EUROPE'S LARGEST SUSTAINABILITY ASSOCIATION

Sustainable Economy Summit 2026: Wirtschaft zeigt Lösungen und diskutiert die Modernisierung als Standortfaktor

23. April 2026 | Insights & Perspectives

Zwei Tage intensiver Debatten, konstruktiver Gespräche und konkreter Lösungsansätze: Der Sustainable Economy Summit 2026 hat gezeigt, dass viele Unternehmen nicht mehr nur über nachhaltige Modernisierung sprechen, sondern sie bereits aktiv gestalten. Im AXICA Kongress- und Tagungszentrum kamen führende Entscheider*innen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammen, um praxisnahe Antworten auf die zentralen Herausforderungen unserer Zeit zu diskutieren.

Im Mittelpunkt standen nicht abstrakte Zielbilder, sondern konkrete Einblicke in unternehmerische Praxis und der direkte Austausch mit politischen Entscheidungsträger*innen: Wie lassen sich Geschäftsmodelle erfolgreich transformieren? Welche Innovationen treiben die Dekarbonisierung voran? Wie können Unternehmen mit geopolitischen Unsicherheiten und steigenden Anforderungen umgehen? Und wie kann Politik die bereits vorhandene Dynamik in der Wirtschaft gezielt unterstützen?

„Der Sustainable Economy Summit hat eindrucksvoll gezeigt, dass viele Unternehmen die Transformation nicht nur mittragen, sondern aktiv gestalten wollen. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig verlässliche politische Rahmenbedingungen sind, damit aus Engagement konkrete Investitionen werden können. Wenn wir weiterhin Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und Innovation zusammendenken, wird die nachhaltige Modernisierung zum echten Standortvorteil für Deutschland“, resümiert Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter, die die Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit vertrat.

Diese Ansicht vertrat auch Dr. Daniela Büchel, Chief People and Sustainability Officer im Vorstand der REWE Group. „Nachhaltigkeit ermöglicht Wirtschaftlichkeit“, ist sie überzeugt. „Wir hätten die Kraft, wenn wir uns jetzt konzentrieren würden.“ Sie berichtete im Forum „Nachhaltigkeit in Zeiten des Umbruchs – und warum Haltung jetzt zählt“ u.a. von energiesparenden Innovationen, die unter steigenden Energiekosten besonders interessant seien.

Praxisnahe Lösungen und neue Perspektiven

Das Programm brachte unterschiedliche Perspektiven zusammen – von energiepolitischen Grundsatzfragen bis hin zu konkreten Umsetzungsbeispielen aus Unternehmen.

Dr. Robert Habeck ordnete die aktuelle Lage ein: „Die Energiefrage ist längst zu einer zentralen Standortfrage für Europa geworden. Steigende Preise, neue Abhängigkeiten und geopolitische Spannungen setzen Unternehmen unter Druck. Gleichzeitig eröffnet der Umbau unserer Energieversorgung große Chancen für Innovation und Investitionen. Entscheidend wird sein, wie wir es schaffen, Klimaschutz, Versorgungssicherheit und einen starken Wirtschaftsstandort in Europa gemeinsam voranzubringen und hierfür die richtigen Weichen zu stellen.“

Prof. Dr. Maja Göpel, Mitglied im Kuratorium Wissenschaft von BAUM, machte deutlich, worum es in der aktuellen Phase der Transformation wirklich geht: „Wir stehen an einem Punkt, an dem sich entscheidet, ob wir innerhalb der bestehenden Wirtschaftsstruktur Kosten einsparen wollen, oder die Strukturen wirklich zukunftsfähig machen. Für die Erneuerung braucht es klare politische Linien, sonst kommen viele längst entwickelten Lösungen nicht zügig in die Breite. Das brauchen wir aber für neue wirtschaftliche Stärke.“

Dr. Eckart von Hirschhausen unterstrich die Verbindung von ökologischer und gesellschaftlicher Resilienz: „Was wir hier diskutieren, betrifft nicht nur Märkte, sondern unsere Lebensgrundlagen. Eine gesunde Umwelt ist die Voraussetzung für alles Wirtschaften. Der Summit zeigt, dass dieses Verständnis immer stärker in der Mitte der Wirtschaft ankommt.“ Auch aus der Unternehmenspraxis wurde deutlich, wie konkret Transformation bereits gestaltet wird.

Zentrale Impulse für die Transformation

Ein wichtiges Element des Summits war die Vorstellung des Sustainable Economy Barometers 2026. Die Ergebnisse zeigen: Nachhaltigkeit ist für viele Unternehmen ein zentraler Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherung – gleichzeitig bleiben verlässliche Rahmen-bedingungen eine entscheidende Voraussetzung für weitere Investitionen. Darüber hinaus wurde deutlich, wie wichtig der Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft ist, um unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Yvonne Zwick, Vorsitzende von BAUM e.V., zog ein positives Fazit: „Beim Sustainable Economy Summit haben sieben nachhaltige Wirtschaftsinitiativen gezeigt, wie viel Wissen, Erfahrung, konkrete Lösungen und Wille zur Veränderung bereits vorhanden sind. Die Wirtschaft weist zupackend den Weg in die Zukunft in einer Geschwindigkeit, mit der die Politik nur schwer Schritt halten kann. Wir bräuchten einen stärkeren politischen Willen für eine Ordnungspolitik, die unsere Wirtschaft auf die nächste Ebene der Zukunftsfähigkeit hebt. Dazu gehört auch eine resiliente Energieinfrastruktur, die Abhängigkeiten von fossilen Energien und erratischen Staatenlenkern senkt.“

