MITGLIED WERDEN
NEWSLETTER ABONNIEREN

GEFÄHRLICHE CHEMIKALIEN IN PRODUKTIONSSTÄTTEN REDUZIEREN

Chemikalien begegnen uns ständig im Alltag: in Tischen, Stühlen, Computern, Kleidung, Verpackungen, Reinigungsmittel, Kosmetika – sie sind überall. Sie werden eingesetzt, um den Produkten chemische oder physikalische Eigenschaften wie beispielsweise Haltbarkeit, Belastbarkeit oder Verformbarkeit zu verleihen. Ebenso befinden sich Chemikalien z.B. in Schmiermitteln, Entfettungsmitteln, Bleichmitteln, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln. All diese Eigenschaften können im Alltag, bei der Arbeit oder bei der Herstellung von Produkten sehr nützlich sein, sind jedoch nicht immer gesundheits- oder umweltfreundlich. Im schlimmsten Fall können die Emissionen der Chemikalien zu allergischen Reaktionen über Reizungen bis hin zu Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche führen. Besonders im Herstellungsprozess von Produkten sind die Mitarbeiter oftmals im unmittelbaren Kontakt mit einer Vielzahl an Chemikalien und dadurch eine sehr gefährdete Zielgruppe.

Zwar existieren Sicherheitsdatenblätter über Stoffe und Gemische, die eine Empfehlung zum Umgang vermitteln, um die Sicherheit am Arbeitsplatz sowie der Schutz der Umwelt zu gewährleisten. Jedoch sind die Sicherheitsdatenblätter keineswegs ausreichend, da sie oftmals unvollständig sind und der Aspekt der langfristigen Gesundheits- und Umweltverträglichkeit weniger detailliert behandelt wird, als es wünschenswert wäre.

Denn auch die Belastung der Umwelt kann enorm sein. So können im Herstellungsprozess eingesetzte Schadstoffe über Ausdünstungen in die Luft gelangen und eingeatmet werden. Ebenso können sich kleinste Mengen dieser Stoffe auf dem Boden und anderen Flächen der Produktionsstätte sammeln und über den Reinigungsprozess zusammen mit dem Waschwasser in unser Abwassersystem gelangen. Selbst modernste Abwasseranlagen können nicht alle Schadstoffe herausfiltern, weshalb es zur Anhäufung der Schadstoffe in unserer Umwelt kommen kann. Den Chemikalieneinsatz bereits im Herstellungsprozess am Produktionsstandort zu minimieren, muss daher ein fester Bestandteil der Unternehmensverantwortung sein.

Wie können Chemikalien reduziert werden?

Damit ein Produktionsunternehmen einen Beitrag zur Umwelt und auch zum Gesundheitsschutz leisten kann, muss es zunächst alle in den Reinigungsarbeiten und Verarbeitungsprozessen eingesetzten gefährlichen Chemikalien identifizieren, z.B. über eine Inventarisierung der verwendeten Reinigungsmittel. Zudem müssen Unternehmer den Einsatzzweck von gefährlichen Chemikalien kennen, um diese gezielt durch ökologisch und gesundheitlich vorteilhaftere Alternativen ersetzen zu können.

Denn eine bewusstere ökologische Beschaffung und ein verantwortungsvolles Chemikalienmanagement sind nicht nur ein nützliches Instrument zur eigenen Qualitätskontrolle, sondern helfen auch dabei innovativ zu bleiben und Einsparungspotenziale zu erkennen und zu nutzen. Eine gezielte Reduzierung der Emission gefährlicher Chemikalien können Produktionsstätten zudem als wertvolles Alleinstellungsmerkmal nutzen, um ihr Image aufzuwerten und für das Unternehmen zu werben.

Unterstützung von Unternehmen beim Chemikalienmanagement

Das Baltic Environmental Forum e.V., Büronachbar von B.A.U.M. im Hamburger Haus der Zukunft, beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit Chemikalienmanagement auf Kommunal- und Verbraucher- wie auch auf Unternehmensebene. Im Fokus stehen gefährliche Chemikalien in Erzeugnissen, Reinigungs- und Desinfektionsprozessen und in Produktionshilfsmitteln, weniger im Produkt selber. Im Rahmen eines Projektvorhabens sollen Unternehmen dabei unterstützt werden, ihr Chemikalienmanagement zu optimieren. Dafür wurden verschiedene Geschäftsbereiche von Unternehmen und auch einige beispielhafte Branchen ausgewählt: Büro- und Gebäudemanagement, Produktionsstätten, Hotels & Gastronomie, Sport- & Freizeitstätten, Friseure & Beauty Salons, etc. Zu jeder dieser Branchen soll es Handlungsanleitungen geben, sowie Maßnahmenpakete und Beratung.

Sie möchten mehr über das Projekt erfahren oder haben Interesse daran, sich mit Ihrem Unternehmen an dem Projekt zu beteiligen? Fee Widderich vom Baltic Environmental Forum e.V. freut sich auf Ihre Anfragen: fee.widderich@bef-de.org





Datenschutz | Impressum