<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>BAUM e.V.</title>
	<atom:link href="https://baumev.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://baumev.de/</link>
	<description>BAUM e.V. – Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften</description>
	<lastBuildDate>Thu, 07 May 2026 15:08:10 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://baumev.de/wp-content/uploads/2025/03/cropped-baumev-1-32x32.png</url>
	<title>BAUM e.V.</title>
	<link>https://baumev.de/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Leitfaden „Klimamanagement in Unternehmen“</title>
		<link>https://baumev.de/leitfaden-klimamanagement-in-unternehmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 May 2026 07:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Klima & Energie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=20917</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der neue Leitfaden des Umweltbundesamts bietet mit Praxishinweisen und Best-Practice-Beispielen zahlreiche praxisnahe Hilfsmittel und zielt darauf ab, Organisationen eine prüffähige, transparente und umsetzbare Orientierung für ein wirksames Klimamanagement zu geben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/leitfaden-klimamanagement-in-unternehmen/">Leitfaden „Klimamanagement in Unternehmen“</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der neue Leitfaden des Umweltbundesamts vermittelt praxisorientiert, wie Unternehmen ein systematisches, transparentes und glaubwürdige Klimamanagement aufbauen und betreiben können. Er richtet sich an Organisationen, die <a href="https://baumev.de/klima-energie/" target="_blank" rel="noopener">Klimaschutz, Klimaanpassung und das Management klimabezogener Risiken</a> systematisch in ihre Unternehmensführung integrieren und so rechtliche Vorgaben sowie Erwartungen von Kund*innen, Investor*innen und anderen Stakeholdern erfüllen wollen. Grundlage bilden aktuelle rechtliche und politische Rahmenbedingungen (z.B. European Green Deal, deutsches Klimaschutz- und Klimaanpassungsgesetz, EU-ETS, CSRD) sowie etablierte Standards wie das GHG-Protocol und relevante ISO-Normen.</p>
<p><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/479/publikationen/2026-05/UBA_Leitfaden%20fuer%20Klimamanagement%20in%20Unternehmen_0.pdf" target="_blank" rel="noopener">Leitfaden zum Dowload</a></p>
<p>&#8222;Dieser Leitfaden soll Unternehmen auf ihrem Weg zu einem systematischen und wirksamen Klimamanagement unterstützen&#8220;, so die Autor*innen. &#8222;Im Fokus steht die Verankerung von klimabezogenen Zielen und Maßnahmen auf Managementebene – als zentraler Bestandteil einer nachhaltigen, d.h. zukunftsorientierten Unternehmensführung.&#8220;</p>
<h3>Klimamanagement: von Governance bis Kommunikation</h3>
<p>Der Leitfaden ist in neun Etappen strukturiert und behandelt zentrale Themenkapitel: Governance (Verantwortung der obersten Leitung, Delegation an Klimateams, Einbindung der Mitarbeitenden), Festlegung organisatorischer und operativer Bilanzgrenzen, Datenmanagement und THG-Bilanzierung (Scope 1–3, Emissionsfaktoren, biogenes CO₂), Integration klimabedingter Risiken (physische und Transitionsrisiken), Zielsetzung (THG-Reduktionsziele, Anpassungsziele), Planung und Priorisierung von Maßnahmen (Vermeiden, Vermindern, Anpassen, Kompensieren) sowie interne und externe Kommunikation. Den Abschluss bilden Hinweise zu Monitoring, Auditverfahren und Maßnahmen zur stetigen Verbesserung.</p>
<p>Der Leitfaden bietet mit Praxishinweisen und Best-Practice-Beispielen zahlreiche praxisnahe Hilfsmittel und zielt darauf ab, Organisationen eine prüffähige, transparente und umsetzbare Orientierung für ein wirksames Klimamanagement zu geben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/leitfaden-klimamanagement-in-unternehmen/">Leitfaden „Klimamanagement in Unternehmen“</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bundespreis UMWELT &#038; BAUEN – Zwischen Erhalt und Innovation</title>
		<link>https://baumev.de/bundespreis-umwelt-bauen-zwischen-erhalt-und-innovation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2026 12:10:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Circular Economy]]></category>
		<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Klima & Energie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=20891</guid>

					<description><![CDATA[<p>Bauen im Bestand bietet großes Potenzial für den Umwelt- und Klimaschutz. Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt zeichneten am 6. Mai mit dem Bundespreis UMWELT &#038; BAUEN sieben Projekte aus, die Nachhaltigkeit und wertschätzende Architektursprache zukunftweisend miteinander verknüpfen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/bundespreis-umwelt-bauen-zwischen-erhalt-und-innovation/">Bundespreis UMWELT &#038; BAUEN – Zwischen Erhalt und Innovation</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ob ökologische Optimierung eines modernen Bürogebäudes oder die plastikfreie Sanierung einer Fachwerkscheune: Bauen im Bestand ist vielfältig und bietet großes Potenzial für den Umwelt- und <a href="https://baumev.de/klima-energie/" target="_blank" rel="noopener">Klimaschutz</a>. Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt zeichneten am 6. Mai mit der Verleihung des <a href="http://bundespreis-umwelt-bauen.de" target="_blank" rel="noopener">Bundespreises UMWELT &amp; BAUEN</a> in Berlin sieben Projekte aus, die Nachhaltigkeit und wertschätzende Architektursprache zukunftweisend miteinander verknüpfen.</p>
<p>Der Bundespreis UMWELT &amp; BAUEN geht an drei Gebäude: In der Kategorie Wohngebäude erhält den Preis das Wohn- und Gemeinschaftsprojekt Collegium Academicum in Heidelberg. Die Mehrzweckhalle Ingerkingen und das Integrative Familienzentrum in Dresden werden in der Kategorie Nichtwohngebäude ausgezeichnet.</p>
<p>Die Projekte könnten kaum unterschiedlicher sein: Eine ehemalige Kaserne wurde in sozialen Wohnraum umgewandelt, eine Sporthalle zu einer Mehrzweckhalle und eine verlassene Schokoladenfabrik ist nun ein Familienzentrum. Allen gemeinsam ist ihr wertschätzender Umgang mit dem Gebäudebestand und der Baukultur. Trotz enger Budgets entstanden so Gebäude, die in ästhetischer, funktionaler und nachhaltiger Hinsicht überzeugen.</p>
<p>Neben den drei Preisträgern erhalten vier Projekte die besondere Anerkennung der Fachjury. Ausgelobt wurde der Wettbewerb für Projekte des Bauens im Bestand in den Kategorien Wohngebäude, Nichtwohngebäude und Quartiere. Zudem gab es einen Sonderpreis für Bauprodukte und Innovationen. Nach 2020 und 2021 endet damit die dritte Auslobung. Die Bewerbung stand allen Beteiligten abgeschlossener Bauprojekte in Deutschland beziehungsweise marktverfügbarer Bauprodukte offen.</p>
<p>Bundesumweltminister Carsten Schneider betonte die Bedeutung des Bauens im Bestand von Bestandsgebäuden für den Umwelt- und Klimaschutz: „Die Frage, wie wir bauen, macht für die Umwelt einen großen Unterschied, denn dabei geht es um enorm viele Ressourcen, um klugen Materialeinsatz und um Energieeffizienz. Die ausgezeichneten Projekte sind dafür Vorbilder, weil sie erfolgreich zeigen, wie gute Architektur und Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft kombiniert werden können. Nachhaltiges Bauen ist dabei vor allem nachhaltiges Umbauen. Denn Weiternutzung, Um- und Ausbau von Gebäuden sparen wertvolle Ressourcen.“</p>
<p>Ptof. Dr. Lilian Busse, Vizepräsidentin des Umweltbundesamts: „Auch wenn wir heute nur eine Auswahl kennenlernen werden, haben alle Bewerbungen eines gemeinsam: Sie gehen voran und ebnen den Weg für die Bauwende. Für diesen Mut und die Initiative möchte ich all diesen Projektteams herzlich danken!“</p>
<p>Neben der ökologischen Qualität spielten bei der Preisvergabe auch die Baukosten eine wichtige Rolle, diese wurden durch das Umweltbundesamt ausgewertet. Busse zeigte eine Grafik, die die berichteten Baukosten pro Quadratmeter (Baukonstruktion, Gebäudetechnik und Außenanlagen) zur Nachhaltigkeitsqualität ins Verhältnis setzt: „Was wir sehen ist eine Punktwolke. Den Zusammenhang ‚je nachhaltiger desto teurer‘ zeigen die Daten nicht.“</p>
