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	<description>BAUM e.V. – Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften</description>
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		<title>Europa greifbar für alle machen</title>
		<link>https://baumev.de/europa-greifbar-fuer-alle-machen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Jun 2026 07:57:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die BAUM-Vorsitzende Yvonne Zwick sprach mit Gabriele Hässig, Geschäftsführerin Kommunikation und Nachhaltigkeit DACH bei Procter &#038; Gamble und Mitglied der Jury des BAUM &#124; Umwelt- und Nachhaltigkeitspreises, über die Wirkung von Best Practices und ein Growth Mindset in der Nachhaltigkeits-Community.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/europa-greifbar-fuer-alle-machen/">Europa greifbar für alle machen</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die BAUM-Vorsitzende Yvonne Zwick sprach mit Gabriele Hässig, Geschäftsführerin Kommunikation und Nachhaltigkeit DACH bei Procter &amp; Gamble und Mitglied der Jury des BAUM | Umwelt- und Nachhaltigkeitspreises, über die Wirkung von Best Practices und ein Growth Mindset in der Nachhaltigkeits-Community.</em></p>
<p><strong>Yvonne Zwick:</strong> Gabriele, du engagierst dich schon seit sehr, sehr vielen Jahren für Nachhaltigkeit, treibst das Thema bei Procter &amp; Gamble voran und bist seit 2022 auch in der Jury des BAUM | Umwelt- und Nachhaltigkeitspreises. Den Preis gibt es schon sehr lange. Zum Einstieg die Frage: Was bedeutet dieser Preis für dich persönlich?</p>
<p><strong>Gabriele Hässig:</strong> Der Preis macht sichtbar. Dass Menschen mit ihren Themen und Aktivitäten Anerkennung erfahren, ist sicherlich wichtig, auch für die einzelnen Personen. Aber ich glaube, dass damit breitere Sichtbarkeit entsteht, ist für die Themen noch wichtiger – also Netzwerke zu schaffen und Mitstreiter*innen für Anliegen, Projekte und Aktivitäten zu finden.</p>
<p><strong>YZ:</strong> Ja, der BAUM-Preis zeichnet Menschen aus, die Nachhaltigkeit nicht nur diskutieren, sondern in Unternehmen, in Wissenschaft und Gesellschaft auch wirksam machen und voranbringen. Welche Eigenschaften verbinden die <a href="https://baumev.de/baum-preis/preistraeger-aktuell/" target="_blank" rel="noopener">Preisträgerinnen und Preisträger</a> aus deiner Sicht in diesem Jahr? Es gibt mit Eva Danneberg und Boris Voelkel zwei Vertreter*innen des Mittelstands, dann Uwe Bergmann von Henkel, natürlich Ottmar Edenhofer vom Potsdam Institut und schließlich Claudine Nierth als Demokratie-Akteurin – eine ganz bunte Mischung und in sich ja schon eine Story.</p>
<h3>„Nur wenn wir gemeinsam vorgehen, werden wir Dinge systemisch verändern.“</h3>
<p><strong>GH:</strong> Mein Eindruck ist, dass Macher*innen ausgezeichnet werden. Da sind natürlich auch Vordenker*innen dabei und Wissenschaftler*innen, das ist ganz klar, vor allem aber eben auch die, die tun und machen. Professor Ottmar Edenhofer ist eine Leuchtturmpersönlichkeit, da er die solide wissenschaftliche Arbeit wunderbar verbindet mit einem unheimlichen Schaffensdrang – mit dem Drang, wissenschaftliche Erkenntnis nicht nur zu gewinnen und zu publizieren, sondern sie auch zu vermitteln. Mich freut, dass nicht nur Mittelständler*innen ausgezeichnet werden, sondern dass auch Menschen aus Großunternehmen Anerkennung finden. Denn nur, wenn wir raus aus den Barrikaden kommen und gemeinsam vorgehen, werden wir Dinge systemisch verändern.</p>
<p><strong>YZ:</strong> Jetzt hast du mit Ottmar Edenhofer schon den renommierten Klimawissenschaftler angesprochen. Wie kommt es, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Folgen der Erderwärmung heute zwar so klar sind wie noch nie, es aber trotzdem vielen Unternehmen noch nicht gelingt, diese Erkenntnisse konsequent in Geschäftsmodelle und Geschäftspraxis zu übersetzen? Was fehlt da deiner Ansicht nach?</p>
<p><strong>GH:</strong> In der Frage stecken ganz unterschiedliche Elemente, die würde ich gerne differenziert und der Reihe nach beleuchten. Zuerst einmal: Ja, die wissenschaftliche Erkenntnis ist sehr, sehr klar. Die Erkenntnisse, die wir haben, machen uns klar, dass es sehr wichtig – und in gewisser Hinsicht auch clever – ist, unter 2 Grad zu bleiben. Die 1,5 Grad haben wir schon gerissen. Die Konsequenzen für Gesundheit, Infrastruktur, Biodiversität usw. sind bereits jetzt erheblich. Vom Potsdam Institut höre ich immer wieder das gute Argument: Wir wissen einfach nicht alles, was passiert, wenn wir gewisse Grenzen überschreiten. Deswegen „clever“.<br />
An dieser Stelle liegt mir eines am Herzen: Ich halte es für wenig hilfreich, Horrorszenarien zu zeichnen, die den Menschen Angst machen. Denn wenn Menschen Angst haben, verschließen sich viele. Entweder wollen sie dann gar nichts mehr wissen und handeln einfach so weiter wie bisher, oder wir kommen in angstgesteuerte Verteilungsdebatten. Veränderung und Innovation setzen immer Vertrauen voraus. Ich glaube, das ist eine Antwort auf deine Frage, warum in der Gesellschaft insgesamt das Thema noch nicht die gebotene Aufmerksamkeit erhält.<br />
Für Procter &amp; Gamble kann ich nur sagen: Wir haben seit vielen Jahren einen <a href="https://de.pg.com/okologische-nachhaltigkeit/" target="_blank" rel="noopener">klaren Fahrplan</a>. Auch in anderen Unternehmen, soweit ich es sehen kann, ist sehr, sehr viel in der Umsetzung. Gesamtgesellschaftlich geht es um mehr als Umverteilungsfragen: Wir müssen vielmehr in den Fokus rücken, was die Ziele, im Sinne konkreter Ergebnisse, sind, die wir gemeinsam erreichen wollen. Und dann darüber sprechen, mit welchen Rahmenbedingungen und marktwirtschaftlichen Hebeln wir am besten dahin kommen. In den letzten 10–15 Jahren wurde sehr viel über Regulierung probiert – teilweise sehr ideologisch und mit Detailregulierung, die ins Absurde geht. Heute sehen wir: Das ist nicht der Weg, der uns weiterhilft. Wir müssen wissen, wo wir hinmüssen, und dann entsprechend in die nächste Umsetzungsebene kommen. Klar ist: Zeit ist eine knappe Ressource.</p>
<p><strong>YZ:</strong> Wie können wir das in ein marktwirtschaftliches Modell überführen, dass die 1,5 Grad wieder realistisch werden? Hast du dazu Ideen oder auch Forderungen an die Politik, was Unternehmen dabei unterstützen würde, mit ihren Geschäftsmodellen 1,5 Grad tatsächlich zu erreichen?</p>
<p><strong>GH:</strong> Ich würde nicht in den Fokus der Regulierung rücken, Geschäftsmodelle zu verändern. Das ist Planwirtschaft, da sträubt sich in mir alles dagegen. Aus meiner Sicht ist das eine echte Innovationsbremse.</p>
<p><strong>YZ:</strong> Was würdest du denn verändern?</p>
<h3>„Wir brauchen mehr Innovation.“</h3>
<p><strong>GH:</strong> Ein ganz entscheidendes Thema ist, externalisierte Kosten zu internalisieren. Und zwar nicht so, dass wir unsere Wirtschaft hier noch stärker belasten, das hilft niemandem. Was wir die letzten Jahre gemacht haben, lief bei vielen Themen in eine falsche Richtung, man muss es leider so klar sagen. Es hilft dem Planeten überhaupt nicht, wenn Dinge verschoben werden. Wir müssen auf technisch bessere Lösungen kommen; dazu brauchen wir mehr Innovation.<br />
Ein weiterer Faktor: Wir müssen in den großen Bereichen schauen, wo wir tätig werden – also z.B. Energie, Landwirtschaft, um mal zwei große Bereiche zu nennen. Außerdem der Bereich rund um Zement, Bauen, Konstruktion usw.<br />
Fangen wir mal an mit Energie: Es ist wichtig, dass wir die benötigte Energie bereitstellen können – optimalerweise natürlich aus nachhaltigen Quellen. Wir brauchen viel Energie, weil Energie mit Wachstum korreliert. Und wir brauchen Wachstum, um alles zu finanzieren. Wir müssen die Energieversorgung zudem verbreitern, weil alles, was wir in Zukunft benötigen, mehr Energie verbrauchen wird. Wichtig ist damit einhergehende Infrastrukturbereitstellung.<br />
Im Bereich Landwirtschaft und Ernährung müssen wir die Chancen von Technologie nutzen, um zu besseren Ergebnissen zu kommen, die sowohl die Biodiversität als auch die Bedürfnisse der Menschen respektieren. Mittels AI und Technologie wird es möglich sein, Dünger und Pestizide ganz präzise aufzubringen. Die Wirkung wäre weniger Umweltbelastung und besserer Schutz. AI wird in vielen Bereichen hilfreich sein können. Aber ich bin kein Fantast und sage, weil das alles morgen super ist, müssen wir heute nichts tun. Nein, heute können wir schon ganz viel tun. Und das Schöne ist – da kommt bei mir die Betriebswirtin raus – ganz viele Themen in der Nachhaltigkeit sind betriebswirtschaftlich äußerst sinnvoll, weil sie Produktivität steigern.</p>
<p><strong>YZ:</strong> Ich finde, das hat jetzt sehr gut den Bogen geschlossen zu dem, wie du eingestiegen bist: nicht die Geschäftsmodelle ändern, sondern das Wie. Wir brauchen mehr saubere Ressourcen. Das geht in Richtung dessen, was Michael Braungart immer sagt, dass wir nicht die Menschen ändern sollten, sondern die Produkte. Wenn die konsequent „cradle to cradle“ sind, können die Menschen konsumieren, wie sie wollen. Wenn alles dekonstruiert und wieder zusammengefügt werden kann zu neuen Produkten, dann sind wir in einem ganz anderen Bewirtschaftungsmodell von Ressourcen. Das müsste man weiterdenken.</p>
