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	<title>Sustainable Finance &amp; Berichterstattung Archive - BAUM e.V.</title>
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	<item>
		<title>Biodiversität im Agrarbanking: Herausforderungen und Chancen der ESG-Risiken</title>
		<link>https://baumev.de/biodiversitaet-im-agrarbanking-herausforderungen-und-chancen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2026 06:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biodiversität & Ökosysteme]]></category>
		<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Sustainable Finance & Berichterstattung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Bedeutung von Biodiversität rückt im Agrarbanking stärker in den Fokus. Eine aktuelle Marktstudie von der Landwirtschaftlichen Rentenbank und Capgemini Invent beleuchtet, wie Biodiversität bislang im Kreditgeschäft berücksichtigt wird und wo die größten Herausforderungen liegen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/biodiversitaet-im-agrarbanking-herausforderungen-und-chancen/">Biodiversität im Agrarbanking: Herausforderungen und Chancen der ESG-Risiken</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bedeutung von Biodiversität rückt im Agrarbanking stärker in den Fokus. Eine aktuelle Marktstudie von der Landwirtschaftlichen Rentenbank und Capgemini Invent beleuchtet, wie Biodiversität bislang im Kreditgeschäft berücksichtigt wird und wo die größten Herausforderungen liegen.</p>
<p>Befragt wurden für die <a href="https://publikationen.rentenbank.de/biodiversitaet/" target="_blank" rel="noopener">Studie</a> 24 Finanzinstitute unterschiedlicher Größe. Interviews mit Banken, Bankverbänden, Forschungsinstituten und Akteur:innen aus der Landwirtschaft geben zusätzliche Einblicke in die aktuellen Praktiken und unterschiedlichen Auffassungen zu ESG-Risiken.</p>
<h3>Banken und Landwirtschaft: unterschiedliche Sichtweise auf Risiken</h3>
<p>Die Studie zeigt, dass Banken das Thema Biodiversität vor allem aus der Perspektive der Risiko-Regulatorik beleuchten. Relevant ist dafür die Betrachtung der sogenannten Biodiversitäts- oder auch naturbezogenen Risiken. Im Vergleich zu Klimarisiken sind diese jedoch deutlich komplexer: Sie wirken regional und lassen sich nicht in einheitliche Bewertungsmodelle integrieren, u.a. weil eine eindeutige Metrik – wie z.B. ein CO₂-Äquivalent – fehlt.</p>
<p>Interessant ist, dass Banken physische Risiken – wie Bodendegradierung oder den Rückgang von Insekten zur Bestäubung der Pflanzen – als besonders relevant einstufen. Die Landwirtschaft hingegen sieht transitorische Risiken, also solche, die durch Marktverschiebungen oder politische Veränderungen im Sektor entstehen, als gravierender an. Diese Diskrepanz zeigt die unterschiedlichen Perspektiven zum unternehmerischen Risiko in einem Betrieb sehr deutlich. Die bedeutendsten physischen Risiken der Landwirtschaft waren für alle Befragten allerdings eindeutig: Bodendegradierung und Erosion, geringere Wasserqualität und -verfügbarkeit sowie der Rückgang von Bestäubern.</p>
<h3>Erfassung durch Banken</h3>
<p>Zwei Drittel der Banken erwarten, dass Biodiversität in den kommenden fünf Jahren eine mittlere bis hohe Relevanz für die Bonität der Agrarkund:innen haben wird. Trotzdem preisen über 90 Prozent naturbezogene Risiken bislang nicht in ihre Kreditkonditionen ein. Lediglich eines der befragtenInstitute gab an, mit Honorierungen positive Anreize zu setzen. Die Studie macht deutlich, wo die Schwierigkeiten liegen:</p>
<ol>
<li>Biodiversität unterliegt natürlichen Schwankungen und Wechselwirkungen. Schwankungen von Ernteerträgen sind nur in seltenen Fällen auf eine einzige Ursache zurückzuführen. Sie sind das Ergebnis verschiedener Wechselwirkungen im gesamten Ökosystem und von Jahr zu Jahr zu beobachten. Daher ist es schwer, die Auswirkungen des Biodiversitätsverlustes treffsicher zu benennen.</li>
<li>Es fehlt eine einheitliche Metrik. Über 75 Prozent der Befragten nennen den hohen Erhebungsaufwand und fehlende Daten als Hindernisse für die Integration naturbezogener Risiken in Kreditprozesse. Banken müssten je nach finanziertem Sektor unterschiedliche Kennzahlen abfragen.</li>
<li>Biodiversität ist lokal. Die standort- und kundenspezifischen Unterschiede sind enorm. Viele Banken berichten von größten Herausforderungen bei dem Versuch, ihren Kund:innen gegenüber fair in der Bewertung zu sein.</li>
</ol>
<h3>Lösungsansätze und Best-Practice-Beispiele</h3>
<p>Im Finanzsektor gibt es bereits einige Ansätze, um Biodiversitätsrisiken besser zu erfassen: Online-Tools wie ENCORE (Exploring Natural Capital Opportunities, Risks and Exposure) oder der WWF Risk Filter können helfen, Abhängigkeiten von der Natur zu erkennen; sie werden von einem Drittel der Banken genutzt. Die Tools geben einen Wert aus, wie stark ein Portfolio von Ökosystemleistungen abhängt. Je nach finanzierter Wirtschaftstätigkeit fallen diese Abhängigkeiten sehr unterschiedlich aus, weil sie auf verschiedene Ressourcen zurückgreifen. Da unterschiedliche Standorte nicht ausreichend berücksichtigt werden, sind die Ergebnisse auch noch zu allgemein. Viele Banken wünschen sich deshalb, die lokalen Gegebenheiten ihrer Kreditnehmenden besser einbeziehen zu können. Dazu müssen allerdings Daten auf Einzelkundenbasis erhoben und analysiert werden. Trotzdem ist der Einbezug solcher Tools in das ESG-Scoring für viele Banken der Beginn, naturbezogene Risiken zu berücksichtigen. Fortgeschrittene Institute nutzen zusätzlich Geodaten und geprüften Zertifizierungen der Kund:innen.</p>
<p>Die Rentenbank und Capgemini Invent haben gemeinsam mit den Interviewten eine Maßnahmenliste erstellt, die zeigt, wie Banken landwirtschaftliche Betriebe bei der Absicherung und langfristigen Risikominderung unterstützen können. Die Liste soll eine erste Orientierung im Agrarkundengeschäft bieten, welche Maßnahmen Wirkung zeigen, auch wenn diese an den jeweiligen Standort angepasst werden müssen.</p>
<h3>Wie es weitergeht</h3>
<p>Die Agrarwirtschaft ist einer der wenigen Sektoren, die zu mehr biologischer Vielfalt beitragen können. Regenerative Maßnahmen wie Humusaufbau und biodiversitätsfördernde Praktiken können zudem langfristig Erträge sichern und die Widerstandsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe stärken. Banken spielen dabei eine wichtige Rolle, indem sie flexible Finanzierungslösungen und Investitionen in innovative Technologien ermöglichen. Die Rentenbank unterstützt Maßnahmen zur langfristigen Mitigation naturbezogener Risiken mit gezielten Förderprogrammen.</p>
<p>Neben klassischen Kreditprodukten bieten sich auch Venture- Capital-Investments, die Förderung von Initiativen und Forschungsprojekten als Wege an, um Biodiversität in der Landwirtschaft nachhaltig zu stärken. Abschließend ist zu betonen: Damit Investitionen und Maßnahmen wirklich Wirkung entfalten, ist ein enger Austausch zwischen Banken, landwirtschaftlichen Betrieben und Fachleuten unerlässlich. Die verschiedenen Interviews mit den beteiligten Parteien haben gezeigt, dass die Kommunikation untereinander ein essenzieller Baustein für die gesamtgesellschaftliche Aufgabe – den Erhalt der Natur – ist.</p>
<hr />
<p>Dies ist ein Beitrag aus <a href="https://baumev.de/baum-ev/baum-insights/">BAUM Insights</a> 2/2026.</p>
<p><strong>Sophia Stammler</strong> ist bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank, der Förderbank des Bundes für den Agrarsektor und die ländlichen Räume, im Nachhaltigkeitsmanagement tätig. Dort ist die Agrarwissenschaftlerin zuständig für die fachliche Einordnung der Bedeutung der ESG-Regulatorik für die Kreditvergabe in der Landwirtschaft. Sie steht in engem Austausch sowohl mit den landwirtschaftlichen Endkreditnehmenden als auch mit den Hausbanken, über die die Förderkredite vergeben werden.</p>
<p><strong>Marco Meyer</strong> verantwortet bei Capgemini Invent das Thema Nachhaltigkeit im Finanzsektor. Mit über zehn Jahren Erfahrung in der Finanzdienstleistungsbranche hat der Volkswirt erfolgreich zahlreiche Projekte in den Bereichen globale Transformation sowie Implementierung ganzheitlicher End-to-End-Prozesse und Datenstrategien geleitet. Dank zahlreicher Projekte zunächst bei PwC, dann bei Capgemini Invent verfügt er über umfassende Expertise in der Konzeption, Entwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsinitiativen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/biodiversitaet-im-agrarbanking-herausforderungen-und-chancen/">Biodiversität im Agrarbanking: Herausforderungen und Chancen der ESG-Risiken</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Fundierte klimabezogene Entscheidungen für Unternehmen</title>
		<link>https://baumev.de/fundierte-klimabezogene-entscheidungen-fuer-unternehmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2026 13:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Klima & Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Sustainable Finance & Berichterstattung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einem Pilotprojekt zur Messung von Klimawirkung kooperiert BAUM mit right° und PKF IVT. Ziel der Initiative ist, eine Verbandslösung zu etablieren, mit der BAUM-Mitglieder die Klimawirkung ihrer Geschäftsmodelle in Grad Celsius messen und ihre jährliche Entwicklung direkt mit dem 1,5°-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens abgleichen können.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/fundierte-klimabezogene-entscheidungen-fuer-unternehmen/">Fundierte klimabezogene Entscheidungen für Unternehmen</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In einem Pilotprojekt zur Messung von Klimawirkung kooperiert BAUM mit <a href="https://right-basedonscience.de/" target="_blank" rel="noopener">right°</a> und <a href="https://www.pkfivt.de/" target="_blank" rel="noopener">PKF IVT</a>. Ziel der Initiative ist, eine Verbandslösung zu etablieren, mit der BAUM-Mitglieder die Klimawirkung ihrer Geschäftsmodelle in Grad Celsius messen und ihre jährliche Entwicklung direkt mit dem 1,5°-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens abgleichen können. Die Initiative steht im Kontext des <a href="https://climate-pact.europa.eu/index_en" target="_blank" rel="noopener">EU Climate Pact</a>, bei dem sich <a href="https://baumev.de/baum-ist-partner-des-european-climate-pact/" target="_blank" rel="noopener">BAUM in diesem Jahr als Partner</a> engagiert.</p>