<p>Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Rita Schwarzelühr-Sutter ordnete das ein: „Nachhaltiges Bauen beginnt mit guter Planung. Wenn ökologische Ziele von Anfang an mitgedacht werden, entstehen Lösungen, die wirtschaftlich tragfähig sind und zugleich hohe Qualität schaffen. Entscheidend ist, genau hinzusehen: Was ist wirklich nötig, was kann erhalten bleiben, was lässt sich einfacher lösen? Oft entsteht die bessere Lösung nicht durch immer mehr Haustechnik, sondern durch kluges Weglassen – darin liegt ein großer Gewinn für Umwelt, Klima und Baukultur.“</p>
<h3>Preisträger des Bundespreis UMWELT &amp; BAUEN</h3>
<p>Kategorie Wohngebäude</p>
<ul>
<li>Wohn- und Gemeinschaftsprojekt Collegium Academicum | Heidelberg | Preisträger | gerstner + hofmeister architekten</li>
</ul>
<p>Kategorie Nichtwohngebäude</p>
<ul>
<li>Mehrzweckhalle Ingerkingen | Preisträger | Atelier Kaiser Shen</li>
<li>Integratives Familienzentrum | Dresden | Preisträger | Alexander Poetzsch Architekturen</li>
<li>Reithalle Achern | Besondere Anerkennung | Michael Welle Architektur</li>
<li>Büroerweiterung | Öhringen | Besondere Anerkennung | Steinbach Schimmel Architekten</li>
</ul>
<p>Sonderpreis für Bauprodukte, bautechnische und digitale Innovationen</p>
<ul>
<li>Lehm-Dünnbettmörtel | Besondere Anerkennung | ClayTec</li>
<li>0 | Stuttgart | Besondere Anerkennung | Ed. Züblin AG</li>
</ul>
<h3>Die Jury</h3>
<p>Den Vorsitz der Jury haben Rita Schwarzelühr-Sutter (Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium) und Prof. Christa Reicher (Professorin für Städtebau und Entwerfen an der RWTH Aachen). Weitere Jurymitglieder sind: Dr. Tanja Brockmann (Referatsleiterin im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung – BBSR), Dr. Rolf Buschmann (Vorstandsvorsitzender natureplus), Prof. Dr. Lilian Busse (Vizepräsidentin des Umweltbundesamtes), Bernd Düsterdiek (Beigeordneter des Deutschen Städte- und Gemeindebunds), Andrea Gebhard (Präsidentin der Bundesarchitektenkammer), Dr. Christine Lemaitre (geschäftsführender Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB), Emre Onur (Chefredakteur der db deutsche bauzeitung), Prof. Eike Roswag-Klinge (Leiter Natural Building Lab TU Berlin, Geschäftsführer ZRS-Architekten), Susanne Wartzeck (vormalige Präsidentin des Bunds Deutscher Architektinnen und Architekten – BDA), Dr. Melanie Weber-Moritz (Bundesdirektorin des Deutschen Mieterbunds).</p>
<p>Das <a href="https://oekozentrum.nrw/" target="_blank" rel="noopener">Öko-Zentrum NRW</a> hat im Auftrag des BMUKN den Bundespreis konzipiert und ist gemeinsam mit seinen Projektpartnern <a href="https://mediacompany.com/" target="_blank" rel="noopener">MediaCompany</a> und BAUM e.V. für die organisatorische Durchführung verantwortlich.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/bundespreis-umwelt-bauen-zwischen-erhalt-und-innovation/">Bundespreis UMWELT &#038; BAUEN – Zwischen Erhalt und Innovation</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wissen schafft Wirkung: So entsteht nachhaltiger Klimaschutz</title>
		<link>https://baumev.de/wissen-schafft-wirkung-so-entsteht-nachhaltiger-klimaschutz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2026 07:55:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildung für Nachhaltige Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Klima & Energie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=20370</guid>

					<description><![CDATA[<p>Upskilling ist weit mehr als ein HR-Instrument. Es ist ein strategischer Hebel für Transformation. Es verbindet individuelle Kompetenzentwicklung mit unternehmerischer Verantwortung und gesellschaftlichem Fortschritt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/wissen-schafft-wirkung-so-entsteht-nachhaltiger-klimaschutz/">Wissen schafft Wirkung: So entsteht nachhaltiger Klimaschutz</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Klimaschutz als Nachhaltigkeitsziel ist längst kein Nischenthema mehr, sondern eine zentrale Gestaltungsaufgabe für Wirtschaft und Gesellschaft. Doch Ziele allein reichen nicht. Menschen müssen befähigt werden, die komplexen Zusammenhänge des Klimawandels zu verstehen und entsprechend zu handeln. Genau hier setzt Upskilling an.</p>
<h3>Nachhaltigkeit verstehen: Warum Upskilling entscheidend ist</h3>
<p>Wer die Zusammenhänge zwischen eigenem Handeln, Konsum und globalen Herausforderungen versteht, trifft andere Entscheidungen. Dieses Verständnis entsteht nicht von selbst. Unternehmen müssen <a href="https://baumev.de/bne/leitbild-bne/" target="_blank" rel="noopener">Wissen zugänglich machen</a>, Orientierung geben und Räume für Austausch schaffen.</p>
<p>Für ein globales Unternehmen wie Henkel ist das eine Herausforderung und Chance zugleich. Rund 47.000 Mitarbeitende aus 125 Nationen arbeiten in fast 80 Ländern an Lösungen für unterschiedliche Märkte. Am internationalen Hauptsitz in Düsseldorf kommen über 6.000 Menschen aus rund 90 Nationen zusammen – mit vielfältigen Perspektiven und Wissensständen. Diese Vielfalt zeigt, warum ein gemeinsames Verständnis von Nachhaltigkeit so wichtig ist. Kulturelle Hintergründe und lokale Gegebenheiten prägen den Blick auf Themen wie Klimaschutz, Ressourcennutzung oder soziale Verantwortung. Upskilling schafft hier eine gemeinsame Basis: Es hilft, komplexe Zusammenhänge einzuordnen und globale Ziele auf lokale Kontexte herunterzubrechen.</p>
<p>Für den Klimaschutz genügt es jedoch bei Weitem nicht, nur auf die eigenen betriebsinternen Prozesse zu schauen. Es geht um eine Transformation entlang der gesamten Wertschöpfungskette, die alle Akteure innerhalb und außerhalb des Unternehmens miteinschließt.</p>
<h3>Das große Ganze als Ausgangspunkt</h3>
<p>Ein zentraler Ausgangspunkt ist das Verständnis für das „große Ganze“. Nur wer die übergeordneten Ziele versteht, kann die eigene Rolle darin erkennen. Bei Henkel sind diese <a href="https://www.henkel.de/nachhaltigkeit/positionen/klima" target="_blank" rel="noopener">Ziele klar definiert</a>: Bis 2045 möchte das Unternehmen Net-Zero erreichen. Hierfür hat es sich mittelfristige Ziele bis 2030 gesetzt, wonach die absoluten Treibhausgasemissionen in Scope 1 und 2 um 42 Prozent und in Scope 3 um 30 Prozent reduziert werden sollen. Henkels Net-Zero-Ziele decken einen großen Teil der Wertschöpfungskette ab. Neben den Emissionen aus Produktionsprozessen umfassen die Ziele für Scope-1- und Scope-2-Emissionen alle Werksprozesse, einschließlich Emissionen, die in Bürogebäuden, Lagerhallen, Forschung und Entwicklung oder durch den Fuhrpark entstehen.</p>
<p>Die Reduktionsziele für Scope 3 decken die indirekten Emissionen der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette ab. Hier liegt der größte Hebel für den Klimaschutz. Neben Emissionen, die durch Rohstoffe und Verpackungen anfallen, schließen die Ziele unter anderem auch Emissionen aus Logistik oder der Endverwertung mit ein.</p>
<h3>Vom Wissen zum Handeln: Upskilling in der Praxis</h3>
<p>Upskilling bedeutet mehr als reine Wissensvermittlung. Es geht darum, Zusammenhänge verständlich und erlebbar zu machen, Handlungsspielräume und individuelle Verantwortung aufzuzeigen. Bei Henkel kommen dafür unterschiedliche Formate zum Einsatz – von kompakten E-Learnings bis hin zu interaktiven Workshops.</p>
<p>Ein Beispiel ist die Arbeit mit Climate Fresk: In einem dreistündigen Workshop erarbeiten Teilnehmende anhand wissenschaftlicher Grundlagen des Weltklimarats zentrale Zusammenhänge des Klimawandels. Mit Hilfe von Karten, Moderation und Diskussion entsteht ein gemeinsames Verständnis – oft verbunden mit „Aha“-Momenten darüber, wo Emissionen entstehen und welche Hebel besonders wirksam sind.</p>
<p>Ein Learning aus der Praxis: Veränderung beginnt oft im Kleinen. Wenn Mitarbeitende verstehen, wie ihr Arbeitsbereich mit den übergeordneten Nachhaltigkeitszielen verknüpft ist, entstehen Ideen für Verbesserungen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, dass auch individuelles Verhalten – etwa im Konsum oder im Umgang mit Ressourcen – Teil der Lösung ist. Upskilling wirkt damit in zwei Richtungen: Es stärkt die Wirksamkeit im Unternehmen und fördert verantwortungsbewusstes Handeln im privaten Umfeld.</p>
<h3>Daten, Dialog und Verantwortung: gemeinsam mehr erreichen</h3>
<p>Nachhaltige Transformation lässt sich nicht isoliert innerhalb eines Unternehmens erreichen. Wertschöpfungsketten sind global vernetzt – ein Großteil der Emissionen entsteht außerhalb der eigenen Standorte. Deshalb ist es entscheidend, auch Lieferanten und Partner auf diese Reise mitzunehmen. Zusammenarbeit wird zum Hebel für systemische Veränderung. Neben der Erfassung der Footprint-Daten der eigenen Standorte und innerbetrieblichen Prozesse geht es vor allem darum, den Fußabdruck entlang der Wertschöpfungskette zu erfassen und zu reduzieren. Dies ist nur möglich, wenn Emissionsdaten untereinander geteilt und gemeinsame Maßnahmen beschlossen werden.</p>
