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	<title>BAUM e.V.</title>
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	<description>BAUM e.V. – Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften</description>
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	<title>BAUM e.V.</title>
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		<title>Sustainable Economy Summit 2026: Wirtschaft zeigt Lösungen und diskutiert die Modernisierung als Standortfaktor</title>
		<link>https://baumev.de/sustainable-economy-summit-2026/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Apr 2026 12:55:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Sustainable Economy Summit 2026 hat gezeigt, dass viele Unternehmen nicht mehr nur über nachhaltige Modernisierung sprechen, sondern sie bereits aktiv gestalten. Ein wichtiges Element des Summits war die Vorstellung des Sustainable Economy Barometers 2026.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/sustainable-economy-summit-2026/">Sustainable Economy Summit 2026: Wirtschaft zeigt Lösungen und diskutiert die Modernisierung als Standortfaktor</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Tage intensiver Debatten, konstruktiver Gespräche und konkreter Lösungsansätze: Der <a href="https://sustainable-economy-summit.org/" target="_blank" rel="noopener">Sustainable Economy Summit</a> 2026 hat gezeigt, dass viele Unternehmen nicht mehr nur über nachhaltige Modernisierung sprechen, sondern sie bereits aktiv gestalten. Im AXICA Kongress- und Tagungszentrum kamen führende Entscheider*innen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammen, um praxisnahe Antworten auf die zentralen Herausforderungen unserer Zeit zu diskutieren.</p>
<p>Im Mittelpunkt standen nicht abstrakte Zielbilder, sondern konkrete Einblicke in unternehmerische Praxis und der direkte Austausch mit politischen Entscheidungsträger*innen: Wie lassen sich Geschäftsmodelle erfolgreich transformieren? Welche Innovationen treiben die Dekarbonisierung voran? Wie können Unternehmen mit geopolitischen Unsicherheiten und steigenden Anforderungen umgehen? Und wie kann Politik die bereits vorhandene Dynamik in der Wirtschaft gezielt unterstützen?</p>
<p>„Der Sustainable Economy Summit hat eindrucksvoll gezeigt, dass viele Unternehmen die Transformation nicht nur mittragen, sondern aktiv gestalten wollen. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig verlässliche politische Rahmenbedingungen sind, damit aus Engagement konkrete Investitionen werden können. Wenn wir weiterhin Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und Innovation zusammendenken, wird die nachhaltige Modernisierung zum echten Standortvorteil für Deutschland“, resümiert Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter, die die Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit vertrat.</p>
<p>Diese Ansicht vertrat auch Dr. Daniela Büchel, Chief People and Sustainability Officer im Vorstand der REWE Group. „Nachhaltigkeit ermöglicht Wirtschaftlichkeit“, ist sie überzeugt. „Wir hätten die Kraft, wenn wir uns jetzt konzentrieren würden.“ Sie berichtete im Forum „Nachhaltigkeit in Zeiten des Umbruchs – und warum Haltung jetzt zählt“ u.a. von energiesparenden Innovationen, die unter steigenden Energiekosten besonders interessant seien.</p>
<h3>Praxisnahe Lösungen und neue Perspektiven</h3>
<p>Das Programm brachte unterschiedliche Perspektiven zusammen – von energiepolitischen Grundsatzfragen bis hin zu konkreten Umsetzungsbeispielen aus Unternehmen.</p>
<p>Dr. Robert Habeck ordnete die aktuelle Lage ein: „Die Energiefrage ist längst zu einer zentralen Standortfrage für Europa geworden. Steigende Preise, neue Abhängigkeiten und geopolitische Spannungen setzen Unternehmen unter Druck. Gleichzeitig eröffnet der Umbau unserer Energieversorgung große Chancen für Innovation und Investitionen. Entscheidend wird sein, wie wir es schaffen, Klimaschutz, Versorgungssicherheit und einen starken Wirtschaftsstandort in Europa gemeinsam voranzubringen und hierfür die richtigen Weichen zu stellen.“</p>
<p>Prof. Dr. Maja Göpel, Mitglied im <a href="https://baumev.de/baum-ev/gremien/" target="_blank" rel="noopener">Kuratorium Wissenschaft</a> von BAUM, machte deutlich, worum es in der aktuellen Phase der Transformation wirklich geht: „Wir stehen an einem Punkt, an dem sich entscheidet, ob wir innerhalb der bestehenden Wirtschaftsstruktur Kosten einsparen wollen, oder die Strukturen wirklich zukunftsfähig machen. Für die Erneuerung braucht es klare politische Linien, sonst kommen viele längst entwickelten Lösungen nicht zügig in die Breite. Das brauchen wir aber für neue wirtschaftliche Stärke.“</p>
<p>Dr. Eckart von Hirschhausen unterstrich die Verbindung von ökologischer und gesellschaftlicher Resilienz: „Was wir hier diskutieren, betrifft nicht nur Märkte, sondern unsere Lebensgrundlagen. Eine gesunde Umwelt ist die Voraussetzung für alles Wirtschaften. Der Summit zeigt, dass dieses Verständnis immer stärker in der Mitte der Wirtschaft ankommt.“ Auch aus der Unternehmenspraxis wurde deutlich, wie konkret Transformation bereits gestaltet wird.</p>
<h3>Zentrale Impulse für die Transformation</h3>
<p>Ein wichtiges Element des Summits war die Vorstellung des Sustainable Economy Barometers 2026. Die Ergebnisse zeigen: Nachhaltigkeit ist für viele Unternehmen ein zentraler Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherung – gleichzeitig bleiben verlässliche Rahmen-bedingungen eine entscheidende Voraussetzung für weitere Investitionen. Darüber hinaus wurde deutlich, wie wichtig der Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft ist, um unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und tragfähige Lösungen zu entwickeln.</p>
<p>Yvonne Zwick, Vorsitzende von BAUM e.V., zog ein positives Fazit: „Beim Sustainable Economy Summit haben sieben nachhaltige Wirtschaftsinitiativen gezeigt, wie viel Wissen, Erfahrung, konkrete Lösungen und Wille zur Veränderung bereits vorhanden sind. Die Wirtschaft weist zupackend den Weg in die Zukunft in einer Geschwindigkeit, mit der die Politik nur schwer Schritt halten kann. Wir bräuchten einen stärkeren politischen Willen für eine Ordnungspolitik, die unsere Wirtschaft auf die nächste Ebene der Zukunftsfähigkeit hebt. Dazu gehört auch eine resiliente Energieinfrastruktur, die Abhängigkeiten von fossilen Energien und erratischen Staatenlenkern senkt.“</p>
<h3>Dialog als Rückenwind für Veränderung</h3>
<p>Der Sustainable Economy Summit 2026 zeigt: Die Modernisierung der Wirtschaft ist in vollem Gange und gewinnt dort an Tempo, wo Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gemeinsam an Lösungen arbeiten. Der Sustainable Economy Barometer 2026, eine repräsentative Befragung von privatwirtschaftlichen Entscheidungsträger*innen in Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden (Stichprobe 2.500), zeigt, dass Klimaschutz strategischer Wettbewerbsvorteil in der Modernisierung von Geschäftsmodellen geworden ist. Knapp zwei Drittel (65,1%) sehen Nachhaltigkeit als Treiber des langfristigen Unternehmenserfolgs – die deutliche Zustimmung liegt sogar sieben Prozentpunkte über dem Befragungsergebnis von 2023.</p>
<p>Der klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft wird mehrheitlich eine hohe Bedeutung für den künftigen Wirtschaftsstandort Deutschland zugeschrieben (56,4%). Verglichen mit 2023 hat die wahrgenommene Bedeutung deutlich um 10 Prozentpunkte zugenommen. Die Politik ist hierbei in besonderem Maße gefordert: 65,8% der Befragten bewerten ihre Rolle für das Erreichen einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft als wichtig. Die Befragten sind zudem mehrheitlich der Ansicht, dass Unternehmen ohne Nachhaltigkeitsstrategie langfristig nicht wettbewerbsfähig sind (53,7%, plus 5,5 Prozentpunkte im Vergleich zu 2023).</p>
<h3>Maßnahmen im Aufwind: Unternehmen handeln</h3>
<p>Der Blick auf konkrete Maßnahmen zeigt: Die deutsche Wirtschaft ist in Bewegung. Bereits jedes zweite Unternehmen hat Effizienzmaßnahmen ergriffen, etwa zur Energieeinsparung. Der Umstieg auf erneuerbare Energieträger hat ebenfalls an Dynamik gewonnen: 38,6% der Unternehmen haben diesen Schritt vollzogen, ein Plus von acht Prozentpunkten gegenüber 2023. Maßnahmen zur Ressourceneffizienz haben mit sieben Prozentpunkten (37,3%) deutlich zugelegt, knapp dahinter nachhaltigere Mobilitätslösungen (35,6 %, plus 7 Prozentpunkte im Vergleich zu 2023).</p>
<h3>Politische Inkonsequenz bremst Investitionen</h3>
<p>Mehr als die Hälfte (56,6%) der Entscheider*innen bewerten die wiederkehrende politische Debatte um eine Verschiebung der Klimaziele als wirtschaftlich schädlich. Zwei von drei Entscheider*innen (64,1%) beurteilen die Kontinuität der Klimaziele bis 2045 als wichtig bzw. sehr wichtig für die Planungssicherheit. Und 72,5% der Befragten stimmen zu, dass rechtliche Unsicherheiten rund um Nachhaltigkeitsberichterstattung und Sorgfaltspflichten Investitionsentscheidungen verzögern. Zudem fühlen sich 59,3% der Unternehmen durch Kammern und klassische Wirtschaftsverbände nicht ausreichend bei der Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise unterstützt.</p>