<p>right° bringt die technologische Grundlage in das Pilotprojekt ein, während PKF IVT das Projektmanagement übernimmt und die Umsetzung begleitet. Beide Partner verfügen über langjährige Erfahrung mit der Organisation und Steuerung von Transition in Unternehmen. Der Ansatz verbindet eine vergleichbare Grad-Celsius-Kennzahl mit hoher Steuerungsrelevanz, Transparenz und Vergleichbarkeit. Grundlage ist das Klimamodell des IPCC, aus dem sich ein Emissionsbudget ableitet, das hinter dem 1,5°-Ziel steht.</p>
<h3>Wirtschaftliche Wertschöpfung von Emissionen entkoppeln</h3>
<p>Im Kern geht es darum, die wirtschaftliche Wertschöpfung – also das BIP auf Unternehmensebene – von Emissionen zu entkoppeln. Diese Entkopplung ist ein zentrales Ziel des European Green Deal und gilt, so Hannah Helmke von right°, als Ausdruck einer Innovations- und Hightech-Agenda. Je stärker es Unternehmen gelingt, Emissionen von ihrer Wertschöpfung zu lösen, desto näher kommen sie der Paris-Kompatibilität. Beispiele wie Siemens Healthineers zeigen, dass ein sogenannter „Paris-konformer Track Record“ erreichbar ist: „Solche Firmen wollen wir sehen“, so Helmke.</p>
<h3>Verbandslösung für BAUM-Mitglieder</h3>
<p>Für BAUM-Mitglieder entsteht durch das Projekt erstmals die Möglichkeit, die eigene Position im Transformationsprozess präzise zu bestimmen. Damit legt das Projekt die Grundlage dafür, vom reinen Messen ins Steuern zu kommen – also auch kritisch zu hinterfragen, ob Investitionen tatsächlich wirksam sind oder lediglich Kosten verursachen, ohne zur Zielerreichung beizutragen. Die Anwendung ist strategisch in mehrfacher Hinsicht relevant:</p>
<ol>
<li>Anforderungen aus der CSRD und insbesondere ESRS E1 können wissenschaftsbasiert und prüfbar unterlegt werden.</li>
<li>Die Methodik unterstützt unternehmerische Entscheidungen, indem Investitionen im Hinblick auf ihre Klima- und Geschäftswirkung bewertet werden können.</li>
<li>Sie stärkt Reputation und Glaubwürdigkeit, da Klimastrategien transparent und nachvollziehbar gemacht werden.</li>
</ol>
<p>Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Branchen verdeutlichen die Bandbreite: Unternehmen wie Redcare stehen vor der Herausforderung, ihre Transitionspläne mit dynamischem Wachstum in Einklang zu bringen, während die Dürr AG oder die Gira Giersiepen GmbH &amp; Co. KG zeigen, wie sich Klimawirkung bereits heute strategisch und kommunikativ nutzen lässt – bis hin zur Positionierung in Grad Celsius gegenüber dem Markt.</p>
<h3>Differenziertes Benchmarking</h3>
<p>Die konkrete Umsetzung erfolgt über ein Template, das von den Unternehmen befüllt wird. Zu den zentralen Eingangsgrößen zählen unter anderem NACE-Code, Umsatz, Personalkosten, EBITDA sowie Emissionen in Scope 1, 2 und 3, die die gesamte Wertschöpfung abbilden. Die Daten werden zunächst über das Template an right° übermittelt; perspektivisch ist eine direkte Eingabe in eine Datenbank vorgesehen. Je mehr historische Daten vorliegen – idealerweise ab dem Basisjahr 2021 –, desto robuster und nachvollziehbarer werden die Ergebnisse.</p>
<p>Die Unternehmen erhalten daraufhin ein differenziertes Benchmarking: sowohl im Vergleich zu frei wählbaren Unternehmen, die börsengelistet sein müssen, als auch relativ zum jeweiligen Sektor. Für alle, die einen Schritt weiter als das BAUM-Projekt gehen möchten, liefert die XDC-Software konkrete Entscheidungshilfen, indem sie aufzeigt, wie und wann sich Investitionen auf die Klimawirkung auswirken.</p>
<p>Auf Verbandsebene entsteht ein aggregiertes, anonymisiertes Gesamtbild, das im Vergleich zu Referenzgrößen wie dem „<a href="https://right-basedonscience.de/what-if/" target="_blank" rel="noopener">whatif? Report</a>“ mit DAX-Unternehmen eingeordnet werden kann und eine fundierte Grundlage für Kommunikation und Stakeholdermanagement bietet.</p>
<h3>Zentrale Fragen beim Kick-off-Workshop</h3>
<p>In der Diskussion beim Kick-off-Workshop am 19. März 2026 wurden zentrale Fragen adressiert. So können fehlende Scope-3-Daten über den frei zugänglichen Climate Explorer von right° sektorspezifisch geschätzt werden. Unternehmensspezifische Emissionsbudgets werden anteilig an der Wertschöpfung abgeleitet. Gleichzeitig wurde klargestellt, dass die individuellen Ergebnisse vertraulich bleiben und ausschließlich in aggregierter Form in die Verbandsauswertung einfließen.</p>
<p>Auch regulatorische Fragen, etwa im Zusammenhang mit der Empowering Consumers Directive (EmpCo), wurden angesprochen: Sobald Grad-Celsius-Aussagen in der B2C-Kommunikation genutzt werden, müssen die zugrunde liegenden Daten extern abgesichert werden. right° stellt hierzu ein entsprechendes Kommunikationshandbuch bereit.</p>
<h3>Über die reine Zielvalidierung hinaus</h3>
<p>Im Vergleich zu anderen Initiativen wie der Science Based Targets initiative (SBTi) wird deutlich, dass XDC über die reine Zielvalidierung hinausgeht. Während SBTi prüft, ob Klimaziele im Einklang mit dem Pariser Abkommen stehen, bietet XDC zusätzlich ein Transitionsmodul, mit dem Unternehmen jährlich ihren Fortschritt entlang eines konkreten Pfads verfolgen und ihre Governance entsprechend ausrichten können. Voraussetzung ist, dass die zugrundeliegenden Emissionsdaten bereits intern oder extern geprüft wurden. Die zentrale Botschaft des Ansatzes lautet: XDC bewertet nicht, sondern macht steuerungsfähig. Es schafft Transparenz über Entwicklungen und ermöglicht fundierte Entscheidungen im Transformationsprozess.</p>
<p><strong>Das Pilotprojekt läuft bis zum 27. November 2026.</strong> Nächste Schritte sind:</p>
<ul>
<li>14. April, 14:30 – 15:30 | <a href="https://baumev.de/event/2026_04_14_workshop-how-to-right-xdc-template/" target="_blank" rel="noopener">Webinar, das sich der praktischen Anwendung des Templates widmet</a> und Unternehmen dabei unterstützt, die notwendigen Daten systematisch zu erfassen und zu nutzen</li>
<li>4. Mai, 14:00 – 15:00 | vertiefender <a href="https://baumev.de/event/2026_05_04_baum-deep-dive-how-to-right-xdc-template/" target="_blank" rel="noopener">Deep Dive zu „Klimawirkung mit XDC steuern“</a></li>
</ul>
<p>Es folgt ein weiterer Deep Dive, dessen Inhalt und Termin im Prozess nach den Bedürfnissen der BAUM-Mitglieder festgelegt wird.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/fundierte-klimabezogene-entscheidungen-fuer-unternehmen/">Fundierte klimabezogene Entscheidungen für Unternehmen</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nature Materiality Gap Analyse: Strategische Resilienz an ökologischen Kipppunkten</title>
		<link>https://baumev.de/strategische-resilienz-an-oekologischen-kipppunkten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2026 09:21:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biodiversität & Ökosysteme]]></category>
		<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Sustainable Finance & Berichterstattung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einer Welt, in der planetare Belastungsgrenzen keine theoretischen Konstrukte mehr sind, entscheidet die Fähigkeit zur Identifikation und Steuerung ortsgebundener ökologischer Kipppunkte über die langfristige ökonomische Zukunftsfähigkeit von Unternehmen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/strategische-resilienz-an-oekologischen-kipppunkten/">Nature Materiality Gap Analyse: Strategische Resilienz an ökologischen Kipppunkten</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In einer Welt, in der planetare Belastungsgrenzen keine theoretischen Konstrukte mehr sind, entscheidet die Fähigkeit zur Identifikation und Steuerung ortsgebundener ökologischer Kipppunkte über die langfristige ökonomische Zukunftsfähigkeit von Unternehmen.</p>
<p>Die bisherige Praxis der Wesentlichkeitsanalyse leidet unter systemischen Konstruktionsfehlern, die im Kontext von Naturrisiken besonders schwer wiegen. Ein zentraler Makel liegt in der Erhebungsmethodik: In vielen Unternehmen werden subjektive Einschätzungen von Stakeholdern in scheinbar exakte Scores übersetzt. Diese heuristische Vorgehensweise mag bei vielen rein sozialen Themen angemessen sein, bei denen sich Sachverhalte oft nur subjektiv erschließen. Bei naturbezogenen Themen ist sie jedoch meist inadäquat, da sich hier die Möglichkeit bietet – und die Notwendigkeit besteht –, auf Basis naturwissenschaftlicher Daten zu operieren.</p>
<p>Erschwerend kommt hinzu, dass in herkömmlichen Analysen soziale Aspekte oft gleichberechtigt neben ökologischen Klumpenrisiken stehen. Während erstere Merkmale moderner Unternehmensführung sind, besitzen sie selten das Potenzial, ein Geschäftsmodell fundamental zu erschüttern. Es sind hingegen fast immer naturbezogene Aspekte, die eine so hohe materielle Relevanz besitzen, dass sie die operative Kontinuität bedrohen können. Das Problem: Die üblichen Rahmenwerke verbleiben oft an der Oberfläche, da sie über starre Datenpunkte nicht das messen, was für eine Risikoaussage notwendig wäre.</p>
<h3>Pareto-Prinzip: Fokus auf ökonomische Wesentlichkeit</h3>
<p>In der betrieblichen Auseinandersetzung mit Naturkapital existiert eine Vielzahl von Ansätzen, die von vegetarischen Angeboten in der Betriebskantine bis zur ökologischen Aufwertung von Freiflächen reichen. Diese Initiativen leisten einen wichtigen Beitrag zur internen Bewusstseinsbildung, zur Unternehmenskultur und zur Stärkung der Ökosysteme vor Ort; sie sollten keinesfalls diskreditiert werden. Dennoch lehrt uns die systemische Betrachtung naturbezogener Abhängigkeiten, dass der Fokus im Risikomanagement zwingend auf der ökonomischen Wesentlichkeit liegen muss.</p>