<p>Als Gründungsmitglied der Industrie-Initiative <a href="https://www.tfs-initiative.com/" target="_blank" rel="noopener">Together for Sustainability</a> (TfS) hat Henkel an der Entwicklung eines Leitfadens zum Product Carbon Footprint (PCF) mitgearbeitet, der es Lieferanten und Unternehmen ermöglicht, den CO₂-Fußabdruck von Rohstoffen nach einem einheitlichen Standard zu berechnen, mit Partnern zu teilen und so zur Dekarbonisierung der Chemiebranche beizutragen. Dieser Leitfaden konsolidiert bestehende PCF-Berechnungsansätze im Hinblick auf die Besonderheiten der chemischen Industrie. Zudem haben beispielsweise Catena-X (CX), ein gemeinschaftliches Datenökosystem für die Automobilindustrie, und TfS gemeinsam ein Rahmenwerk entwickelt, um die PCF-Datensätze zu verifizieren, die innerhalb der Automobil- und Chemielieferketten ausgetauscht werden.</p>
<p>Ergänzend zu diesen Aktivitäten und den Programmen für große strategische Lieferanten setzt Henkel mit Initiativen wie Climate Connect auch auf die Zusammenarbeit mit kleinen und mittelständischen Partnern, die oftmals wenige eigene Ressourcen im Bereich Nachhaltigkeit haben. Henkel unterstützt diese Lieferanten mit Know-how und Upskilling-Angeboten.</p>
<p>Upskilling ist damit weit mehr als ein HR-Instrument. Es ist ein strategischer Hebel für Transformation. Es verbindet individuelle Kompetenzentwicklung mit unternehmerischer Verantwortung und gesellschaftlichem Fortschritt. Oder anders gesagt: Wer versteht, kann gestalten. Und wer gestalten kann, macht den Unterschied – im Unternehmen wie darüber hinaus.</p>
<hr />
<p>Dies ist ein Gastbeitrag des BAUM-Mitglieds <strong>Henkel AG &amp; Co. KGaA</strong>.</p>
<p>Als Corporate Director ESG Reporting, Disclosure and Business Integration ist <strong>Uwe Bergmann</strong> bei Henkel für die ESG-Berichterstattung, Ratings und den Dialog mit Investoren sowie die strategische Integration von Nachhaltigkeit in Geschäftsprozesse und das Risikomanagement verantwortlich. Seit 2000 arbeitet Uwe Bergmann bei Henkel im Bereich Nachhaltigkeit und hat die Nachhaltigkeitsstrategie, ihre Umsetzung und die Berichterstattung gemeinsam mit den Unternehmensbereichen und Funktionen mitgestaltet.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/wissen-schafft-wirkung-so-entsteht-nachhaltiger-klimaschutz/">Wissen schafft Wirkung: So entsteht nachhaltiger Klimaschutz</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sustainable Economy Summit 2026: Wirtschaft zeigt Lösungen und diskutiert die Modernisierung als Standortfaktor</title>
		<link>https://baumev.de/sustainable-economy-summit-2026/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Apr 2026 12:55:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=20215</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Sustainable Economy Summit 2026 hat gezeigt, dass viele Unternehmen nicht mehr nur über nachhaltige Modernisierung sprechen, sondern sie bereits aktiv gestalten. Ein wichtiges Element des Summits war die Vorstellung des Sustainable Economy Barometers 2026.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/sustainable-economy-summit-2026/">Sustainable Economy Summit 2026: Wirtschaft zeigt Lösungen und diskutiert die Modernisierung als Standortfaktor</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Tage intensiver Debatten, konstruktiver Gespräche und konkreter Lösungsansätze: Der <a href="https://sustainable-economy-summit.org/" target="_blank" rel="noopener">Sustainable Economy Summit</a> 2026 hat gezeigt, dass viele Unternehmen nicht mehr nur über nachhaltige Modernisierung sprechen, sondern sie bereits aktiv gestalten. Im AXICA Kongress- und Tagungszentrum kamen führende Entscheider*innen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammen, um praxisnahe Antworten auf die zentralen Herausforderungen unserer Zeit zu diskutieren.</p>
<p>Im Mittelpunkt standen nicht abstrakte Zielbilder, sondern konkrete Einblicke in unternehmerische Praxis und der direkte Austausch mit politischen Entscheidungsträger*innen: Wie lassen sich Geschäftsmodelle erfolgreich transformieren? Welche Innovationen treiben die Dekarbonisierung voran? Wie können Unternehmen mit geopolitischen Unsicherheiten und steigenden Anforderungen umgehen? Und wie kann Politik die bereits vorhandene Dynamik in der Wirtschaft gezielt unterstützen?</p>
<p>„Der Sustainable Economy Summit hat eindrucksvoll gezeigt, dass viele Unternehmen die Transformation nicht nur mittragen, sondern aktiv gestalten wollen. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig verlässliche politische Rahmenbedingungen sind, damit aus Engagement konkrete Investitionen werden können. Wenn wir weiterhin Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und Innovation zusammendenken, wird die nachhaltige Modernisierung zum echten Standortvorteil für Deutschland“, resümiert Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter, die die Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit vertrat.</p>
<p>Diese Ansicht vertrat auch Dr. Daniela Büchel, Chief People and Sustainability Officer im Vorstand der REWE Group. „Nachhaltigkeit ermöglicht Wirtschaftlichkeit“, ist sie überzeugt. „Wir hätten die Kraft, wenn wir uns jetzt konzentrieren würden.“ Sie berichtete im Forum „Nachhaltigkeit in Zeiten des Umbruchs – und warum Haltung jetzt zählt“ u.a. von energiesparenden Innovationen, die unter steigenden Energiekosten besonders interessant seien.</p>
<h3>Praxisnahe Lösungen und neue Perspektiven</h3>
<p>Das Programm brachte unterschiedliche Perspektiven zusammen – von energiepolitischen Grundsatzfragen bis hin zu konkreten Umsetzungsbeispielen aus Unternehmen.</p>
<p>Dr. Robert Habeck ordnete die aktuelle Lage ein: „Die Energiefrage ist längst zu einer zentralen Standortfrage für Europa geworden. Steigende Preise, neue Abhängigkeiten und geopolitische Spannungen setzen Unternehmen unter Druck. Gleichzeitig eröffnet der Umbau unserer Energieversorgung große Chancen für Innovation und Investitionen. Entscheidend wird sein, wie wir es schaffen, Klimaschutz, Versorgungssicherheit und einen starken Wirtschaftsstandort in Europa gemeinsam voranzubringen und hierfür die richtigen Weichen zu stellen.“</p>
<p>Prof. Dr. Maja Göpel, Mitglied im <a href="https://baumev.de/baum-ev/gremien/" target="_blank" rel="noopener">Kuratorium Wissenschaft</a> von BAUM, machte deutlich, worum es in der aktuellen Phase der Transformation wirklich geht: „Wir stehen an einem Punkt, an dem sich entscheidet, ob wir innerhalb der bestehenden Wirtschaftsstruktur Kosten einsparen wollen, oder die Strukturen wirklich zukunftsfähig machen. Für die Erneuerung braucht es klare politische Linien, sonst kommen viele längst entwickelten Lösungen nicht zügig in die Breite. Das brauchen wir aber für neue wirtschaftliche Stärke.“</p>
<p>Dr. Eckart von Hirschhausen unterstrich die Verbindung von ökologischer und gesellschaftlicher Resilienz: „Was wir hier diskutieren, betrifft nicht nur Märkte, sondern unsere Lebensgrundlagen. Eine gesunde Umwelt ist die Voraussetzung für alles Wirtschaften. Der Summit zeigt, dass dieses Verständnis immer stärker in der Mitte der Wirtschaft ankommt.“ Auch aus der Unternehmenspraxis wurde deutlich, wie konkret Transformation bereits gestaltet wird.</p>
<h3>Zentrale Impulse für die Transformation</h3>
<p>Ein wichtiges Element des Summits war die Vorstellung des <a href="https://sustainable-economy-summit.org/wp-content/uploads/2026/04/Sustainable-Economy-Barometer-2026-Ergebnisse.pdf" target="_blank" rel="noopener">Sustainable Economy Barometers 2026</a>. Die Ergebnisse zeigen: Nachhaltigkeit ist für viele Unternehmen ein zentraler Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherung – gleichzeitig bleiben verlässliche Rahmen-bedingungen eine entscheidende Voraussetzung für weitere Investitionen. Darüber hinaus wurde deutlich, wie wichtig der Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft ist, um unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und tragfähige Lösungen zu entwickeln.</p>