<h3>Politische Instrumente: Abbau klimaschädlicher Subventionen gefordert</h3>
<p>Gefragt nach dem sinnvollsten politischen Instrumenten-Mix für das Erreichen einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft nennt knapp jede*r Zweite (48,3%) den Abbau klimaschädlicher Subventionen als wichtigste Maßnahme, gefolgt von einer niedrigeren Besteuerung nachhaltiger Produkte (40,7%) sowie der steuerlichen Förderung nachhaltiger Maßnahmen für Unternehmen (36,5%).</p>
<hr />
<p>Das Sustainable Economy Barometer 2026 wurde vom Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag der Sustainable Economy gGmbH durchgeführt. Civey hat für den Sustainable Economy Summit vom 11.3.2026 bis 15.4.2026 privatwirtschaftliche Entscheider*innen in Unternehmen mit über 50 Mitarbeitenden befragt (Stichprobe 2.500). Der statistische Fehler des Gesamtergebnisses beträgt 3,8 Prozentpunkte. Das Barometer erscheint zum zweiten Mal; Vergleichswerte beziehen sich auf die Ersterhebung 2023.</p>
<p>Der Trägerkreis des Sustainable Economy Summit 2026 war ein sektorübergreifendes Bündnis progressiver Wirtschaftsverbände und Initiativen: Bioland e.V., BAUM e.V., BNW Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V., Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) e.V., Gemeinwohl-Ökonomie Deutschland e.V., Klimaschutz-Unternehmen e.V., Mission Wertvoll.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Event Carbon Footprint und Stoffstrombilanz: von der gefühlten zur wissensbasierten Nachhaltigkeit</title>
		<link>https://baumev.de/event-carbon-footprint-und-stoffstrombilanz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2026 06:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Circular Economy]]></category>
		<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Klima & Energie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für die BAUM-Tagung 2025 liegt nun der Event Carbon Footprint und erstmals eine umfassende Stoffstrombilanz vor, die mit handfesten, belastbaren Zahlen eine Basis bilden für die ökologische Bewertung, Kommunikation und künftige strategische Ausrichtung des jährlichen großen Netzwerktreffens.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Klima- und Ressourcenschutz sind für BAUM bei der Planung und Durchführung von Veranstaltungen seit Jahren eine Selbstverständlichkeit. Für die BAUM-Tagung 2025 liegt nun der Event Carbon Footprint und erstmals eine umfassende Stoffstrombilanz vor, die mit handfesten, belastbaren Zahlen eine Basis bilden für die ökologische Bewertung, Kommunikation und künftige strategische Ausrichtung des jährlichen großen Netzwerktreffens.</p>
<p>Eine Stoffstrombilanz zeigt, welche Materialien und Energiemengen in eine Veranstaltung hinein- und wieder hinausfließen. Ähnlich wie eine CO<sub>2e</sub>-Bilanz bildet sie damit die Grundlage, Ressourceneinsatz systematisch zu verstehen und einzuordnen.</p>
<p>BAUM hat die Analysen 2025 in Zusammenarbeit mit den BAUM-Mitgliedern 2bdifferent und Trash Galore für die BAUM-Tagung – ein jährliches Event mit rund 300 Nachhaltigkeitsengagierten – umgesetzt. Die Ergebnisse liefern differenzierte und teilweise überraschende Einblicke in Materialflüsse, Ressourcenverbräuche und Wirkungspotenziale von Veranstaltungen. Sie tragen zudem dazu bei, das Eventmanagement von BAUM im Rahmen der <a href="https://www.wirtschaftproklima.de/veranstaltungswirtschaft" target="_blank" rel="noopener">Initiative Nachhaltige Veranstaltungswirtschaft</a> (INV) weiter zu qualifizieren.</p>
<p>„Die BAUM-Tagung als nachhaltiges Event ressourcensparend und klimabewusst durchzuführen, hat für uns höchste Priorität“, betont Elisabeth Michels, Veranstaltungsmanagerin bei BAUM. „Im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses erreichen wir dank der nun vorliegenden Analysen die nächste Stufe.“</p>
<p>„Die Analysen bieten durch ihre anschauliche Aufbereitung eine fundierte Grundlage, um gemeinsam zu reflektieren: Was wirkt und schlägt sich wirklich bilanziell nieder? Wo liegen die größten Hebel?“, so Clemens Arnold, Managing Director von 2bdifferent. „Ein wichtiges Learning: Die Einbindung aller beteiligten Gewerke – insbesondere Location, Technik und Catering – ist entscheidend für eine umfassende und transparente Bewertungsgrundlage.“</p>
<p>„Diese Bilanz ist kein Urteil, sondern eine sachliche Grundlage“, erläutert Lukas Binner, Co-Founder von Trash Galore. „Sie zeigt transparent auf, was wir berechnet haben und wo konservative Schätzungen vorgenommen wurden, um eine verlässliche Basis für den weiteren Nachhaltigkeitskontext zu bieten.“</p>
<h3>Carbon Footprint für das „Produkt“ BAUM-Tagung</h3>
<p>Die methodische Grundlage ist eine Lebenszyklusanalyse (LCA) gemäß ISO 14040/44 und ISO 14067. Das Ergebnis ist als partieller Product Carbon Footprint zu verstehen – mit der Tagung als „Produkt“. Der Untersuchungsrahmen ist die Durchführungsphase der Veranstaltung inklusive Auf- und Abbauzeiten. Das Greenhouse Gas Protocol dient als struktureller Rahmen, jedoch nicht als methodische Grenze.</p>
<p>Geographisch konzentriert sich die Analyse auf Deutschland und die Nutzung hauptsächlich lokaler Dienstleister; internationale Lieferketten wurden lediglich für unvermeidbare Importwaren wie bestimmte Nahrungsmittel oder Rohstoffe indirekt modelliert. Die funktionelle Einheit ist definiert als „eine Durchführung der Veranstaltung“ und „eine teilnehmende Person pro Tag“, wobei die Bilanz auf einer Anzahl von 297 Personen an jeweils beiden Veranstaltungstagen basiert. Der dazugehörige Referenzfluss umfasst die gesamte Durchführung des Events und alle dafür notwendigen Inputs an Energie, Materialien und Dienstleistungen, um diese Funktion zu erfüllen.</p>
<p><a href="https://baumev.de/wp-content/uploads/2026/03/DE_ECF-Report_BAUM-e.V.-TAGUNG-2025.pdf" target="_blank" rel="noopener">Ergebnisse der Analyse als PDF</a></p>
<p>Details zu „Event Carbon Footprint“ und Stoffstrombilanz können BAUM-Mitglieder, Umsetzungspartner der BAUM-Tagungen 2025 und 2026 sowie Mitglieder der INV bei einem <a href="https://baumev.de/event/2026_04_30_webinar-stoffstromanalyse-der-baum-tagung/" target="_blank" rel="noopener">Webinar</a> am 30. April (11:00-12:30) erfahren.</p>
<p>Die INV ist maßgeblich an der Vorbereitung der <a href="https://baumev.de/baum-tagung/" target="_blank" rel="noopener">BAUM-Tagung 2026</a> beteiligt, die am 9. und 10. September im baden-württembergischen Rust stattfindet.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/event-carbon-footprint-und-stoffstrombilanz/">Event Carbon Footprint und Stoffstrombilanz: von der gefühlten zur wissensbasierten Nachhaltigkeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Zum Tod von Carsten Träger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherhei</title>
		<link>https://baumev.de/zum-tod-von-carsten-traeger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 10:38:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit großer Erschütterung und Schmerz betrauert BAUM den unerwarteten und viel zu frühen Tod von Carsten Träger. Er verstarb am 21. März 2026 im Alter von nur 52 Jahren.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/zum-tod-von-carsten-traeger/">Zum Tod von Carsten Träger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherhei</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit großer Erschütterung und Schmerz betrauert BAUM den unerwarteten und viel zu frühen Tod von Carsten Träger. Er verstarb am 21. März 2026 im Alter von nur 52 Jahren.</p>
<p>Carsten Träger war seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages und setzte sich dort über viele Jahre hinweg mit großer Überzeugung für Umwelt-, Klima- und Naturschutz ein. Er war Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie Obmann im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung. Seit Mai 2025 wirkte er als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.</p>
<p>BAUM verbindet mit Carsten Träger eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Von 2020 bis einschließlich 2024 engagierte er sich als Jurymitglied des BAUM | Umwelt- und Nachhaltigkeitspreises. Mit seiner fachlichen Expertise, seiner klaren Haltung und seinem feinen Gespür für wirksame Transformation hat er die Auswahl der Preisträger*innen maßgeblich mitgeprägt. Sein Engagement für eine nachhaltige Wirtschaft und Gesellschaft ging dabei über seine politischen Ämter hinaus.</p>
<p>Wir verlieren mit Carsten Träger einen klugen, glaubwürdigen und verlässlichen Mitstreiter für nachhaltiges Wirtschaften sowie einen geschätzten Partner unseres Netzwerks. Zugleich verlieren wir einen zugewandten, herzlichen Menschen, der den Dialog auf Augenhöhe suchte und Brücken zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gebaut hat.</p>
<p>Sein Tod bewegt uns tief. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.<br />