<p>Hier greift das Pareto-Prinzip: Ein kleiner Prozentsatz an Sektoren, Standorten und Dienstleistungen ist für den überwiegenden Teil der globalen naturbasierten Risiken verantwortlich. Für ein effektives Management ist es daher sinnvoll, den strategischen Einstieg genau bei jenen Teilen der Wertschöpfungskette zu beginnen, deren Abhängigkeit am größten ist. Die 80/20-Logik lässt sich innerhalb eines Unternehmens noch weiter verfeinern. Von den Dutzenden potenzieller Ökosystemdienstleistungen sind meist nur etwa 20 Prozent für 80 Prozent der operativen Stabilität verantwortlich. Diese sogenannten „Kill-Faktoren“ zu identifizieren, ist die zentrale Aufgabe einer modernen Wesentlichkeitsanalyse. Werden diese kritischen Natur-Assets nicht gemanagt, ist der Schutz der restlichen 80 Prozent ökonomisch betrachtet oft irrelevant. Es geht darum, das Rückgrat der Wertschöpfung zu sichern, anstatt sich im „Long Tail“ symbolischer Maßnahmen zu verlieren.</p>
<h3>Die methodische Brücke: Von der Ökologie zur Bilanz</h3>
<p>Die Sustainserv Nature Materiality Gap Analysis schließt die Lücke zwischen ökologischer Degradation und finanzieller Bewertung durch ein strukturiertes Vorgehen, das Naturrisiken in betriebswirtschaftlich steuerbare Größen übersetzt. Dieser Prozess vollzieht sich in drei wesentlichen Dimensionen:</p>
<ol>
<li><strong> Physische Abhängigkeit:</strong> Hier wird im Kern geprüft, ob ein Unternehmen durch seine Aktivitäten genau jene Ressourcen und Ökosystemdienstleistungen gefährdet, von denen es selbst abhängt. Es geht um die Ermittlung der Kritikalität bestimmter Naturkomponenten für die Bruttowertschöpfung und die Bewertung der Substituierbarkeit dieser Leistungen.</li>
<li><strong> Soziale Lizenz:</strong> In einer Welt der Echtzeit-Informationsübertragung können gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen schnell die gesamte Wertschöpfungskette erschüttern. Die „Social License to Operate“ und die Wertschöpfung unter strengeren ökologischen Bedingungen sind hierbei essenziell als strategischer Hebel für Marktchancen.</li>
<li><strong> Ökonomische Bewertung:</strong> Schließlich müssen Naturrisiken in die Sprache des Finanzmarktes übersetzt werden. Dies umfasst die Identifikation langfristiger Haftungsansprüche und naturbezogener „Bottlenecks“ der wirtschaftlichen Aktivitäten sowie die Anpassung von Kennzahlen in der Unternehmensbewertung, sobald ökologische Kipppunkte erreicht werden.</li>
</ol>
<p>Ein entscheidender methodischer Kniff ist das Prinzip des „Reverse Stress Testing“. Anstatt mit komplexen biologischen Modellen die gesamte Natur abzubilden, startet man beim finanziellen Schmerzpunkt des Unternehmens. Man identifiziert den Punkt, an dem das Geschäftsmodell – etwa durch massiven Ertragsverlust – kollabiert, und prüft erst im zweiten Schritt die ökologische Wahrscheinlichkeit, dass die dafür kritische Ressource ihren spezifischen Kipppunkt erreicht. So wird Naturkapital nicht als moralisches, sondern als finanzielles Asset-Management begriffen.</p>
<h3>2026: Der Übergang zur finanziellen Realität</h3>
<p>Das Jahr 2026 markiert den Übergang von teils vagen Nachhaltigkeits- Ambitionen hin zur finanziellen Realität. Die Konvergenz globaler Standards macht naturbezogene Risiken zu einem Kernbestandteil der Finanzberichterstattung. Das International <a href="https://www.ifrs.org/groups/international-sustainability-standards-board/" target="_blank" rel="noopener">Sustainability Standards Board</a> (ISSB) integriert das Framework der <a href="https://baumev.de/sustainable-finance/deutsche-tnfd-consultation-group/" target="_blank" rel="noopener">Taskforce on Nature-related Financial Disclosures</a> (TNFD) in seine Standards, was Naturrisiken weltweit als finanzielle Kernrisiken etabliert.</p>
<p>Gleichzeitig liefern vorausschauende Indikatoren Daten über die Änderungsrate und Widerstandskraft ökologischer Systeme in Echtzeit. Nachhaltigkeit wird dadurch zur „Engine of Competitiveness“ und zu einer zentralen Design-Logik für resiliente Geschäftsmodelle. Unternehmen, die den „Nature Materiality Gap“ heute erkennen und schließen, transformieren ökologische Abhängigkeiten in strategische Wettbewerbsvorteile. Der Benchmark hat sich verschoben: Von der bloßen Beschreibung von potenziellen und realen Auswirkungen hin zur glaubwürdigen Einbettung von Szenario- Analysen in Kapitalallokations-Entscheidungen. In diesem neuen Paradigma ist Naturrisikomanagement kein „Nice-to-have“ mehr, sondern eine fundamentale Voraussetzung für die strategische Integrität und den langfristigen Erhalt des Unternehmenswertes.</p>
<hr />
<p>Dies ist ein Beitrag aus <a href="https://baumev.de/baum-ev/baum-insights/">BAUM Insights</a> 2/2026.</p>
<p><strong>Dr. Ralf Frank</strong> ist Managing Partner bei Sustainerv in Frankfurt am Main und Professor an der GISMA in Potsdam. Er ist zudem Mitglied des Gesamtvorstands von BAUM e.V. Im Dezember 2024 gründete Ralf Frank die TNFD Usability Group Deutschland. Ralf Frank war 18 Jahre Geschäftsführer der DVFA und Experte für Sustainable Finance.</p>
<p><strong>Dr. Marvin Höge</strong> ist Senior Consultant bei Sustainserv in Zürich und Experte für Naturund Klimarisiken. Er ist aktiv in der TNFD Usability Group Deutschland und in der Schweizer Nature Exchange Group. Vor seiner Tätigkeit in der Unternehmensberatung war er Wissenschaftler am Wasserforschungsinstitut im ETH-Berich (Eawag) des Schweizer Bundes.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/strategische-resilienz-an-oekologischen-kipppunkten/">Nature Materiality Gap Analyse: Strategische Resilienz an ökologischen Kipppunkten</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Warum Net Zero allein nicht reicht</title>
		<link>https://baumev.de/warum-net-zero-allein-nicht-reicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2026 07:44:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biodiversität & Ökosysteme]]></category>
		<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Sustainable Finance & Berichterstattung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Net Zero stoppt im besten Fall den weiteren Schaden – aber es stellt die ursprüngliche Funktionsfähigkeit von Böden, Gewässern oder Artenverbünden nicht wieder her. Genau das aber brauchen viele Branchen, um langfristig planen zu können.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/warum-net-zero-allein-nicht-reicht/">Warum Net Zero allein nicht reicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Net Zero stoppt im besten Fall den weiteren Schaden – aber es stellt die ursprüngliche Funktionsfähigkeit von Böden, Gewässern oder Artenverbünden nicht wieder her. Genau das aber brauchen viele Branchen, um langfristig planen zu können.</p>
<p>Zwischen Unternehmen und Natur gibt es eine unbequeme Wahrheit, die wir lange übersehen haben: Wenn es gut läuft, retten wir vielleicht das Klima, verlieren aber trotzdem die Lebensgrundlage. In vielen Organisationen begegnet uns heute ein ausgeprägter „Carbon-Tunnelblick“. Er blendet aus, was das Konzept der Planetaren Belastungsgrenzen seit Jahren zeigt: Umweltkrisen sind systemisch, nicht eindimensional. Net Zero ist wichtig, keine Frage – aber es ist längst nicht genug.</p>
<h3>Vom Schützen zum Regenerieren</h3>
<p>Klimaschutz und Artenschutz werden oft synonym behandelt, dabei könnten sie in manchen Fällen unterschiedlicher kaum sein. Eine Monokultur bindet CO₂, zerstört aber zugleich Lebensräume. Eine Solaranlage spart Treibhausgase, kann aber bei falscher Planung wertvolle Biotope beeinträchtigen. Das zeigt: Wir lösen das Klimaproblem nicht, wenn wir gleichzeitig die Biosphäre aus dem Gleichgewicht bringen.</p>
<p>Deshalb etabliert sich international ein neuer Begriff: nature positive – umweltpositiv. Es geht um einen Paradigmenwechsel: nicht mehr nur Schäden begrenzen, sondern aktiv zum Aufbau intakter Ökosysteme beitragen. Ein umweltpositiver Ansatz bedeutet daher nicht mehr Aufwand, sondern bessere Zukunfts- und Investitionssicherheit.</p>
<p><a href="https://baumev.de/biodiversitaet-oekosysteme/" target="_blank" rel="noopener">Ökosysteme sind Wirtschaftsfaktoren</a> – nicht nur Kulisse Die globale Wirtschaft ist – bildlich gesprochen – eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Natur. Ohne funktionierende Ökosystemleistungen gibt es kein Produkt, keine Lieferkette, keinen Markt. Das wird an vielen Stellen inzwischen greifbar: In der Landwirtschaft beispielsweise sind Ernteausfälle durch den Verlust bestäubender Insekten längst kein theoretisches Szenario mehr, sondern ein wachsendes Kostenrisiko. In anderen Branchen geraten Produktionsstandorte unter Druck, weil regionale Wasserressourcen übernutzt oder verschmutzt sind – mit direkten Folgen für Mengen, Qualität und Planbarkeit der Rohstoffe.</p>
<p>Zugleich steigt der Druck entlang der Wertschöpfungskette: Geschäftspartner:innen und Kund:innen erwarten nachweislich transparente und verantwortungsvolle Lieferketten. Wer hier keine belastbaren Antworten hat, verliert Marktzugang oder Reputation.</p>
<h3>Wenn Biodiversität kippt, kippen Geschäftsmodelle</h3>
<p>Wir erleben es immer wieder in Sektoren, die stark von natürlichen Ressourcen abhängig sind: Wenn Artenvielfalt und Ökosysteme unter Druck geraten, reißt die Planbarkeit in der Lieferkette ab. Die Realität zeigt jedoch auch, dass viele Unternehmen erst dann reagieren, wenn die ersten Engpässe auftreten – und damit zu spät.</p>
<p>Diese Zusammenhänge spiegeln genau die Logik der doppelten Wesentlichkeit wider: Unternehmen müssen sowohl ihre Abhängigkeit von der Natur (Outside-In) als auch ihre Auswirkungen auf Ökosysteme (Inside-Out) verstehen. Wer Biodiversität systematisch berücksichtigt, schafft sich also strategische Vorteile: stabilere Lieferketten, resilientere Geschäftsmodelle und belastbarere Investitionsentscheidungen. Biodiversitätsmanagement ist damit nicht nur Teil des Risikomanagements, sondern längst auch ein Wettbewerbsfaktor und eine Zukunftsinvestition. Unternehmen, die diese Dimension ausblenden, gefährden ihre eigene wirtschaftliche Stabilität.</p>
<h3>Die Rolle der Finanzinstitute: Ein Hebel mit Systemwirkung</h3>
<p>Auch Finanzinstitute nehmen diese Risiken stärker in den Blick – nicht aus moralischen Gründen, sondern aus Sorgfaltspflicht. Wenn ein Unternehmen seine natürlichen Ressourcen zerstört, steigert das langfristig sein Ausfallrisiko. Daher fragen immer mehr Banken:</p>
<ul>
<li>Welche naturbezogenen Risiken bestehen entlang der Wertschöpfungskette?</li>
<li>Wie abhängig ist das Geschäftsmodell von intakten Ökosystemen?</li>
<li>Werden Risiken gemanagt oder verdrängt?</li>
</ul>
