EUROPE'S LARGEST SUSTAINABILITY ASSOCIATION

Wissen schafft Wirkung: So entsteht nachhaltiger Klimaschutz

29. April 2026 | Education for Sustainable Development, Insights & Perspectives, Climate & Energy

Klimaschutz als Nachhaltigkeitsziel ist längst kein Nischenthema mehr, sondern eine zentrale Gestaltungsaufgabe für Wirtschaft und Gesellschaft. Doch Ziele allein reichen nicht. Menschen müssen befähigt werden, die komplexen Zusammenhänge des Klimawandels zu verstehen und entsprechend zu handeln. Genau hier setzt Upskilling an.

Nachhaltigkeit verstehen: Warum Upskilling entscheidend ist

Wer die Zusammenhänge zwischen eigenem Handeln, Konsum und globalen Herausforderungen versteht, trifft andere Entscheidungen. Dieses Verständnis entsteht nicht von selbst. Unternehmen müssen Wissen zugänglich machen, Orientierung geben und Räume für Austausch schaffen.

Für ein globales Unternehmen wie Henkel ist das eine Herausforderung und Chance zugleich. Rund 47.000 Mitarbeitende aus 125 Nationen arbeiten in fast 80 Ländern an Lösungen für unterschiedliche Märkte. Am internationalen Hauptsitz in Düsseldorf kommen über 6.000 Menschen aus rund 90 Nationen zusammen – mit vielfältigen Perspektiven und Wissensständen. Diese Vielfalt zeigt, warum ein gemeinsames Verständnis von Nachhaltigkeit so wichtig ist. Kulturelle Hintergründe und lokale Gegebenheiten prägen den Blick auf Themen wie Klimaschutz, Ressourcennutzung oder soziale Verantwortung. Upskilling schafft hier eine gemeinsame Basis: Es hilft, komplexe Zusammenhänge einzuordnen und globale Ziele auf lokale Kontexte herunterzubrechen.

Für den Klimaschutz genügt es jedoch bei Weitem nicht, nur auf die eigenen betriebsinternen Prozesse zu schauen. Es geht um eine Transformation entlang der gesamten Wertschöpfungskette, die alle Akteure innerhalb und außerhalb des Unternehmens miteinschließt.

Das große Ganze als Ausgangspunkt

Ein zentraler Ausgangspunkt ist das Verständnis für das „große Ganze“. Nur wer die übergeordneten Ziele versteht, kann die eigene Rolle darin erkennen. Bei Henkel sind diese Ziele klar definiert: Bis 2045 möchte das Unternehmen Net-Zero erreichen. Hierfür hat es sich mittelfristige Ziele bis 2030 gesetzt, wonach die absoluten Treibhausgasemissionen in Scope 1 und 2 um 42 Prozent und in Scope 3 um 30 Prozent reduziert werden sollen. Henkels Net-Zero-Ziele decken einen großen Teil der Wertschöpfungskette ab. Neben den Emissionen aus Produktionsprozessen umfassen die Ziele für Scope-1- und Scope-2-Emissionen alle Werksprozesse, einschließlich Emissionen, die in Bürogebäuden, Lagerhallen, Forschung und Entwicklung oder durch den Fuhrpark entstehen.

Die Reduktionsziele für Scope 3 decken die indirekten Emissionen der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette ab. Hier liegt der größte Hebel für den Klimaschutz. Neben Emissionen, die durch Rohstoffe und Verpackungen anfallen, schließen die Ziele unter anderem auch Emissionen aus Logistik oder der Endverwertung mit ein.

Vom Wissen zum Handeln: Upskilling in der Praxis

Upskilling bedeutet mehr als reine Wissensvermittlung. Es geht darum, Zusammenhänge verständlich und erlebbar zu machen, Handlungsspielräume und individuelle Verantwortung aufzuzeigen. Bei Henkel kommen dafür unterschiedliche Formate zum Einsatz – von kompakten E-Learnings bis hin zu interaktiven Workshops.

Ein Beispiel ist die Arbeit mit Climate Fresk: In einem dreistündigen Workshop erarbeiten Teilnehmende anhand wissenschaftlicher Grundlagen des Weltklimarats zentrale Zusammenhänge des Klimawandels. Mit Hilfe von Karten, Moderation und Diskussion entsteht ein gemeinsames Verständnis – oft verbunden mit „Aha“-Momenten darüber, wo Emissionen entstehen und welche Hebel besonders wirksam sind.