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie sowie allen Angehörigen und Weggefährt*innen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/zum-tod-von-carsten-traeger/">Zum Tod von Carsten Träger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherhei</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ein unermüdlicher Kämpfer für das Gute: In Gedenken an Burkhard Remmers</title>
		<link>https://baumev.de/ein-unermuedlicher-kaempfer-fuer-das-gute-in-gedenken-an-burkhard-remmers/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2026 08:45:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=19646</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am 18. März 2026 verstarb Burkhard Remmers, Pressesprecher und Leiter Unternehmenskommunikation des BAUM-Mitglieds Wilkhahn. BAUM trauert um einen engagierten Menschen, mit dem wir viele Jahre eng zusammengearbeitet haben. Wir übernehmen hier eine Pressemitteilung von Wilkhahn.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/ein-unermuedlicher-kaempfer-fuer-das-gute-in-gedenken-an-burkhard-remmers/">Ein unermüdlicher Kämpfer für das Gute: In Gedenken an Burkhard Remmers</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 18. März verstarb der langjährige Pressesprecher und Leiter Unternehmenskommunikation des Büromöbelherstellers Wilkhahn. Burkhard Remmers prägte über 30 Jahre die Außendarstellung des Familienunternehmens und wird nicht nur am Headquarter in Eimbeckhausen, sondern auch in der internationalen Möbelbranche schmerzlich vermisst.</p>
<p>Geboren im bayrischen Augsburg, studierte Burkhard Remmers in seiner Heimatstadt Germanistik, Geschichte und Erziehungswissenschaften. Nach seinem Abschluss zog es ihn jedoch nicht wie ursprünglich geplant ins Lehramt, sondern zunächst in die Marketingabteilung des Möbelherstellers USM im badischen Bühl.</p>
<p>1995 wechselte er zu Wilkhahn und verantwortete fortan mit strategischem Weitblick und unermüdlichem Einsatz die externe und interne Kommunikation. Sein Beruf war für ihn stets auch Berufung: Ganz im Geiste der „Ulmer Schule“ brachte er für die Marke wichtige Themen wie Nachhaltigkeit, „Design made in Germany“ und das Bewegungssitzen erfolgreich voran. Mit großer Fachexpertise erlangte er als geschätzter Partner von Journalisten, gern gesehener Redner und versierter Autor eine Bekanntheit, die weit über die Branchen- und Landesgrenzen hinaus geht. Dabei war es vor allem sein humanistisches Menschenbild, das mit Toleranz, Herzlichkeit und dem festen Glauben an das Gute seine Wegbegleiter in den Bann zog. Ob als packender Vortragender, begnadeter Schreiber oder kluger Diskutant: Wie kaum ein anderer in der Branche identifizierte er sich mit seiner Aufgabe und wurde selbst zum Markenzeichen. Dazu passt auch, dass er sich außerhalb seiner Arbeitszeit in Vereinen wie dem Werkbund Nord engagierte und eigene Förderprojekte in Afrika initiierte.</p>
<p>Dr. Jochen Hahne, Vorsitzender des Beirats und langjähriger CEO von Wilkhahn: „Burkhard Remmers hat die Entwicklung unseres Unternehmens über Jahre entscheidend mitgestaltet. Es ist unser Anspruch, seinen Enthusiasmus und Tatendrang weiter in die Zukunft zu tragen.“</p>
<p>Burkhard Remmers starb im Alter von nur 66 Jahren nach schwerer Krankheit.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/ein-unermuedlicher-kaempfer-fuer-das-gute-in-gedenken-an-burkhard-remmers/">Ein unermüdlicher Kämpfer für das Gute: In Gedenken an Burkhard Remmers</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Biodiversität im Agrarbanking: Herausforderungen und Chancen der ESG-Risiken</title>
		<link>https://baumev.de/biodiversitaet-im-agrarbanking-herausforderungen-und-chancen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2026 06:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biodiversität & Ökosysteme]]></category>
		<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Sustainable Finance & Berichterstattung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=18824</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Bedeutung von Biodiversität rückt im Agrarbanking stärker in den Fokus. Eine aktuelle Marktstudie von der Landwirtschaftlichen Rentenbank und Capgemini Invent beleuchtet, wie Biodiversität bislang im Kreditgeschäft berücksichtigt wird und wo die größten Herausforderungen liegen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/biodiversitaet-im-agrarbanking-herausforderungen-und-chancen/">Biodiversität im Agrarbanking: Herausforderungen und Chancen der ESG-Risiken</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bedeutung von Biodiversität rückt im Agrarbanking stärker in den Fokus. Eine aktuelle Marktstudie von der Landwirtschaftlichen Rentenbank und Capgemini Invent beleuchtet, wie Biodiversität bislang im Kreditgeschäft berücksichtigt wird und wo die größten Herausforderungen liegen.</p>
<p>Befragt wurden für die <a href="https://publikationen.rentenbank.de/biodiversitaet/" target="_blank" rel="noopener">Studie</a> 24 Finanzinstitute unterschiedlicher Größe. Interviews mit Banken, Bankverbänden, Forschungsinstituten und Akteur:innen aus der Landwirtschaft geben zusätzliche Einblicke in die aktuellen Praktiken und unterschiedlichen Auffassungen zu ESG-Risiken.</p>
<h3>Banken und Landwirtschaft: unterschiedliche Sichtweise auf Risiken</h3>
<p>Die Studie zeigt, dass Banken das Thema Biodiversität vor allem aus der Perspektive der Risiko-Regulatorik beleuchten. Relevant ist dafür die Betrachtung der sogenannten Biodiversitäts- oder auch naturbezogenen Risiken. Im Vergleich zu Klimarisiken sind diese jedoch deutlich komplexer: Sie wirken regional und lassen sich nicht in einheitliche Bewertungsmodelle integrieren, u.a. weil eine eindeutige Metrik – wie z.B. ein CO₂-Äquivalent – fehlt.</p>
<p>Interessant ist, dass Banken physische Risiken – wie Bodendegradierung oder den Rückgang von Insekten zur Bestäubung der Pflanzen – als besonders relevant einstufen. Die Landwirtschaft hingegen sieht transitorische Risiken, also solche, die durch Marktverschiebungen oder politische Veränderungen im Sektor entstehen, als gravierender an. Diese Diskrepanz zeigt die unterschiedlichen Perspektiven zum unternehmerischen Risiko in einem Betrieb sehr deutlich. Die bedeutendsten physischen Risiken der Landwirtschaft waren für alle Befragten allerdings eindeutig: Bodendegradierung und Erosion, geringere Wasserqualität und -verfügbarkeit sowie der Rückgang von Bestäubern.</p>
<h3>Erfassung durch Banken</h3>
<p>Zwei Drittel der Banken erwarten, dass Biodiversität in den kommenden fünf Jahren eine mittlere bis hohe Relevanz für die Bonität der Agrarkund:innen haben wird. Trotzdem preisen über 90 Prozent naturbezogene Risiken bislang nicht in ihre Kreditkonditionen ein. Lediglich eines der befragtenInstitute gab an, mit Honorierungen positive Anreize zu setzen. Die Studie macht deutlich, wo die Schwierigkeiten liegen:</p>
<ol>
<li>Biodiversität unterliegt natürlichen Schwankungen und Wechselwirkungen. Schwankungen von Ernteerträgen sind nur in seltenen Fällen auf eine einzige Ursache zurückzuführen. Sie sind das Ergebnis verschiedener Wechselwirkungen im gesamten Ökosystem und von Jahr zu Jahr zu beobachten. Daher ist es schwer, die Auswirkungen des Biodiversitätsverlustes treffsicher zu benennen.</li>
<li>Es fehlt eine einheitliche Metrik. Über 75 Prozent der Befragten nennen den hohen Erhebungsaufwand und fehlende Daten als Hindernisse für die Integration naturbezogener Risiken in Kreditprozesse. Banken müssten je nach finanziertem Sektor unterschiedliche Kennzahlen abfragen.</li>
<li>Biodiversität ist lokal. Die standort- und kundenspezifischen Unterschiede sind enorm. Viele Banken berichten von größten Herausforderungen bei dem Versuch, ihren Kund:innen gegenüber fair in der Bewertung zu sein.</li>
</ol>
<h3>Lösungsansätze und Best-Practice-Beispiele</h3>
<p>Im Finanzsektor gibt es bereits einige Ansätze, um Biodiversitätsrisiken besser zu erfassen: Online-Tools wie ENCORE (Exploring Natural Capital Opportunities, Risks and Exposure) oder der WWF Risk Filter können helfen, Abhängigkeiten von der Natur zu erkennen; sie werden von einem Drittel der Banken genutzt. Die Tools geben einen Wert aus, wie stark ein Portfolio von Ökosystemleistungen abhängt. Je nach finanzierter Wirtschaftstätigkeit fallen diese Abhängigkeiten sehr unterschiedlich aus, weil sie auf verschiedene Ressourcen zurückgreifen. Da unterschiedliche Standorte nicht ausreichend berücksichtigt werden, sind die Ergebnisse auch noch zu allgemein. Viele Banken wünschen sich deshalb, die lokalen Gegebenheiten ihrer Kreditnehmenden besser einbeziehen zu können. Dazu müssen allerdings Daten auf Einzelkundenbasis erhoben und analysiert werden. Trotzdem ist der Einbezug solcher Tools in das ESG-Scoring für viele Banken der Beginn, naturbezogene Risiken zu berücksichtigen. Fortgeschrittene Institute nutzen zusätzlich Geodaten und geprüften Zertifizierungen der Kund:innen.</p>