<p>Yvonne Zwick, Vorsitzende von BAUM e.V., zog ein positives Fazit: „Beim Sustainable Economy Summit haben sieben nachhaltige Wirtschaftsinitiativen gezeigt, wie viel Wissen, Erfahrung, konkrete Lösungen und Wille zur Veränderung bereits vorhanden sind. Die Wirtschaft weist zupackend den Weg in die Zukunft in einer Geschwindigkeit, mit der die Politik nur schwer Schritt halten kann. Wir bräuchten einen stärkeren politischen Willen für eine Ordnungspolitik, die unsere Wirtschaft auf die nächste Ebene der Zukunftsfähigkeit hebt. Dazu gehört auch eine resiliente Energieinfrastruktur, die Abhängigkeiten von fossilen Energien und erratischen Staatenlenkern senkt.“</p>
<h3>Dialog als Rückenwind für Veränderung</h3>
<p>Der Sustainable Economy Summit 2026 zeigt: Die Modernisierung der Wirtschaft ist in vollem Gange und gewinnt dort an Tempo, wo Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gemeinsam an Lösungen arbeiten. Der Sustainable Economy Barometer 2026, eine repräsentative Befragung von privatwirtschaftlichen Entscheidungsträger*innen in Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden (Stichprobe 2.500), zeigt, dass Klimaschutz strategischer Wettbewerbsvorteil in der Modernisierung von Geschäftsmodellen geworden ist. Knapp zwei Drittel (65,1%) sehen Nachhaltigkeit als Treiber des langfristigen Unternehmenserfolgs – die deutliche Zustimmung liegt sogar sieben Prozentpunkte über dem Befragungsergebnis von 2023.</p>
<p>Der klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft wird mehrheitlich eine hohe Bedeutung für den künftigen Wirtschaftsstandort Deutschland zugeschrieben (56,4%). Verglichen mit 2023 hat die wahrgenommene Bedeutung deutlich um 10 Prozentpunkte zugenommen. Die Politik ist hierbei in besonderem Maße gefordert: 65,8% der Befragten bewerten ihre Rolle für das Erreichen einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft als wichtig. Die Befragten sind zudem mehrheitlich der Ansicht, dass Unternehmen ohne Nachhaltigkeitsstrategie langfristig nicht wettbewerbsfähig sind (53,7%, plus 5,5 Prozentpunkte im Vergleich zu 2023).</p>
<h3>Maßnahmen im Aufwind: Unternehmen handeln</h3>
<p>Der Blick auf konkrete Maßnahmen zeigt: Die deutsche Wirtschaft ist in Bewegung. Bereits jedes zweite Unternehmen hat Effizienzmaßnahmen ergriffen, etwa zur Energieeinsparung. Der Umstieg auf erneuerbare Energieträger hat ebenfalls an Dynamik gewonnen: 38,6% der Unternehmen haben diesen Schritt vollzogen, ein Plus von acht Prozentpunkten gegenüber 2023. Maßnahmen zur Ressourceneffizienz haben mit sieben Prozentpunkten (37,3%) deutlich zugelegt, knapp dahinter nachhaltigere Mobilitätslösungen (35,6 %, plus 7 Prozentpunkte im Vergleich zu 2023).</p>
<h3>Politische Inkonsequenz bremst Investitionen</h3>
<p>Mehr als die Hälfte (56,6%) der Entscheider*innen bewerten die wiederkehrende politische Debatte um eine Verschiebung der Klimaziele als wirtschaftlich schädlich. Zwei von drei Entscheider*innen (64,1%) beurteilen die Kontinuität der Klimaziele bis 2045 als wichtig bzw. sehr wichtig für die Planungssicherheit. Und 72,5% der Befragten stimmen zu, dass rechtliche Unsicherheiten rund um Nachhaltigkeitsberichterstattung und Sorgfaltspflichten Investitionsentscheidungen verzögern. Zudem fühlen sich 59,3% der Unternehmen durch Kammern und klassische Wirtschaftsverbände nicht ausreichend bei der Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise unterstützt.</p>
<h3>Politische Instrumente: Abbau klimaschädlicher Subventionen gefordert</h3>
<p>Gefragt nach dem sinnvollsten politischen Instrumenten-Mix für das Erreichen einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft nennt knapp jede*r Zweite (48,3%) den Abbau klimaschädlicher Subventionen als wichtigste Maßnahme, gefolgt von einer niedrigeren Besteuerung nachhaltiger Produkte (40,7%) sowie der steuerlichen Förderung nachhaltiger Maßnahmen für Unternehmen (36,5%).</p>
<hr />
<p>Das Sustainable Economy Barometer 2026 wurde vom Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag der Sustainable Economy gGmbH durchgeführt. Civey hat für den Sustainable Economy Summit vom 11.3.2026 bis 15.4.2026 privatwirtschaftliche Entscheider*innen in Unternehmen mit über 50 Mitarbeitenden befragt (Stichprobe 2.500). Der statistische Fehler des Gesamtergebnisses beträgt 3,8 Prozentpunkte. Das Barometer erscheint zum zweiten Mal; Vergleichswerte beziehen sich auf die Ersterhebung 2023.</p>
<p>Der Trägerkreis des Sustainable Economy Summit 2026 war ein sektorübergreifendes Bündnis progressiver Wirtschaftsverbände und Initiativen: Bioland e.V., BAUM e.V., BNW Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V., Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) e.V., Gemeinwohl-Ökonomie Deutschland e.V., Klimaschutz-Unternehmen e.V., Mission Wertvoll.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/sustainable-economy-summit-2026/">Sustainable Economy Summit 2026: Wirtschaft zeigt Lösungen und diskutiert die Modernisierung als Standortfaktor</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Event Carbon Footprint und Stoffstrombilanz: von der gefühlten zur wissensbasierten Nachhaltigkeit</title>
		<link>https://baumev.de/event-carbon-footprint-und-stoffstrombilanz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2026 06:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Circular Economy]]></category>
		<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Klima & Energie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=20171</guid>

					<description><![CDATA[<p>Für die BAUM-Tagung 2025 liegt nun der Event Carbon Footprint und erstmals eine umfassende Stoffstrombilanz vor, die mit handfesten, belastbaren Zahlen eine Basis bilden für die ökologische Bewertung, Kommunikation und künftige strategische Ausrichtung des jährlichen großen Netzwerktreffens.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/event-carbon-footprint-und-stoffstrombilanz/">Event Carbon Footprint und Stoffstrombilanz: von der gefühlten zur wissensbasierten Nachhaltigkeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Klima- und Ressourcenschutz sind für BAUM bei der Planung und Durchführung von Veranstaltungen seit Jahren eine Selbstverständlichkeit. Für die BAUM-Tagung 2025 liegt nun der Event Carbon Footprint und erstmals eine umfassende Stoffstrombilanz vor, die mit handfesten, belastbaren Zahlen eine Basis bilden für die ökologische Bewertung, Kommunikation und künftige strategische Ausrichtung des jährlichen großen Netzwerktreffens.</p>
<p>Eine Stoffstrombilanz zeigt, welche Materialien und Energiemengen in eine Veranstaltung hinein- und wieder hinausfließen. Ähnlich wie eine CO<sub>2e</sub>-Bilanz bildet sie damit die Grundlage, Ressourceneinsatz systematisch zu verstehen und einzuordnen.</p>
<p>BAUM hat die Analysen 2025 in Zusammenarbeit mit den BAUM-Mitgliedern 2bdifferent und Trash Galore für die BAUM-Tagung – ein jährliches Event mit rund 300 Nachhaltigkeitsengagierten – umgesetzt. Die Ergebnisse liefern differenzierte und teilweise überraschende Einblicke in Materialflüsse, Ressourcenverbräuche und Wirkungspotenziale von Veranstaltungen. Sie tragen zudem dazu bei, das Eventmanagement von BAUM im Rahmen der <a href="https://www.wirtschaftproklima.de/veranstaltungswirtschaft" target="_blank" rel="noopener">Initiative Nachhaltige Veranstaltungswirtschaft</a> (INV) weiter zu qualifizieren.</p>
<p>„Die BAUM-Tagung als nachhaltiges Event ressourcensparend und klimabewusst durchzuführen, hat für uns höchste Priorität“, betont Elisabeth Michels, Veranstaltungsmanagerin bei BAUM. „Im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses erreichen wir dank der nun vorliegenden Analysen die nächste Stufe.“</p>
<p>„Die Analysen bieten durch ihre anschauliche Aufbereitung eine fundierte Grundlage, um gemeinsam zu reflektieren: Was wirkt und schlägt sich wirklich bilanziell nieder? Wo liegen die größten Hebel?“, so Clemens Arnold, Managing Director von 2bdifferent. „Ein wichtiges Learning: Die Einbindung aller beteiligten Gewerke – insbesondere Location, Technik und Catering – ist entscheidend für eine umfassende und transparente Bewertungsgrundlage.“</p>
<p>„Diese Bilanz ist kein Urteil, sondern eine sachliche Grundlage“, erläutert Lukas Binner, Co-Founder von Trash Galore. „Sie zeigt transparent auf, was wir berechnet haben und wo konservative Schätzungen vorgenommen wurden, um eine verlässliche Basis für den weiteren Nachhaltigkeitskontext zu bieten.“</p>