Ein Learning aus der Praxis: Veränderung beginnt oft im Kleinen. Wenn Mitarbeitende verstehen, wie ihr Arbeitsbereich mit den übergeordneten Nachhaltigkeitszielen verknüpft ist, entstehen Ideen für Verbesserungen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, dass auch individuelles Verhalten – etwa im Konsum oder im Umgang mit Ressourcen – Teil der Lösung ist. Upskilling wirkt damit in zwei Richtungen: Es stärkt die Wirksamkeit im Unternehmen und fördert verantwortungsbewusstes Handeln im privaten Umfeld.

Daten, Dialog und Verantwortung: gemeinsam mehr erreichen

Nachhaltige Transformation lässt sich nicht isoliert innerhalb eines Unternehmens erreichen. Wertschöpfungsketten sind global vernetzt – ein Großteil der Emissionen entsteht außerhalb der eigenen Standorte. Deshalb ist es entscheidend, auch Lieferanten und Partner auf diese Reise mitzunehmen. Zusammenarbeit wird zum Hebel für systemische Veränderung. Neben der Erfassung der Footprint-Daten der eigenen Standorte und innerbetrieblichen Prozesse geht es vor allem darum, den Fußabdruck entlang der Wertschöpfungskette zu erfassen und zu reduzieren. Dies ist nur möglich, wenn Emissionsdaten untereinander geteilt und gemeinsame Maßnahmen beschlossen werden.

Als Gründungsmitglied der Industrie-Initiative Together for Sustainability (TfS) hat Henkel an der Entwicklung eines Leitfadens zum Product Carbon Footprint (PCF) mitgearbeitet, der es Lieferanten und Unternehmen ermöglicht, den CO₂-Fußabdruck von Rohstoffen nach einem einheitlichen Standard zu berechnen, mit Partnern zu teilen und so zur Dekarbonisierung der Chemiebranche beizutragen. Dieser Leitfaden konsolidiert bestehende PCF-Berechnungsansätze im Hinblick auf die Besonderheiten der chemischen Industrie. Zudem haben beispielsweise Catena-X (CX), ein gemeinschaftliches Datenökosystem für die Automobilindustrie, und TfS gemeinsam ein Rahmenwerk entwickelt, um die PCF-Datensätze zu verifizieren, die innerhalb der Automobil- und Chemielieferketten ausgetauscht werden.

Ergänzend zu diesen Aktivitäten und den Programmen für große strategische Lieferanten setzt Henkel mit Initiativen wie Climate Connect auch auf die Zusammenarbeit mit kleinen und mittelständischen Partnern, die oftmals wenige eigene Ressourcen im Bereich Nachhaltigkeit haben. Henkel unterstützt diese Lieferanten mit Know-how und Upskilling-Angeboten.

Upskilling ist damit weit mehr als ein HR-Instrument. Es ist ein strategischer Hebel für Transformation. Es verbindet individuelle Kompetenzentwicklung mit unternehmerischer Verantwortung und gesellschaftlichem Fortschritt. Oder anders gesagt: Wer versteht, kann gestalten. Und wer gestalten kann, macht den Unterschied – im Unternehmen wie darüber hinaus.


Dies ist ein Gastbeitrag des BAUM-Mitglieds Henkel AG & Co. KGaA.

Als Corporate Director ESG Reporting, Disclosure and Business Integration ist Uwe Bergmann bei Henkel für die ESG-Berichterstattung, Ratings und den Dialog mit Investoren sowie die strategische Integration von Nachhaltigkeit in Geschäftsprozesse und das Risikomanagement verantwortlich. Seit 2000 arbeitet Uwe Bergmann bei Henkel im Bereich Nachhaltigkeit und hat die Nachhaltigkeitsstrategie, ihre Umsetzung und die Berichterstattung gemeinsam mit den Unternehmensbereichen und Funktionen mitgestaltet.

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In Zusammenarbeit mit Solidaridad unterstützt Henkel Kleinbauern-Projekte, die die nachhaltige Produktion von Palmöl fördern. © Henkel
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