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NACHHALTIG PRODUZIERTES MACAUBA-ÖL – EINE ALTERNATIVE ZU PALMÖL?

Innerhalb der vergangenen 13 Jahre ist die weltweite Produktion von Palmöl um mehr als 100% auf knapp 66 Mio. Tonnen pro Jahr angestiegen. Auslöser hierfür sind sowohl das globale Bevölkerungswachstum als auch die steigende industrielle Nutzung von Pflanzenölen (insbesondere Palmöl) z.B. für Lebensmittel, Kosmetik, Farben und Lacke, Schmierstoffe, Biokraftstoffe, Wasch- und Reinigungsmittel. Zur Deckung des erhöhten Bedarfs werden weltweit Produktionsflächen oftmals illegal durch Abholzung geschaffen bzw. ausgeweitet.

Im August 2016 hat der WWF eine Studie zum Thema Palmöl veröffentlicht, deren Ergebnisse durch die Medien gegangen sind. Es wurde u.a. die Problematik geschildert, dass Palmöl nicht ohne Weiteres durch andere Öle (Sonnenblumen-, Raps-, Kokos- oder Sojaöl) zu ersetzen sei, da diese aufgrund niedriger Erträge eine weitaus größere Anbaufläche benötigen würden, um die gleiche Öl-Menge zu erzielen.

Um die steigende Nachfrage nach Pflanzenölen mit den weltweit begrenzten Produktionsflächen vereinbaren zu können, sind daher nachhaltige Anbausysteme erforderlich.

Das B.A.U.M.-Mitgliedsunternehmen INOCAS hat einen innovativen Ansatz entwickelt, mit dem im Rahmen eines brasilianischen Agrarprojekts langfristig sehr große Mengen an Pflanzenölen nachhaltig produziert werden können. Hierbei sollen Macauba-Ölpalmen (Acrocomia aculeata) auf bestehenden Weideflächen in Brasilien integriert werden.

Brasilien verfügt über sehr große Weideflächen – ca. 196 Mio. ha, was mehr als der fünffachen Fläche Deutschlands entspricht. Auf vielen dieser Weiden wachsen bereits wild Macauba-Ölpalmen, aus deren Früchten sich Öl gewinnen lässt. Die Fettsäurezusammensetzung dieses Öls weicht etwas von der des Palmöls der afrikanischen Ölpalme ab, aber nichtsdestotrotz birgt das Macauba-Öl ein hochinteressantes Potenzial für diverse Industriezweige. Die Analysen von INOCAS haben ergeben, dass sich – vorausgesetzt, dass man dieses Konzept auf der Hälfte aller brasilianischen Weideflächen anwenden würde – alleine in Brasilien mehr Pflanzenöl produzieren ließe als auf allen Palmölplantagen weltweit.

Im November 2017 brachte B.A.U.M. Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft im Rahmen eines Workshop zusammen, um Potenziale und Schwächen der Macauba-Pflanze für eine industrielle Nutzung zu ergründen und gemeinsam mit relevanten Stakeholdern zu diskutieren.

 
Kontakt:
Corina Müller
Telefon +49 (0)40 / 49 07 11 00
corina.mueller@baumev.de
 
 




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