<p>Die Entwicklung internationaler Rahmenwerke wie der <a href="https://baumev.de/sustainable-finance/deutsche-tnfd-consultation-group/" target="_blank" rel="noopener">Taskforce on Nature-related Financial Disclosures</a> (TNFD) verstärkt diese Erwartung noch einmal. Unternehmen, die hier schlecht aufgestellt sind, werden künftig schwerer oder teurer Kapital bekommen. Hinzu kommt: Mit der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung CSRD und speziell dem Standard ESRS E4 (Biodiversität) sind Unternehmen 2026 ohnehin verpflichtet, Biodiversitätsrisiken systematisch zu analysieren und offenzulegen.</p>
<h3>Wie die Biodiversität in die Bilanz kommt</h3>
<p>In der Kreditvergabe prüfen wir bei der UmweltBank deshalb nicht nur CO₂-Einsparpotenziale, sondern systematisch auch Auswirkungen auf Biodiversität, Flächenverbrauch und ökologische Qualität der Vorhaben. Das gilt besonders bei Photovoltaikprojekten, die wir regelmäßig finanzieren.</p>
<p>So wurde beim <a href="https://www.umweltbank.de/firmen/projekte-finanzieren/photovoltaik/solarpark-bundorf/" target="_blank" rel="noopener">Bürgersolarpark Bundorf</a> die Gestaltung der Modulfelder bewusst mit Blick auf Arten- und Lebensraumschutz geplant. Blühflächen, Rückzugsräume für Insekten und eine extensive Bewirtschaftung sorgen dafür, dass Energieproduktion und Biodiversitätsaufwertung zusammenfallen können. Auch beim PV-Projekt in Dippoldiswalde stand neben der Energieerzeugung die ökologische Gestaltung der Fläche im Fokus, etwa durch angepasste Mahd-Rhythmen und strukturreiche Ausgleichsflächen. Wir sehen in der Praxis: Geschäftsmodelle, die Natur respektieren und im Bestfall sogar umweltpositiv sind, sind langfristig stabiler – und damit finanzierbarer.</p>
<h3>Umweltpositiv ist der nächste logische Schritt</h3>
<p>Biodiversität ist komplexer zu messen als CO₂. Zudem gibt es keine perfekte Datenlage. Aber das darf in dieser Transformationsphase keine Ausrede sein. Wer wartet, bis jede Kennzahl definiert ist, wartet zu lange.</p>
<p>Wir wissen aus unserem eigenen Transformationsprozess bei der UmweltBank: Der Einstieg ist nicht immer leicht, aber die ersten Schritte sind meist überraschend klar. Wer beginnt, die eigene Wertschöpfungskette durch die „Naturbrille“ zu betrachten, erkennt schnell, wo Risiken liegen – und wo Chancen. In vielen Fällen sind es genau diese Erkenntnisse, die Projekte und Partnerschaften entstehen lassen, die zuvor gar nicht sichtbar waren.</p>
<p>Aus Erkenntnissen Handlungsschritte machen – hier beginnt der praktische Teil, den jedes Unternehmen heute angehen kann.</p>
<ol>
<li>Lieferketten verstehen: Wo kommen die zentralen Rohstoffe her – und in welchem Zustand sind die zugehörigen Ökosysteme?</li>
<li>Hotspots identifizieren: dort arbeiten, wo der Hebel am größten ist.</li>
<li>Regenerative Maßnahmen fördern: vom Reduzieren ins Regenerieren kommen.</li>
</ol>
<p>Net Zero ist die Pflicht. Umweltpositiv ist die Zukunft.</p>
<hr />
<p>Dies ist ein Beitrag aus <a href="https://baumev.de/baum-ev/baum-insights/">BAUM Insights</a> 2/2026.</p>
<p><strong>Erik Mundinger</strong> leitet das Nachhaltigkeitsmanagement der UmweltBank AG in Nürnberg und verantwortet die strategische Steuerung, Koordination und Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsaktivitäten der Bank. Ziel seiner Arbeit ist es, ökologische Wirkung transparent, wirksam und messbar in allen Geschäftsbereichen zu verankern.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/warum-net-zero-allein-nicht-reicht/">Warum Net Zero allein nicht reicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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		<title>„Handfeste Chancen machen Biodiversität zum wesentlichen Thema“</title>
		<link>https://baumev.de/handfeste-chancen-machen-biodiversitaet-zum-wesentlichen-thema/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Mar 2026 15:33:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biodiversität & Ökosysteme]]></category>
		<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Sustainable Finance & Berichterstattung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=17770</guid>

					<description><![CDATA[<p>Dr. Stefanie Eichiner, BAUM-Preisträgerin 2025, engagiert sich für das Mainstreaming des Themas Biodiversität im Schulterschluss von Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Wir haben sie gefragt, wie Biodiversität zur Zukunftsinvestition wird.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/handfeste-chancen-machen-biodiversitaet-zum-wesentlichen-thema/">„Handfeste Chancen machen Biodiversität zum wesentlichen Thema“</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Stefanie Eichiner, <a href="https://baumev.de/baum-preis/" target="_blank" rel="noopener">BAUM-Preisträgerin</a> 2025, engagiert sich für das Mainstreaming des Themas Biodiversität im Schulterschluss von Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Wir haben sie gefragt, wie Biodiversität zur Zukunftsinvestition wird.</p>
<h3>Frau Dr. Eichiner, warum sollten sich Unternehmen mit Biodiversität beschäftigen?</h3>
<p>Zahlreiche Unternehmen sind von der Natur abhängig – insbesondere von der Leistungsfähigkeit von Ökosystemen. Für mich ist Biodiversität deshalb keine zusätzliche Berichtspflicht, sondern eine Zukunftsinvestition in Versorgungssicherheit, Reputation und Wettbewerbsfähigkeit. Zwar fordert die CSRD zunehmend Offenlegung, doch der stärkste Impuls kommt aus der Finanzwelt: Banken, Versicherer und Investoren fragen heute konkrete, naturbezogene Kennzahlen ab – teils in umfangreichen Fragebögen, die Klima und Biodiversität gleichermaßen adressieren. Wenn ein Unternehmen wie z.B. Pfleiderer auf den Rohstoff Holz angewiesen ist, dann zeigt die doppelte Wesentlichkeitsanalyse ganz klar: Biodiversität ist materiell. Gesunde Ökosysteme sind die Grundlage unseres Geschäftsmodells. Regionale, zertifizierte Lieferketten senken Kosten und mindern Reputationsrisiken und erhöhen die Resilienz. Es sind diese handfesten Chancen, die Biodiversität zu einem wesentlichen Thema machen, nicht, wie oft vermutet, versteckte Risiken. Holz ist für Pfleiderer der wichtigste Rohstoff; rund 90 Prozent beziehen wir aus Deutschland. Davon waren im Jahr 2025 57 Prozent Recyclingholz, der Rest zu etwa gleichen Teilen Sägereste und Durchforstungsholz aus Wäldern.</p>
<h3>Wie reagiert die Kundschaft auf das Thema?</h3>
<p>Die Mehrheit der Kundschaft hat den Fokus ausschließlich auf produktbezogenen Merkmalen, also etwa Zertifizierung nach FSC oder PEFC oder der Anteil von Recyclingholz – alle natürlich mit klarem Bezug zur Natur. Bestimmte Märke gehen jedoch bereits sehr tief. Kundschaft aus Benelux und Frankreich kommt z.B. auch mit externen Biodiversitätsexpertinnen und -experten ins Haus. Hier bieten wir unsere konkreten Ansätze bei Kreislaufwirtschaft, Forstzertifizierung und unser Netzwerk zu Wirtschaft und Biodiversität. So überführen wir Fachfragen in lösungsorientierte Angebote: Platten mit hohem Recyclinganteil, innovativen biobasierten Rohstoffen oder auch Zertifizierung wie „Cradle to Cradle“. Wichtig für das Gespräch mit der Kundschaft ist, dass Vertrieb und Kundendienst geschult sind und wissen: Was bedeutet Biodiversität? Wie berührt sie unser Geschäft? Welche Fragen stellen progressive Kundschaften? So können Unternehmen Kompetenz entlang der Wertschöpfungskette aufbauen.</p>
<h3>Welche Rolle spielen Berichterstattung und Rahmenwerke?</h3>
<p>Für Investoren zählt ein nachvollziehbarer Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen. Gute Nachhaltigkeitsratings und umfassende Transparenz in der Berichterstattung zahlen sich da aus. Sie senken den Aufwand für externe Prüfungen. Im Ergebnis verschiebt sich der Dialog von der Beantwortung einzelner Anfragen hin zur systematischen Offenlegung.</p>
<p>Ich empfehle, Rahmenwerke pragmatisch zu nutzen. Bei Pfleiderer dient die CSRD als Gerüst; aus TNFD und Science Based Targets for Nature übernehmen wir, was über die CSRD hinaus sinnvoll ist. Naturbezogene Ziele definieren wir in Anlehnung an SBTN: Kooperation mit der Lieferkette, Stärkung der Regionalität und Erhöhung des Recyclingeinsatzes sowie des Designs für Zirkularität Wir setzen dabei auf den Mut zur Lücke. Erst entwickeln wir Indikatoren, um daraus später sinnvolle Ziele abzuleiten.</p>
<h3>Was raten Sie Unternehmen, die sich in Sachen Biodiversität gut aufstellen wollen?</h3>
<p>Eine gute Orientierung bieten die UN-Nachhaltigkeitsziele, insbesondere „Leben an Land“, „Süßwasserökosysteme“ und „Partnerschaften für nachhaltige Entwicklung“. Unternehmen sollten für ihre Standorte Biodiversitätsmanagementpläne erstellen und sich Netzwerken wie z.B. der Initiative Biodiversity in Good Company anschließen. Um in der Lieferkette konkrete Projekte zur Renaturierung von Wäldern oder Mooren zu unterstützen, empfehle ich die Zusammenarbeit mit Umwelt- und Naturschutzorganisationen. Die Entwicklung einer umfassenden Biodiversitätsstrategie braucht aber Zeit. Konkrete Maßnahmen wie hohe Recyclingholzquoten und eigene Altholzaufbereitung gehören bei Pfleiderer seit 30 Jahren zum Kerngeschäft. Forstzertifizierung folgte wenig später, ebenso die Regionalisierung des Holzeinkaufs. Der Auftakt für die formale Biodiversitätsstrategie erfolgte 2024: Sie reicht vom Biodiversitätscheck entlang der gesamten Wertschöpfungskette über Standortanalysen bis hin zu Governance-Einbindung, Lieferantenbewertung mit Biodiversitätskriterien und gezielten Schulungen für Einkauf und Produktion.</p>
<h3>Der stärkste Impuls zum Thema kommt aus der Finanzwelt, sagten Sie eingangs. Wie wird Biodiversität zum Finanzthema?</h3>
<p>Finanzierung ist ein Hebel. Sustainability-linked Bonds können Unternehmen bei den Klimazielen und beim Recycling voranbringen. Daraus lassen sich bonusrelevante Leistungsziele für die Führung ableiten. Für biodiversitätsbezogene Anleihen braucht es Kriterien, die Wirkung seriös messbar machen. Parallel halte ich Ansätze für nötig, die Natur nicht nur als Kosten, sondern als werthaltige, bilanzierbare Investitionen betrachten – mit entsprechendem Monitoring. Gut sind z.B. die Ansätze der Landbanking Group oder die EU-Naturgutschriften. So wird Biodiversität auch finanziell zur Zukunftsinvestition, die sich über die Zeit auszahlt. Mein Fazit ist: Wer heute Biodiversität als Geschäfts- und Finanzthema ernst nimmt, sichert seine Lieferketten, stärkt den Markenwert und gewinnt Spielräume für Innovation. Mit planbaren, bewertbaren Schritten, Renaturierungen in der Lieferkette und transparenter Berichterstattung kann sich ein Unternehmen als Nachhaltigkeitsvorreiter positionieren.</p>