Dialog als Rückenwind für Veränderung

Der Sustainable Economy Summit 2026 zeigt: Die Modernisierung der Wirtschaft ist in vollem Gange und gewinnt dort an Tempo, wo Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gemeinsam an Lösungen arbeiten. Der Sustainable Economy Barometer 2026, eine repräsentative Befragung von privatwirtschaftlichen Entscheidungsträger*innen in Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden (Stichprobe 2.500), zeigt, dass Klimaschutz strategischer Wettbewerbsvorteil in der Modernisierung von Geschäftsmodellen geworden ist. Knapp zwei Drittel (65,1%) sehen Nachhaltigkeit als Treiber des langfristigen Unternehmenserfolgs – die deutliche Zustimmung liegt sogar sieben Prozentpunkte über dem Befragungsergebnis von 2023.

Der klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft wird mehrheitlich eine hohe Bedeutung für den künftigen Wirtschaftsstandort Deutschland zugeschrieben (56,4%). Verglichen mit 2023 hat die wahrgenommene Bedeutung deutlich um 10 Prozentpunkte zugenommen. Die Politik ist hierbei in besonderem Maße gefordert: 65,8% der Befragten bewerten ihre Rolle für das Erreichen einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft als wichtig. Die Befragten sind zudem mehrheitlich der Ansicht, dass Unternehmen ohne Nachhaltigkeitsstrategie langfristig nicht wettbewerbsfähig sind (53,7%, plus 5,5 Prozentpunkte im Vergleich zu 2023).

Maßnahmen im Aufwind: Unternehmen handeln

Der Blick auf konkrete Maßnahmen zeigt: Die deutsche Wirtschaft ist in Bewegung. Bereits jedes zweite Unternehmen hat Effizienzmaßnahmen ergriffen, etwa zur Energieeinsparung. Der Umstieg auf erneuerbare Energieträger hat ebenfalls an Dynamik gewonnen: 38,6% der Unternehmen haben diesen Schritt vollzogen, ein Plus von acht Prozentpunkten gegenüber 2023. Maßnahmen zur Ressourceneffizienz haben mit sieben Prozentpunkten (37,3%) deutlich zugelegt, knapp dahinter nachhaltigere Mobilitätslösungen (35,6 %, plus 7 Prozentpunkte im Vergleich zu 2023).

Politische Inkonsequenz bremst Investitionen

Mehr als die Hälfte (56,6%) der Entscheider*innen bewerten die wiederkehrende politische Debatte um eine Verschiebung der Klimaziele als wirtschaftlich schädlich. Zwei von drei Entscheider*innen (64,1%) beurteilen die Kontinuität der Klimaziele bis 2045 als wichtig bzw. sehr wichtig für die Planungssicherheit. Und 72,5% der Befragten stimmen zu, dass rechtliche Unsicherheiten rund um Nachhaltigkeitsberichterstattung und Sorgfaltspflichten Investitionsentscheidungen verzögern. Zudem fühlen sich 59,3% der Unternehmen durch Kammern und klassische Wirtschaftsverbände nicht ausreichend bei der Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise unterstützt.

Politische Instrumente: Abbau klimaschädlicher Subventionen gefordert

Gefragt nach dem sinnvollsten politischen Instrumenten-Mix für das Erreichen einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft nennt knapp jede*r Zweite (48,3%) den Abbau klimaschädlicher Subventionen als wichtigste Maßnahme, gefolgt von einer niedrigeren Besteuerung nachhaltiger Produkte (40,7%) sowie der steuerlichen Förderung nachhaltiger Maßnahmen für Unternehmen (36,5%).


Das Sustainable Economy Barometer 2026 wurde vom Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag der Sustainable Economy gGmbH durchgeführt. Civey hat für den Sustainable Economy Summit vom 11.3.2026 bis 15.4.2026 privatwirtschaftliche Entscheider*innen in Unternehmen mit über 50 Mitarbeitenden befragt (Stichprobe 2.500). Der statistische Fehler des Gesamtergebnisses beträgt 3,8 Prozentpunkte. Das Barometer erscheint zum zweiten Mal; Vergleichswerte beziehen sich auf die Ersterhebung 2023.

Der Trägerkreis des Sustainable Economy Summit 2026 war ein sektorübergreifendes Bündnis progressiver Wirtschaftsverbände und Initiativen: Bioland e.V., BAUM e.V., BNW Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V., Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) e.V., Gemeinwohl-Ökonomie Deutschland e.V., Klimaschutz-Unternehmen e.V., Mission Wertvoll.

Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen des Trägerkreises des Sustainable Economy Summit
In der Abschlussrunde des Trägerkreises wurde BAUM durch die stellvertrende Vorsitzende Ellen Weiland vertreten.
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