<p><strong>GH:</strong> Absolut. Und das Ganze basiert auf Technologieoffenheit und Innovationsfreude. Ich würde die Unternehmen gerne noch viel mehr auf Innovation fokussieren und die Rahmenbedingungen so setzen, dass sie innerhalb der Rahmenbedingungen innovieren können, wie immer sie wollen. Nicht Innovation beschränken oder in verschiedene Richtungen drängen – so geht die Natur doch auch nicht vor. Alle Versuche, von vorne herein festzuschreiben, wie was laufen soll, werden vom Prinzip her gar nicht funktionieren.</p>
<p><strong>YZ: </strong>Ich komme noch mal zurück zu der Frage, wie wir die kritische Bewegung auch innerhalb der Wirtschaft hinbekommen. Was glaubst du, was da am besten hilft? Sind es noch mehr Erzählungen über Best Practices oder eher das Schaffen von Räumen zur gemeinsamen Entwicklung konkreter Lösungen?</p>
<p><strong>GH:</strong> Echte Veränderung setzt Vertrauen voraus. Best Practices zeigen, was wir erreichen können. Darüber müssen wir sprechen, damit gute Lösungen adaptiert werden. Ich bringe mal ein Beispiel von Procter &amp; Gamble; es geht um Wasser. Wasser ist in Deutschland ein Thema, das wir viel zu wenig diskutieren. Wasser ist inhärent, ja lokal, das muss ich dir nicht erzählen, Yvonne. Wir reden meist nur über Wasser, wenn’s knapp wird – dabei ist Wasserknappheit für Unternehmen ein riesiges Risiko. Deshalb haben wir vor Jahren alle Werke in wasserarmen Gebieten geprüft und Wasseraktionspläne gefordert. Diese Woche haben wir unser Werk in Jijona, Spanien, ausgezeichnet: Es ist jetzt wasserpositiv! Das Team produziert dort Windeln für den spanischen Markt. Jijona ist ein sehr wasserarmes Gebiet. Also haben sie zusammen mit Naturschützern analysiert, warum das Wasser fehlt. Dabei fanden sie heraus, dass dort invasive Gräser mehr Wasser verbrauchten als das ganze Werk. Also entfernten sie die Gräser, pflanzten heimische Sträucher und Bäume – und jetzt geben wir mehr Trinkwasser zurück, als wir für die Produktion brauchen. Das zeigt: Nachhaltigkeit fängt nicht erst im Werk an, sondern schon drumherum.</p>
<h3>„Wir brauchen kluge Regulierung, aber auch Freiräume.“</h3>
<p><strong>YZ:</strong> Fühlt ihr euch bei Procter &amp; Gamble als Konsumgüterkonzern von der Politik gut unterstützt in dem, was ihr tut, und wahrgenommen?</p>
<p><strong>GH:</strong> Wir brauchen keine Unterstützung für unser Geschäft, aber Planungssicherheit mit kluger Regulierung: klare Grenzen und Verbote, wo nötig, und dazwischen Freiräume. Problematisch wird es, wie gesagt, wenn Lösungen vorgeschrieben werden – denn Gesetzgebungsprozesse dauern lange. Bis ein Gesetz in Kraft tritt, sind Stand der Technik und Wissenschaft oft schon überholt. Innovationen werden verhindert, und dagegen gibt es berechtigten Widerstand.<br />
Gleichzeitig profitieren wir alle von einem großen, einheitlichen europäischen Wirtschaftsraum. Das macht Europa interessant. Deshalb müssen wir die EU und ihre Rahmenbedingungen wertschätzen. Aber wir dürfen nicht in Durchregulierung verfallen, denn Planwirtschaft funktioniert nicht. Für Innovation braucht es Fantasie, Möglichkeiten und Bildung. Mein Wunsch wäre mehr Fokus auf Bildung, von der frühkindlichen Förderung bis zu Schulen, Universitäten und Ausbildungsberufen. Vertrauen wir den gut ausgebildeten Menschen – sie werden gute Lösungen finden.</p>
<p><strong>YZ:</strong> Damit wären wir beim Thema Growth Mindset. Was glaubst du, wie man auch die Nachhaltigkeits-Community für ein Growth Mindset begeistern kann? Wie kommen wir dahin, dass Wachstum als etwas Positives empfunden wird?</p>
<p><strong>GH:</strong> Offener Dialog und sich kennenlernen – das ist der Schlüssel. Ich schätze die Formate von BAUM sehr, auch wenn ich nicht immer dabei sein kann. Mir ist der Austausch unglaublich wichtig: Nur so verstehen wir die Standpunkte der anderen und können über echte Lösungsräume reden.<br />
Für mich ist ein Growth Mindset entscheidend. Wir stecken oft in These und Antithese fest – die einen schreien, die anderen auch. Das bringt nichts. Wir müssen vorwärtsdenken, über unsere gemeinsame Zukunft sprechen, ohne sie jemandem absprechen zu wollen. Aber wir brauchen keine neue Zukunftserzählung, die nur auf heutigem Wissen basiert. Wir müssen uns fragen: Wie sieht eine gute Zukunft aus? Wir brauchen die Kraft, uns eine gute Zukunft vorzustellen – so wie im Geschäft: Wohin will ich? Dann überlegen wir den Weg dorthin. Der Dialog mit jungen Menschen ist dabei entscheidend.</p>
<p><strong>YZ:</strong> Ja, stimmt. Wenn du überlegst, was in den nächsten fünf Jahren passieren muss, welche Rolle siehst du da für BAUM? Was müssten wir an Wirkung idealerweise entfalten?</p>
<h3>„Wenn Dinge gut funktionieren, werden sie nachgeahmt.“</h3>
<p><strong>GH:</strong> Ich will keiner Diskussion vorgreifen. Der Gedanke Dialogplattform ist aus meiner Sicht bedeutsam – und dabei alle Akteure einbeziehen und niemanden ausschließen. Das Zweite ist: neueste Erkenntnisse teilen. Zeit ist ein kritischer Faktor. Deswegen ist der Austausch von Wissen, Ergebnissen, Projekten unglaublich wichtig. Wenn da Dinge gut funktionieren, werden sie nachgeahmt. Das ist überall so im Wirtschaftsleben, warum sollte es hier anders sein? Und das Dritte ist eine größere Offenheit für und Freude an Innovation.</p>
<p><strong>YZ:</strong> Titel der diesjährigen <a href="https://baumev.de/baum-tagung/" target="_blank" rel="noopener">BAUM-Tagung</a> ist „Confiance en Europe. Zuversicht in Europa“. Was würdest du den Tagungsgästen mitgeben? Welche Botschaften Richtung Brüssel sollen sie möglicherweise erarbeiten?</p>
<p><strong>GH:</strong> Wir müssen uns trauen, größere Umbrüche für einen gemeinsam Aufbruch vorzunehmen, gerade in der Regulierung. Europa ist ein wunderbarer, großer Wirtschaftsraum. Den greifbar für alle zu machen, ist essenziell, um Skaleneffekte bei Innovationen zu realisieren. Damit das funktioniert, müssen wir uns trauen, mit einem positiven Menschen- und Unternehmensbild in das Unterholz von Regulierung hineinzugehen.</p>
<p><strong>YZ:</strong> Das heißt in der Essenz: Wie machen wir den Wirtschaftsraum für alle greifbar? Wie erreichen wir Skaleneffekte und gehen mit einem positiven Menschenbild auf alle zu, die uns begegnen?</p>
<p><strong>GH:</strong> Richtig. Der große europäische Wirtschaftsraum bietet große Chancen; er bringt uns Skalierungsmöglichkeiten, schafft Platz und Atem für uns und neue Wachstumsbereiche.</p>
<p><strong>YZ:</strong> Woran würdest du denn festmachen wollen in fünf Jahren, dass Europa und wir mit unseren Unternehmen, aber auch als Gesellschaft, dass wir auf dem richtigen Weg sind?</p>
<p><strong>GH:</strong> An Wirtschaftswachstum bei gleichzeitiger Reduktion von CO₂-Emissionen und besseren Biodiversitätskennzahlen.</p>
<p><strong>YZ:</strong> Was macht dir persönlich Zuversicht?</p>
<p><strong>GH:</strong> Die Menschen, die ich treffe.</p>
<p><strong>YZ:</strong> Dann freue ich mich wirklich darauf, dass du zur BAUM-Tagung kommst. Die Community ist echt super. In den letzten Jahren wurde mir hinterher vielfach gespiegelt – von Geschäftsführenden aus Mitgliedsunternehmen und anderen –, dass sie energiegeladen wieder gegangen sind.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/europa-greifbar-fuer-alle-machen/">Europa greifbar für alle machen</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Stellungnahme zum Rahmenkonzept zur Einführung einer „Gesellschaft mit gebundenem Vermögen“ (GmgV)</title>
		<link>https://baumev.de/stellungnahme-zum-rahmenkonzept-zur-einfuehrung-einer-gesellschaft-mit-gebundenem-vermoegen-gmgv/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jun 2026 13:50:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Sustainable Finance & Berichterstattung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>BAUM e.V. begrüßt als Netzwerk nachhaltig wirtschaftender Unternehmen das von BMJV und BMF veröffentlichte gemeinsame Rahmenkonzept für die Einführung der neuen Rechtsform „Gesellschaft mit gebundenem Vermögen“ (GmgV). In einem Brief nimmt der Verband zu Details Stellung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/stellungnahme-zum-rahmenkonzept-zur-einfuehrung-einer-gesellschaft-mit-gebundenem-vermoegen-gmgv/">Stellungnahme zum Rahmenkonzept zur Einführung einer „Gesellschaft mit gebundenem Vermögen“ (GmgV)</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>BAUM e.V. begrüßt als Netzwerk nachhaltig wirtschaftender Unternehmen das von BMJV und BMF veröffentlichte gemeinsame Rahmenkonzept für die <a href="https://www.bmjv.de/SharedDocs/Gesetzgebungsverfahren/DE/2026_GmgV.html" target="_blank" rel="noopener">Einführung der neuen Rechtsform „Gesellschaft mit gebundenem Vermögen“ (GmgV)</a>. In einem Brief nimmt der Verband zu Details Stellung.</p>
<p>„Aus unserer Sicht stellt dieses Rahmenkonzept ausdrücklich einen wichtigen Schritt hin zu einer zukunftsfähigen und verantwortungsorientierten Unternehmenslandschaft in Deutschland dar“, schreibt die stellvertretende BAUM-Vorsitzende Ellen Weiland in der Stellungnahme an das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) sowie das Bundesministeriums der Finanzen (BMF). „Die neue Rechtsform bietet das Potenzial, langfristiges Unternehmertum, nachhaltige Wertschöpfung sowie die generationenübergreifende Sicherung unternehmerischer Verantwortung institutionell zu stärken.“</p>