<hr />
<p>Dies ist ein Beitrag aus <a href="https://baumev.de/baum-ev/baum-insights/">BAUM Insights</a> 2/2026.</p>
<p><strong>Dr. Stefanie Eichiner</strong> ist Vorstandsvorsitzende der <a href="https://www.business-and-biodiversity.de/" target="_blank" rel="noopener">Initiative Biodiversity in Good Company e.V.</a> Zudem verantwortet die Forstwissenschaftlerin das Nachhaltigkeitsmanagement bei der Pfleiderer Deutschland GmbH.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/handfeste-chancen-machen-biodiversitaet-zum-wesentlichen-thema/">„Handfeste Chancen machen Biodiversität zum wesentlichen Thema“</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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		<title>ÖKOPROFIT®, EMAS und We Impact – Charakteristika, Schnittmengen und Gemeinsamkeiten</title>
		<link>https://baumev.de/oekoprofit-emas-und-we-impact/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Mar 2026 10:38:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Klima & Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Sustainable Finance & Berichterstattung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was macht den Kern der drei Nachhaltigkeitsmanagement-Instrumente ÖKOPROFIT®, EMAS und We Impact aus? Welche Schnittmengen und Gemeinsamkeiten gibt es? Wir geben einen Überblick.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/oekoprofit-emas-und-we-impact/">ÖKOPROFIT®, EMAS und We Impact – Charakteristika, Schnittmengen und Gemeinsamkeiten</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was macht den Kern der drei Nachhaltigkeitsmanagement-Instrumente ÖKOPROFIT®, EMAS und We Impact aus? Welche Schnittmengen und Gemeinsamkeiten gibt es? Wir geben einen Überblick.</p>
<h3>ÖKOPROFIT®</h3>
<p>ÖKOPROFIT® ist ein seit den 1990er Jahren etabliertes Kooperationsprojekt, bei dem Kommunen und die örtliche Wirtschaft anfänglich das Ziel verfolgten, durch Einsparungen natürlicher Ressourcen Betriebskosten zu senken. Mittlerweile umfasst das Programm zahlreiche Nachhaltigkeitsaspekte, die über die klassischen Umweltthemen hinausgehen. Unternehmen etablieren ein Umweltteam, das im Laufe des ÖKOPROFIT®-Programms zentrale Bausteine eines Umweltmanagementsystems entwickelt. Der Wissenstransfer findet in erster Linie durch Workshopreihen statt, bei denen die Mitarbeitenden aus Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen zusammenarbeiten. Neben den Workshops bietet ÖKOPROFIT® eine qualifizierte individuelle Beratung für die Unternehmen an. Abschließend überprüft eine unabhängige Kommission die Umweltleistungen und erzielten Ergebnisse der Unternehmen und kann diese mit der ÖKOPROFIT®-Zertifizierung auszeichnen. Ein ÖKOPROFIT®-Durchlauf dauert ca. 12–14 Monate. Durch den ÖKOPROFIT®-Klub ist es den Unternehmen möglich, vertieft an den Themen weiterzuarbeiten und, wenn gewünscht, eine Re-Zertifizierung zu erhalten.</p>
<p><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32023D1533#d1e32-31-1" target="_blank" rel="noopener">Anforderungen</a> | <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Z9WTUkOMPSA" target="_blank" rel="noopener">Einstiegsinformationen</a> | <a href="https://www.munich-business.eu/standort-muenchen/klimaschutz-ressourcen/oekoprofit-deutschland.html" target="_blank" rel="noopener">Kontakt</a></p>
<h3>EMAS</h3>
<p>Das Eco-Management and Audit Scheme (EMAS) ist ein von der Europäischen Union eingeführtes Umweltmanagementsystem, das Unternehmen dabei unterstützt, Ressourcen und Kosten einzusparen. Es deckt alle Anforderungen der Umweltmanagementnorm ISO 14001 ab und legt zusätzlichen Fokus auf Rechtskonformität im Umweltrecht, regelmäßigen Austausch mit den interessierten Parteien sowie die öffentliche Kommunikation der Umweltleistung. In Deutschland ist das Bundesumweltministerium für die nationale Umsetzung des EMAS-Systems zuständig. Umweltmanagementbeauftragte übernehmen innerhalb des Unternehmens die Steuerung betrieblicher Umweltschutzmaßnahmen. Abschließend erfolgt eine Validierung durch eine*n von der DAU – Deutsche Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft für Umweltgutachter mbH zugelassene*n EMAS-Umweltgutachter*in. Das System wird, beginnend mit der ersten Umweltprüfung, intern etabliert. Das Unternehmen setzt sich Ziele und definiert Maßnahmen für die Verbesserung der Umweltleistung. Von außen erfolgt die Prüfung des Systems. Dies beinhaltet auch die Validierung der Umwelterklärung, die das Unternehmen für die öffentliche Kommunikation nutzt.</p>
<p><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:02009R1221-20230712" target="_blank" rel="noopener"><span data-contrast="none">EMAS-Verordnung</span></a><span data-contrast="auto"> | </span><a href="https://www.emas.de/einstieg" target="_blank" rel="noopener"><span data-contrast="none">Einstiegsinformationen</span></a><span data-contrast="auto"> | </span><a href="https://www.emas.de/uga-geschaeftsstelle" target="_blank" rel="noopener"><span data-contrast="none">Kontakt</span></a><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:324}"> </span></p>
<h3>We Impact</h3>
<p>Basierend auf EMAS ist We Impact ein zweistufiges Nachhaltigkeitsmanagementsystem, das Unternehmen dabei unterstützt, Nachhaltigkeit strukturiert zu steuern und ESG-Risiken systematisch zu managen. Stufe 1 ermöglicht insbesondere KMU einen pragmatischen Einstieg. Innerhalb von etwa 4–6 Monaten werden die Grundlagen für ein belastbares Nachhaltigkeitsmanagement aufgebaut. Zentrales Ergebnis ist ein geprüfter Nachhaltigkeitsbericht auf Basis des VSME-Standards. Nach erfolgreicher Prüfung durch zugelassene Impact-Auditor*innen erhalten die Unternehmen das Basis-Siegel von We Impact. In Stufe 2 wird das System zu einem vollwertigen Nachhaltigkeitsmanagement weiterentwickelt. Besteht bereits ein strukturiertes Managementsystem, dauert die Weiterentwicklung rund 4 Monate, andernfalls 8–12 Monate. Diese Stufe umfasst die vollständige EMAS-Validierung und erweitert diese um soziale und Governance-Aspekte. Auch hier entsteht ein geprüfter Nachhaltigkeitsbericht, der VSME-Anforderungen mit der EMAS-Umwelterklärung verbindet. Nach erfolgreicher Vor-Ort-Prüfung durch zugelassene EMAS-Umweltgutachter*innen mit We-Impact-Zusatzqualifikation wird das Premium-Siegel vergeben.</p>
<p><a class="Hyperlink SCXW101974798 BCX2" href="https://we-impact.de/wp-content/uploads/We-Impact-Zertifizierungsstandard-06-2024.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span class="TextRun SCXW101974798 BCX2" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW101974798 BCX2" data-ccp-charstyle="Hyperlink">We</span> <span class="NormalTextRun SCXW101974798 BCX2" data-ccp-charstyle="Hyperlink">Impact-Zertifizier</span><span class="NormalTextRun SCXW101974798 BCX2" data-ccp-charstyle="Hyperlink">u</span><span class="NormalTextRun SCXW101974798 BCX2" data-ccp-charstyle="Hyperlink">ngsstandard</span></span></a><span class="TextRun SCXW101974798 BCX2" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"> <span class="NormalTextRun SCXW101974798 BCX2">|</span> </span><a class="Hyperlink SCXW101974798 BCX2" href="https://we-impact.de/toolbox/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span class="TextRun SCXW101974798 BCX2" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW101974798 BCX2" data-ccp-charstyle="Hyperlink">Einstiegsinformationen</span></span></a><span class="TextRun SCXW101974798 BCX2" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"> <span class="NormalTextRun SCXW101974798 BCX2">|</span> </span><a class="Hyperlink SCXW101974798 BCX2" href="https://we-impact.de/kontakt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span class="TextRun SCXW101974798 BCX2" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW101974798 BCX2" data-ccp-charstyle="Hyperlink">Kontakt</span></span></a></p>
<h3>Wie überschneiden sich die drei Managementsysteme und wie lassen sie sich kombinieren?</h3>
<p>Theoretisch und praktisch greifen die drei Systeme eng ineinander. Im Jahr 2023 erkannte die Europäische Union das ÖKOPROFIT®-Programm als Teil von EMAS an. So deckt ein etabliertes Umweltmanagementsystem von ÖKOPROFIT® gute 50 Prozent der Anforderungen von EMAS ab. Besteht also bereits ein ÖKOPROFIT®-Programm, verkürzt sich die Dauer einer EMAS-Registrierung erheblich. Mit dem 2024 veröffentlichten Zwei-Stufen-System von We Impact haben Unternehmen die Möglichkeit, einen direkten Einstieg in ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem zu wählen oder bestehende Umweltmanagementsysteme wie ÖKOPROFIT® oder EMAS auszubauen. Entscheidend ist in beiden Fällen, dass We Impact den Umweltbereich von ESG um soziale und Governance-Aspekte zur ganzheitlichen Nachhaltigkeitsperspektive erweitert.</p>
<p>Unternehmen können folglich ihr Nachhaltigkeitsmanagement organisch von ÖKOPROFIT® über EMAS zu We Impact aufbauen oder direkt mit dem anspruchsvollen Niveau eines EMAS-Umweltmanagementsystems oder We Impact starten, um ein valides bzw. ganzheitliches Nachhaltigkeitsmanagementsystem aufzubauen, wie in der Abbildung zu erkennen ist.</p>
<p><a href="https://baumev.de/wp-content/uploads/2026/03/Ueberblick-Nachhaltigkeitsmanagementsysteme_OeKOPROFIT_EMAS_WeImpact-Stand_8.3.26.pdf" target="_blank" rel="noopener">Überblick als PDF</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/oekoprofit-emas-und-we-impact/">ÖKOPROFIT®, EMAS und We Impact – Charakteristika, Schnittmengen und Gemeinsamkeiten</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Neue Lotsen im Fahrwasser von Regeln, Ratings und Renditen</title>