<h3>Carbon Footprint für das „Produkt“ BAUM-Tagung</h3>
<p>Die methodische Grundlage ist eine Lebenszyklusanalyse (LCA) gemäß ISO 14040/44 und ISO 14067. Das Ergebnis ist als partieller Product Carbon Footprint zu verstehen – mit der Tagung als „Produkt“. Der Untersuchungsrahmen ist die Durchführungsphase der Veranstaltung inklusive Auf- und Abbauzeiten. Das Greenhouse Gas Protocol dient als struktureller Rahmen, jedoch nicht als methodische Grenze.</p>
<p>Geographisch konzentriert sich die Analyse auf Deutschland und die Nutzung hauptsächlich lokaler Dienstleister; internationale Lieferketten wurden lediglich für unvermeidbare Importwaren wie bestimmte Nahrungsmittel oder Rohstoffe indirekt modelliert. Die funktionelle Einheit ist definiert als „eine Durchführung der Veranstaltung“ und „eine teilnehmende Person pro Tag“, wobei die Bilanz auf einer Anzahl von 297 Personen an jeweils beiden Veranstaltungstagen basiert. Der dazugehörige Referenzfluss umfasst die gesamte Durchführung des Events und alle dafür notwendigen Inputs an Energie, Materialien und Dienstleistungen, um diese Funktion zu erfüllen.</p>
<p><a href="https://baumev.de/wp-content/uploads/2026/03/DE_ECF-Report_BAUM-e.V.-TAGUNG-2025.pdf" target="_blank" rel="noopener">Ergebnisse der Analyse als PDF</a></p>
<p>Details zu „Event Carbon Footprint“ und Stoffstrombilanz können BAUM-Mitglieder, Umsetzungspartner der BAUM-Tagungen 2025 und 2026 sowie Mitglieder der INV bei einem <a href="https://baumev.de/event/2026_04_30_webinar-stoffstromanalyse-der-baum-tagung/" target="_blank" rel="noopener">Webinar</a> am 30. April (11:00-12:30) erfahren.</p>
<p>Die INV ist maßgeblich an der Vorbereitung der <a href="https://baumev.de/baum-tagung/" target="_blank" rel="noopener">BAUM-Tagung 2026</a> beteiligt, die am 9. und 10. September im baden-württembergischen Rust stattfindet.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/event-carbon-footprint-und-stoffstrombilanz/">Event Carbon Footprint und Stoffstrombilanz: von der gefühlten zur wissensbasierten Nachhaltigkeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zum Tod von Carsten Träger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit</title>
		<link>https://baumev.de/zum-tod-von-carsten-traeger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 10:38:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=19649</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mit großer Erschütterung und Schmerz betrauert BAUM den unerwarteten und viel zu frühen Tod von Carsten Träger. Er verstarb am 21. März 2026 im Alter von nur 52 Jahren.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/zum-tod-von-carsten-traeger/">Zum Tod von Carsten Träger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit großer Erschütterung und Schmerz betrauert BAUM den unerwarteten und viel zu frühen Tod von Carsten Träger. Er verstarb am 21. März 2026 im Alter von nur 52 Jahren.</p>
<p>Carsten Träger war seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages und setzte sich dort über viele Jahre hinweg mit großer Überzeugung für Umwelt-, Klima- und Naturschutz ein. Er war Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie Obmann im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung. Seit Mai 2025 wirkte er als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.</p>
<p>BAUM verbindet mit Carsten Träger eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Von 2020 bis einschließlich 2024 engagierte er sich als Jurymitglied des BAUM | Umwelt- und Nachhaltigkeitspreises. Mit seiner fachlichen Expertise, seiner klaren Haltung und seinem feinen Gespür für wirksame Transformation hat er die Auswahl der Preisträger*innen maßgeblich mitgeprägt. Sein Engagement für eine nachhaltige Wirtschaft und Gesellschaft ging dabei über seine politischen Ämter hinaus.</p>
<p>Wir verlieren mit Carsten Träger einen klugen, glaubwürdigen und verlässlichen Mitstreiter für nachhaltiges Wirtschaften sowie einen geschätzten Partner unseres Netzwerks. Zugleich verlieren wir einen zugewandten, herzlichen Menschen, der den Dialog auf Augenhöhe suchte und Brücken zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gebaut hat.</p>
<p>Sein Tod bewegt uns tief. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.<br />
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie sowie allen Angehörigen und Weggefährt*innen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/zum-tod-von-carsten-traeger/">Zum Tod von Carsten Träger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein unermüdlicher Kämpfer für das Gute: In Gedenken an Burkhard Remmers</title>
		<link>https://baumev.de/ein-unermuedlicher-kaempfer-fuer-das-gute-in-gedenken-an-burkhard-remmers/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2026 08:45:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=19646</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am 18. März 2026 verstarb Burkhard Remmers, Pressesprecher und Leiter Unternehmenskommunikation des BAUM-Mitglieds Wilkhahn. BAUM trauert um einen engagierten Menschen, mit dem wir viele Jahre eng zusammengearbeitet haben. Wir übernehmen hier eine Pressemitteilung von Wilkhahn.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/ein-unermuedlicher-kaempfer-fuer-das-gute-in-gedenken-an-burkhard-remmers/">Ein unermüdlicher Kämpfer für das Gute: In Gedenken an Burkhard Remmers</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 18. März verstarb der langjährige Pressesprecher und Leiter Unternehmenskommunikation des Büromöbelherstellers Wilkhahn. Burkhard Remmers prägte über 30 Jahre die Außendarstellung des Familienunternehmens und wird nicht nur am Headquarter in Eimbeckhausen, sondern auch in der internationalen Möbelbranche schmerzlich vermisst.</p>
<p>Geboren im bayrischen Augsburg, studierte Burkhard Remmers in seiner Heimatstadt Germanistik, Geschichte und Erziehungswissenschaften. Nach seinem Abschluss zog es ihn jedoch nicht wie ursprünglich geplant ins Lehramt, sondern zunächst in die Marketingabteilung des Möbelherstellers USM im badischen Bühl.</p>
<p>1995 wechselte er zu Wilkhahn und verantwortete fortan mit strategischem Weitblick und unermüdlichem Einsatz die externe und interne Kommunikation. Sein Beruf war für ihn stets auch Berufung: Ganz im Geiste der „Ulmer Schule“ brachte er für die Marke wichtige Themen wie Nachhaltigkeit, „Design made in Germany“ und das Bewegungssitzen erfolgreich voran. Mit großer Fachexpertise erlangte er als geschätzter Partner von Journalisten, gern gesehener Redner und versierter Autor eine Bekanntheit, die weit über die Branchen- und Landesgrenzen hinaus geht. Dabei war es vor allem sein humanistisches Menschenbild, das mit Toleranz, Herzlichkeit und dem festen Glauben an das Gute seine Wegbegleiter in den Bann zog. Ob als packender Vortragender, begnadeter Schreiber oder kluger Diskutant: Wie kaum ein anderer in der Branche identifizierte er sich mit seiner Aufgabe und wurde selbst zum Markenzeichen. Dazu passt auch, dass er sich außerhalb seiner Arbeitszeit in Vereinen wie dem Werkbund Nord engagierte und eigene Förderprojekte in Afrika initiierte.</p>
<p>Dr. Jochen Hahne, Vorsitzender des Beirats und langjähriger CEO von Wilkhahn: „Burkhard Remmers hat die Entwicklung unseres Unternehmens über Jahre entscheidend mitgestaltet. Es ist unser Anspruch, seinen Enthusiasmus und Tatendrang weiter in die Zukunft zu tragen.“</p>
<p>Burkhard Remmers starb im Alter von nur 66 Jahren nach schwerer Krankheit.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/ein-unermuedlicher-kaempfer-fuer-das-gute-in-gedenken-an-burkhard-remmers/">Ein unermüdlicher Kämpfer für das Gute: In Gedenken an Burkhard Remmers</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Biodiversität im Agrarbanking: Herausforderungen und Chancen der ESG-Risiken</title>
		<link>https://baumev.de/biodiversitaet-im-agrarbanking-herausforderungen-und-chancen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2026 06:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biodiversität & Ökosysteme]]></category>