<p>Die Rentenbank und Capgemini Invent haben gemeinsam mit den Interviewten eine Maßnahmenliste erstellt, die zeigt, wie Banken landwirtschaftliche Betriebe bei der Absicherung und langfristigen Risikominderung unterstützen können. Die Liste soll eine erste Orientierung im Agrarkundengeschäft bieten, welche Maßnahmen Wirkung zeigen, auch wenn diese an den jeweiligen Standort angepasst werden müssen.</p>
<h3>Wie es weitergeht</h3>
<p>Die Agrarwirtschaft ist einer der wenigen Sektoren, die zu mehr biologischer Vielfalt beitragen können. Regenerative Maßnahmen wie Humusaufbau und biodiversitätsfördernde Praktiken können zudem langfristig Erträge sichern und die Widerstandsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe stärken. Banken spielen dabei eine wichtige Rolle, indem sie flexible Finanzierungslösungen und Investitionen in innovative Technologien ermöglichen. Die Rentenbank unterstützt Maßnahmen zur langfristigen Mitigation naturbezogener Risiken mit gezielten Förderprogrammen.</p>
<p>Neben klassischen Kreditprodukten bieten sich auch Venture- Capital-Investments, die Förderung von Initiativen und Forschungsprojekten als Wege an, um Biodiversität in der Landwirtschaft nachhaltig zu stärken. Abschließend ist zu betonen: Damit Investitionen und Maßnahmen wirklich Wirkung entfalten, ist ein enger Austausch zwischen Banken, landwirtschaftlichen Betrieben und Fachleuten unerlässlich. Die verschiedenen Interviews mit den beteiligten Parteien haben gezeigt, dass die Kommunikation untereinander ein essenzieller Baustein für die gesamtgesellschaftliche Aufgabe – den Erhalt der Natur – ist.</p>
<hr />
<p>Dies ist ein Beitrag aus <a href="https://baumev.de/baum-ev/baum-insights/">BAUM Insights</a> 2/2026.</p>
<p><strong>Sophia Stammler</strong> ist bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank, der Förderbank des Bundes für den Agrarsektor und die ländlichen Räume, im Nachhaltigkeitsmanagement tätig. Dort ist die Agrarwissenschaftlerin zuständig für die fachliche Einordnung der Bedeutung der ESG-Regulatorik für die Kreditvergabe in der Landwirtschaft. Sie steht in engem Austausch sowohl mit den landwirtschaftlichen Endkreditnehmenden als auch mit den Hausbanken, über die die Förderkredite vergeben werden.</p>
<p><strong>Marco Meyer</strong> verantwortet bei Capgemini Invent das Thema Nachhaltigkeit im Finanzsektor. Mit über zehn Jahren Erfahrung in der Finanzdienstleistungsbranche hat der Volkswirt erfolgreich zahlreiche Projekte in den Bereichen globale Transformation sowie Implementierung ganzheitlicher End-to-End-Prozesse und Datenstrategien geleitet. Dank zahlreicher Projekte zunächst bei PwC, dann bei Capgemini Invent verfügt er über umfassende Expertise in der Konzeption, Entwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsinitiativen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/biodiversitaet-im-agrarbanking-herausforderungen-und-chancen/">Biodiversität im Agrarbanking: Herausforderungen und Chancen der ESG-Risiken</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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		<title>Fundierte klimabezogene Entscheidungen für Unternehmen</title>
		<link>https://baumev.de/fundierte-klimabezogene-entscheidungen-fuer-unternehmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2026 13:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Klima & Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Sustainable Finance & Berichterstattung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=18940</guid>

					<description><![CDATA[<p>In einem Pilotprojekt zur Messung von Klimawirkung kooperiert BAUM mit right° und PKF IVT. Ziel der Initiative ist, eine Verbandslösung zu etablieren, mit der BAUM-Mitglieder die Klimawirkung ihrer Geschäftsmodelle in Grad Celsius messen und ihre jährliche Entwicklung direkt mit dem 1,5°-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens abgleichen können.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In einem Pilotprojekt zur Messung von Klimawirkung kooperiert BAUM mit <a href="https://right-basedonscience.de/" target="_blank" rel="noopener">right°</a> und <a href="https://www.pkfivt.de/" target="_blank" rel="noopener">PKF IVT</a>. Ziel der Initiative ist, eine Verbandslösung zu etablieren, mit der BAUM-Mitglieder die Klimawirkung ihrer Geschäftsmodelle in Grad Celsius messen und ihre jährliche Entwicklung direkt mit dem 1,5°-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens abgleichen können. Die Initiative steht im Kontext des <a href="https://climate-pact.europa.eu/index_en" target="_blank" rel="noopener">EU Climate Pact</a>, bei dem sich <a href="https://baumev.de/baum-ist-partner-des-european-climate-pact/" target="_blank" rel="noopener">BAUM in diesem Jahr als Partner</a> engagiert.</p>
<p>right° bringt die technologische Grundlage in das Pilotprojekt ein, während PKF IVT das Projektmanagement übernimmt und die Umsetzung begleitet. Beide Partner verfügen über langjährige Erfahrung mit der Organisation und Steuerung von Transition in Unternehmen. Der Ansatz verbindet eine vergleichbare Grad-Celsius-Kennzahl mit hoher Steuerungsrelevanz, Transparenz und Vergleichbarkeit. Grundlage ist das Klimamodell des IPCC, aus dem sich ein Emissionsbudget ableitet, das hinter dem 1,5°-Ziel steht.</p>
<h3>Wirtschaftliche Wertschöpfung von Emissionen entkoppeln</h3>
<p>Im Kern geht es darum, die wirtschaftliche Wertschöpfung – also das BIP auf Unternehmensebene – von Emissionen zu entkoppeln. Diese Entkopplung ist ein zentrales Ziel des European Green Deal und gilt, so Hannah Helmke von right°, als Ausdruck einer Innovations- und Hightech-Agenda. Je stärker es Unternehmen gelingt, Emissionen von ihrer Wertschöpfung zu lösen, desto näher kommen sie der Paris-Kompatibilität. Beispiele wie Siemens Healthineers zeigen, dass ein sogenannter „Paris-konformer Track Record“ erreichbar ist: „Solche Firmen wollen wir sehen“, so Helmke.</p>
<h3>Verbandslösung für BAUM-Mitglieder</h3>
<p>Für BAUM-Mitglieder entsteht durch das Projekt erstmals die Möglichkeit, die eigene Position im Transformationsprozess präzise zu bestimmen. Damit legt das Projekt die Grundlage dafür, vom reinen Messen ins Steuern zu kommen – also auch kritisch zu hinterfragen, ob Investitionen tatsächlich wirksam sind oder lediglich Kosten verursachen, ohne zur Zielerreichung beizutragen. Die Anwendung ist strategisch in mehrfacher Hinsicht relevant:</p>
<ol>
<li>Anforderungen aus der CSRD und insbesondere ESRS E1 können wissenschaftsbasiert und prüfbar unterlegt werden.</li>
<li>Die Methodik unterstützt unternehmerische Entscheidungen, indem Investitionen im Hinblick auf ihre Klima- und Geschäftswirkung bewertet werden können.</li>
<li>Sie stärkt Reputation und Glaubwürdigkeit, da Klimastrategien transparent und nachvollziehbar gemacht werden.</li>
</ol>
<p>Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Branchen verdeutlichen die Bandbreite: Unternehmen wie Redcare stehen vor der Herausforderung, ihre Transitionspläne mit dynamischem Wachstum in Einklang zu bringen, während die Dürr AG oder die Gira Giersiepen GmbH &amp; Co. KG zeigen, wie sich Klimawirkung bereits heute strategisch und kommunikativ nutzen lässt – bis hin zur Positionierung in Grad Celsius gegenüber dem Markt.</p>
<h3>Differenziertes Benchmarking</h3>
<p>Die konkrete Umsetzung erfolgt über ein Template, das von den Unternehmen befüllt wird. Zu den zentralen Eingangsgrößen zählen unter anderem NACE-Code, Umsatz, Personalkosten, EBITDA sowie Emissionen in Scope 1, 2 und 3, die die gesamte Wertschöpfung abbilden. Die Daten werden zunächst über das Template an right° übermittelt; perspektivisch ist eine direkte Eingabe in eine Datenbank vorgesehen. Je mehr historische Daten vorliegen – idealerweise ab dem Basisjahr 2021 –, desto robuster und nachvollziehbarer werden die Ergebnisse.</p>
<p>Die Unternehmen erhalten daraufhin ein differenziertes Benchmarking: sowohl im Vergleich zu frei wählbaren Unternehmen, die börsengelistet sein müssen, als auch relativ zum jeweiligen Sektor. Für alle, die einen Schritt weiter als das BAUM-Projekt gehen möchten, liefert die XDC-Software konkrete Entscheidungshilfen, indem sie aufzeigt, wie und wann sich Investitionen auf die Klimawirkung auswirken.</p>
<p>Auf Verbandsebene entsteht ein aggregiertes, anonymisiertes Gesamtbild, das im Vergleich zu Referenzgrößen wie dem „<a href="https://right-basedonscience.de/what-if/" target="_blank" rel="noopener">whatif? Report</a>“ mit DAX-Unternehmen eingeordnet werden kann und eine fundierte Grundlage für Kommunikation und Stakeholdermanagement bietet.</p>
<h3>Zentrale Fragen beim Kick-off-Workshop</h3>
<p>In der Diskussion beim Kick-off-Workshop am 19. März 2026 wurden zentrale Fragen adressiert. So können fehlende Scope-3-Daten über den frei zugänglichen Climate Explorer von right° sektorspezifisch geschätzt werden. Unternehmensspezifische Emissionsbudgets werden anteilig an der Wertschöpfung abgeleitet. Gleichzeitig wurde klargestellt, dass die individuellen Ergebnisse vertraulich bleiben und ausschließlich in aggregierter Form in die Verbandsauswertung einfließen.</p>