		<link>https://baumev.de/neue-lotsen-im-fahrwasser-von-regeln-ratings-und-renditen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 13:27:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Sustainable Finance & Berichterstattung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=17696</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im Bereich der nachhaltigen Finanzierung setzen Banken strenge Vorgaben um – für kleinere und mittlere Unternehmen bedeutet das viele offene Fragen. Die neue Servicestelle NAFIM (Nachhaltig finanzieren im Mittelstand) soll deshalb Antworten liefern, beraten, vernetzen und Chancen aufzeigen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/neue-lotsen-im-fahrwasser-von-regeln-ratings-und-renditen/">Neue Lotsen im Fahrwasser von Regeln, Ratings und Renditen</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Bereich der nachhaltigen Finanzierung setzen Banken strenge Vorgaben um – für kleinere und mittlere Unternehmen bedeutet das viele offene Fragen. Die neue Servicestelle <a href="https://nafim.de/" target="_blank" rel="noopener">NAFIM</a> (Nachhaltig finanzieren im Mittelstand) soll deshalb Antworten liefern, beraten, vernetzen und Chancen aufzeigen. Mit einem Launch-Event in der Hamburger Kunsthalle ist NAFIM am 24. Februar als bundesweit erste Anlaufstelle für Unternehmen in diesem Bereich gestartet. Die Servicestelle wird von der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) gefördert und vom gemeinnützigen Wirtschaftsverband BAUM e.V. umgesetzt.</p>
<p>Die Servicestelle bietet ein Partnernetzwerk, zwei Expertinnen, feste Sprechzeiten, Info-Events sowie eine interaktive Webseite. Sie zeigt Unternehmen, welche Spielregeln Brüssel und Berlin festlegen oder ändern, wo es Fördergelder gibt und welche Daten Banken für neue Kredite benötigen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) werden dabei unterstützt, sich im Thema Nachhaltigkeit und Finanzierung zu orientieren und sich mit anderen Unternehmen und Anlaufstellen zu vernetzen. Mit NAFIM bekommen Betriebe verständliche Infos, praktische Angebote, Veranstaltungs- und Austauschformate rund um nachhaltiges Finanzieren und zu Chancen und Pflichten.</p>
<p>Die Servicestelle NAFIM wird partnerschaftlich umgesetzt mit <a href="https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bukea/themen/betrieblicher-umweltschutz/umweltpartnerschaft" target="_blank" rel="noopener">UmweltPartnerschaft Hamburg</a>, <a href="https://www.handelskammer-hamburg.de/" target="_blank" rel="noopener">Handelskammer Hamburg</a>, <a href="https://www.hwk-hamburg.de/" target="_blank" rel="noopener">Handwerkskammer</a> <a href="https://www.hwk-hamburg.de/">Hamburg</a>, <a href="https://www.ifbhh.de/" target="_blank" rel="noopener">Hamburgische Investitions- und Förderbank</a>, <a href="https://www.finance-city.hamburg/">FCH Finance City</a> <a href="https://www.finance-city.hamburg/" target="_blank" rel="noopener">Hamburg GmbH </a>und <a href="https://www.sfrg.org/" target="_blank" rel="noopener">Sustainable Finance Research Group </a>an der Universität Hamburg.</p>
<p>Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft der Freien und Hansestadt Hamburg: „Unsere Wirtschaft kann nur klimaneutral werden, wenn wir nachhaltige Investitionen tätigen. Für die grüne Transformation braucht es verlässliche Rahmenbedingungen und einen engen Austausch zwischen Finanz- und Privatwirtschaft – und genau hier setzt die neue Servicestelle NAFIM an. In Hamburg nehmen wir mit dieser Netzwerk- und Anlaufstelle eine Vorreiterrolle ein. Ich bin überzeugt, dass dieses Angebot vielen Unternehmen einen sehr konkreten Nutzen bringt.“</p>
<p>Yvonne Zwick, Vorsitzende BAUM e.V.: „Die Servicestelle NAFIM ist ein echter Mehrwert für die Nachhaltigkeitslandschaft in Deutschland. Sie schließt eine wichtige Lücke: Viele kleine und mittlere Unternehmen sind bereit, ihren Beitrag zur Transformation zu leisten, wissen aber nicht, wie sie Finanzierung, Risiko- und Wirkungsorientierung sowie regulatorische Anforderungen zusammendenken sollen. NAFIM bringt drei Stärken zusammen: praxisorientierter Überblick über Angebote, ortsnahe Präsenz in Hamburg sowie Netzwerk- und Wissensarchitektur. Kurz gesagt: NAFIM ist eine Lotsenstelle, zeigt Chancen auf und stärkt den Mittelstand.“</p>
<p>Ellen Weiland, stellvertretende Vorsitzende BAUM e.V. und Projektleiterin NAFIM: „Mir ist es wichtig, dass Betriebe die Scheu vor dem Thema abstreifen. Niemand erwartet, dass Geschäftsmodelle von null auf hundert umgekrempelt werden. Es geht darum, den Anfang zu finden – und dabei können Banken helfen und begleiten. Wo liegen die Knackpunkte eines Unternehmens? Das können bei einer Reinigung die Chemikalie sein, bei einer Autowaschanlage das Wasserrecycling. Für eine kleine Autowerkstatt können zwei Maßnahmen der halbe Weg zur Klimaneutralität sein – und ím besten Fall sinken dabei noch die Kreditzinsen. Lösungen finden und im besten Fall Kosten senken: darum geht es. Wir zeigen, warum Nachhaltigkeit im Unternehmen sich lohnt und Geschäfte krisenfest macht.“</p>
<h3>Hintergrund</h3>
<p>Mit dem „EU-Aktionsplan „Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ wurden weitreichende Regulierungen für Unternehmen auf den Weg gebracht. Ziel der EU und des Green Deal ist, die Finanzströme durch mehr Transparenz, Standardisierung und eingepreiste Risiken so zu lenken, dass immer mehr grüne Projekte ohne Fördergelder auskommen und die Transformation der Wirtschaft über Kapitalmarkt und Wettbewerb finanziert wird.</p>
<p>Die UmweltPartnerschaft Hamburg (UPHH) ist ein Bündnis von Senat, Handelskammer, Handwerkskammer, Industrieverband und Hafenverband mit gut 1.800 umweltengagierten Unternehmen aus der Hansestadt. In ihrem Arbeitsprogramm 2023-2028 hat die UPHH das Thema Sustainable Finance als neuen Themenschwerpunkt gesetzt, um Hamburger Unternehmen beratend, unterstützend und vernetzend zur Seite zu stehen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/neue-lotsen-im-fahrwasser-von-regeln-ratings-und-renditen/">Neue Lotsen im Fahrwasser von Regeln, Ratings und Renditen</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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		<item>
		<title>Nicht schweigen – handeln</title>
		<link>https://baumev.de/nicht-schweigen-handeln/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Feb 2026 14:13:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Sustainable Finance & Berichterstattung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=17625</guid>

					<description><![CDATA[<p>In „Fortschritt – der ISÖ-Podcast“ sprach Michael Opielka, Wissenschaftlicher Leiter und Geschäftsführer des Instituts für Sozialökologie und Professor für Sozialpolitik an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, mit der BAUM-Vorsitzenden Yvonne Zwick über die SDGs als bahnbrechende Idee, wirkungsvolle Partnerschaften und sinnvolle Regulierung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/nicht-schweigen-handeln/">Nicht schweigen – handeln</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In „Fortschritt – der ISÖ-Podcast“ sprach Michael Opielka, Wissenschaftlicher Leiter und Geschäftsführer des Instituts für Sozialökologie und Professor für Sozialpolitik an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, mit der BAUM-Vorsitzenden Yvonne Zwick über die SDGs als bahnbrechende Idee, wirkungsvolle Partnerschaften und sinnvolle Regulierung.</p>
<p>Ihr Buch „<a href="https://shop.haufe.de/prod/nachhaltigkeit-machen?srsltid=AfmBOopY3mVqPMYRdyzraeAzrnt03d4e7QA4ZTKTmslYad1gjG20-PfK" target="_blank" rel="noopener">Nachhaltigkeit machen. 17 radikale Thesen für echten Wandel</a>“ hat Yvonne Zwick entlang der SDGs strukturiert, den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Für sie seien die SDGs eine „bahnbrechende Idee“, erläutert sie im Podcast, „weil sie die nachhaltige Entwicklung der Entwicklungsagenda entrissen und daraus eine gesamtgesellschaftliche bis hin zu wirtschafts- und industriepolitische Agenda gemacht haben.“</p>
<p>Für die Transformation zu mehr Nachhaltigkeit spricht sich die BAUM-Vorsitzende für wirkungsvolle Partnerschaften aus: zwischen Unternehmen, zwischen Politik und Wirtschaft, aber auch innerhalb von Politik und Verwaltung zwischen Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene.</p>
<h3>Nicht überreguliert: falsch reguliert</h3>
<p>Standardisierung müsse möglichst einfach sein und die Bedürfnisse besonders kleiner und mittlerer Unternehmen berücksichtigen, so Zwick, die während ihrer Tätigkeit für den Rat für Nachhaltige Entwicklung den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) mit entwickelt hat. In Bezug auf die EU-Regulatorik lehnt sie den Begriff „Überregulierung“ ab, betont aber, es sei „falsch reguliert [worden], einfach weil der Governance-Prozess für die Entwicklung dieser Standards selbst mäßig gut aufgesetzt war.“</p>
<p><a href="https://baumev.de/sustainable-finance/" target="_blank" rel="noopener">Berichterstattung zu nicht-finanziellen Themen</a> hält Zwick für essenziell: „Wir haben das im Bereich der Finanzberichterstattung über 150 Jahre geübt, deswegen ist ja der Fokus auch auf Finanzkennzahlen. Was wir jetzt bräuchten, das wären genauso valide Zahlen für Umweltperformance und genauso gesellschaftliche Performance von unternehmerischen Geschäftsmodellen, um die 360° Perspektive einzuüben. Dann kann auf einem breiten Nachhaltigkeitsverständnis überhaupt investiert werden. Solange wir das aber nicht befördern und einüben, solange wird auch der Kapitalmarkt nicht auf dieser Datenbasis Entscheidungen treffen.“</p>
<p>Für die Vorsitzende des Netzwerks für nachhaltiges Wirtschaften ist es eine Selbstverständlichkeit, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Dimension mitzudenken. Es gehe darum, erklärt sie im Podcast, Wertschöpfung so zu betreiben, dass der absolute Ressourcenverbrauch sinkt, damit Umweltschäden abnehmen. Der nächste Schritt sei, Geschäftsmodelle so zu transformieren, dass sie die Wiederherstellung von Natur unterstützen.</p>