<h3>Wichtige Option gerade für den Mittelstand</h3>
<p>Gerade für mittelständische Unternehmen, werteorientierte Familienunternehmen sowie sozial-ökologisch ausgerichtete Betriebe könne die GmgV eine wichtige zusätzliche Option darstellen, heißt es in der Stellungnahme. Die vorgesehene Vermögensbindung fördere langfristige Investitionen, unternehmerische Resilienz und eine stärkere Orientierung am Unternehmenszweck statt an kurzfristigen Renditeinteressen. Damit könne die Rechtsform einen wichtigen Beitrag zur sozial-ökologischen Transformation der Wirtschaft leisten. Gegenüber einer starren, auf Ewigkeit angelegten Stiftung mit unabänderlichem Stiftungszweck biete die GmgV mehr Flexibilität in der inhaltlichen Ausrichtung und Weiterentwicklung.</p>
<p>BAUM begrüßt insbesondere die im Rahmenkonzept vorgesehene eigenständige Rechtsform, die unabänderliche Vermögensbindung sowie die mitgliedschaftliche Struktur der GmgV. „Diese Elemente schaffen Vertrauen“, schreibt Weiland, „stärken die Kontinuität verantwortungsvollen Unternehmertums und fördern die langfristige Bindung von Unternehmen an nachhaltige Ziele und regionale Wertschöpfung.“</p>
<h3>Diskussions- und Anpassungsbedarf</h3>
<p>Gleichzeitig sieht BAUM in mehreren Punkten weiteren Diskussions- und Anpassungsbedarf, damit die neue Rechtsform in der Praxis ihre volle Wirkung entfalten kann. Entscheidend sei, dass die GmgV sowohl rechtssicher als auch praxistauglich ausgestaltet werde und insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen einen realistischen Zugang eröffne.</p>
<p>Die Stellungnahme ordnet die zentralen Inhalte des Rahmenkonzepts aus Sicht nachhaltiger und verantwortungsorientierter Unternehmen ein. Im zweiten Abschnitt werden Aspekte benannt, die im weiteren Gesetzgebungsverfahren konkretisiert oder angepasst werden sollten, um die Attraktivität und Wirksamkeit der neuen Rechtsform nachhaltig zu stärken.</p>
<h3>Nein zur Erbersatzsteuer</h3>
<p>Kritisch sieht BAUM die Einführung einer Erbersatzsteuer im Zusammenhang mit der Gesellschaft mit gebundenem Vermögen kritisch. Eine zusätzliche steuerliche Belastung könnte die Attraktivität der neuen Rechtsform erheblich beeinträchtigen und insbesondere mittelständische sowie langfristig orientierte Unternehmen davon abhalten, sich für die GmgV zu entscheiden. Warum sich BAUM dafür ausspricht, auf die Einführung einer Erbersatzsteuer für die GmgV zu verzichten, ist in der Stellungnahme detailliert dargelegt.</p>
<p><a href="https://baumev.de/wp-content/uploads/2026/06/260602-BMJV_BMF_Stellungnahme-GmgV_BAUM-eV.pdf" target="_blank" rel="noopener">Stellungnahme als PDF</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/stellungnahme-zum-rahmenkonzept-zur-einfuehrung-einer-gesellschaft-mit-gebundenem-vermoegen-gmgv/">Stellungnahme zum Rahmenkonzept zur Einführung einer „Gesellschaft mit gebundenem Vermögen“ (GmgV)</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Transformation in Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft vorantreiben</title>
		<link>https://baumev.de/transformation-in-wirtschaft-wissenschaft-und-zivilgesellschaft-vorantreiben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jun 2026 05:25:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pressemitteilungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch in diesem Jahr zeichnet BAUM e.V. wieder Menschen aus, die sich in besonderer Weise für nachhaltige Entwicklung in Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft einsetzen. Neben Preisträgerinnen und Preisträgern aus Großunternehmen und Mittelstand erhalten der renommierte Klimaforscher Ottmar Edenhofer sowie Claudine Nierth, die Begründerin der Bürgerräte, den BAUM &#124; Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis 2026.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/transformation-in-wirtschaft-wissenschaft-und-zivilgesellschaft-vorantreiben/">Transformation in Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft vorantreiben</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hamburg, 02.06.2026 – Auch in diesem Jahr zeichnet BAUM e.V. wieder Menschen aus, die sich in besonderer Weise für nachhaltige Entwicklung in Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft einsetzen. Neben Preisträgerinnen und Preisträgern aus Großunternehmen und Mittelstand erhalten der renommierte Klimaforscher Ottmar Edenhofer sowie Claudine Nierth, die Begründerin der Bürgerräte, den BAUM | Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis 2026.</strong></p>
<p>„Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft leisten konstruktive Beiträge, damit nachfolgende Generationen mindestens genauso viele Möglichkeiten haben wie wir heute, ihren Lebensstil und Wirtschaftsweise frei zu wählen. Wie? Das zeigen unsere Preisträgerinnen und Preisträger“, erläutert Yvonne Zwick, Vorsitzende von BAUM e.V. und zugleich Vorsitzende der achtzehnköpfigen Fachjury des BAUM | Umwelt- und Nachhaltigkeitspreises. „Wir sehen hier Beiträge zu zentralen Themen der Daseinsvorsorge: Klimaforschung als Grundlage für wissensbasierte Entscheidungen in Wirtschaft und Politik, Ressourcenschutz, Investitionen in Biodiversität, nachhaltige Liefernetzwerke und Wirtschaftsstrukturen sowie bürgernahe Demokratie.“</p>
<p>Der Preis geht an drei Männer und zwei Frauen in den Kategorien Großunternehmen, KMU, Wissenschaft und Demokratie.<br />
Bundesumweltminister Carsten Schneider, der in diesem Jahr Schirmherr des BAUM | Umwelt- und Nachhaltigkeitspreises ist, würdigt die Wahl der Jury: “Die Preisträgerinnen und Preisträger stehen dafür, wie vielfältig und erfolgreich nachhaltiges Engagement sein kann. Von wirtschaftlichem Erfolg über wissenschaftliche Exzellenz bis hin zu einer lebendigen, starken Demokratie – Nachhaltigkeit zahlt sich aus und stärkt unser Land. Ich gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern dieses Jahres und freue mich über so viel Unternehmergeist.”</p>
<h3>Engagierte Transformationstreiberin und -treiber aus der Wirtschaft</h3>
<p><strong>Uwe Bergmann</strong>, Corporate Director ESG Reporting &amp; Business Integration der <strong>Henkel</strong> AG &amp; Co. KGaA, steht seit 25 Jahren für die systematische strategische und finanzmarktorientierte Integration von Nachhaltigkeit in einem globalen DAX‑Konzern. Sein gesamtes berufliches Wissen aus unterschiedlichen Engagement-Feldern bringt er dabei vorbehaltlos und beharrlich ein.</p>
<p><strong>Eva Danneberg</strong>, Geschäftsführerende Gesellschafterin der <strong>WERKHAUS</strong> Design + Produktion GmbH, ist Pionierin des ökologischen Designs. Als Unternehmerin setzt sie zudem konsequent auf regionale Produktion und stärkt die regionalen Wirtschaftsstrukturen.</p>
<p>Mit einer regional und global verantwortlichen Beschaffungsstrategie trägt <strong>Boris Voelkel</strong>, Geschäftsführer Einkauf der <strong>Voelkel</strong> GmbH, zur Etablierung resilienter nachhaltiger Lieferketten im europäischen Bio-Saftmarkt bei. Nach den Grundsätzen des empathischen Wirtschaftens schafft er soziale Innovation im Beschaffungswesen.</p>
<h3>Klimapolitik und partizipative Demokratie</h3>
<p>Prof. Dr. <strong>Ottmar Edenhofer</strong>, Wissenschaftlicher Ko-Direktor des <strong>Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung</strong> (PIK), war maßgeblich an der Einführung und Weiterentwicklung von CO₂‑Preisinstrumenten in Deutschland und Europa beteiligt. Mittels fundierter wissenschaftlicher Forschungsergebnisse zeigt er Entscheidungsträgern und -trägerinnen gangbare Pfade für eine ambitionierte Klimapolitik zum Wohle von Natur und Gesellschaft auf.</p>
<p><strong>Claudine Nierth</strong>, Bundesvorstandssprecherin von <strong>Mehr Demokratie</strong> e.V., ist eine engagierte Aktivistin der Zivilgesellschaft und setzt sich durch Initiativen wie Volksbegehren, Bürgerräte und Dialogformate seit Jahren für sichtbare und gelebte Demokratie ein.</p>
<h3>Preisverleihung im Rahmen der BAUM-Tagung</h3>
<p>Mit dem BAUM | Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis zeichnet BAUM ganz bewusst engagierte Einzelpersonen und nicht Organisationen aus. Der Preis wurde 1993 ins Leben gerufen, um die Arbeit derer anzuerkennen, die Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement verantworten und operativ umsetzen.</p>
<p>Die Auszeichnungen werden im Rahmen der BAUM-Tagung übereicht, die am 9. und 10. September 2026 im baden-württembergischen Rust stattfindet. Mit dem Tagungsthema „Confiance en Europe – Zuversicht in Europa. Risiken meistern, Chancen nutzen“ stellt BAUM die unternehmerische Perspektive auf ein starkes, wertebasiert agierendes Europa in den Mittelpunkt.</p>
<p><a href="https://baumev.de/wp-content/uploads/2026/06/260602_PM_BAUM-Preis_2026.pdf" target="_blank" rel="noopener">Presseinformation als PDF</a></p>
<p><strong>Links:</strong></p>
<ul>
