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RÜCKBLICK: 4. DEUTSCHER CSR-KOMMUNIKATIONSKONGRESS

Ein ungewohnter Schritt, mit glücklichem Ausgang - dies könnte man über den Deutschen CSR-Kommunikationskongress sagen, der vom 8. bis 12. November 2021 zum vierten Mal erfolgreich über die Bühne ging - diesmal allerdings, Corona bedingt, in rein digitaler Form. Für November 2022 ist erneut ein Kongress geplant - hoffentlich wieder vor Ort in Osnabrück.

An insgesamt fünf Tagen gab es in Online-Workshops und virtuellen Frage- und Antwortrunden fünf top-aktuelle Schwerpunktthemen aus der Welt der Nachhaltigkeitskommunikation. Nach einem Jahr Corona-Zwangspause hat damit der gemeinsame Arbeitskreis CSR-Kommunikation der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) und des Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik (DNWE) gemeinsam mit renommierten Management- und Kommunikationsexperten und -expertinnen und dem Kooperationspartner B.A.U.M. e.V. erneut eine praxisorientierte Plattform für Neueinsteiger und Fortgeschrittene in der Nachhaltigkeitskommunikation geboten.

"Der Kongress nimmt in der Landschaft der vielen Nachhaltigkeitsveranstaltungen eine Sonderrolle ein", sagt Dr. Frank Simon, Orgaleiter des Kongresses. "Dank der Kooperation der drei Verbände DNWE, DPRG und B.A.U.M. sind wir in der Lage, ein inhaltlich weites Spektrum abzudecken, das sich nicht darin erschöpft, die letzte Version von Nachhaltigkeitsberichtsstandards zu erklären."

Im Gegenteil: Der Deutsche CSR-Kommunikationskongress zeichnet sich dadurch aus, dass er, mit Blick auf die Herausforderung der Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung, die gesamte Palette der internen und externen Unternehmenskommunikation, Pressearbeit, Social & New Media, Markenkommunikation, aber auch Public Affairs und innovative Medienproduktion abdeckt.

The purpose of purpose

Bereits zu Beginn der Kongresswoche konnte das hochaktuelle Thema "The purpose of purpose" ein Highlight setzen und kritisch hinterfragen, wie man sich als Unternehmen glaubhaft für Nachhaltigkeit und soziale und ökologische Themen positionieren kann – in einer Welt voller Greenwashing und Virtue-Signaling.

Unsere Experten Adrian Altrhein (CR-Manager, TÜV NORD GROUP) und Prof. Dr. Thomas Beschorner (Direktor, Institut für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen) diskutieren hier unter der Moderation von Yvonne Zwick (Vorsitzende, B.A.U.M. e.V.) engagiert und kontrovers mit den Teilnehmern des Kongresses. "Es wurde deutlich, welches enorme Potenzial in einer Debatte um den Zweck des Unternehmens und seiner gesellschaftlichen Existenzberechtigung steckt, um in der Vielfalt von Nachhaltigkeitsanforderungen Orientierung und Motivation zu finden", freute sich Orgaleiter Dr. Frank Simon über die gelungene Auftaktveranstaltung und begrüßte die Teilnehmer beim anschließenden virtuellen "Get together" zu anregenden Gesprächen und Networking.

Medien(-konzerne): Umwelt- und Klimathemen positionieren

Am zweiten Kongresstag stand dann das Thema Klimakommunikation im Zentrum unter dem Titel "Medien(-konzerne): Umwelt- und Klimathemen positionieren". Impulse lieferten hier Axel Bojanowski (Chefreporter Wissenschaft, WELT) und Dr. Olivia Henke (Vorständin, Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima) unter der Moderation von Prof. Dr. Riccardo Wagner (Co-Leiter AK CSR-Kommunikation und Professor an der Hochschule Fresenius). "Ich denke unsere Experten haben mit ihrem Input nicht nur sehr konkret die Finger in der Wunde gelegt und die vielen Herausforderungen in der aktuell aufgeheizten gesellschaftlichen Debatte aufgezeigt, sondern den Teilnehmern auch praktikable Lösungen und inhaltliche Ansätze aufgezeigt, wie Unternehmen mit gelungenem Storytelling die Herausforderung Klimawandel annehmen und für das Unternehmen nutzen können", sagte Riccardo Wagner, der auch Mitglied des Kuratoriums von B.A.U.M. ist.

Reputationsfaktor Lieferkettenmanagement

Am Mittwoch, dem 10.11., eroberten dann zwei Top-Nachhaltigkeitsunternehmen zum Thema "Reputationsfaktor Lieferkettenmanagement" die Bühne. Kerstin Janson (Leitung Qualitätssicherung Deutschland, FRoSTA AG) und Lothar Hartmann (Leitung Nachhaltigkeitsmanagement, memo AG) sprachen über die Herausforderungen beim Lieferkettenmanagement und die Vorteile einer langfristigen, vertrauensvollen Zusammenarbeit mit ausgewählten Lieferanten und Produzenten. Sollte dennoch einmal etwas schief gehen, so die Gäste, empfehle sich eine transparente Kommunikation – Verbraucherinnen und Verbraucher schätzten dies. Moderiert von Dr. Katrin Wippich (B.A.U.M. e.V.) diskutierte die Runde an dem Abend zudem die Flut der Öko- und Nachhaltigkeitslabel und welches Gewicht demgegenüber eine starke Marke hat.