<p>Den ISÖ-Podcast gibt es im <a href="https://www.isoe.org/veroeffentlichungen/podcast/" target="_blank" rel="noopener">Audioformat u.a. auf der Website des Instituts</a>, aber auch als Video auf YouTube.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen" consent-original-src-_="https://www.youtube-nocookie.com/embed/xs-t4rITTgo?si=3dkxGEblJVvIkG8-" consent-required="11585" consent-by="services" consent-id="11586" consent-thumbnail="{&quot;embedId&quot;:&quot;f1a57d4f363ebe1b5650479b19d1e914&quot;,&quot;fileMd5&quot;:&quot;cb33dbef823ed1597306f61911980837&quot;,&quot;url&quot;:&quot;https:\/\/baumev.de\/wp-content\/uploads\/embed-thumbnails\/f1a57d4f363ebe1b5650479b19d1e914-cb33dbef823ed1597306f61911980837.jpeg&quot;,&quot;title&quot;:&quot;11 - Fortschritt - der IS\u00d6-Podcast - Folge 11 - M. Opielka, Yvonne Zwick, Nicht Schweigen - Handeln&quot;,&quot;width&quot;:640,&quot;height&quot;:480,&quot;forceRatio&quot;:56.25}"></iframe></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/nicht-schweigen-handeln/">Nicht schweigen – handeln</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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		<title>Wie entstehen Finanzierungsrichtlinien für sensible Themenfelder?</title>
		<link>https://baumev.de/wie-entstehen-finanzierungsrichtlinien-fuer-sensible-themenfelder/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jan 2026 12:34:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Sustainable Finance & Berichterstattung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einem dynamischen Umfeld, das von geopolitischen Veränderungen, volatiler Regulierung und steigenden gesellschaftlichen Erwartungen geprägt ist, stehen Banken vor entscheidenden Herausforderungen. Um diesen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen, braucht es einen klar definierten Rahmen, der Orientierung bietet und an dem alle Beteiligten ihr Handeln ausrichten können.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner">In einem dynamischen Umfeld, das von geopolitischen Veränderungen, volatiler Regulierung und steigenden gesellschaftlichen Erwartungen geprägt ist, stehen Banken vor entscheidenden Herausforderungen. Um diesen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen, braucht es einen klar definierten Rahmen, der Orientierung bietet und an dem alle Beteiligten ihr Handeln ausrichten können. Ein Blick auf den Ansatz der Commerzbank zeigt, welche Faktoren dabei zu beachten sind.</p>
<p>Interne Richtlinien, die einheitliche Standards und Verhaltensweisen festlegen, spielen in einem dynamischen Umfeld eine zentrale Rolle. Dabei stellt sich die entscheidende Frage: Wie können eindeutige Richtlinien definiert werden, die den steigenden Anforderungen gerecht werden, gleichzeitig aber auch die Realität politischer und wirtschaftlicher Komplexität berücksichtigen?</p>
<p>Die Antwort ist alles andere als trivial. Insbesondere kontrovers diskutierte Themenbereiche, wie beispielsweise fossile Brennstoffe oder Rüstung, bedürfen reflektierter Abwägungen. Wir als Commerzbank haben klare Richtlinien zu diesen und weiteren sensiblen Themenfeldern definiert, die wir regelmäßig überprüfen und weiterentwickeln. Dabei sind differenzierte Überlegungen und ein kontinuierlicher Stakeholder-Dialog entscheidend. Nur so können wir in einem dynamischen Umfeld angemessen reagieren.</p>
<h3>Externe Einflüsse als Impulsgeber</h3>
<p>Der Impuls, eine neue Richtlinie zu entwickeln oder bestehende Kriterien zu überarbeiten, resultiert oftmals aus veränderten externen Rahmenbedingungen. Im Bereich fossiler Brennstoffe geht es beispielsweise um Themen wie geopolitische Spannungen oder staatliche Regulierungen.</p>
<p>Die weltweite Debatte über den Klimawandel und die damit verbundene Notwendigkeit zur Dekarbonisierung reflektieren wir bereits in unserer Nachhaltigkeitsstrategie. In unseren Richtlinien berücksichtigen wir zudem aktuelle Entwicklungen wie die Energiekrise und die zunehmende Bedeutung der Versorgungssicherheit.</p>
<p>Im Bereich der Rüstungsfinanzierung kommt den politischen Dynamiken eine richtungsweisende Bedeutung zu. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die daraus folgenden geopolitischen Verwerfungen stellen hier eindeutig eine Zäsur dar. Die Bundesregierung hat mit ihrer Ankündigung, die Verteidigungsausgaben deutlich zu erhöhen, um die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu schützen, ein klares Signal gesetzt. Gleichzeitig läuft eine Debatte, ob und inwieweit Rüstungsaktivitäten als nachhaltig gelten können.</p>
<h3>Der Abwägungsprozess bis zur finalen Richtlinie</h3>
<p>Der Weg zu einer finalen Richtlinie ist ein strukturierter und kollaborativer Prozess. Viele Faktoren müssen bedacht und verschiedene Perspektiven eingebunden werden, um Regelungen zu entwickeln, die gleichzeitig praktikabel und durchsetzbar sind.</p>
<p>Am Beginn jeder neuen Richtlinie steht die Analyse: Welche politischen Entwicklungen geben den Takt vor? Und welche Auswirkungen haben diese auf die Bank? Die Ergebnisse fließen in die Formulierung unserer Richtlinien ein. Im Bereich fossiler Brennstoffe geht es etwa darum, zwischen Klimaschutz und Versorgungssicherheit zu balancieren. Im Rüstungsbereich lauten die Fragen beispielsweise: Welche Waffenkategorien sind international geächtet? Und wie nachhaltig ist Rüstung eigentlich?</p>
<p>Ein weiterer, zentraler Schritt ist der kontinuierliche Austausch mit den relevanten Stakeholdern – innerhalb und außerhalb der Bank. Dazu gehört der Dialog mit Kund:innen, die von einer neuen Richtlinie gegebenenfalls betroffen wären. Ebenso wichtig ist der Abgleich mit dem Marktumfeld: Wie agieren andere Banken? Was ist realistisch und umsetzbar? Akteure wie Nichtregierungsorganisationen, wissenschaftliche Expert:innen oder politische Entscheidungsträger:innen sind ebenfalls Teil des Dialogs. Ihre Perspektiven helfen dabei, „blinde Flecken“ zu vermeiden und gesellschaftliche Erwartungen frühzeitig zu integrieren.</p>
<p>Innerhalb der Commerzbank sind die Richtlinien das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit von verschiedenen Bereichen wie beispielsweise Risikomanagement, Compliance und Vertriebseinheiten, über die wir den Dialog mit unseren Kund:innen sicherstellen. Die Entscheidungen selbst werden durch den Vorstand verabschiedet, der eine zentrale Rolle im Richtlinienprozess spielt.</p>
<h3>Fossile Brennstoffe und Rüstungsfinanzierung: spezifische Herausforderungen für Richtlinien</h3>
<p>Unsere Brennstoffrichtlinie regelt die gesamte Wertschöpfungskette für fossile Brennstoffe. Sie operationalisiert einerseits unsere Nachhaltigkeitsstrategie und reflektiert andererseits politische Entwicklungen wie den Kohleausstieg der Bundesrepublik Deutschland. Die Richtlinie spiegelt auch die aktuellen Gegebenheiten wider und berücksichtigt die Notwendigkeit einer gesicherten Energieversorgung.</p>
<p>Auch im Bereich der Rüstungsfinanzierung handeln wir als Commerzbank verantwortungsbewusst. Wir verstehen die entscheidende Rolle, welche die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie bei der Gewährleistung unserer nationalen Sicherheit und der Förderung der politischen Stabilität spielt. Wir tragen deshalb innerhalb unserer Rüstungsrichtlinie sowie der gesetzlichen Vorgaben unseren Teil dazu bei, die notwendige Finanzierung für unsere Sicherheit und Verteidigung bereitzustellen. Unsere Rüstungsrichtlinie definiert konkrete Finanzierungskriterien und legt bestimmte Ausschlüsse fest – etwa für international geächtete Waffensysteme. Die Sicherung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands ist auch aus Sicht der Commerzbank notwendig. Die Begriffe „notwendig“ und „nachhaltig“ sind aber nicht per se gleichbedeutend. Wir beobachten deshalb sehr aufmerksam die aktuelle politische Diskussion.</p>
<h3>Ausblick: Richtlinien sorgen auch in Zukunft für Transparenz und Orientierung</h3>
<p>Nachhaltigkeit steht oft im Spannungsfeld zwischen ökologischen und sozialen Idealen sowie wirtschaftlicher und politischer Realität. Klar definierte Richtlinien schaffen Orientierung und sorgen für Transparenz, geben aber gleichzeitig Raum für individuelle Dialoge mit unseren Stakeholdern. Wir begleiten unsere Kund:innen bei ihrer Transformation – mit einer klaren Agenda, aber auch mit Verständnis für die Herausforderungen.</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h3>Nachhaltigkeit ist strategische Priorität</h3>
<p>„Unser Ziel ist es, unsere Kundschaft aktiv dabei zu unterstützen, ihre Geschäftsmodelle umzustellen, und möglichst frühzeitig signifikante CO₂-Reduktionen zu erzielen. Wir sehen unsere Verantwortung dabei nicht im kategorischen Ausschluss einzelner Branchen, sondern im aktiven Begleiten der Transformation. Für uns als Commerzbank ist Nachhaltigkeit weiterhin eine strategische Priorität. Auf den ersten Blick scheinen aktuelle politische Entwicklungen von nachhaltigen Ansätzen abzurücken. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass weiterhin in die nachhaltige Transformation investiert wird. Diesen Weg weiter- zugehen, bleibt das übergeordnete Ziel: Nachhaltigkeit nicht nur als gesellschaftliche Forderung zu behandeln, sondern als unverzichtbaren Teil erfolgreichen Wirtschaftens.“</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><hr />
<p>Dies ist ein Beitrag aus <a href="https://baumev.de/baum-ev/baum-insights/">BAUM Insights</a> 1/2026.</p>
<p>Die Autorin, <strong>Bettina Storck</strong>, verantwortet als Chief Sustainability Officer der <a href="https://www.commerzbank.de/konzern/" target="_blank" rel="noopener">Commerzbank AG</a> die übergreifende Nachhaltigkeitsstrategie des Konzerns. Auch in ihrer früheren Funktion als Projektleitung innerhalb des Bereichs Group Strategy hat sie u.a. das Thema Nachhaltigkeit vorangetrieben. Zuvor war Bettina Storck als Pressesprecherin für die Bank tätig. Ihre akademische Ausbildung hat sie mit einem Master of Arts in Interkultureller Kommunikation und Europastudien abgeschlossen. Sie ist Mitglied des Vorstands des Sustainable Finance Clusters und hat dem Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung in der 20. Legislaturperiode angehört.</div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/wie-entstehen-finanzierungsrichtlinien-fuer-sensible-themenfelder/">Wie entstehen Finanzierungsrichtlinien für sensible Themenfelder?</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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		<title>Von der Pflicht zur Kür: Was gutes Reporting aus Sicht erfahrener Nachhaltigkeits­-Analyst:innen auszeichnet</title>