<li>ausführliche Porträts und Bildmaterial der Preisträgerinnen und Preisträger: <a href="https://baumev.de/baum-preis/preistraeger-aktuell/">https://baumev.de/baum-preis/preistraeger-aktuell/</a></li>
<li>Jury des BAUM | Umwelt- und Nachhaltigkeitspreises: <a href="https://baumev.de/baum-preis/jury/">https://baumev.de/baum-preis/jury/</a></li>
<li>Programm der BAUM-Tagung: <a href="https://baumev.de/baum-tagung/programm/">https://baumev.de/baum-tagung/programm/</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/transformation-in-wirtschaft-wissenschaft-und-zivilgesellschaft-vorantreiben/">Transformation in Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft vorantreiben</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Krise als Chance. Aber nur, wenn Sie vorbereitet sind</title>
		<link>https://baumev.de/krise-als-chance/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jun 2026 12:21:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=21450</guid>

					<description><![CDATA[<p>Es gibt Unternehmen, die in der Krise nicht straucheln, sondern wachsen. Was machen sie anders? Sie haben aufgehört, Resilienz als Kostenfaktor zu betrachten und angefangen, sie als Wettbewerbsvorteil zu managen. Warum der Mittelstand gerade jetzt die Weichen stellen muss und wie das konkret aussieht.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/krise-als-chance/">Krise als Chance. Aber nur, wenn Sie vorbereitet sind</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die gefühlte Ruhe der letzten Jahre war trügerisch. Dann kamen, fast gleichzeitig, Lieferkettenprobleme, Energiepreisschocks, geopolitische Verwerfungen, regulatorischer Druck und ein KI-Wandel, der keine Branche unberührt lässt. Tourismus, Bau, Logistik, Landwirtschaft, Gesundheitswesen, Immobilienwirtschaft: Die Liste der unter Druck geratenen Sektoren liest sich wie ein Querschnitt durch den deutschen Mittelstand.</p>
<p>Und doch gibt es Unternehmen, die in eben dieser Gemengelage nicht straucheln, sondern wachsen. Was machen sie anders? Sie haben aufgehört, Resilienz als Kostenfaktor zu betrachten und angefangen, sie als Wettbewerbsvorteil zu managen.</p>
<h3>Resilienz ist kein Zufallsprodukt</h3>
<p>Resilienz entsteht nicht dadurch, dass man auf die nächste Krise wartet und dann schnell reagiert. Sie entsteht durch strukturelle Entscheidungen, die vor der Krise getroffen werden. Das klingt banal, ist es aber nicht, denn in der Praxis bedeutet es konkrete Maßnahmen:</p>
<ul>
<li><strong>Logistik &amp; Produktion:</strong> Aufbau lokaler oder regionaler Lieferketten als bewusste Alternative zu reiner Kostenoptimierung. Wer drei Lieferanten für eine kritische Komponente hat, zahlt im Normalfall etwas mehr und spart im Krisenfall sein Unternehmen.</li>
<li><strong>Energie:</strong> Eigenerzeugung, Lastmanagement, Energiedatenerfassung nicht als Pflichtübung, sondern als operative Steuerungsgröße. Wer weiß, was er wann verbraucht, kann handeln. Wer es nicht weiß, reagiert nur.</li>
<li><strong>Daten &amp; IT:</strong> Digitale Souveränität ist kein IT-Thema, sondern eine unternehmerische Entscheidung. Welche Daten liegen wo? Welche Systeme sind im Ernstfall verfügbar? Wer hier keine Antworten hat, hat ein unkalkuliertes Risiko in der Bilanz. Es steht nur nicht auf dem Papier.</li>
</ul>
<h3>Das Doppelspiel, das sich auszahlt: Digitalisierung und ressourcenschonendes Wirtschaften zusammendenken</h3>
<p>Hier lohnt es sich, einen Begriff zu erklären, der in Unternehmensberatungen kursiert, aber im Mittelstand zu Recht skeptisch beäugt wird: Twin Transformation. Der Begriff klingt nach Beraterjargon und wird leider auch oft so verwendet. Dahinter steckt aber eine handfeste operative Logik: <a href="https://baumev.de/digitalisierung/" target="_blank" rel="noopener">Digitalisierung</a> und ressourcenschonendes Wirtschaften sind kein Widerspruch, sondern Verstärker voneinander, wenn man sie gemeinsam denkt.</p>
<p>Ein Beispiel: Ein Unternehmen führt ein digitales System zur Erfassung des Energieverbrauchs ein. Das ist Digitalisierung. Gleichzeitig senkt es dadurch seinen Energieverbrauch um 18 %, das schont Ressourcen und spart bares Geld. Beides wäre ohne das jeweils andere schwerer erreichbar. Das ist gelebte Twin Transformation, nicht als Philosophie, sondern als Ergebnis. Wer Digitalisierung und effizientes Wirtschaften als getrennte Projekte behandelt, zahlt doppelt: an Zeit, Geld und Komplexität. Wer sie zusammendenkt, gewinnt auf beiden Seiten.</p>
<p>Und noch etwas: Ressourceneffizienz ist mittlerweile nicht mehr optional. CSRD, Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, Banken-Kreditvergabekriterien, der regulatorische Rahmen zieht sich zu. Unternehmen, die heute anfangen, Daten zu erheben und Prozesse anzupassen, haben in zwei Jahren einen messbaren Vorsprung gegenüber jenen, die gewartet haben.</p>
<h3>Was das in der Praxis bedeutet – drei Beispiele</h3>
<p><strong>Energiemanagement in einer Bundesbehörde und einem DAX-Konzern<br />
</strong>Klingt nach Großprojekt, war es auch. Aber die Methodik ist übertragbar: Zuerst Transparenz schaffen (was verbrauchen wir wann und wo?), dann Stellschrauben identifizieren, dann automatisiert steuern. Das Ergebnis war kein Prestigeprojekt, sondern eine operative Kennzahl, die nun monatlich ins Controlling einfließt. Jedes mittelständische Unternehmen mit mehr als einer Betriebsstätte kann diesen Weg gehen.</p>
<p><strong>CSRD-Strategie in einem Transportkonzern<br />
</strong>Viele mittelständische Unternehmen glauben, CSRD betreffe sie nicht, weil sie die Schwellenwerte unterschreiten. Das stimmt nur kurzfristig gedacht. Mittel- und langfristig nämlich nicht: Sobald ihr Kunde berichtspflichtig ist, werden die Daten von ihnen auch eingefordert. Wer sie dann nicht liefern kann, verliert den Auftrag. Der Ansatz hier: Datenerfassung so gestalten, dass sie einmal aufgebaut, dauerhaft nutzbar ist. Das ist keine Compliance-Bürde, sondern ein Steuerungsinstrument.</p>
<p><strong>Flottenmanagement-Startup: Wenn Kundenfragen das eigene Angebot sprengen<br />
</strong>Ein 60-köpfiges Start-up im Bereich Full-Service-Flottenmanagement mit E-Fahrzeugen, Ladeinfrastruktur und PV-Anlagen, hatte ein klassisches Mittelstandsproblem. Die Kunden, meist gehobener Mittelstand und Konzerne, stellten immer komplexere Fragen zu THG-Prämien, Double Counting und CSRD-Reporting. Rechtlich bindend beantworten konnte das intern niemand. Gleichzeitig war das Anfragevolumen zu hoch, um es zu ignorieren, aber zu gering, um dafür ein eigenes Team aufzubauen. Die Lösung war kein neues Headcount, sondern ein flexibel abrufbares Experten-Setup – Future Readiness as a Service. Spezifisches Wissen, exakt dann verfügbar, wenn es gebraucht wird. Für viele mittelständische Unternehmen ist das das realisierbarste Modell: nicht alles intern aufbauen, sondern strategisch ergänzen.</p>
<h3>Was jetzt zu tun ist</h3>
<p>Krisen kündigen sich selten an. Aber die Strukturen, mit denen man ihnen begegnet, lassen sich aufbauen, bevor sie eintreten. Drei Fragen, die sich jede Führungskraft im Mittelstand gerade stellen sollte:</p>
<ol>
<li>Wo bin ich abhängig und habe ich das bewusst entschieden? (Lieferketten, IT-Infrastruktur, Energiebezug)</li>
<li>Welche Daten erhebe ich heute, die morgen regulatorisch oder operativ gefordert werden und wie kann ich diese für unternehmerische Zwecke nutzbar machen?</li>
<li>Wo kann ich Digitalisierung und Ressourceneffizienz als ein gemeinsames Projekt angehen, statt als zwei getrennte Budgetposten?</li>
</ol>
<p>Die gute Nachricht: Die meisten Unternehmen, die wir kennen, haben die Antworten auf diese Fragen irgendwo bereits im Haus. Sie sind nur noch nicht zusammengeführt worden. Genau dort beginnt die Arbeit und auch die Chance.</p>
<hr />
<p>Dies ist ein Gastbeitrag des BAUM-Mitglieds <a href="http://heartprint.de" target="_blank" rel="noopener"><strong>Heartprint</strong></a>.</p>
<p><strong>Rainer Karcher</strong> und <strong>Anthea Wagner</strong> arbeiten bei Heartprint an der Schnittstelle von Digitalisierung, Ressourceneffizienz und unternehmerischer Resilienz, mit Fokus auf dem deutschsprachigen Mittelstand.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/krise-als-chance/">Krise als Chance. Aber nur, wenn Sie vorbereitet sind</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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		<title>Nachruf auf Gerd Fuchs (1935–2026)</title>
		<link>https://baumev.de/nachruf-auf-gerd-fuchs/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sandra Wolter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 May 2026 09:29:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=21318</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am 10. Mai 2026 ist Gerd Fuchs gestorben – Gründer, langjähriger Vorsitzender und Ehrenvorsitzender des Fördervereins Mediation im öffentlichen Bereich (FMöB) e.V. Er wurde 90 Jahre alt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/nachruf-auf-gerd-fuchs/">Nachruf auf Gerd Fuchs (1935–2026)</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 10. Mai 2026 ist Gerd Fuchs gestorben – Gründer, langjähriger Vorsitzender und Ehrenvorsitzender des Fördervereins Mediation im öffentlichen Bereich (FMöB) e.V. Er wurde 90 Jahre alt.</p>
