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DNR KRITISIERT ENTWURF DER NATIONALEN WALDSTRATEGIE 2050

Der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) hat am 23. April gemeinsam mit weiteren Natur- und Umweltschutzorganisationen in einem offenen Brief den vorliegenden Entwurf des Bundeslandwirtschaftsministeriums für eine nationale Waldstrategie 2050 scharf kritisiert. Der Entwurf lasse wesentliche Elemente einer notwendigen Transformation der Waldbewirtschaftung vermissen, die auf die Herausforderungen der Biodiversitäts- und Klimakrise eingeht. Er sei zudem einseitig an den Interessen der Forstwirtschaft und Waldeigentümer ausgerichtet und missachte nationale und europäische Ziele im Naturschutz.

"Allein finanzielle Mittel für sogenannte Ökosystemleistungen des Waldes zu fordern, ohne dies an ökologische Mindeststandards zu koppeln, reicht nicht aus, um die Forstwirtschaft zukunftsfähig aufzustellen", so DNR-Geschäftsführer Florian Schöne. Die spürbaren Folgen des Klimawandels, der Biodiversitätskrise und der hohen Nutzungsintensität führen uns die gestiegene Fragilität und hohe Komplexität des sensiblen Ökosystems Wald drastisch vor Augen. Es fehle ein wirksamer Fokus bei der finanziellen Kompensation von Ökosystemleistungen auf die Entwicklung funktionsfähiger, komplexer, naturnaher Wald-Ökosysteme und deren schonende Nutzung. Unverzichtbar ist hierfür ein Referenzrahmen, der zu gesetzlich definierten ökologischen Mindeststandards für eine naturnahe Waldbewirtschaftung führen muss. Der vorliegende Entwurf spart diese grundlegende Voraussetzung aus.

Nach Überzeugung der beteiligten Organisationen brauche Deutschland eine nationale Waldstrategie, die von Expert:innen aus den Bereichen Forstwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz gemeinsam erarbeitet wird. Sie fordern daher, den Prozess der Erarbeitung neu aufzurollen und zeitnah einen ergebnisoffenen Prozess unter Beteiligung aller relevanten Akteure zu starten. "Die aktuell vorgesehene Frist von 14 Tagen für die Stellungnahme ist für eine detaillierte Befassung unzureichend und angesichts der Relevanz des Themas völlig unangemessen", so Schöne weiter.

Den Offenen Brief finden Sie hier zum Download.





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