muss investieren. Das haben zuletzt aber nur wenige Mittelständler getan, wie eine KfW-Studie von Dezember 2021 zeigt. Konkret haben im vergangenen Jahr rund drei Viertel der Mittelständler nicht in den Klimaschutz investiert. Dazu habe auch die wirtschaftliche Situation vieler Firmen durch die Coronakrise beigetragen. Eine Lösung, um das Klima zu schützen, ohne investieren zu müssen, sind Power Purchase Agreements (PPAs) und Mieterstrom-Contractingangebote.

Die Konzepte zur dezentralen Energieversorgung bieten Unternehmen die Chance, ihre Klimaziele zu erreichen und dabei wirtschaftlich zu profitieren. Schon heute liegen die Stromgestehungskosten für dezentral erzeugten Solarstrom aus PV-Anlagen mit 300 kWp bei ca. 7,5 Cent je Kilowattstunde, zuzüglich voller EEG-Umlage und Mehrwertsteuer bei dann 16,43 Cent je Kilowattstunde. Die Netzstrompreise liegen fast doppelt so hoch mit rund 32 Cent brutto je Kilowattstunde – Tendenz steigend. Angesichts steigender CO2-Preise ist die Nutzung erneuerbarer Energien daher auch sektorenübergreifend immer gefragter.

"Während die eigene Stromversorgung bei privaten Haushalten boomt, ist der Trend bei Unternehmen gerade im Mittelstand noch deutlich ausbaufähig", sagt Florian Henle, Geschäftsführer des B.A.U.M.-Mitglieds Polarstern. Mit Energieversorgungskonzepten wie Power Purchase Agreements (PPAs) und Mieterstrom müssten die Unternehmen nicht selbst in die Anlagentechnik investieren, was den aktuell vielerorts klammen Budgets zugutekommt. Auch um die Gestaltung einer effizienten Energienutzung des erzeugten Stroms müssen sich die Unternehmen nicht kümmern. Das übernimmt der Energiepartner.

So investiert dieser bei PPAs in die Anlagentechnik auf dem Firmendach und betreibt die Anlagen, aber versorgt mit der erzeugten Energie das Unternehmen zu festgelegten Konditionen. Sind in einem Gebäude mehrere Unternehmen oder Haushalte untergebracht – wie es in innerstädtischen Wohn-Bürokomplexen oft der Fall ist – ist die Mieterstromversorgung eine attraktive Lösung. Auch hier kann der Mieterstrom-Dienstleister über einen Contractingvertrag in die Erzeugungsanlagen investieren und die Mieter:innen mit Mieterstrom beliefern.

Klimaschutz in der Wärme und Mobilität

Maßnahmen, um das Klima zu schützen, beschränken sich auch in den Unternehmen längst nicht mehr auf die Stromversorgung. Angesichts der Klimaziele und steigenden CO2-Preise ist der Einsatz erneuerbarer Energien in der Wärmeversorgung und im Verkehr gefragt.

Im Bereich der Wärme ist das häufig mit Investitionen in neue Anlagentechnik verbunden. Eine schnelle Alternative stellt Biogas dar. Doch aktuell ist das verfügbare Biogas im Wärmemarkt knapp. Florian Henle vom Ökoenergieversorger Polarstern fordert die neue Regierung auf, hier schnell Lösungen zu schaffen, um die bestehenden Gasheizungen klimabewusst zu betreiben. "Wenn eine Heizung veraltet ist, macht es Sinn, in neue Energietechnik zu investieren. Nur wie sollen die bestehenden Gasheizungen klimabewusst betrieben werden, die noch nicht ihr Lebensende erreicht haben?"

In den Flotten nehmen Elektrofahrzeuge deutlich zu. Die Mehrheit der deutschen Flottenbetreiber will in diesem und im nächsten Jahr in Elektro- bzw. Elektrohybridfahrzeuge investieren. Klima- und kostenbewusst betrieben werden auch sie nur mit Ökostrom. "Hier schließt sich der Kreis", betont Florian Henle. "Wird vor Ort Solarstrom erzeugt, kann dieser auch in der Wärmeversorgung und in der Elektromobilität genutzt werden. Das steigert die Attraktivität der lokalen Stromerzeugung mit Partnern über PPAs und Mieterstrom."





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