Podcasts zur Nachhaltigkeitskommunikation

Am Donnerstag stand dann das Thema "Podcasts zur Nachhaltigkeitskommunikation" auf dem Programm und bestätigte erneut, dass insbesondere in der innovativen Umsetzung der Nachhaltigkeitskommunikation noch enorme Potenziale schlummern, die nur wenige Unternehmen wirklich abrufen. Unsere erfahrenen Experten Colin Bien (Podcast "Masters of Change") und Maximilian Arnhold (Podcast "Klima und wir") gaben unter der Moderation von Dr. Tim Breitbarth (Swinburne University, Melbourne) eine Schatzkiste mit Erfahrungen und Tipps mit auf dem Weg, so dass wir gespannt sind, welche innovativen Medienformate wir zukünftig in der Nachhaltigkeitskommunikation noch sehen werden. "Mediennutzungsdaten zeigen die gestiegene Beliebtheit von Podcasts. Erzähl-, Interview- oder Wissenschaftsformate sind nur einige der vielfältigen Podcast-Spielarten, durch die auch Nachhaltigkeitsthemen informativ, emotionalisierend oder richtungsweisend wirken. Eine Chance sowohl für die interne wie externe Kommunikation – und zur gesellschaftlichen Aktivierung zu beispielsweise effektiverem Klimaschutz im Allgemeinen", so Tim Breitbarth.

Reporting 3.0

Den Schlusspunkt bildete am Freitag, dem 12.11., das in der Nachhaltigkeitsdebatte dominierende Thema Nachhaltigkeitsreporting. Unter dem Titel "Reporting 3.0" warfen Jan Köpper (Leiter Wirkungstransparenz und Nachhaltigkeit, GLS Gemeinschaftsbank eG ) und Ralph Thurm (Managing Director, On Commons gGmbH / r 3.0) unter der Moderation von Prof. Dr. Riccardo Wagner einen kritischen Blick auf den aktuellen Stand des Nachhaltigkeitseportings und deckten schonungslos die unbefriedigende Situation auf, dass es noch immer kein wirkliches kontext- und wirkungsbezogenes Nachhaltigkeitsreporting gibt.

Mit der GLS-Bank konnten die Teilnehmenden sehen, welcher Anstrengungen und Entscheidungen es bedarf, um die Wirkung von Nachhaltigkeit ins Zentrum zu stellen. "Der Workshop hat klar gezeigt, dass die Glaubwürdigkeit aller Anstrengungen in der Nachhaltigkeitskommunikation zentral davon abhängen wird, dass die Unternehmen die Wirkung ihrer Maßnahmen deutlich machen und transparent nachweisen können. Hier steht uns in den nächsten Jahren eine enorme Aufgabe bevor – aber die Zeit des Wegduckens ist vorbei. Wir brauchen jetzt Wirksamkeitstransparenz für echte Veränderung und eine ökosoziale Transformation", stellte Riccardo Wagner fest.

Der Kongress hat wieder einmal gezeigt, dass eine gesellschaftlich verantwortliche Unternehmensführung, die die Interessen aller Stakeholder berücksichtigt, für Unternehmen und gesellschaftliche Institutionen eine immer größere Rolle spielt. Die Integration sozialer und ökologischer Aspekte in den Managementprozess und ein professioneller und stetiger Dialog hierzu mit den vielfältigen Anspruchsgruppen von Unternehmen und Organisationen sind heute und in Zukunft unverzichtbar.

5. Deutscher CSR-Kommunikationskongress im November 2022

"Der Arbeitskreis bietet deshalb dazu allen Kommunikationsmanager:innen und Berater:innen in Unternehmen und Agenturen eine Plattform, sich mit den Entwicklungen, Herausforderungen und Chancen des Themenfelds CSR vertraut zu machen und aktiv an der Weiterentwicklung dieses Kommunikationsfeldes mitzuwirken, insbesondere im Hinblick auf die Professionalisierung der CSR-Kommunikation.", sagt Co-AK-Leiter Tobias Bielenstein.

Die Kommunikation spielt in der Wahrnehmung der gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung, (engl. Corporate Social Responsibility, kurz CSR) eine wesentliche Rolle, die eher an Gewicht gewinnt, wie die rege Teilnahme an den AK-Veranstaltungen und dem Kongress gut zeigt. Auch 2022 beschäftigt sich der AK CSR deshalb mit den Aufgaben der internen und externen Kommunikation im Zusammenhang mit CSR und steht allen Mitgliedern von DPRG und DNWE gleichermaßen offen.

Aufgrund des anhaltenden Erfolges wird der Kongress in diesem Jahr am 3. und 4. November zum fünften Mal stattfindenden. Ausgerichtet wird er erneut vom DNWE in Kooperation mit der DPRG und B.A.U.M. e.V. sowie der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Hoffentlich dann wieder im Präsenzformat im Zentrum für Umweltkommunikation der DBU in Osnabrück.

 





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