<p>Auch regulatorische Fragen, etwa im Zusammenhang mit der Empowering Consumers Directive (EmpCo), wurden angesprochen: Sobald Grad-Celsius-Aussagen in der B2C-Kommunikation genutzt werden, müssen die zugrunde liegenden Daten extern abgesichert werden. right° stellt hierzu ein entsprechendes Kommunikationshandbuch bereit.</p>
<h3>Über die reine Zielvalidierung hinaus</h3>
<p>Im Vergleich zu anderen Initiativen wie der Science Based Targets initiative (SBTi) wird deutlich, dass XDC über die reine Zielvalidierung hinausgeht. Während SBTi prüft, ob Klimaziele im Einklang mit dem Pariser Abkommen stehen, bietet XDC zusätzlich ein Transitionsmodul, mit dem Unternehmen jährlich ihren Fortschritt entlang eines konkreten Pfads verfolgen und ihre Governance entsprechend ausrichten können. Voraussetzung ist, dass die zugrundeliegenden Emissionsdaten bereits intern oder extern geprüft wurden. Die zentrale Botschaft des Ansatzes lautet: XDC bewertet nicht, sondern macht steuerungsfähig. Es schafft Transparenz über Entwicklungen und ermöglicht fundierte Entscheidungen im Transformationsprozess.</p>
<p><strong>Das Pilotprojekt läuft bis zum 27. November 2026.</strong> Nächste Schritte sind:</p>
<ul>
<li>14. April, 14:30 – 15:30 | <a href="https://baumev.de/event/2026_04_14_workshop-how-to-right-xdc-template/" target="_blank" rel="noopener">Webinar, das sich der praktischen Anwendung des Templates widmet</a> und Unternehmen dabei unterstützt, die notwendigen Daten systematisch zu erfassen und zu nutzen</li>
<li>4. Mai, 14:00 – 15:00 | vertiefender <a href="https://baumev.de/event/2026_05_04_baum-deep-dive-how-to-right-xdc-template/" target="_blank" rel="noopener">Deep Dive zu „Klimawirkung mit XDC steuern“</a></li>
</ul>
<p>Es folgt ein weiterer Deep Dive, dessen Inhalt und Termin im Prozess nach den Bedürfnissen der BAUM-Mitglieder festgelegt wird.</p>
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		<title>Nature Materiality Gap Analyse: Strategische Resilienz an ökologischen Kipppunkten</title>
		<link>https://baumev.de/strategische-resilienz-an-oekologischen-kipppunkten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2026 09:21:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biodiversität & Ökosysteme]]></category>
		<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Sustainable Finance & Berichterstattung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=18822</guid>

					<description><![CDATA[<p>In einer Welt, in der planetare Belastungsgrenzen keine theoretischen Konstrukte mehr sind, entscheidet die Fähigkeit zur Identifikation und Steuerung ortsgebundener ökologischer Kipppunkte über die langfristige ökonomische Zukunftsfähigkeit von Unternehmen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/strategische-resilienz-an-oekologischen-kipppunkten/">Nature Materiality Gap Analyse: Strategische Resilienz an ökologischen Kipppunkten</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In einer Welt, in der planetare Belastungsgrenzen keine theoretischen Konstrukte mehr sind, entscheidet die Fähigkeit zur Identifikation und Steuerung ortsgebundener ökologischer Kipppunkte über die langfristige ökonomische Zukunftsfähigkeit von Unternehmen.</p>
<p>Die bisherige Praxis der Wesentlichkeitsanalyse leidet unter systemischen Konstruktionsfehlern, die im Kontext von Naturrisiken besonders schwer wiegen. Ein zentraler Makel liegt in der Erhebungsmethodik: In vielen Unternehmen werden subjektive Einschätzungen von Stakeholdern in scheinbar exakte Scores übersetzt. Diese heuristische Vorgehensweise mag bei vielen rein sozialen Themen angemessen sein, bei denen sich Sachverhalte oft nur subjektiv erschließen. Bei naturbezogenen Themen ist sie jedoch meist inadäquat, da sich hier die Möglichkeit bietet – und die Notwendigkeit besteht –, auf Basis naturwissenschaftlicher Daten zu operieren.</p>
<p>Erschwerend kommt hinzu, dass in herkömmlichen Analysen soziale Aspekte oft gleichberechtigt neben ökologischen Klumpenrisiken stehen. Während erstere Merkmale moderner Unternehmensführung sind, besitzen sie selten das Potenzial, ein Geschäftsmodell fundamental zu erschüttern. Es sind hingegen fast immer naturbezogene Aspekte, die eine so hohe materielle Relevanz besitzen, dass sie die operative Kontinuität bedrohen können. Das Problem: Die üblichen Rahmenwerke verbleiben oft an der Oberfläche, da sie über starre Datenpunkte nicht das messen, was für eine Risikoaussage notwendig wäre.</p>
<h3>Pareto-Prinzip: Fokus auf ökonomische Wesentlichkeit</h3>
<p>In der betrieblichen Auseinandersetzung mit Naturkapital existiert eine Vielzahl von Ansätzen, die von vegetarischen Angeboten in der Betriebskantine bis zur ökologischen Aufwertung von Freiflächen reichen. Diese Initiativen leisten einen wichtigen Beitrag zur internen Bewusstseinsbildung, zur Unternehmenskultur und zur Stärkung der Ökosysteme vor Ort; sie sollten keinesfalls diskreditiert werden. Dennoch lehrt uns die systemische Betrachtung naturbezogener Abhängigkeiten, dass der Fokus im Risikomanagement zwingend auf der ökonomischen Wesentlichkeit liegen muss.</p>
<p>Hier greift das Pareto-Prinzip: Ein kleiner Prozentsatz an Sektoren, Standorten und Dienstleistungen ist für den überwiegenden Teil der globalen naturbasierten Risiken verantwortlich. Für ein effektives Management ist es daher sinnvoll, den strategischen Einstieg genau bei jenen Teilen der Wertschöpfungskette zu beginnen, deren Abhängigkeit am größten ist. Die 80/20-Logik lässt sich innerhalb eines Unternehmens noch weiter verfeinern. Von den Dutzenden potenzieller Ökosystemdienstleistungen sind meist nur etwa 20 Prozent für 80 Prozent der operativen Stabilität verantwortlich. Diese sogenannten „Kill-Faktoren“ zu identifizieren, ist die zentrale Aufgabe einer modernen Wesentlichkeitsanalyse. Werden diese kritischen Natur-Assets nicht gemanagt, ist der Schutz der restlichen 80 Prozent ökonomisch betrachtet oft irrelevant. Es geht darum, das Rückgrat der Wertschöpfung zu sichern, anstatt sich im „Long Tail“ symbolischer Maßnahmen zu verlieren.</p>
<h3>Die methodische Brücke: Von der Ökologie zur Bilanz</h3>
<p>Die Sustainserv Nature Materiality Gap Analysis schließt die Lücke zwischen ökologischer Degradation und finanzieller Bewertung durch ein strukturiertes Vorgehen, das Naturrisiken in betriebswirtschaftlich steuerbare Größen übersetzt. Dieser Prozess vollzieht sich in drei wesentlichen Dimensionen:</p>
<ol>
<li><strong> Physische Abhängigkeit:</strong> Hier wird im Kern geprüft, ob ein Unternehmen durch seine Aktivitäten genau jene Ressourcen und Ökosystemdienstleistungen gefährdet, von denen es selbst abhängt. Es geht um die Ermittlung der Kritikalität bestimmter Naturkomponenten für die Bruttowertschöpfung und die Bewertung der Substituierbarkeit dieser Leistungen.</li>
<li><strong> Soziale Lizenz:</strong> In einer Welt der Echtzeit-Informationsübertragung können gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen schnell die gesamte Wertschöpfungskette erschüttern. Die „Social License to Operate“ und die Wertschöpfung unter strengeren ökologischen Bedingungen sind hierbei essenziell als strategischer Hebel für Marktchancen.</li>
<li><strong> Ökonomische Bewertung:</strong> Schließlich müssen Naturrisiken in die Sprache des Finanzmarktes übersetzt werden. Dies umfasst die Identifikation langfristiger Haftungsansprüche und naturbezogener „Bottlenecks“ der wirtschaftlichen Aktivitäten sowie die Anpassung von Kennzahlen in der Unternehmensbewertung, sobald ökologische Kipppunkte erreicht werden.</li>
</ol>
<p>Ein entscheidender methodischer Kniff ist das Prinzip des „Reverse Stress Testing“. Anstatt mit komplexen biologischen Modellen die gesamte Natur abzubilden, startet man beim finanziellen Schmerzpunkt des Unternehmens. Man identifiziert den Punkt, an dem das Geschäftsmodell – etwa durch massiven Ertragsverlust – kollabiert, und prüft erst im zweiten Schritt die ökologische Wahrscheinlichkeit, dass die dafür kritische Ressource ihren spezifischen Kipppunkt erreicht. So wird Naturkapital nicht als moralisches, sondern als finanzielles Asset-Management begriffen.</p>
<h3>2026: Der Übergang zur finanziellen Realität</h3>
<p>Das Jahr 2026 markiert den Übergang von teils vagen Nachhaltigkeits- Ambitionen hin zur finanziellen Realität. Die Konvergenz globaler Standards macht naturbezogene Risiken zu einem Kernbestandteil der Finanzberichterstattung. Das International <a href="https://www.ifrs.org/groups/international-sustainability-standards-board/" target="_blank" rel="noopener">Sustainability Standards Board</a> (ISSB) integriert das Framework der <a href="https://baumev.de/sustainable-finance/deutsche-tnfd-consultation-group/" target="_blank" rel="noopener">Taskforce on Nature-related Financial Disclosures</a> (TNFD) in seine Standards, was Naturrisiken weltweit als finanzielle Kernrisiken etabliert.</p>