<p>Gerd Fuchs war einer jener Menschen, die durch stille Beharrlichkeit Bleibendes schaffen. Am 19. Januar 1998 gründete er in Bonn den „Förderverein Umweltmediation e.V.&#8220; – damals eine der ältesten Mediationsvereinigungen in Deutschland – auf der Grundlage eines von ihm geleiteten Projekts der Bundesstiftung Umwelt zur Implementierung der Umweltmediation in Deutschland. Als dieses Projekt 2001 endete, trug er maßgeblich zur Weiterentwicklung des Vereins zum heutigen FMöB bei und führte ihn als Vorsitzender bis 2008. Als Ehrenvorsitzender blieb er dem Verein bis zuletzt aufmerksam und wach verbunden. Gerade in der Anfangszeit des Vereins bestand eine starke Verbindung und Unterstützung seitens BAUM durch die Mitwirkung des langjährigen BAUM-Vorsitzenden Dr. Maximilian Gege im Vorstand des Fördervereins Umweltmediation.</p>
<p>Was Gerd Fuchs auszeichnete:  Er lebte den Mediationsgedanken, den er vertrat, im Umgang mit anderen. Dabei bewahrte er sich einen feinsinnigen, humanistisch geprägten Humor, der seine Texte und seine Gegenwart gleichermaßen bereicherte.</p>
<p>Bis 2023 – da war er bereits 88 Jahre alt – verfasste er Quartal für Quartal die Vereinspublikation das mediationsforum mit großer Sorgfalt und ungebrochener Leidenschaft. Bei seinem letzten öffentlichen Auftritt 2021 in Trier war erlebbar, wie viel Haltung und geistige Präsenz in diesem Menschen steckten.</p>
<p>Gerd Fuchs hat dem Verein Struktur und Seele gegeben. Was er ersann, lebt im Fachverband für Mediator*innen im öffentlichen Bereich weiter.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/nachruf-auf-gerd-fuchs/">Nachruf auf Gerd Fuchs (1935–2026)</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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		<title>Leitfaden „Klimamanagement in Unternehmen“</title>
		<link>https://baumev.de/leitfaden-klimamanagement-in-unternehmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 May 2026 07:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Klima & Energie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=20917</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der neue Leitfaden des Umweltbundesamts bietet mit Praxishinweisen und Best-Practice-Beispielen zahlreiche praxisnahe Hilfsmittel und zielt darauf ab, Organisationen eine prüffähige, transparente und umsetzbare Orientierung für ein wirksames Klimamanagement zu geben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/leitfaden-klimamanagement-in-unternehmen/">Leitfaden „Klimamanagement in Unternehmen“</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der neue Leitfaden des Umweltbundesamts vermittelt praxisorientiert, wie Unternehmen ein systematisches, transparentes und glaubwürdige Klimamanagement aufbauen und betreiben können. Er richtet sich an Organisationen, die <a href="https://baumev.de/klima-energie/" target="_blank" rel="noopener">Klimaschutz, Klimaanpassung und das Management klimabezogener Risiken</a> systematisch in ihre Unternehmensführung integrieren und so rechtliche Vorgaben sowie Erwartungen von Kund*innen, Investor*innen und anderen Stakeholdern erfüllen wollen. Grundlage bilden aktuelle rechtliche und politische Rahmenbedingungen (z.B. European Green Deal, deutsches Klimaschutz- und Klimaanpassungsgesetz, EU-ETS, CSRD) sowie etablierte Standards wie das GHG-Protocol und relevante ISO-Normen.</p>
<p><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/479/publikationen/2026-05/UBA_Leitfaden%20fuer%20Klimamanagement%20in%20Unternehmen_0.pdf" target="_blank" rel="noopener">Leitfaden zum Dowload</a></p>
<p>&#8222;Dieser Leitfaden soll Unternehmen auf ihrem Weg zu einem systematischen und wirksamen Klimamanagement unterstützen&#8220;, so die Autor*innen. &#8222;Im Fokus steht die Verankerung von klimabezogenen Zielen und Maßnahmen auf Managementebene – als zentraler Bestandteil einer nachhaltigen, d.h. zukunftsorientierten Unternehmensführung.&#8220;</p>
<h3>Klimamanagement: von Governance bis Kommunikation</h3>
<p>Der Leitfaden ist in neun Etappen strukturiert und behandelt zentrale Themenkapitel: Governance (Verantwortung der obersten Leitung, Delegation an Klimateams, Einbindung der Mitarbeitenden), Festlegung organisatorischer und operativer Bilanzgrenzen, Datenmanagement und THG-Bilanzierung (Scope 1–3, Emissionsfaktoren, biogenes CO₂), Integration klimabedingter Risiken (physische und Transitionsrisiken), Zielsetzung (THG-Reduktionsziele, Anpassungsziele), Planung und Priorisierung von Maßnahmen (Vermeiden, Vermindern, Anpassen, Kompensieren) sowie interne und externe Kommunikation. Den Abschluss bilden Hinweise zu Monitoring, Auditverfahren und Maßnahmen zur stetigen Verbesserung.</p>
<p>Der Leitfaden bietet mit Praxishinweisen und Best-Practice-Beispielen zahlreiche praxisnahe Hilfsmittel und zielt darauf ab, Organisationen eine prüffähige, transparente und umsetzbare Orientierung für ein wirksames Klimamanagement zu geben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/leitfaden-klimamanagement-in-unternehmen/">Leitfaden „Klimamanagement in Unternehmen“</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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		<title>Bundespreis UMWELT &#038; BAUEN – Zwischen Erhalt und Innovation</title>
		<link>https://baumev.de/bundespreis-umwelt-bauen-zwischen-erhalt-und-innovation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2026 12:10:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Circular Economy]]></category>
		<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Klima & Energie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=20891</guid>

					<description><![CDATA[<p>Bauen im Bestand bietet großes Potenzial für den Umwelt- und Klimaschutz. Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt zeichneten am 6. Mai mit dem Bundespreis UMWELT &#038; BAUEN sieben Projekte aus, die Nachhaltigkeit und wertschätzende Architektursprache zukunftweisend miteinander verknüpfen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/bundespreis-umwelt-bauen-zwischen-erhalt-und-innovation/">Bundespreis UMWELT &#038; BAUEN – Zwischen Erhalt und Innovation</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ob ökologische Optimierung eines modernen Bürogebäudes oder die plastikfreie Sanierung einer Fachwerkscheune: Bauen im Bestand ist vielfältig und bietet großes Potenzial für den Umwelt- und <a href="https://baumev.de/klima-energie/" target="_blank" rel="noopener">Klimaschutz</a>. Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt zeichneten am 6. Mai mit der Verleihung des <a href="http://bundespreis-umwelt-bauen.de" target="_blank" rel="noopener">Bundespreises UMWELT &amp; BAUEN</a> in Berlin sieben Projekte aus, die Nachhaltigkeit und wertschätzende Architektursprache zukunftweisend miteinander verknüpfen.</p>
<p>Der Bundespreis UMWELT &amp; BAUEN geht an drei Gebäude: In der Kategorie Wohngebäude erhält den Preis das Wohn- und Gemeinschaftsprojekt Collegium Academicum in Heidelberg. Die Mehrzweckhalle Ingerkingen und das Integrative Familienzentrum in Dresden werden in der Kategorie Nichtwohngebäude ausgezeichnet.</p>
<p>Die Projekte könnten kaum unterschiedlicher sein: Eine ehemalige Kaserne wurde in sozialen Wohnraum umgewandelt, eine Sporthalle zu einer Mehrzweckhalle und eine verlassene Schokoladenfabrik ist nun ein Familienzentrum. Allen gemeinsam ist ihr wertschätzender Umgang mit dem Gebäudebestand und der Baukultur. Trotz enger Budgets entstanden so Gebäude, die in ästhetischer, funktionaler und nachhaltiger Hinsicht überzeugen.</p>
<p>Neben den drei Preisträgern erhalten vier Projekte die besondere Anerkennung der Fachjury. Ausgelobt wurde der Wettbewerb für Projekte des Bauens im Bestand in den Kategorien Wohngebäude, Nichtwohngebäude und Quartiere. Zudem gab es einen Sonderpreis für Bauprodukte und Innovationen. Nach 2020 und 2021 endet damit die dritte Auslobung. Die Bewerbung stand allen Beteiligten abgeschlossener Bauprojekte in Deutschland beziehungsweise marktverfügbarer Bauprodukte offen.</p>
<p>Bundesumweltminister Carsten Schneider betonte die Bedeutung des Bauens im Bestand von Bestandsgebäuden für den Umwelt- und Klimaschutz: „Die Frage, wie wir bauen, macht für die Umwelt einen großen Unterschied, denn dabei geht es um enorm viele Ressourcen, um klugen Materialeinsatz und um Energieeffizienz. Die ausgezeichneten Projekte sind dafür Vorbilder, weil sie erfolgreich zeigen, wie gute Architektur und Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft kombiniert werden können. Nachhaltiges Bauen ist dabei vor allem nachhaltiges Umbauen. Denn Weiternutzung, Um- und Ausbau von Gebäuden sparen wertvolle Ressourcen.“</p>
<p>Ptof. Dr. Lilian Busse, Vizepräsidentin des Umweltbundesamts: „Auch wenn wir heute nur eine Auswahl kennenlernen werden, haben alle Bewerbungen eines gemeinsam: Sie gehen voran und ebnen den Weg für die Bauwende. Für diesen Mut und die Initiative möchte ich all diesen Projektteams herzlich danken!“</p>