		<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Sustainable Finance & Berichterstattung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=18824</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Bedeutung von Biodiversität rückt im Agrarbanking stärker in den Fokus. Eine aktuelle Marktstudie von der Landwirtschaftlichen Rentenbank und Capgemini Invent beleuchtet, wie Biodiversität bislang im Kreditgeschäft berücksichtigt wird und wo die größten Herausforderungen liegen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/biodiversitaet-im-agrarbanking-herausforderungen-und-chancen/">Biodiversität im Agrarbanking: Herausforderungen und Chancen der ESG-Risiken</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bedeutung von Biodiversität rückt im Agrarbanking stärker in den Fokus. Eine aktuelle Marktstudie von der Landwirtschaftlichen Rentenbank und Capgemini Invent beleuchtet, wie Biodiversität bislang im Kreditgeschäft berücksichtigt wird und wo die größten Herausforderungen liegen.</p>
<p>Befragt wurden für die <a href="https://publikationen.rentenbank.de/biodiversitaet/" target="_blank" rel="noopener">Studie</a> 24 Finanzinstitute unterschiedlicher Größe. Interviews mit Banken, Bankverbänden, Forschungsinstituten und Akteur:innen aus der Landwirtschaft geben zusätzliche Einblicke in die aktuellen Praktiken und unterschiedlichen Auffassungen zu ESG-Risiken.</p>
<h3>Banken und Landwirtschaft: unterschiedliche Sichtweise auf Risiken</h3>
<p>Die Studie zeigt, dass Banken das Thema Biodiversität vor allem aus der Perspektive der Risiko-Regulatorik beleuchten. Relevant ist dafür die Betrachtung der sogenannten Biodiversitäts- oder auch naturbezogenen Risiken. Im Vergleich zu Klimarisiken sind diese jedoch deutlich komplexer: Sie wirken regional und lassen sich nicht in einheitliche Bewertungsmodelle integrieren, u.a. weil eine eindeutige Metrik – wie z.B. ein CO₂-Äquivalent – fehlt.</p>
<p>Interessant ist, dass Banken physische Risiken – wie Bodendegradierung oder den Rückgang von Insekten zur Bestäubung der Pflanzen – als besonders relevant einstufen. Die Landwirtschaft hingegen sieht transitorische Risiken, also solche, die durch Marktverschiebungen oder politische Veränderungen im Sektor entstehen, als gravierender an. Diese Diskrepanz zeigt die unterschiedlichen Perspektiven zum unternehmerischen Risiko in einem Betrieb sehr deutlich. Die bedeutendsten physischen Risiken der Landwirtschaft waren für alle Befragten allerdings eindeutig: Bodendegradierung und Erosion, geringere Wasserqualität und -verfügbarkeit sowie der Rückgang von Bestäubern.</p>
<h3>Erfassung durch Banken</h3>
<p>Zwei Drittel der Banken erwarten, dass Biodiversität in den kommenden fünf Jahren eine mittlere bis hohe Relevanz für die Bonität der Agrarkund:innen haben wird. Trotzdem preisen über 90 Prozent naturbezogene Risiken bislang nicht in ihre Kreditkonditionen ein. Lediglich eines der befragtenInstitute gab an, mit Honorierungen positive Anreize zu setzen. Die Studie macht deutlich, wo die Schwierigkeiten liegen:</p>
<ol>
<li>Biodiversität unterliegt natürlichen Schwankungen und Wechselwirkungen. Schwankungen von Ernteerträgen sind nur in seltenen Fällen auf eine einzige Ursache zurückzuführen. Sie sind das Ergebnis verschiedener Wechselwirkungen im gesamten Ökosystem und von Jahr zu Jahr zu beobachten. Daher ist es schwer, die Auswirkungen des Biodiversitätsverlustes treffsicher zu benennen.</li>
<li>Es fehlt eine einheitliche Metrik. Über 75 Prozent der Befragten nennen den hohen Erhebungsaufwand und fehlende Daten als Hindernisse für die Integration naturbezogener Risiken in Kreditprozesse. Banken müssten je nach finanziertem Sektor unterschiedliche Kennzahlen abfragen.</li>
<li>Biodiversität ist lokal. Die standort- und kundenspezifischen Unterschiede sind enorm. Viele Banken berichten von größten Herausforderungen bei dem Versuch, ihren Kund:innen gegenüber fair in der Bewertung zu sein.</li>
</ol>
<h3>Lösungsansätze und Best-Practice-Beispiele</h3>
<p>Im Finanzsektor gibt es bereits einige Ansätze, um Biodiversitätsrisiken besser zu erfassen: Online-Tools wie ENCORE (Exploring Natural Capital Opportunities, Risks and Exposure) oder der WWF Risk Filter können helfen, Abhängigkeiten von der Natur zu erkennen; sie werden von einem Drittel der Banken genutzt. Die Tools geben einen Wert aus, wie stark ein Portfolio von Ökosystemleistungen abhängt. Je nach finanzierter Wirtschaftstätigkeit fallen diese Abhängigkeiten sehr unterschiedlich aus, weil sie auf verschiedene Ressourcen zurückgreifen. Da unterschiedliche Standorte nicht ausreichend berücksichtigt werden, sind die Ergebnisse auch noch zu allgemein. Viele Banken wünschen sich deshalb, die lokalen Gegebenheiten ihrer Kreditnehmenden besser einbeziehen zu können. Dazu müssen allerdings Daten auf Einzelkundenbasis erhoben und analysiert werden. Trotzdem ist der Einbezug solcher Tools in das ESG-Scoring für viele Banken der Beginn, naturbezogene Risiken zu berücksichtigen. Fortgeschrittene Institute nutzen zusätzlich Geodaten und geprüften Zertifizierungen der Kund:innen.</p>
<p>Die Rentenbank und Capgemini Invent haben gemeinsam mit den Interviewten eine Maßnahmenliste erstellt, die zeigt, wie Banken landwirtschaftliche Betriebe bei der Absicherung und langfristigen Risikominderung unterstützen können. Die Liste soll eine erste Orientierung im Agrarkundengeschäft bieten, welche Maßnahmen Wirkung zeigen, auch wenn diese an den jeweiligen Standort angepasst werden müssen.</p>
<h3>Wie es weitergeht</h3>
<p>Die Agrarwirtschaft ist einer der wenigen Sektoren, die zu mehr biologischer Vielfalt beitragen können. Regenerative Maßnahmen wie Humusaufbau und biodiversitätsfördernde Praktiken können zudem langfristig Erträge sichern und die Widerstandsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe stärken. Banken spielen dabei eine wichtige Rolle, indem sie flexible Finanzierungslösungen und Investitionen in innovative Technologien ermöglichen. Die Rentenbank unterstützt Maßnahmen zur langfristigen Mitigation naturbezogener Risiken mit gezielten Förderprogrammen.</p>
<p>Neben klassischen Kreditprodukten bieten sich auch Venture- Capital-Investments, die Förderung von Initiativen und Forschungsprojekten als Wege an, um Biodiversität in der Landwirtschaft nachhaltig zu stärken. Abschließend ist zu betonen: Damit Investitionen und Maßnahmen wirklich Wirkung entfalten, ist ein enger Austausch zwischen Banken, landwirtschaftlichen Betrieben und Fachleuten unerlässlich. Die verschiedenen Interviews mit den beteiligten Parteien haben gezeigt, dass die Kommunikation untereinander ein essenzieller Baustein für die gesamtgesellschaftliche Aufgabe – den Erhalt der Natur – ist.</p>
<hr />
<p>Dies ist ein Beitrag aus <a href="https://baumev.de/baum-ev/baum-insights/">BAUM Insights</a> 2/2026.</p>
<p><strong>Sophia Stammler</strong> ist bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank, der Förderbank des Bundes für den Agrarsektor und die ländlichen Räume, im Nachhaltigkeitsmanagement tätig. Dort ist die Agrarwissenschaftlerin zuständig für die fachliche Einordnung der Bedeutung der ESG-Regulatorik für die Kreditvergabe in der Landwirtschaft. Sie steht in engem Austausch sowohl mit den landwirtschaftlichen Endkreditnehmenden als auch mit den Hausbanken, über die die Förderkredite vergeben werden.</p>
<p><strong>Marco Meyer</strong> verantwortet bei Capgemini Invent das Thema Nachhaltigkeit im Finanzsektor. Mit über zehn Jahren Erfahrung in der Finanzdienstleistungsbranche hat der Volkswirt erfolgreich zahlreiche Projekte in den Bereichen globale Transformation sowie Implementierung ganzheitlicher End-to-End-Prozesse und Datenstrategien geleitet. Dank zahlreicher Projekte zunächst bei PwC, dann bei Capgemini Invent verfügt er über umfassende Expertise in der Konzeption, Entwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsinitiativen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/biodiversitaet-im-agrarbanking-herausforderungen-und-chancen/">Biodiversität im Agrarbanking: Herausforderungen und Chancen der ESG-Risiken</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fundierte klimabezogene Entscheidungen für Unternehmen</title>
		<link>https://baumev.de/fundierte-klimabezogene-entscheidungen-fuer-unternehmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2026 13:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Klima & Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Sustainable Finance & Berichterstattung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=18940</guid>