<p>Gleichzeitig liefern vorausschauende Indikatoren Daten über die Änderungsrate und Widerstandskraft ökologischer Systeme in Echtzeit. Nachhaltigkeit wird dadurch zur „Engine of Competitiveness“ und zu einer zentralen Design-Logik für resiliente Geschäftsmodelle. Unternehmen, die den „Nature Materiality Gap“ heute erkennen und schließen, transformieren ökologische Abhängigkeiten in strategische Wettbewerbsvorteile. Der Benchmark hat sich verschoben: Von der bloßen Beschreibung von potenziellen und realen Auswirkungen hin zur glaubwürdigen Einbettung von Szenario- Analysen in Kapitalallokations-Entscheidungen. In diesem neuen Paradigma ist Naturrisikomanagement kein „Nice-to-have“ mehr, sondern eine fundamentale Voraussetzung für die strategische Integrität und den langfristigen Erhalt des Unternehmenswertes.</p>
<hr />
<p>Dies ist ein Beitrag aus <a href="https://baumev.de/baum-ev/baum-insights/">BAUM Insights</a> 2/2026.</p>
<p><strong>Dr. Ralf Frank</strong> ist Managing Partner bei Sustainerv in Frankfurt am Main und Professor an der GISMA in Potsdam. Er ist zudem Mitglied des Gesamtvorstands von BAUM e.V. Im Dezember 2024 gründete Ralf Frank die TNFD Usability Group Deutschland. Ralf Frank war 18 Jahre Geschäftsführer der DVFA und Experte für Sustainable Finance.</p>
<p><strong>Dr. Marvin Höge</strong> ist Senior Consultant bei Sustainserv in Zürich und Experte für Naturund Klimarisiken. Er ist aktiv in der TNFD Usability Group Deutschland und in der Schweizer Nature Exchange Group. Vor seiner Tätigkeit in der Unternehmensberatung war er Wissenschaftler am Wasserforschungsinstitut im ETH-Berich (Eawag) des Schweizer Bundes.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/strategische-resilienz-an-oekologischen-kipppunkten/">Nature Materiality Gap Analyse: Strategische Resilienz an ökologischen Kipppunkten</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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		<title>Zukunftsangst bei der Gen Z – und wie Unternehmen sie in Gestaltungsmacht verwandeln</title>
		<link>https://baumev.de/zukunftsangst-bei-der-gen-z-und-wie-unternehmen-sie-in-gestaltungsmacht-verwandeln/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Mar 2026 14:11:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildung für Nachhaltige Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=18803</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Gen Z hat Angst – und das zu Recht. Die Gründe sind bekannt: Hitzerekorde, Artensterben, prekäre Arbeitsverhältnisse und politische Instabilität. Doch anstatt diese Ängste als „Dramatisierung“ abzutun, sollten Unternehmen sie ernst nehmen. Denn wer die Sorgen junger Mitarbeitender ignoriert, verliert nicht nur Talente, sondern auch Innovationskraft.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/zukunftsangst-bei-der-gen-z-und-wie-unternehmen-sie-in-gestaltungsmacht-verwandeln/">Zukunftsangst bei der Gen Z – und wie Unternehmen sie in Gestaltungsmacht verwandeln</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Gen Z hat Angst – und das zu Recht. 81% der jungen Menschen fürchten sich vor dem Krieg in Europa, 63% vor der Klimakrise und 67% vor steigender Armut (<a href="https://www.shell.de/ueber-uns/initiativen/shell-jugendstudie-2024.html" target="_blank" rel="noopener">19. Shell Jugendstudie, 2024</a>). Die Gründe sind bekannt: Hitzerekorde, Artensterben, prekäre Arbeitsverhältnisse und politische Instabilität. Doch anstatt diese Ängste als „Dramatisierung“ abzutun, sollten Unternehmen sie ernst nehmen. Denn wer die Sorgen junger Mitarbeitender ignoriert, verliert nicht nur Talente, sondern auch Innovationskraft.</p>
<p>Das Problem: Die Gen Z hat mehr Zugang zu Wissen über die Krisen dieser Welt als alle Generationen zuvor – und fühlt sich gleichzeitig wenig handlungsfähig. Junge Menschen sind sich der Krisen bewusst – und schauen pessimistisch in die gesellschaftliche Zukunft (<a href="https://www.dfjw.org/sites/default/files/media/jugendstudie-zuruck-in-die-zukunft.pdf" target="_blank" rel="noopener">Deutsch-Französisches Jugendwerk &amp; Kantar Public, 2023</a>). Sie sorgen sich über Kriege, Inflation, globale Umweltschäden, Pandemien und die finanziellen Konsequenzen aus all diesen Krisen (<a href="https://hilpub.uni-hildesheim.de/entities/publication/08c40588-35e1-4dcc-a4c5-fa37f1a9fffa" target="_blank" rel="noopener">Institut für Sozial- und Organisationspädagogik &amp; Universität Frankfurt, 2023</a>). Zukunftsängste sind berechtigt, und das daraus resultierende Ohnmachtsgefühl ist eine logische Reaktion auf eine Welt im Ausnahmezustand.</p>
<h3>Vom Ohnmachtsgefühl zur Handlungsmacht – was die Umweltpsychologie sagt</h3>
<p>Der Weg vom Problembewusstsein zur Lösung ist kein geradliniger Prozess, sondern ein komplexer Wandel, der mehrere Schritte braucht. Globale Probleme erscheinen als zu groß und unüberwindbar. Das kann dazu führen, dass sich Menschen zurückziehen, auf Selbstschutz fokussieren und in Ablenkung versinken (Eckersley, 2002). Der Dauerkrisenmodus ohne beruhigendes Stabilitätsgefühl kann gesellschaftlichen Niedergang unvermeidbar erscheinen lassen, indem Hoffnungslosigkeit die Alternativen verdeckt (Hafeneger, 2014; Nordensvard, 2014).</p>
<p>Wenn es allerdings konkret wird, wenn man selbst betroffen ist oder ein spezifisches Problem erkennt, können Handlungsimpulse entstehen. An die Stelle des abstrakten Phänomens Klimawandel tritt zum Beispiel ein Waldbrand oder ein Hochwasser im eigenen Land. Durch emotionale Betroffenheit entsteht ein Impuls: „Das geht mich etwas an!“ Der größte Blockierer von Wandel ist nicht Unwissen, sondern das Gefühl „Ich kann nichts ändern“. Es geht daher um eine Veränderung des Mindsets: positive Visionen der Veränderung, mit Chancen für die Verwirklichung gemeinsamer Ziele als grundlegende Triebkräfte für Wachstum und Erneuerung (<a href="https://www.alexandria.unisg.ch/entities/publication/d05e1b90-1fd8-4f40-9826-32a205708216" target="_blank" rel="noopener">Krafft, 2025</a>).</p>
<p>Dabei unterstützt die Selbstwirksamkeitserwartung (nach Albert Bandura): der Glaube, selbst in Extremsituationen durch eigenes Handeln etwas bewirken zu können. Sie entsteht, wenn Menschen Erfolgserlebnisse haben, ermutigt werden oder Vorbilder sehen – z.B. Kolleg*innen, die Projekte umsetzen. Daher ist das Erleben erster Erfolge, auch durch aktive Unterstützung aus dem Unternehmen, wichtig für die Abkehr von der Angst und für den Eintritt in das Engagement.</p>
<h3>Handlungsoptionen und die Rolle sozialer Normen</h3>
<p>Damit tatsächliches Engagement entsteht, braucht es zwei zentrale Hebel: klare Handlungsoptionen und soziale Normen, die zeigen: „Andere tun es auch – und es wirkt!“ Soziale Normen dienen als Orientierung – besonders dann, wenn sie sichtbar sind, das Verhalten anderer als vorbildlich darstellen und dabei unaufdringlich wirken (<a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0921800915301543?via%3Dihub" target="_blank" rel="noopener">Geiger, 2017</a>).</p>
<p>Wissen allein reicht nicht – Menschen brauchen konkrete Wege, um aktiv zu werden. Für Unternehmen bedeutet das:</p>
<ul>
<li>Sorgen ernst nehmen und Herausforderungen anerkennen</li>
<li>niedrigschwellige Einstiege bieten (z.B. Workshops zu Nachhaltigkeitsthemen)</li>
<li>Offenheit für Veränderungen fördern (z.B. Experimente laufen lassen)</li>
<li>ermutigend kommunizieren und Aufrufe starten (z.B. „Starte ein Mini-Projekt in deinem Team!“)</li>
<li>Synergien erzeugen (z.B. ist Abfallvermeidung nicht nur Umweltfreundlich, sondern senkt auch Kosten)</li>
<li>Erfolge sichtbar machen (z.B. durch interne Kampagnen wie „Unser Handprint diese Woche“)</li>
<li>Rollenmodelle schaffen (z.B. SDG-Scouts® als Botschafter*innen)</li>
<li>Gemeinschaftsgefühl stärken (z.B. durch Team-Challenges)</li>
</ul>
<h3>SDG-Scouts® und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (<a href="https://baumev.de/bne/" target="_blank" rel="noopener">BNE)</a>: Wie Unternehmen junge Stimmen stärken</h3>
<p>Programme wie die <a href="https://www.sdg-scouts.de/" target="_blank" rel="noopener">SDG-Scouts®</a> zeigen, wie es geht: Sie qualifizieren junge Menschen, Nachhaltigkeitsziele (SDGs) im Betrieb umzusetzen – von der Idee bis zur Umsetzung. Dabei entsteht durch einen lösungsorientierten Austausch eine Bewegung, in der alle dazu beitragen können, positive Zukunftsvisionen zu realisieren. Junge Mitarbeitende werden nicht „beschult“, sondern als Expert*innen ihrer eigenen Zukunft ernst genommen. Wer Handlungskompetenz entwickelt, fühlt sich weniger ohnmächtig. Unternehmen, die solche Formate anbieten, gewinnen engagierte Teams – und gleichzeitig Glaubwürdigkeit bei Kund*innen und Bewerber*innen.</p>
<h3>Zukunft gestalten – jetzt handeln!</h3>
<p>Zukunftsangst ist kein Individualproblem, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung. Unternehmen haben die Chance, sie in kollektive Gestaltungsmacht umzumünzen. Der Schlüssel liegt darin, junge Mitarbeitende nicht als „ängstliche Generation“, sondern als kompetente Change Maker zu sehen.</p>
<p>Drei konkrete Schritte für Unternehmen:</p>