<p>Neben der ökologischen Qualität spielten bei der Preisvergabe auch die Baukosten eine wichtige Rolle, diese wurden durch das Umweltbundesamt ausgewertet. Busse zeigte eine Grafik, die die berichteten Baukosten pro Quadratmeter (Baukonstruktion, Gebäudetechnik und Außenanlagen) zur Nachhaltigkeitsqualität ins Verhältnis setzt: „Was wir sehen ist eine Punktwolke. Den Zusammenhang ‚je nachhaltiger desto teurer‘ zeigen die Daten nicht.“</p>
<p>Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Rita Schwarzelühr-Sutter ordnete das ein: „Nachhaltiges Bauen beginnt mit guter Planung. Wenn ökologische Ziele von Anfang an mitgedacht werden, entstehen Lösungen, die wirtschaftlich tragfähig sind und zugleich hohe Qualität schaffen. Entscheidend ist, genau hinzusehen: Was ist wirklich nötig, was kann erhalten bleiben, was lässt sich einfacher lösen? Oft entsteht die bessere Lösung nicht durch immer mehr Haustechnik, sondern durch kluges Weglassen – darin liegt ein großer Gewinn für Umwelt, Klima und Baukultur.“</p>
<h3>Preisträger des Bundespreis UMWELT &amp; BAUEN</h3>
<p>Kategorie Wohngebäude</p>
<ul>
<li>Wohn- und Gemeinschaftsprojekt Collegium Academicum | Heidelberg | Preisträger | gerstner + hofmeister architekten</li>
</ul>
<p>Kategorie Nichtwohngebäude</p>
<ul>
<li>Mehrzweckhalle Ingerkingen | Preisträger | Atelier Kaiser Shen</li>
<li>Integratives Familienzentrum | Dresden | Preisträger | Alexander Poetzsch Architekturen</li>
<li>Reithalle Achern | Besondere Anerkennung | Michael Welle Architektur</li>
<li>Büroerweiterung | Öhringen | Besondere Anerkennung | Steinbach Schimmel Architekten</li>
</ul>
<p>Sonderpreis für Bauprodukte, bautechnische und digitale Innovationen</p>
<ul>
<li>Lehm-Dünnbettmörtel | Besondere Anerkennung | ClayTec</li>
<li>0 | Stuttgart | Besondere Anerkennung | Ed. Züblin AG</li>
</ul>
<h3>Die Jury</h3>
<p>Den Vorsitz der Jury haben Rita Schwarzelühr-Sutter (Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium) und Prof. Christa Reicher (Professorin für Städtebau und Entwerfen an der RWTH Aachen). Weitere Jurymitglieder sind: Dr. Tanja Brockmann (Referatsleiterin im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung – BBSR), Dr. Rolf Buschmann (Vorstandsvorsitzender natureplus), Prof. Dr. Lilian Busse (Vizepräsidentin des Umweltbundesamtes), Bernd Düsterdiek (Beigeordneter des Deutschen Städte- und Gemeindebunds), Andrea Gebhard (Präsidentin der Bundesarchitektenkammer), Dr. Christine Lemaitre (geschäftsführender Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB), Emre Onur (Chefredakteur der db deutsche bauzeitung), Prof. Eike Roswag-Klinge (Leiter Natural Building Lab TU Berlin, Geschäftsführer ZRS-Architekten), Susanne Wartzeck (vormalige Präsidentin des Bunds Deutscher Architektinnen und Architekten – BDA), Dr. Melanie Weber-Moritz (Bundesdirektorin des Deutschen Mieterbunds).</p>
<p>Das <a href="https://oekozentrum.nrw/" target="_blank" rel="noopener">Öko-Zentrum NRW</a> hat im Auftrag des BMUKN den Bundespreis konzipiert und ist gemeinsam mit seinen Projektpartnern <a href="https://mediacompany.com/" target="_blank" rel="noopener">MediaCompany</a> und BAUM e.V. für die organisatorische Durchführung verantwortlich.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/bundespreis-umwelt-bauen-zwischen-erhalt-und-innovation/">Bundespreis UMWELT &#038; BAUEN – Zwischen Erhalt und Innovation</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wissen schafft Wirkung: So entsteht nachhaltiger Klimaschutz</title>
		<link>https://baumev.de/wissen-schafft-wirkung-so-entsteht-nachhaltiger-klimaschutz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2026 07:55:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildung für Nachhaltige Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Klima & Energie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=20370</guid>

					<description><![CDATA[<p>Upskilling ist weit mehr als ein HR-Instrument. Es ist ein strategischer Hebel für Transformation. Es verbindet individuelle Kompetenzentwicklung mit unternehmerischer Verantwortung und gesellschaftlichem Fortschritt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/wissen-schafft-wirkung-so-entsteht-nachhaltiger-klimaschutz/">Wissen schafft Wirkung: So entsteht nachhaltiger Klimaschutz</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Klimaschutz als Nachhaltigkeitsziel ist längst kein Nischenthema mehr, sondern eine zentrale Gestaltungsaufgabe für Wirtschaft und Gesellschaft. Doch Ziele allein reichen nicht. Menschen müssen befähigt werden, die komplexen Zusammenhänge des Klimawandels zu verstehen und entsprechend zu handeln. Genau hier setzt Upskilling an.</p>
<h3>Nachhaltigkeit verstehen: Warum Upskilling entscheidend ist</h3>
<p>Wer die Zusammenhänge zwischen eigenem Handeln, Konsum und globalen Herausforderungen versteht, trifft andere Entscheidungen. Dieses Verständnis entsteht nicht von selbst. Unternehmen müssen <a href="https://baumev.de/bne/leitbild-bne/" target="_blank" rel="noopener">Wissen zugänglich machen</a>, Orientierung geben und Räume für Austausch schaffen.</p>
<p>Für ein globales Unternehmen wie Henkel ist das eine Herausforderung und Chance zugleich. Rund 47.000 Mitarbeitende aus 125 Nationen arbeiten in fast 80 Ländern an Lösungen für unterschiedliche Märkte. Am internationalen Hauptsitz in Düsseldorf kommen über 6.000 Menschen aus rund 90 Nationen zusammen – mit vielfältigen Perspektiven und Wissensständen. Diese Vielfalt zeigt, warum ein gemeinsames Verständnis von Nachhaltigkeit so wichtig ist. Kulturelle Hintergründe und lokale Gegebenheiten prägen den Blick auf Themen wie Klimaschutz, Ressourcennutzung oder soziale Verantwortung. Upskilling schafft hier eine gemeinsame Basis: Es hilft, komplexe Zusammenhänge einzuordnen und globale Ziele auf lokale Kontexte herunterzubrechen.</p>
<p>Für den Klimaschutz genügt es jedoch bei Weitem nicht, nur auf die eigenen betriebsinternen Prozesse zu schauen. Es geht um eine Transformation entlang der gesamten Wertschöpfungskette, die alle Akteure innerhalb und außerhalb des Unternehmens miteinschließt.</p>
<h3>Das große Ganze als Ausgangspunkt</h3>
<p>Ein zentraler Ausgangspunkt ist das Verständnis für das „große Ganze“. Nur wer die übergeordneten Ziele versteht, kann die eigene Rolle darin erkennen. Bei Henkel sind diese <a href="https://www.henkel.de/nachhaltigkeit/positionen/klima" target="_blank" rel="noopener">Ziele klar definiert</a>: Bis 2045 möchte das Unternehmen Net-Zero erreichen. Hierfür hat es sich mittelfristige Ziele bis 2030 gesetzt, wonach die absoluten Treibhausgasemissionen in Scope 1 und 2 um 42 Prozent und in Scope 3 um 30 Prozent reduziert werden sollen. Henkels Net-Zero-Ziele decken einen großen Teil der Wertschöpfungskette ab. Neben den Emissionen aus Produktionsprozessen umfassen die Ziele für Scope-1- und Scope-2-Emissionen alle Werksprozesse, einschließlich Emissionen, die in Bürogebäuden, Lagerhallen, Forschung und Entwicklung oder durch den Fuhrpark entstehen.</p>
<p>Die Reduktionsziele für Scope 3 decken die indirekten Emissionen der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette ab. Hier liegt der größte Hebel für den Klimaschutz. Neben Emissionen, die durch Rohstoffe und Verpackungen anfallen, schließen die Ziele unter anderem auch Emissionen aus Logistik oder der Endverwertung mit ein.</p>
<h3>Vom Wissen zum Handeln: Upskilling in der Praxis</h3>
<p>Upskilling bedeutet mehr als reine Wissensvermittlung. Es geht darum, Zusammenhänge verständlich und erlebbar zu machen, Handlungsspielräume und individuelle Verantwortung aufzuzeigen. Bei Henkel kommen dafür unterschiedliche Formate zum Einsatz – von kompakten E-Learnings bis hin zu interaktiven Workshops.</p>
<p>Ein Beispiel ist die Arbeit mit Climate Fresk: In einem dreistündigen Workshop erarbeiten Teilnehmende anhand wissenschaftlicher Grundlagen des Weltklimarats zentrale Zusammenhänge des Klimawandels. Mit Hilfe von Karten, Moderation und Diskussion entsteht ein gemeinsames Verständnis – oft verbunden mit „Aha“-Momenten darüber, wo Emissionen entstehen und welche Hebel besonders wirksam sind.</p>
<p>Ein Learning aus der Praxis: Veränderung beginnt oft im Kleinen. Wenn Mitarbeitende verstehen, wie ihr Arbeitsbereich mit den übergeordneten Nachhaltigkeitszielen verknüpft ist, entstehen Ideen für Verbesserungen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, dass auch individuelles Verhalten – etwa im Konsum oder im Umgang mit Ressourcen – Teil der Lösung ist. Upskilling wirkt damit in zwei Richtungen: Es stärkt die Wirksamkeit im Unternehmen und fördert verantwortungsbewusstes Handeln im privaten Umfeld.</p>
<h3>Daten, Dialog und Verantwortung: gemeinsam mehr erreichen</h3>
<p>Nachhaltige Transformation lässt sich nicht isoliert innerhalb eines Unternehmens erreichen. Wertschöpfungsketten sind global vernetzt – ein Großteil der Emissionen entsteht außerhalb der eigenen Standorte. Deshalb ist es entscheidend, auch Lieferanten und Partner auf diese Reise mitzunehmen. Zusammenarbeit wird zum Hebel für systemische Veränderung. Neben der Erfassung der Footprint-Daten der eigenen Standorte und innerbetrieblichen Prozesse geht es vor allem darum, den Fußabdruck entlang der Wertschöpfungskette zu erfassen und zu reduzieren. Dies ist nur möglich, wenn Emissionsdaten untereinander geteilt und gemeinsame Maßnahmen beschlossen werden.</p>
