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SINA TRINKWALDER - MANOMAMA

Sina Trinkwalder, Jahrgang 1978, ist Geschäftsführende Gesellschafterin der manomama GmbH. Sie gründete die ökosoziale Textilfirma 2010 in Augsburg, um Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt als schwer vermittelbar gelten, eine Chance zu geben, ihren eigenen Lebensunterhalt zu erwirtschaften, und ihnen damit wieder die Teilhabe an unserer Gesell­schaft zu ermöglichen. Dafür erhielt sie bereits über 25 kleinere und größere Auszeich­nungen, darunter den "Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit" 2011 vom Rat für Nachhaltige Entwicklung als Sonderpreis des Deutschen Nachhaltigkeitspreises, den ZEIT WISSEN-Preis "Mut zur Nachhaltigkeit" 2015 und den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutsch­land.

Nach Abbruch ihres Studiums der Politikwissenschaft und Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München gründete Sina Trinkwalder 1999 gemeinsam mit ihrem Mann Stefan eine Werbeagentur, die sie 13 Jahre lang leiteten. "Und das wäre auch die nächsten Jahrzehnte weitergegangen, hätte es bei mir nicht 'Klick' gemacht", sagt Sina Trinkwalder. Nach der Geburt ihres Sohnes gründete sie 2010 manomama. Ihre Motivation beschreibt sie so: "Ich engagiere mich für echte Nachhaltigkeit – aus Respekt vor Mensch, Tier und Umwelt – sowie für eine lebenswertere Gesellschaft und Natur in Zukunft."

Respekt wird bei der manomama GmbH großgeschrieben. Unternehmenszweck ist die Maximierung der Menschlichkeit und nicht des monetären Gewinns. Mittlerweile haben rund 150 Menschen eine unbefristete Arbeit bei manomama gefunden. Darüber hinaus haben über 4000 Menschen bei Partnern in der Lieferkette teil an der regionalen Wertschöpfung. Die Menschen arbeiten bei manomama ausschließlich in unbefristeten Arbeitsverhältnissen mit Stundenlöhnen von mindestens 10 Euro und Arbeitszeiten, die mit dem Familienleben vereinbar sind.

Nachhaltigkeit in der Produktion sei die logische Konsequenz ihres sozialen Engagements, sagte Sina Trinkwalder in einem Interview mit dem Deutschlandradio Kultur. Sie habe versucht, die gesamte Wertschöpfungskette von Anfang bis Ende völlig schadstofffrei zu gestalten – der Mitarbeiter wegen. Dass dabei das bestmögliche ökologische Textilprodukt für den Kunden herauskomme, sei ein positiver Nebeneffekt.

In der Praxis wird bei manomama Wert auf eine regionale Gestaltung der gesamten Wert­schöpfungskette gelegt. Die Rohstoffe kommen, sofern verfügbar, aus der Region. Dazu zählen Hanf, Leder, Schurwolle und Viskose – was zeigt, dass auch die Wiederentdeckung und Kultivierung alter heimischer Fasern eine wichtige Rolle spielt. Auch die Weiterverarbei­tungsschritte wie Spinnen, Weben, Stricken und Ausrüsten werden in der Regel in einem Umkreis von 300 Kilometern von Augsburg vorgenommen, und die allermeisten Zutaten (Reißverschlüsse, Knöpfe, Nähfäden etc.) stammen aus der Region.

Die Produktion erfolgt bei manomama unter strengsten ökologischen Maßgaben. Auf zahl­reiche Hilfsmittel, beispielsweise auf Materialien wie Elasthan und Elasthomere, sowie auf Chemikalien, die selbst bei Biotextilsiegeln erlaubt sind, wird verzichtet. Insgesamt wird die im Produktionsprozess eingesetzte Energie und Chemie weit über alle gängigen Öko-Standards hinaus reduziert. Neu ist auch die Entwicklung und Anwendung eines Biobaum­woll-Recyclingkreislaufs, "re.sourced" genannt. Ein Beispiel für diesen Kreislauf ist die Gewinnung von neuen Garnen aus Zuschnittresten. Dies ermöglicht eine Reduktion der not­wendigen Rohstoffe um bis zu 40 Prozent. Auf eine erneute Färbung der Garne kann sogar ganz verzichtet werden.

Sina Trinkwalder zeigt mit manomama, wie sich ein Unternehmen umfassend nachhaltig ausrichten lässt: sozial und ökologisch. Für ihr Engagement erhält sie den B.A.U.M.-Umwelt­preis in der Kategorie "Kleine und mittelständische Unternehmen".




 



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