		<link>https://baumev.de/von-der-pflicht-zur-kuer-was-gutes-reporting-aus-sicht-erfahrener-nachhaltigkeits-analystinnen-auszeichnet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Jan 2026 07:36:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Sustainable Finance & Berichterstattung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=15751</guid>

					<description><![CDATA[<p>Damit Ihr Unternehmen zukünftig von den Vorteilen eines exzellenten Reportings profitieren kann, ordnen die Autor:innen die Entwicklung der Berichtspraxis der vergangenen Jahre ein, verraten, auf welche Gütekriterien sie bei ihren Analysen besonders achten, und zeigen, warum Qualität in der Nachhaltigkeitsberichterstattung längst ein strategischer Erfolgsfaktor geworden ist.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/von-der-pflicht-zur-kuer-was-gutes-reporting-aus-sicht-erfahrener-nachhaltigkeits-analystinnen-auszeichnet/">Von der Pflicht zur Kür: Was gutes Reporting aus Sicht erfahrener Nachhaltigkeits­-Analyst:innen auszeichnet</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Damit Ihr Unternehmen zukünftig von den Vorteilen eines exzellenten Reportings profitieren kann, ordnen die Autor:innen die Entwicklung der Berichtspraxis der vergangenen Jahre ein, verraten, auf welche Gütekriterien sie bei ihren Analysen besonders achten, und zeigen, warum Qualität in der Nachhaltigkeitsberichterstattung längst ein strategischer Erfolgsfaktor geworden ist.</p>
<p>Nachhaltigkeitsberichte sind für Analyst:innen aus dem Sustainable-Finance-Bereich die zentrale Grundlage zur Bewertung von Unternehmen. Dabei unterscheiden sich die Berichte trotz detaillierter neuer regulatorischer Vorgaben weiterhin häufig deutlich in ihrer Struktur und Qualität.</p>
<p>Als Mitglieder der Research-Teams von GLS Investments und Green Growth Futura analysieren wir Jahr für Jahr viele Hunderte Unternehmen. Unser Ziel: eine fundierte Meinung darüber zu erlangen, welche Unternehmen aus Nachhaltigkeitsperspektive besonders geeignet sind für eine Aufnahme in das Anlageuniversum von GLS Investments. Dabei betrachten wir sowohl die betriebliche Nachhaltigkeitsperformance als auch die Nachhaltigkeit des Produktportfolios. Die Nachhaltigkeitsberichte der Unternehmen nehmen dabei eine zentrale Rolle als Informations- und Entscheidungsgrundlage ein.</p>
<h3>Wie sich das Reporting entwickelt hat – und was wir beobachten</h3>
<p>In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben sich die Nachhaltigkeitsberichte der Unternehmen stark professionalisiert. Aus kurzen Umweltstatements, die sich meist auf ökologische Aspekte beschränkten, sind umfassende Berichte geworden, die den Dreiklang aus Umwelt, Sozialem und Governance (ESG) ganzheitlich abbilden.</p>
<p>Diese Professionalisierung ist nicht nur auf komplexere Berichtsstandards und präzisere Messmethoden für KPIs zurückzuführen. Auch innerhalb der Unternehmen gab es entscheidende Fortschritte: So haben sich zum einen vielerorts spezialisierte Nachhaltigkeitsteams etabliert, die für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategien verantwortlich sind, und zum anderen werden die zur Verfügung stehenden Nachhaltigkeitsdaten immer häufiger mittels digitaler Tools ins klassische Controlling integriert.</p>
<h3>ESRS und die doppelte Wesentlichkeit</h3>
<p>Auf regulatorischer Ebene treibt Europa die Standardisierung der Nachhaltigkeitsberichterstattung weiter voran. Für große, kapitalmarktorientierte Unternehmen innerhalb der Europäischen Union ersetzen die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) ab dem Geschäftsjahr 2024 die bisherige Berichtspflicht nach der Non-Financial Reporting Directive (NFRD). In den kommenden Jahren wird der Anwendungsbereich dann in weiteren Wellen auch auf kleinere börsennotierte Unternehmen ausgeweitet.</p>
<p>Die ESRS verpflichtet Unternehmen zur Offenlegung von Nachhaltigkeitsthemen, die entweder finanzielle Auswirkungen auf das Unternehmen haben oder bei denen das Unternehmen selbst eine wesentliche Wirkung auf Umwelt und Gesellschaft ausübt („Impact Materiality“). Im Vergleich zur früheren NFRD hat sich der Umfang der Berichtspflichten damit deutlich erweitert.</p>
<p>Diese Entwicklung bietet aus unserer Sicht einen klaren Vorteil: Unternehmen müssen sich nun gemeinsam mit ihren Stakeholdern systematisch mit den wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen auseinandersetzen, diese priorisieren und in ihre strategische Ausrichtung integrieren. Aus Analyst:innen-Sicht markiert das einen Paradigmenwechsel – hin zu einem Reporting, das strategische Relevanz gewinnt.</p>
<p>Unsere Analysen zeigen, dass sich die thematische Breite in vielen Berichten in der Folge deutlich vergrößert hat – ein Zeichen für ein umfassenderes Nachhaltigkeitsverständnis. Gleichzeitig birgt die neue Regelung aber auch Risiken: Die Pflicht zur Berichterstattung über bestimmte Themen könnte beispielsweise dazu führen, dass Unternehmen sich ausschließlich auf regulatorisch geforderte Inhalte konzentrieren, während individuelle, unternehmensspezifische Nachhaltigkeitsaspekte in den Hintergrund treten.</p>
<h3>Worauf wir in den Berichten besonders achten</h3>
<p>Trotz des immer präziser ausgefeilten regulatorischen Rahmens stellen wir fest, dass sich die von uns analysierten Nachhaltigkeitsberichte weiterhin stark in ihrer Qualität unterscheiden. Doch was zeichnet einen gelungenen Report aus Analyst:innen-Sicht aus? Hier sind einige der Fragen, die wir uns beim Prüfen stellen:</p>
<p><strong>Strategie und Geschäftsmodell</strong></p>
<ul>
<li>Geht klar hervor, wie das Unternehmen Nachhaltigkeit sowohl in seiner Geschäftstätigkeit (z.B. Bau von Windturbinen) als auch in seiner innerbetrieblichen Ausrichtung (z.B. Boni gekoppelt an Nachhaltigkeitsziele) vorantreibt?</li>
<li>Ist nachvollziehbar, welchen konkreten Beitrag das Unternehmen zur nachhaltigen Entwicklung leistet – sowohl auf Produkt- als auch auf strategischer Ebene?</li>
<li>Positivbeispiel: Unternehmen, die den Umsatz nachhaltiger Produktlinien von konventionellen Produkten abgrenzen und transparent machen, bieten uns eine besonders hilfreiche Entscheidungsgrundlage.</li>
</ul>
<p><strong>Ziele und Messbarkeit</strong></p>
<ul>
<li>Gibt es klar formulierte, quantitative Ziele, die sowohl mittel- als auch langfristige Perspektiven abbilden? Wir bewerten die Strategie und Entwicklung maßgeblich anhand dieser Zielsetzungen.</li>
<li>Werden regelmäßig Informationen über erzielte Fortschritte geliefert? Dies ist essenziell, da wir Unternehmen oft über längere Zeiträume begleiten.</li>
</ul>
<p><strong>Nachvollziehbarkeit und Transparenz</strong></p>
<ul>
<li>Kommt es zu Verschiebungen von Kennzahlen – etwa aufgrund neuer Messmethoden oder Veränderungen im Konsolidierungskreis?</li>
<li>Wünschenswert: Wenn Unternehmen in solchen Fällen offenlegen und nachvollziehbar erklären, warum es zu signifikanten Abweichungen kommt. Diese Offenheit stärkt die Glaubwürdigkeit und die Basis für unsere fundierte Bewertung.</li>
</ul>
<h3>Warum es sich lohnt, über die Mindestanforderungen hinauszugehen</h3>
<p>Wir sind uns bewusst, dass eine ganzheitliche Berichterstattung anspruchsvoll ist und seitens der Unternehmen einen erheblichen Ressourceneinsatz erfordert. Doch die Erfahrung zeigt: Unternehmen, die über die bloße Erfüllung regulatorischer Mindestanforderungen hinausgehen, profitieren langfristig – und zwar in unterschiedlichen Bereichen:</p>
<ul>
<li><strong>Kapitalzugang:</strong> Nachhaltigkeitsberichte dienen nicht nur Fondsmanager:innen und Investor:innen als Entscheidungsgrundlage. Auch Banken und Förderinstitutionen berücksichtigen Nachhaltigkeitskriterien zunehmend bei der Kapitalvergabe.</li>
<li><strong>Risikominimierung:</strong> Durch die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in das Risikomanagement können potenzielle negative Entwicklungen frühzeitig erkannt und adressiert werden.</li>
<li>Kostenkontrolle: Die Einführung von Nachhaltigkeitsprozessen kann betriebswirtschaftliche Vorteile bringen. Ein verbessertes Energiemanagement hilft z.B., Einsparpotenziale zu identifizieren und Betriebskosten zu senken.</li>
<li><strong>„License to operate“:</strong> Aussagekräftige Berichte stärken Vertrauen und Reputation am Arbeitsmarkt und gegenüber Kund:innen, erhöhen die Attraktivität als Arbeitgeber und sichern nicht zuletzt die gesellschaftliche Akzeptanz.</li>
</ul>
<h3>Von der Pflicht zur Überzeugung</h3>
<p>Unternehmen, die Nachhaltigkeit nicht nur berichten, sondern überzeugend belegen, schaffen Vertrauen – bei Investor:innen, Kund:innen und der Gesellschaft. Für uns Analyst:innen ist hochwertiges Reporting mehr als ein Prüfstein: es ist Ausdruck einer klaren Haltung. Wer die Qualität seines Reportings als strategische Chance begreift, statt als regulatorische Pflicht, stärkt nicht nur die eigene Wettbewerbsposition, sondern leistet einen echten Beitrag zur nachhaltigen Transformation. Hochwertige Nachhaltigkeitsberichte sind damit weit mehr als Compliance – sie sind ein Schlüssel zu Glaubwürdigkeit, Wirkung und langfristigem Erfolg.</p>
<hr />
<p>Dies ist ein Beitrag aus <a href="https://baumev.de/baum-ev/baum-insights/">BAUM Insights</a> 1/2026.</p>
<p>Die eine der Autor:innen, <strong>Marieke Knußmann</strong>, ist seit 2021 bei der <a href="https://www.gls-investments.de/" target="_blank" rel="noopener">GLS Investment Management GmbH</a> tätig und dort für das sozial-ökologische Research der Publikumsfonds zuständig.<br />
Der andere, <strong>Benedikt Gieseler</strong>, ist Senior Sustainability Analyst bei der <a href="https://www.greengrowthfutura.de/" target="_blank" rel="noopener">Green Growth Futura GmbH</a> und verantwortet das Nachhaltigkeitsresearch für den auf nachhaltige Small- und Mid-Caps spezialisierten BAUM Fair Future Fonds.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/von-der-pflicht-zur-kuer-was-gutes-reporting-aus-sicht-erfahrener-nachhaltigkeits-analystinnen-auszeichnet/">Von der Pflicht zur Kür: Was gutes Reporting aus Sicht erfahrener Nachhaltigkeits­-Analyst:innen auszeichnet</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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