<p>Als Gründungsmitglied der Industrie-Initiative <a href="https://www.tfs-initiative.com/" target="_blank" rel="noopener">Together for Sustainability</a> (TfS) hat Henkel an der Entwicklung eines Leitfadens zum Product Carbon Footprint (PCF) mitgearbeitet, der es Lieferanten und Unternehmen ermöglicht, den CO₂-Fußabdruck von Rohstoffen nach einem einheitlichen Standard zu berechnen, mit Partnern zu teilen und so zur Dekarbonisierung der Chemiebranche beizutragen. Dieser Leitfaden konsolidiert bestehende PCF-Berechnungsansätze im Hinblick auf die Besonderheiten der chemischen Industrie. Zudem haben beispielsweise Catena-X (CX), ein gemeinschaftliches Datenökosystem für die Automobilindustrie, und TfS gemeinsam ein Rahmenwerk entwickelt, um die PCF-Datensätze zu verifizieren, die innerhalb der Automobil- und Chemielieferketten ausgetauscht werden.</p>
<p>Ergänzend zu diesen Aktivitäten und den Programmen für große strategische Lieferanten setzt Henkel mit Initiativen wie Climate Connect auch auf die Zusammenarbeit mit kleinen und mittelständischen Partnern, die oftmals wenige eigene Ressourcen im Bereich Nachhaltigkeit haben. Henkel unterstützt diese Lieferanten mit Know-how und Upskilling-Angeboten.</p>
<p>Upskilling ist damit weit mehr als ein HR-Instrument. Es ist ein strategischer Hebel für Transformation. Es verbindet individuelle Kompetenzentwicklung mit unternehmerischer Verantwortung und gesellschaftlichem Fortschritt. Oder anders gesagt: Wer versteht, kann gestalten. Und wer gestalten kann, macht den Unterschied – im Unternehmen wie darüber hinaus.</p>
<hr />
<p>Dies ist ein Gastbeitrag des BAUM-Mitglieds <strong>Henkel AG &amp; Co. KGaA</strong>.</p>
<p>Als Corporate Director ESG Reporting, Disclosure and Business Integration ist <strong>Uwe Bergmann</strong> bei Henkel für die ESG-Berichterstattung, Ratings und den Dialog mit Investoren sowie die strategische Integration von Nachhaltigkeit in Geschäftsprozesse und das Risikomanagement verantwortlich. Seit 2000 arbeitet Uwe Bergmann bei Henkel im Bereich Nachhaltigkeit und hat die Nachhaltigkeitsstrategie, ihre Umsetzung und die Berichterstattung gemeinsam mit den Unternehmensbereichen und Funktionen mitgestaltet.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/wissen-schafft-wirkung-so-entsteht-nachhaltiger-klimaschutz/">Wissen schafft Wirkung: So entsteht nachhaltiger Klimaschutz</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sustainable Economy Summit 2026: Wirtschaft zeigt Lösungen und diskutiert die Modernisierung als Standortfaktor</title>
		<link>https://baumev.de/sustainable-economy-summit-2026/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Apr 2026 12:55:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=20215</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Sustainable Economy Summit 2026 hat gezeigt, dass viele Unternehmen nicht mehr nur über nachhaltige Modernisierung sprechen, sondern sie bereits aktiv gestalten. Ein wichtiges Element des Summits war die Vorstellung des Sustainable Economy Barometers 2026.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/sustainable-economy-summit-2026/">Sustainable Economy Summit 2026: Wirtschaft zeigt Lösungen und diskutiert die Modernisierung als Standortfaktor</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Tage intensiver Debatten, konstruktiver Gespräche und konkreter Lösungsansätze: Der <a href="https://sustainable-economy-summit.org/" target="_blank" rel="noopener">Sustainable Economy Summit</a> 2026 hat gezeigt, dass viele Unternehmen nicht mehr nur über nachhaltige Modernisierung sprechen, sondern sie bereits aktiv gestalten. Im AXICA Kongress- und Tagungszentrum kamen führende Entscheider*innen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammen, um praxisnahe Antworten auf die zentralen Herausforderungen unserer Zeit zu diskutieren.</p>
<p>Im Mittelpunkt standen nicht abstrakte Zielbilder, sondern konkrete Einblicke in unternehmerische Praxis und der direkte Austausch mit politischen Entscheidungsträger*innen: Wie lassen sich Geschäftsmodelle erfolgreich transformieren? Welche Innovationen treiben die Dekarbonisierung voran? Wie können Unternehmen mit geopolitischen Unsicherheiten und steigenden Anforderungen umgehen? Und wie kann Politik die bereits vorhandene Dynamik in der Wirtschaft gezielt unterstützen?</p>
<p>„Der Sustainable Economy Summit hat eindrucksvoll gezeigt, dass viele Unternehmen die Transformation nicht nur mittragen, sondern aktiv gestalten wollen. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig verlässliche politische Rahmenbedingungen sind, damit aus Engagement konkrete Investitionen werden können. Wenn wir weiterhin Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und Innovation zusammendenken, wird die nachhaltige Modernisierung zum echten Standortvorteil für Deutschland“, resümiert Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter, die die Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit vertrat.</p>
<p>Diese Ansicht vertrat auch Dr. Daniela Büchel, Chief People and Sustainability Officer im Vorstand der REWE Group. „Nachhaltigkeit ermöglicht Wirtschaftlichkeit“, ist sie überzeugt. „Wir hätten die Kraft, wenn wir uns jetzt konzentrieren würden.“ Sie berichtete im Forum „Nachhaltigkeit in Zeiten des Umbruchs – und warum Haltung jetzt zählt“ u.a. von energiesparenden Innovationen, die unter steigenden Energiekosten besonders interessant seien.</p>
<h3>Praxisnahe Lösungen und neue Perspektiven</h3>
<p>Das Programm brachte unterschiedliche Perspektiven zusammen – von energiepolitischen Grundsatzfragen bis hin zu konkreten Umsetzungsbeispielen aus Unternehmen.</p>
<p>Dr. Robert Habeck ordnete die aktuelle Lage ein: „Die Energiefrage ist längst zu einer zentralen Standortfrage für Europa geworden. Steigende Preise, neue Abhängigkeiten und geopolitische Spannungen setzen Unternehmen unter Druck. Gleichzeitig eröffnet der Umbau unserer Energieversorgung große Chancen für Innovation und Investitionen. Entscheidend wird sein, wie wir es schaffen, Klimaschutz, Versorgungssicherheit und einen starken Wirtschaftsstandort in Europa gemeinsam voranzubringen und hierfür die richtigen Weichen zu stellen.“</p>
<p>Prof. Dr. Maja Göpel, Mitglied im <a href="https://baumev.de/baum-ev/gremien/" target="_blank" rel="noopener">Kuratorium Wissenschaft</a> von BAUM, machte deutlich, worum es in der aktuellen Phase der Transformation wirklich geht: „Wir stehen an einem Punkt, an dem sich entscheidet, ob wir innerhalb der bestehenden Wirtschaftsstruktur Kosten einsparen wollen, oder die Strukturen wirklich zukunftsfähig machen. Für die Erneuerung braucht es klare politische Linien, sonst kommen viele längst entwickelten Lösungen nicht zügig in die Breite. Das brauchen wir aber für neue wirtschaftliche Stärke.“</p>
<p>Dr. Eckart von Hirschhausen unterstrich die Verbindung von ökologischer und gesellschaftlicher Resilienz: „Was wir hier diskutieren, betrifft nicht nur Märkte, sondern unsere Lebensgrundlagen. Eine gesunde Umwelt ist die Voraussetzung für alles Wirtschaften. Der Summit zeigt, dass dieses Verständnis immer stärker in der Mitte der Wirtschaft ankommt.“ Auch aus der Unternehmenspraxis wurde deutlich, wie konkret Transformation bereits gestaltet wird.</p>
<h3>Zentrale Impulse für die Transformation</h3>
<p>Ein wichtiges Element des Summits war die Vorstellung des <a href="https://sustainable-economy-summit.org/wp-content/uploads/2026/04/Sustainable-Economy-Barometer-2026-Ergebnisse.pdf" target="_blank" rel="noopener">Sustainable Economy Barometers 2026</a>. Die Ergebnisse zeigen: Nachhaltigkeit ist für viele Unternehmen ein zentraler Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherung – gleichzeitig bleiben verlässliche Rahmen-bedingungen eine entscheidende Voraussetzung für weitere Investitionen. Darüber hinaus wurde deutlich, wie wichtig der Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft ist, um unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und tragfähige Lösungen zu entwickeln.</p>
<p>Yvonne Zwick, Vorsitzende von BAUM e.V., zog ein positives Fazit: „Beim Sustainable Economy Summit haben sieben nachhaltige Wirtschaftsinitiativen gezeigt, wie viel Wissen, Erfahrung, konkrete Lösungen und Wille zur Veränderung bereits vorhanden sind. Die Wirtschaft weist zupackend den Weg in die Zukunft in einer Geschwindigkeit, mit der die Politik nur schwer Schritt halten kann. Wir bräuchten einen stärkeren politischen Willen für eine Ordnungspolitik, die unsere Wirtschaft auf die nächste Ebene der Zukunftsfähigkeit hebt. Dazu gehört auch eine resiliente Energieinfrastruktur, die Abhängigkeiten von fossilen Energien und erratischen Staatenlenkern senkt.“</p>
<h3>Dialog als Rückenwind für Veränderung</h3>
<p>Der Sustainable Economy Summit 2026 zeigt: Die Modernisierung der Wirtschaft ist in vollem Gange und gewinnt dort an Tempo, wo Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gemeinsam an Lösungen arbeiten. Der Sustainable Economy Barometer 2026, eine repräsentative Befragung von privatwirtschaftlichen Entscheidungsträger*innen in Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden (Stichprobe 2.500), zeigt, dass Klimaschutz strategischer Wettbewerbsvorteil in der Modernisierung von Geschäftsmodellen geworden ist. Knapp zwei Drittel (65,1%) sehen Nachhaltigkeit als Treiber des langfristigen Unternehmenserfolgs – die deutliche Zustimmung liegt sogar sieben Prozentpunkte über dem Befragungsergebnis von 2023.</p>