<ol>
<li><strong>Fragen Sie Ihre Auszubildenden und Trainees:</strong> „Was bewegt euch? Wo seht ihr Handlungsbedarf – und wie können wir euch unterstützen?“</li>
<li><strong>Starten Sie ein Pilotprojekt:</strong> Ob SDG-Scouts®, eine interne Nachhaltigkeits-AG oder ein Handprint-Wettbewerb – Hauptsache, es wird konkret.</li>
<li><strong>Machen Sie Wirkung sichtbar: </strong>Zeigen Sie Erfolge – z.B. durch Storytelling („Wie unser Team die Logistik grüner gemacht hat“) oder Transparenzberichte.</li>
</ol>
<p>Die Gen Z will nicht nur über die Zukunft reden – sie will sie gestalten. Unternehmen, die das verstehen, werden Arbeitgeber der Wahl und zudem Treiber echter Veränderung. Die Frage ist nicht, ob wir uns die Zukunft leisten können – sondern ob wir es uns leisten können, sie nicht gemeinsam zu gestalten.</p>
<hr />
<p><strong>Bibliographische Angaben zu den nicht verlinkten Quellen:</strong><br />
Eckersley, R. (2002).Future Visions for Children’s Wellbeing. In: Prior, M. (Hrsg.): Investing in our Children: Developing a research agenda. S. 95-102.<br />
Hafeneger, B. (2023). Aufwachsen in Krisenzeiten: Jugendliche zwischen Klimakrise, Pandemie und Krieg. Journal für politische Bildung, 13(1), S. 40–45.<br />
Nordensvard, J. (2014). Dystopia and disutopia: Hope and hopelessness in German pupils’ future narratives. Journal of Educational Change, 15(4), S. 443–465.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/zukunftsangst-bei-der-gen-z-und-wie-unternehmen-sie-in-gestaltungsmacht-verwandeln/">Zukunftsangst bei der Gen Z – und wie Unternehmen sie in Gestaltungsmacht verwandeln</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum Net Zero allein nicht reicht</title>
		<link>https://baumev.de/warum-net-zero-allein-nicht-reicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2026 07:44:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biodiversität & Ökosysteme]]></category>
		<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Sustainable Finance & Berichterstattung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=17773</guid>

					<description><![CDATA[<p>Net Zero stoppt im besten Fall den weiteren Schaden – aber es stellt die ursprüngliche Funktionsfähigkeit von Böden, Gewässern oder Artenverbünden nicht wieder her. Genau das aber brauchen viele Branchen, um langfristig planen zu können.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/warum-net-zero-allein-nicht-reicht/">Warum Net Zero allein nicht reicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Net Zero stoppt im besten Fall den weiteren Schaden – aber es stellt die ursprüngliche Funktionsfähigkeit von Böden, Gewässern oder Artenverbünden nicht wieder her. Genau das aber brauchen viele Branchen, um langfristig planen zu können.</p>
<p>Zwischen Unternehmen und Natur gibt es eine unbequeme Wahrheit, die wir lange übersehen haben: Wenn es gut läuft, retten wir vielleicht das Klima, verlieren aber trotzdem die Lebensgrundlage. In vielen Organisationen begegnet uns heute ein ausgeprägter „Carbon-Tunnelblick“. Er blendet aus, was das Konzept der Planetaren Belastungsgrenzen seit Jahren zeigt: Umweltkrisen sind systemisch, nicht eindimensional. Net Zero ist wichtig, keine Frage – aber es ist längst nicht genug.</p>
<h3>Vom Schützen zum Regenerieren</h3>
<p>Klimaschutz und Artenschutz werden oft synonym behandelt, dabei könnten sie in manchen Fällen unterschiedlicher kaum sein. Eine Monokultur bindet CO₂, zerstört aber zugleich Lebensräume. Eine Solaranlage spart Treibhausgase, kann aber bei falscher Planung wertvolle Biotope beeinträchtigen. Das zeigt: Wir lösen das Klimaproblem nicht, wenn wir gleichzeitig die Biosphäre aus dem Gleichgewicht bringen.</p>
<p>Deshalb etabliert sich international ein neuer Begriff: nature positive – umweltpositiv. Es geht um einen Paradigmenwechsel: nicht mehr nur Schäden begrenzen, sondern aktiv zum Aufbau intakter Ökosysteme beitragen. Ein umweltpositiver Ansatz bedeutet daher nicht mehr Aufwand, sondern bessere Zukunfts- und Investitionssicherheit.</p>
<p><a href="https://baumev.de/biodiversitaet-oekosysteme/" target="_blank" rel="noopener">Ökosysteme sind Wirtschaftsfaktoren</a> – nicht nur Kulisse Die globale Wirtschaft ist – bildlich gesprochen – eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Natur. Ohne funktionierende Ökosystemleistungen gibt es kein Produkt, keine Lieferkette, keinen Markt. Das wird an vielen Stellen inzwischen greifbar: In der Landwirtschaft beispielsweise sind Ernteausfälle durch den Verlust bestäubender Insekten längst kein theoretisches Szenario mehr, sondern ein wachsendes Kostenrisiko. In anderen Branchen geraten Produktionsstandorte unter Druck, weil regionale Wasserressourcen übernutzt oder verschmutzt sind – mit direkten Folgen für Mengen, Qualität und Planbarkeit der Rohstoffe.</p>
<p>Zugleich steigt der Druck entlang der Wertschöpfungskette: Geschäftspartner:innen und Kund:innen erwarten nachweislich transparente und verantwortungsvolle Lieferketten. Wer hier keine belastbaren Antworten hat, verliert Marktzugang oder Reputation.</p>
<h3>Wenn Biodiversität kippt, kippen Geschäftsmodelle</h3>
<p>Wir erleben es immer wieder in Sektoren, die stark von natürlichen Ressourcen abhängig sind: Wenn Artenvielfalt und Ökosysteme unter Druck geraten, reißt die Planbarkeit in der Lieferkette ab. Die Realität zeigt jedoch auch, dass viele Unternehmen erst dann reagieren, wenn die ersten Engpässe auftreten – und damit zu spät.</p>
<p>Diese Zusammenhänge spiegeln genau die Logik der doppelten Wesentlichkeit wider: Unternehmen müssen sowohl ihre Abhängigkeit von der Natur (Outside-In) als auch ihre Auswirkungen auf Ökosysteme (Inside-Out) verstehen. Wer Biodiversität systematisch berücksichtigt, schafft sich also strategische Vorteile: stabilere Lieferketten, resilientere Geschäftsmodelle und belastbarere Investitionsentscheidungen. Biodiversitätsmanagement ist damit nicht nur Teil des Risikomanagements, sondern längst auch ein Wettbewerbsfaktor und eine Zukunftsinvestition. Unternehmen, die diese Dimension ausblenden, gefährden ihre eigene wirtschaftliche Stabilität.</p>
<h3>Die Rolle der Finanzinstitute: Ein Hebel mit Systemwirkung</h3>
<p>Auch Finanzinstitute nehmen diese Risiken stärker in den Blick – nicht aus moralischen Gründen, sondern aus Sorgfaltspflicht. Wenn ein Unternehmen seine natürlichen Ressourcen zerstört, steigert das langfristig sein Ausfallrisiko. Daher fragen immer mehr Banken:</p>
<ul>
<li>Welche naturbezogenen Risiken bestehen entlang der Wertschöpfungskette?</li>
<li>Wie abhängig ist das Geschäftsmodell von intakten Ökosystemen?</li>
<li>Werden Risiken gemanagt oder verdrängt?</li>
</ul>
<p>Die Entwicklung internationaler Rahmenwerke wie der <a href="https://baumev.de/sustainable-finance/deutsche-tnfd-consultation-group/" target="_blank" rel="noopener">Taskforce on Nature-related Financial Disclosures</a> (TNFD) verstärkt diese Erwartung noch einmal. Unternehmen, die hier schlecht aufgestellt sind, werden künftig schwerer oder teurer Kapital bekommen. Hinzu kommt: Mit der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung CSRD und speziell dem Standard ESRS E4 (Biodiversität) sind Unternehmen 2026 ohnehin verpflichtet, Biodiversitätsrisiken systematisch zu analysieren und offenzulegen.</p>
<h3>Wie die Biodiversität in die Bilanz kommt</h3>
<p>In der Kreditvergabe prüfen wir bei der UmweltBank deshalb nicht nur CO₂-Einsparpotenziale, sondern systematisch auch Auswirkungen auf Biodiversität, Flächenverbrauch und ökologische Qualität der Vorhaben. Das gilt besonders bei Photovoltaikprojekten, die wir regelmäßig finanzieren.</p>
<p>So wurde beim <a href="https://www.umweltbank.de/firmen/projekte-finanzieren/photovoltaik/solarpark-bundorf/" target="_blank" rel="noopener">Bürgersolarpark Bundorf</a> die Gestaltung der Modulfelder bewusst mit Blick auf Arten- und Lebensraumschutz geplant. Blühflächen, Rückzugsräume für Insekten und eine extensive Bewirtschaftung sorgen dafür, dass Energieproduktion und Biodiversitätsaufwertung zusammenfallen können. Auch beim PV-Projekt in Dippoldiswalde stand neben der Energieerzeugung die ökologische Gestaltung der Fläche im Fokus, etwa durch angepasste Mahd-Rhythmen und strukturreiche Ausgleichsflächen. Wir sehen in der Praxis: Geschäftsmodelle, die Natur respektieren und im Bestfall sogar umweltpositiv sind, sind langfristig stabiler – und damit finanzierbarer.</p>
<h3>Umweltpositiv ist der nächste logische Schritt</h3>
<p>Biodiversität ist komplexer zu messen als CO₂. Zudem gibt es keine perfekte Datenlage. Aber das darf in dieser Transformationsphase keine Ausrede sein. Wer wartet, bis jede Kennzahl definiert ist, wartet zu lange.</p>
<p>Wir wissen aus unserem eigenen Transformationsprozess bei der UmweltBank: Der Einstieg ist nicht immer leicht, aber die ersten Schritte sind meist überraschend klar. Wer beginnt, die eigene Wertschöpfungskette durch die „Naturbrille“ zu betrachten, erkennt schnell, wo Risiken liegen – und wo Chancen. In vielen Fällen sind es genau diese Erkenntnisse, die Projekte und Partnerschaften entstehen lassen, die zuvor gar nicht sichtbar waren.</p>