					<description><![CDATA[<p>In einem Pilotprojekt zur Messung von Klimawirkung kooperiert BAUM mit right° und PKF IVT. Ziel der Initiative ist, eine Verbandslösung zu etablieren, mit der BAUM-Mitglieder die Klimawirkung ihrer Geschäftsmodelle in Grad Celsius messen und ihre jährliche Entwicklung direkt mit dem 1,5°-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens abgleichen können.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/fundierte-klimabezogene-entscheidungen-fuer-unternehmen/">Fundierte klimabezogene Entscheidungen für Unternehmen</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In einem Pilotprojekt zur Messung von Klimawirkung kooperiert BAUM mit <a href="https://right-basedonscience.de/" target="_blank" rel="noopener">right°</a> und <a href="https://www.pkfivt.de/" target="_blank" rel="noopener">PKF IVT</a>. Ziel der Initiative ist, eine Verbandslösung zu etablieren, mit der BAUM-Mitglieder die Klimawirkung ihrer Geschäftsmodelle in Grad Celsius messen und ihre jährliche Entwicklung direkt mit dem 1,5°-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens abgleichen können. Die Initiative steht im Kontext des <a href="https://climate-pact.europa.eu/index_en" target="_blank" rel="noopener">EU Climate Pact</a>, bei dem sich <a href="https://baumev.de/baum-ist-partner-des-european-climate-pact/" target="_blank" rel="noopener">BAUM in diesem Jahr als Partner</a> engagiert.</p>
<p>right° bringt die technologische Grundlage in das Pilotprojekt ein, während PKF IVT das Projektmanagement übernimmt und die Umsetzung begleitet. Beide Partner verfügen über langjährige Erfahrung mit der Organisation und Steuerung von Transition in Unternehmen. Der Ansatz verbindet eine vergleichbare Grad-Celsius-Kennzahl mit hoher Steuerungsrelevanz, Transparenz und Vergleichbarkeit. Grundlage ist das Klimamodell des IPCC, aus dem sich ein Emissionsbudget ableitet, das hinter dem 1,5°-Ziel steht.</p>
<h3>Wirtschaftliche Wertschöpfung von Emissionen entkoppeln</h3>
<p>Im Kern geht es darum, die wirtschaftliche Wertschöpfung – also das BIP auf Unternehmensebene – von Emissionen zu entkoppeln. Diese Entkopplung ist ein zentrales Ziel des European Green Deal und gilt, so Hannah Helmke von right°, als Ausdruck einer Innovations- und Hightech-Agenda. Je stärker es Unternehmen gelingt, Emissionen von ihrer Wertschöpfung zu lösen, desto näher kommen sie der Paris-Kompatibilität. Beispiele wie Siemens Healthineers zeigen, dass ein sogenannter „Paris-konformer Track Record“ erreichbar ist: „Solche Firmen wollen wir sehen“, so Helmke.</p>
<h3>Verbandslösung für BAUM-Mitglieder</h3>
<p>Für BAUM-Mitglieder entsteht durch das Projekt erstmals die Möglichkeit, die eigene Position im Transformationsprozess präzise zu bestimmen. Damit legt das Projekt die Grundlage dafür, vom reinen Messen ins Steuern zu kommen – also auch kritisch zu hinterfragen, ob Investitionen tatsächlich wirksam sind oder lediglich Kosten verursachen, ohne zur Zielerreichung beizutragen. Die Anwendung ist strategisch in mehrfacher Hinsicht relevant:</p>
<ol>
<li>Anforderungen aus der CSRD und insbesondere ESRS E1 können wissenschaftsbasiert und prüfbar unterlegt werden.</li>
<li>Die Methodik unterstützt unternehmerische Entscheidungen, indem Investitionen im Hinblick auf ihre Klima- und Geschäftswirkung bewertet werden können.</li>
<li>Sie stärkt Reputation und Glaubwürdigkeit, da Klimastrategien transparent und nachvollziehbar gemacht werden.</li>
</ol>
<p>Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Branchen verdeutlichen die Bandbreite: Unternehmen wie Redcare stehen vor der Herausforderung, ihre Transitionspläne mit dynamischem Wachstum in Einklang zu bringen, während die Dürr AG oder die Gira Giersiepen GmbH &amp; Co. KG zeigen, wie sich Klimawirkung bereits heute strategisch und kommunikativ nutzen lässt – bis hin zur Positionierung in Grad Celsius gegenüber dem Markt.</p>
<h3>Differenziertes Benchmarking</h3>
<p>Die konkrete Umsetzung erfolgt über ein Template, das von den Unternehmen befüllt wird. Zu den zentralen Eingangsgrößen zählen unter anderem NACE-Code, Umsatz, Personalkosten, EBITDA sowie Emissionen in Scope 1, 2 und 3, die die gesamte Wertschöpfung abbilden. Die Daten werden zunächst über das Template an right° übermittelt; perspektivisch ist eine direkte Eingabe in eine Datenbank vorgesehen. Je mehr historische Daten vorliegen – idealerweise ab dem Basisjahr 2021 –, desto robuster und nachvollziehbarer werden die Ergebnisse.</p>
<p>Die Unternehmen erhalten daraufhin ein differenziertes Benchmarking: sowohl im Vergleich zu frei wählbaren Unternehmen, die börsengelistet sein müssen, als auch relativ zum jeweiligen Sektor. Für alle, die einen Schritt weiter als das BAUM-Projekt gehen möchten, liefert die XDC-Software konkrete Entscheidungshilfen, indem sie aufzeigt, wie und wann sich Investitionen auf die Klimawirkung auswirken.</p>
<p>Auf Verbandsebene entsteht ein aggregiertes, anonymisiertes Gesamtbild, das im Vergleich zu Referenzgrößen wie dem „<a href="https://right-basedonscience.de/what-if/" target="_blank" rel="noopener">whatif? Report</a>“ mit DAX-Unternehmen eingeordnet werden kann und eine fundierte Grundlage für Kommunikation und Stakeholdermanagement bietet.</p>
<h3>Zentrale Fragen beim Kick-off-Workshop</h3>
<p>In der Diskussion beim Kick-off-Workshop am 19. März 2026 wurden zentrale Fragen adressiert. So können fehlende Scope-3-Daten über den frei zugänglichen Climate Explorer von right° sektorspezifisch geschätzt werden. Unternehmensspezifische Emissionsbudgets werden anteilig an der Wertschöpfung abgeleitet. Gleichzeitig wurde klargestellt, dass die individuellen Ergebnisse vertraulich bleiben und ausschließlich in aggregierter Form in die Verbandsauswertung einfließen.</p>
<p>Auch regulatorische Fragen, etwa im Zusammenhang mit der Empowering Consumers Directive (EmpCo), wurden angesprochen: Sobald Grad-Celsius-Aussagen in der B2C-Kommunikation genutzt werden, müssen die zugrunde liegenden Daten extern abgesichert werden. right° stellt hierzu ein entsprechendes Kommunikationshandbuch bereit.</p>
<h3>Über die reine Zielvalidierung hinaus</h3>
<p>Im Vergleich zu anderen Initiativen wie der Science Based Targets initiative (SBTi) wird deutlich, dass XDC über die reine Zielvalidierung hinausgeht. Während SBTi prüft, ob Klimaziele im Einklang mit dem Pariser Abkommen stehen, bietet XDC zusätzlich ein Transitionsmodul, mit dem Unternehmen jährlich ihren Fortschritt entlang eines konkreten Pfads verfolgen und ihre Governance entsprechend ausrichten können. Voraussetzung ist, dass die zugrundeliegenden Emissionsdaten bereits intern oder extern geprüft wurden. Die zentrale Botschaft des Ansatzes lautet: XDC bewertet nicht, sondern macht steuerungsfähig. Es schafft Transparenz über Entwicklungen und ermöglicht fundierte Entscheidungen im Transformationsprozess.</p>
<p><strong>Das Pilotprojekt läuft bis zum 27. November 2026.</strong> Nächste Schritte sind:</p>
<ul>
<li>14. April, 14:30 – 15:30 | <a href="https://baumev.de/event/2026_04_14_workshop-how-to-right-xdc-template/" target="_blank" rel="noopener">Webinar, das sich der praktischen Anwendung des Templates widmet</a> und Unternehmen dabei unterstützt, die notwendigen Daten systematisch zu erfassen und zu nutzen</li>
<li>4. Mai, 14:00 – 15:00 | vertiefender <a href="https://baumev.de/event/2026_05_04_baum-deep-dive-how-to-right-xdc-template/" target="_blank" rel="noopener">Deep Dive zu „Klimawirkung mit XDC steuern“</a></li>
</ul>
<p>Es folgt ein weiterer Deep Dive, dessen Inhalt und Termin im Prozess nach den Bedürfnissen der BAUM-Mitglieder festgelegt wird.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/fundierte-klimabezogene-entscheidungen-fuer-unternehmen/">Fundierte klimabezogene Entscheidungen für Unternehmen</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nature Materiality Gap Analyse: Strategische Resilienz an ökologischen Kipppunkten</title>
		<link>https://baumev.de/strategische-resilienz-an-oekologischen-kipppunkten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katrin Wippich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2026 09:21:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biodiversität & Ökosysteme]]></category>
		<category><![CDATA[Einblicke & Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Sustainable Finance & Berichterstattung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://baumev.de/?p=18822</guid>