<p>Der klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft wird mehrheitlich eine hohe Bedeutung für den künftigen Wirtschaftsstandort Deutschland zugeschrieben (56,4%). Verglichen mit 2023 hat die wahrgenommene Bedeutung deutlich um 10 Prozentpunkte zugenommen. Die Politik ist hierbei in besonderem Maße gefordert: 65,8% der Befragten bewerten ihre Rolle für das Erreichen einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft als wichtig. Die Befragten sind zudem mehrheitlich der Ansicht, dass Unternehmen ohne Nachhaltigkeitsstrategie langfristig nicht wettbewerbsfähig sind (53,7%, plus 5,5 Prozentpunkte im Vergleich zu 2023).</p>
<h3>Maßnahmen im Aufwind: Unternehmen handeln</h3>
<p>Der Blick auf konkrete Maßnahmen zeigt: Die deutsche Wirtschaft ist in Bewegung. Bereits jedes zweite Unternehmen hat Effizienzmaßnahmen ergriffen, etwa zur Energieeinsparung. Der Umstieg auf erneuerbare Energieträger hat ebenfalls an Dynamik gewonnen: 38,6% der Unternehmen haben diesen Schritt vollzogen, ein Plus von acht Prozentpunkten gegenüber 2023. Maßnahmen zur Ressourceneffizienz haben mit sieben Prozentpunkten (37,3%) deutlich zugelegt, knapp dahinter nachhaltigere Mobilitätslösungen (35,6 %, plus 7 Prozentpunkte im Vergleich zu 2023).</p>
<h3>Politische Inkonsequenz bremst Investitionen</h3>
<p>Mehr als die Hälfte (56,6%) der Entscheider*innen bewerten die wiederkehrende politische Debatte um eine Verschiebung der Klimaziele als wirtschaftlich schädlich. Zwei von drei Entscheider*innen (64,1%) beurteilen die Kontinuität der Klimaziele bis 2045 als wichtig bzw. sehr wichtig für die Planungssicherheit. Und 72,5% der Befragten stimmen zu, dass rechtliche Unsicherheiten rund um Nachhaltigkeitsberichterstattung und Sorgfaltspflichten Investitionsentscheidungen verzögern. Zudem fühlen sich 59,3% der Unternehmen durch Kammern und klassische Wirtschaftsverbände nicht ausreichend bei der Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise unterstützt.</p>
<h3>Politische Instrumente: Abbau klimaschädlicher Subventionen gefordert</h3>
<p>Gefragt nach dem sinnvollsten politischen Instrumenten-Mix für das Erreichen einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft nennt knapp jede*r Zweite (48,3%) den Abbau klimaschädlicher Subventionen als wichtigste Maßnahme, gefolgt von einer niedrigeren Besteuerung nachhaltiger Produkte (40,7%) sowie der steuerlichen Förderung nachhaltiger Maßnahmen für Unternehmen (36,5%).</p>
<hr />
<p>Das Sustainable Economy Barometer 2026 wurde vom Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag der Sustainable Economy gGmbH durchgeführt. Civey hat für den Sustainable Economy Summit vom 11.3.2026 bis 15.4.2026 privatwirtschaftliche Entscheider*innen in Unternehmen mit über 50 Mitarbeitenden befragt (Stichprobe 2.500). Der statistische Fehler des Gesamtergebnisses beträgt 3,8 Prozentpunkte. Das Barometer erscheint zum zweiten Mal; Vergleichswerte beziehen sich auf die Ersterhebung 2023.</p>
<p>Der Trägerkreis des Sustainable Economy Summit 2026 war ein sektorübergreifendes Bündnis progressiver Wirtschaftsverbände und Initiativen: Bioland e.V., BAUM e.V., BNW Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V., Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) e.V., Gemeinwohl-Ökonomie Deutschland e.V., Klimaschutz-Unternehmen e.V., Mission Wertvoll.</p>
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		<title>Event Carbon Footprint und Stoffstrombilanz: von der gefühlten zur wissensbasierten Nachhaltigkeit</title>
		<link>https://baumev.de/event-carbon-footprint-und-stoffstrombilanz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2026 06:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Circular Economy]]></category>
		<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Klima & Energie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=20171</guid>

					<description><![CDATA[<p>Für die BAUM-Tagung 2025 liegt nun der Event Carbon Footprint und erstmals eine umfassende Stoffstrombilanz vor, die mit handfesten, belastbaren Zahlen eine Basis bilden für die ökologische Bewertung, Kommunikation und künftige strategische Ausrichtung des jährlichen großen Netzwerktreffens.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Klima- und Ressourcenschutz sind für BAUM bei der Planung und Durchführung von Veranstaltungen seit Jahren eine Selbstverständlichkeit. Für die BAUM-Tagung 2025 liegt nun der Event Carbon Footprint und erstmals eine umfassende Stoffstrombilanz vor, die mit handfesten, belastbaren Zahlen eine Basis bilden für die ökologische Bewertung, Kommunikation und künftige strategische Ausrichtung des jährlichen großen Netzwerktreffens.</p>
<p>Eine Stoffstrombilanz zeigt, welche Materialien und Energiemengen in eine Veranstaltung hinein- und wieder hinausfließen. Ähnlich wie eine CO<sub>2e</sub>-Bilanz bildet sie damit die Grundlage, Ressourceneinsatz systematisch zu verstehen und einzuordnen.</p>
<p>BAUM hat die Analysen 2025 in Zusammenarbeit mit den BAUM-Mitgliedern 2bdifferent und Trash Galore für die BAUM-Tagung – ein jährliches Event mit rund 300 Nachhaltigkeitsengagierten – umgesetzt. Die Ergebnisse liefern differenzierte und teilweise überraschende Einblicke in Materialflüsse, Ressourcenverbräuche und Wirkungspotenziale von Veranstaltungen. Sie tragen zudem dazu bei, das Eventmanagement von BAUM im Rahmen der <a href="https://www.wirtschaftproklima.de/veranstaltungswirtschaft" target="_blank" rel="noopener">Initiative Nachhaltige Veranstaltungswirtschaft</a> (INV) weiter zu qualifizieren.</p>
<p>„Die BAUM-Tagung als nachhaltiges Event ressourcensparend und klimabewusst durchzuführen, hat für uns höchste Priorität“, betont Elisabeth Michels, Veranstaltungsmanagerin bei BAUM. „Im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses erreichen wir dank der nun vorliegenden Analysen die nächste Stufe.“</p>
<p>„Die Analysen bieten durch ihre anschauliche Aufbereitung eine fundierte Grundlage, um gemeinsam zu reflektieren: Was wirkt und schlägt sich wirklich bilanziell nieder? Wo liegen die größten Hebel?“, so Clemens Arnold, Managing Director von 2bdifferent. „Ein wichtiges Learning: Die Einbindung aller beteiligten Gewerke – insbesondere Location, Technik und Catering – ist entscheidend für eine umfassende und transparente Bewertungsgrundlage.“</p>
<p>„Diese Bilanz ist kein Urteil, sondern eine sachliche Grundlage“, erläutert Lukas Binner, Co-Founder von Trash Galore. „Sie zeigt transparent auf, was wir berechnet haben und wo konservative Schätzungen vorgenommen wurden, um eine verlässliche Basis für den weiteren Nachhaltigkeitskontext zu bieten.“</p>
<h3>Carbon Footprint für das „Produkt“ BAUM-Tagung</h3>
<p>Die methodische Grundlage ist eine Lebenszyklusanalyse (LCA) gemäß ISO 14040/44 und ISO 14067. Das Ergebnis ist als partieller Product Carbon Footprint zu verstehen – mit der Tagung als „Produkt“. Der Untersuchungsrahmen ist die Durchführungsphase der Veranstaltung inklusive Auf- und Abbauzeiten. Das Greenhouse Gas Protocol dient als struktureller Rahmen, jedoch nicht als methodische Grenze.</p>
<p>Geographisch konzentriert sich die Analyse auf Deutschland und die Nutzung hauptsächlich lokaler Dienstleister; internationale Lieferketten wurden lediglich für unvermeidbare Importwaren wie bestimmte Nahrungsmittel oder Rohstoffe indirekt modelliert. Die funktionelle Einheit ist definiert als „eine Durchführung der Veranstaltung“ und „eine teilnehmende Person pro Tag“, wobei die Bilanz auf einer Anzahl von 297 Personen an jeweils beiden Veranstaltungstagen basiert. Der dazugehörige Referenzfluss umfasst die gesamte Durchführung des Events und alle dafür notwendigen Inputs an Energie, Materialien und Dienstleistungen, um diese Funktion zu erfüllen.</p>
<p><a href="https://baumev.de/wp-content/uploads/2026/04/DE_ECF-Stoffstrombilanz-Report_BAUM-e.V.-TAGUNG-2025-Update-052026.pdf" target="_blank" rel="noopener">Ergebnisse der Analyse als PDF</a></p>
<p>Details zu „Event Carbon Footprint“ und Stoffstrombilanz können BAUM-Mitglieder, Umsetzungspartner der BAUM-Tagungen 2025 und 2026 sowie Mitglieder der INV bei einem <a href="https://baumev.de/event/2026_04_30_webinar-stoffstromanalyse-der-baum-tagung/" target="_blank" rel="noopener">Webinar</a> am 30. April (11:00-12:30) erfahren.</p>
<p>Die INV ist maßgeblich an der Vorbereitung der <a href="https://baumev.de/baum-tagung/" target="_blank" rel="noopener">BAUM-Tagung 2026</a> beteiligt, die am 9. und 10. September im baden-württembergischen Rust stattfindet.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/event-carbon-footprint-und-stoffstrombilanz/">Event Carbon Footprint und Stoffstrombilanz: von der gefühlten zur wissensbasierten Nachhaltigkeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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