<p>Aus Erkenntnissen Handlungsschritte machen – hier beginnt der praktische Teil, den jedes Unternehmen heute angehen kann.</p>
<ol>
<li>Lieferketten verstehen: Wo kommen die zentralen Rohstoffe her – und in welchem Zustand sind die zugehörigen Ökosysteme?</li>
<li>Hotspots identifizieren: dort arbeiten, wo der Hebel am größten ist.</li>
<li>Regenerative Maßnahmen fördern: vom Reduzieren ins Regenerieren kommen.</li>
</ol>
<p>Net Zero ist die Pflicht. Umweltpositiv ist die Zukunft.</p>
<hr />
<p>Dies ist ein Beitrag aus <a href="https://baumev.de/baum-ev/baum-insights/">BAUM Insights</a> 2/2026.</p>
<p><strong>Erik Mundinger</strong> leitet das Nachhaltigkeitsmanagement der UmweltBank AG in Nürnberg und verantwortet die strategische Steuerung, Koordination und Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsaktivitäten der Bank. Ziel seiner Arbeit ist es, ökologische Wirkung transparent, wirksam und messbar in allen Geschäftsbereichen zu verankern.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/warum-net-zero-allein-nicht-reicht/">Warum Net Zero allein nicht reicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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		<title>„Handfeste Chancen machen Biodiversität zum wesentlichen Thema“</title>
		<link>https://baumev.de/handfeste-chancen-machen-biodiversitaet-zum-wesentlichen-thema/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Mar 2026 15:33:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biodiversität & Ökosysteme]]></category>
		<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Sustainable Finance & Berichterstattung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=17770</guid>

					<description><![CDATA[<p>Dr. Stefanie Eichiner, BAUM-Preisträgerin 2025, engagiert sich für das Mainstreaming des Themas Biodiversität im Schulterschluss von Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Wir haben sie gefragt, wie Biodiversität zur Zukunftsinvestition wird.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/handfeste-chancen-machen-biodiversitaet-zum-wesentlichen-thema/">„Handfeste Chancen machen Biodiversität zum wesentlichen Thema“</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Stefanie Eichiner, <a href="https://baumev.de/baum-preis/" target="_blank" rel="noopener">BAUM-Preisträgerin</a> 2025, engagiert sich für das Mainstreaming des Themas Biodiversität im Schulterschluss von Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Wir haben sie gefragt, wie Biodiversität zur Zukunftsinvestition wird.</p>
<h3>Frau Dr. Eichiner, warum sollten sich Unternehmen mit Biodiversität beschäftigen?</h3>
<p>Zahlreiche Unternehmen sind von der Natur abhängig – insbesondere von der Leistungsfähigkeit von Ökosystemen. Für mich ist Biodiversität deshalb keine zusätzliche Berichtspflicht, sondern eine Zukunftsinvestition in Versorgungssicherheit, Reputation und Wettbewerbsfähigkeit. Zwar fordert die CSRD zunehmend Offenlegung, doch der stärkste Impuls kommt aus der Finanzwelt: Banken, Versicherer und Investoren fragen heute konkrete, naturbezogene Kennzahlen ab – teils in umfangreichen Fragebögen, die Klima und Biodiversität gleichermaßen adressieren. Wenn ein Unternehmen wie z.B. Pfleiderer auf den Rohstoff Holz angewiesen ist, dann zeigt die doppelte Wesentlichkeitsanalyse ganz klar: Biodiversität ist materiell. Gesunde Ökosysteme sind die Grundlage unseres Geschäftsmodells. Regionale, zertifizierte Lieferketten senken Kosten und mindern Reputationsrisiken und erhöhen die Resilienz. Es sind diese handfesten Chancen, die Biodiversität zu einem wesentlichen Thema machen, nicht, wie oft vermutet, versteckte Risiken. Holz ist für Pfleiderer der wichtigste Rohstoff; rund 90 Prozent beziehen wir aus Deutschland. Davon waren im Jahr 2025 57 Prozent Recyclingholz, der Rest zu etwa gleichen Teilen Sägereste und Durchforstungsholz aus Wäldern.</p>
<h3>Wie reagiert die Kundschaft auf das Thema?</h3>
<p>Die Mehrheit der Kundschaft hat den Fokus ausschließlich auf produktbezogenen Merkmalen, also etwa Zertifizierung nach FSC oder PEFC oder der Anteil von Recyclingholz – alle natürlich mit klarem Bezug zur Natur. Bestimmte Märke gehen jedoch bereits sehr tief. Kundschaft aus Benelux und Frankreich kommt z.B. auch mit externen Biodiversitätsexpertinnen und -experten ins Haus. Hier bieten wir unsere konkreten Ansätze bei Kreislaufwirtschaft, Forstzertifizierung und unser Netzwerk zu Wirtschaft und Biodiversität. So überführen wir Fachfragen in lösungsorientierte Angebote: Platten mit hohem Recyclinganteil, innovativen biobasierten Rohstoffen oder auch Zertifizierung wie „Cradle to Cradle“. Wichtig für das Gespräch mit der Kundschaft ist, dass Vertrieb und Kundendienst geschult sind und wissen: Was bedeutet Biodiversität? Wie berührt sie unser Geschäft? Welche Fragen stellen progressive Kundschaften? So können Unternehmen Kompetenz entlang der Wertschöpfungskette aufbauen.</p>
<h3>Welche Rolle spielen Berichterstattung und Rahmenwerke?</h3>
<p>Für Investoren zählt ein nachvollziehbarer Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen. Gute Nachhaltigkeitsratings und umfassende Transparenz in der Berichterstattung zahlen sich da aus. Sie senken den Aufwand für externe Prüfungen. Im Ergebnis verschiebt sich der Dialog von der Beantwortung einzelner Anfragen hin zur systematischen Offenlegung.</p>
<p>Ich empfehle, Rahmenwerke pragmatisch zu nutzen. Bei Pfleiderer dient die CSRD als Gerüst; aus TNFD und Science Based Targets for Nature übernehmen wir, was über die CSRD hinaus sinnvoll ist. Naturbezogene Ziele definieren wir in Anlehnung an SBTN: Kooperation mit der Lieferkette, Stärkung der Regionalität und Erhöhung des Recyclingeinsatzes sowie des Designs für Zirkularität Wir setzen dabei auf den Mut zur Lücke. Erst entwickeln wir Indikatoren, um daraus später sinnvolle Ziele abzuleiten.</p>
<h3>Was raten Sie Unternehmen, die sich in Sachen Biodiversität gut aufstellen wollen?</h3>
<p>Eine gute Orientierung bieten die UN-Nachhaltigkeitsziele, insbesondere „Leben an Land“, „Süßwasserökosysteme“ und „Partnerschaften für nachhaltige Entwicklung“. Unternehmen sollten für ihre Standorte Biodiversitätsmanagementpläne erstellen und sich Netzwerken wie z.B. der Initiative Biodiversity in Good Company anschließen. Um in der Lieferkette konkrete Projekte zur Renaturierung von Wäldern oder Mooren zu unterstützen, empfehle ich die Zusammenarbeit mit Umwelt- und Naturschutzorganisationen. Die Entwicklung einer umfassenden Biodiversitätsstrategie braucht aber Zeit. Konkrete Maßnahmen wie hohe Recyclingholzquoten und eigene Altholzaufbereitung gehören bei Pfleiderer seit 30 Jahren zum Kerngeschäft. Forstzertifizierung folgte wenig später, ebenso die Regionalisierung des Holzeinkaufs. Der Auftakt für die formale Biodiversitätsstrategie erfolgte 2024: Sie reicht vom Biodiversitätscheck entlang der gesamten Wertschöpfungskette über Standortanalysen bis hin zu Governance-Einbindung, Lieferantenbewertung mit Biodiversitätskriterien und gezielten Schulungen für Einkauf und Produktion.</p>
<h3>Der stärkste Impuls zum Thema kommt aus der Finanzwelt, sagten Sie eingangs. Wie wird Biodiversität zum Finanzthema?</h3>
<p>Finanzierung ist ein Hebel. Sustainability-linked Bonds können Unternehmen bei den Klimazielen und beim Recycling voranbringen. Daraus lassen sich bonusrelevante Leistungsziele für die Führung ableiten. Für biodiversitätsbezogene Anleihen braucht es Kriterien, die Wirkung seriös messbar machen. Parallel halte ich Ansätze für nötig, die Natur nicht nur als Kosten, sondern als werthaltige, bilanzierbare Investitionen betrachten – mit entsprechendem Monitoring. Gut sind z.B. die Ansätze der Landbanking Group oder die EU-Naturgutschriften. So wird Biodiversität auch finanziell zur Zukunftsinvestition, die sich über die Zeit auszahlt. Mein Fazit ist: Wer heute Biodiversität als Geschäfts- und Finanzthema ernst nimmt, sichert seine Lieferketten, stärkt den Markenwert und gewinnt Spielräume für Innovation. Mit planbaren, bewertbaren Schritten, Renaturierungen in der Lieferkette und transparenter Berichterstattung kann sich ein Unternehmen als Nachhaltigkeitsvorreiter positionieren.</p>
<hr />
<p>Dies ist ein Beitrag aus <a href="https://baumev.de/baum-ev/baum-insights/">BAUM Insights</a> 2/2026.</p>
<p><strong>Dr. Stefanie Eichiner</strong> ist Vorstandsvorsitzende der <a href="https://www.business-and-biodiversity.de/" target="_blank" rel="noopener">Initiative Biodiversity in Good Company e.V.</a> Zudem verantwortet die Forstwissenschaftlerin das Nachhaltigkeitsmanagement bei der Pfleiderer Deutschland GmbH.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/handfeste-chancen-machen-biodiversitaet-zum-wesentlichen-thema/">„Handfeste Chancen machen Biodiversität zum wesentlichen Thema“</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
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