					<description><![CDATA[<p>In einer Welt, in der planetare Belastungsgrenzen keine theoretischen Konstrukte mehr sind, entscheidet die Fähigkeit zur Identifikation und Steuerung ortsgebundener ökologischer Kipppunkte über die langfristige ökonomische Zukunftsfähigkeit von Unternehmen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/strategische-resilienz-an-oekologischen-kipppunkten/">Nature Materiality Gap Analyse: Strategische Resilienz an ökologischen Kipppunkten</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In einer Welt, in der planetare Belastungsgrenzen keine theoretischen Konstrukte mehr sind, entscheidet die Fähigkeit zur Identifikation und Steuerung ortsgebundener ökologischer Kipppunkte über die langfristige ökonomische Zukunftsfähigkeit von Unternehmen.</p>
<p>Die bisherige Praxis der Wesentlichkeitsanalyse leidet unter systemischen Konstruktionsfehlern, die im Kontext von Naturrisiken besonders schwer wiegen. Ein zentraler Makel liegt in der Erhebungsmethodik: In vielen Unternehmen werden subjektive Einschätzungen von Stakeholdern in scheinbar exakte Scores übersetzt. Diese heuristische Vorgehensweise mag bei vielen rein sozialen Themen angemessen sein, bei denen sich Sachverhalte oft nur subjektiv erschließen. Bei naturbezogenen Themen ist sie jedoch meist inadäquat, da sich hier die Möglichkeit bietet – und die Notwendigkeit besteht –, auf Basis naturwissenschaftlicher Daten zu operieren.</p>
<p>Erschwerend kommt hinzu, dass in herkömmlichen Analysen soziale Aspekte oft gleichberechtigt neben ökologischen Klumpenrisiken stehen. Während erstere Merkmale moderner Unternehmensführung sind, besitzen sie selten das Potenzial, ein Geschäftsmodell fundamental zu erschüttern. Es sind hingegen fast immer naturbezogene Aspekte, die eine so hohe materielle Relevanz besitzen, dass sie die operative Kontinuität bedrohen können. Das Problem: Die üblichen Rahmenwerke verbleiben oft an der Oberfläche, da sie über starre Datenpunkte nicht das messen, was für eine Risikoaussage notwendig wäre.</p>
<h3>Pareto-Prinzip: Fokus auf ökonomische Wesentlichkeit</h3>
<p>In der betrieblichen Auseinandersetzung mit Naturkapital existiert eine Vielzahl von Ansätzen, die von vegetarischen Angeboten in der Betriebskantine bis zur ökologischen Aufwertung von Freiflächen reichen. Diese Initiativen leisten einen wichtigen Beitrag zur internen Bewusstseinsbildung, zur Unternehmenskultur und zur Stärkung der Ökosysteme vor Ort; sie sollten keinesfalls diskreditiert werden. Dennoch lehrt uns die systemische Betrachtung naturbezogener Abhängigkeiten, dass der Fokus im Risikomanagement zwingend auf der ökonomischen Wesentlichkeit liegen muss.</p>
<p>Hier greift das Pareto-Prinzip: Ein kleiner Prozentsatz an Sektoren, Standorten und Dienstleistungen ist für den überwiegenden Teil der globalen naturbasierten Risiken verantwortlich. Für ein effektives Management ist es daher sinnvoll, den strategischen Einstieg genau bei jenen Teilen der Wertschöpfungskette zu beginnen, deren Abhängigkeit am größten ist. Die 80/20-Logik lässt sich innerhalb eines Unternehmens noch weiter verfeinern. Von den Dutzenden potenzieller Ökosystemdienstleistungen sind meist nur etwa 20 Prozent für 80 Prozent der operativen Stabilität verantwortlich. Diese sogenannten „Kill-Faktoren“ zu identifizieren, ist die zentrale Aufgabe einer modernen Wesentlichkeitsanalyse. Werden diese kritischen Natur-Assets nicht gemanagt, ist der Schutz der restlichen 80 Prozent ökonomisch betrachtet oft irrelevant. Es geht darum, das Rückgrat der Wertschöpfung zu sichern, anstatt sich im „Long Tail“ symbolischer Maßnahmen zu verlieren.</p>
<h3>Die methodische Brücke: Von der Ökologie zur Bilanz</h3>
<p>Die Sustainserv Nature Materiality Gap Analysis schließt die Lücke zwischen ökologischer Degradation und finanzieller Bewertung durch ein strukturiertes Vorgehen, das Naturrisiken in betriebswirtschaftlich steuerbare Größen übersetzt. Dieser Prozess vollzieht sich in drei wesentlichen Dimensionen:</p>
<ol>
<li><strong> Physische Abhängigkeit:</strong> Hier wird im Kern geprüft, ob ein Unternehmen durch seine Aktivitäten genau jene Ressourcen und Ökosystemdienstleistungen gefährdet, von denen es selbst abhängt. Es geht um die Ermittlung der Kritikalität bestimmter Naturkomponenten für die Bruttowertschöpfung und die Bewertung der Substituierbarkeit dieser Leistungen.</li>
<li><strong> Soziale Lizenz:</strong> In einer Welt der Echtzeit-Informationsübertragung können gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen schnell die gesamte Wertschöpfungskette erschüttern. Die „Social License to Operate“ und die Wertschöpfung unter strengeren ökologischen Bedingungen sind hierbei essenziell als strategischer Hebel für Marktchancen.</li>
<li><strong> Ökonomische Bewertung:</strong> Schließlich müssen Naturrisiken in die Sprache des Finanzmarktes übersetzt werden. Dies umfasst die Identifikation langfristiger Haftungsansprüche und naturbezogener „Bottlenecks“ der wirtschaftlichen Aktivitäten sowie die Anpassung von Kennzahlen in der Unternehmensbewertung, sobald ökologische Kipppunkte erreicht werden.</li>
</ol>
<p>Ein entscheidender methodischer Kniff ist das Prinzip des „Reverse Stress Testing“. Anstatt mit komplexen biologischen Modellen die gesamte Natur abzubilden, startet man beim finanziellen Schmerzpunkt des Unternehmens. Man identifiziert den Punkt, an dem das Geschäftsmodell – etwa durch massiven Ertragsverlust – kollabiert, und prüft erst im zweiten Schritt die ökologische Wahrscheinlichkeit, dass die dafür kritische Ressource ihren spezifischen Kipppunkt erreicht. So wird Naturkapital nicht als moralisches, sondern als finanzielles Asset-Management begriffen.</p>
<h3>2026: Der Übergang zur finanziellen Realität</h3>
<p>Das Jahr 2026 markiert den Übergang von teils vagen Nachhaltigkeits- Ambitionen hin zur finanziellen Realität. Die Konvergenz globaler Standards macht naturbezogene Risiken zu einem Kernbestandteil der Finanzberichterstattung. Das International <a href="https://www.ifrs.org/groups/international-sustainability-standards-board/" target="_blank" rel="noopener">Sustainability Standards Board</a> (ISSB) integriert das Framework der <a href="https://baumev.de/sustainable-finance/deutsche-tnfd-consultation-group/" target="_blank" rel="noopener">Taskforce on Nature-related Financial Disclosures</a> (TNFD) in seine Standards, was Naturrisiken weltweit als finanzielle Kernrisiken etabliert.</p>
<p>Gleichzeitig liefern vorausschauende Indikatoren Daten über die Änderungsrate und Widerstandskraft ökologischer Systeme in Echtzeit. Nachhaltigkeit wird dadurch zur „Engine of Competitiveness“ und zu einer zentralen Design-Logik für resiliente Geschäftsmodelle. Unternehmen, die den „Nature Materiality Gap“ heute erkennen und schließen, transformieren ökologische Abhängigkeiten in strategische Wettbewerbsvorteile. Der Benchmark hat sich verschoben: Von der bloßen Beschreibung von potenziellen und realen Auswirkungen hin zur glaubwürdigen Einbettung von Szenario- Analysen in Kapitalallokations-Entscheidungen. In diesem neuen Paradigma ist Naturrisikomanagement kein „Nice-to-have“ mehr, sondern eine fundamentale Voraussetzung für die strategische Integrität und den langfristigen Erhalt des Unternehmenswertes.</p>
<hr />
<p>Dies ist ein Beitrag aus <a href="https://baumev.de/baum-ev/baum-insights/">BAUM Insights</a> 2/2026.</p>
<p><strong>Dr. Ralf Frank</strong> ist Managing Partner bei Sustainerv in Frankfurt am Main und Professor an der GISMA in Potsdam. Er ist zudem Mitglied des Gesamtvorstands von BAUM e.V. Im Dezember 2024 gründete Ralf Frank die TNFD Usability Group Deutschland. Ralf Frank war 18 Jahre Geschäftsführer der DVFA und Experte für Sustainable Finance.</p>
<p><strong>Dr. Marvin Höge</strong> ist Senior Consultant bei Sustainserv in Zürich und Experte für Naturund Klimarisiken. Er ist aktiv in der TNFD Usability Group Deutschland und in der Schweizer Nature Exchange Group. Vor seiner Tätigkeit in der Unternehmensberatung war er Wissenschaftler am Wasserforschungsinstitut im ETH-Berich (Eawag) des Schweizer Bundes.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://baumev.de/strategische-resilienz-an-oekologischen-kipppunkten/">Nature Materiality Gap Analyse: Strategische Resilienz an ökologischen Kipppunkten</a> erschien zuerst auf <a href="https://baumev.de">BAUM e.V.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
