ÖKOPROFIT®, EMAS und We Impact – Charakteristika, Schnittmengen und Gemeinsamkeiten

09. März 2026 | Einblicke & Perspektiven, Sustainable Finance & Berichterstattung

Was macht den Kern der drei Nachhaltigkeitsmanagement-Instrumente ÖKOPROFIT®, EMAS und We Impact aus? Welche Schnittmengen und Gemeinsamkeiten gibt es? Wir geben einen Überblick.

ÖKOPROFIT®

ÖKOPROFIT® ist ein seit den 1990er Jahren etabliertes Kooperationsprojekt, bei dem Kommunen und die örtliche Wirtschaft anfänglich das Ziel verfolgten, durch Einsparungen natürlicher Ressourcen Betriebskosten zu senken. Mittlerweile umfasst das Programm zahlreiche Nachhaltigkeitsaspekte, die über die klassischen Umweltthemen hinausgehen. Unternehmen etablieren ein Umweltteam, das im Laufe des ÖKOPROFIT®-Programms zentrale Bausteine eines Umweltmanagementsystems entwickelt. Der Wissenstransfer findet in erster Linie durch Workshopreihen statt, bei denen die Mitarbeitenden aus Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen zusammenarbeiten. Neben den Workshops bietet ÖKOPROFIT® eine qualifizierte individuelle Beratung für die Unternehmen an. Abschließend überprüft eine unabhängige Kommission die Umweltleistungen und erzielten Ergebnisse der Unternehmen und kann diese mit der ÖKOPROFIT®-Zertifizierung auszeichnen. Ein ÖKOPROFIT®-Durchlauf dauert ca. 12–14 Monate. Durch den ÖKOPROFIT®-Klub ist es den Unternehmen möglich, vertieft an den Themen weiterzuarbeiten und, wenn gewünscht, eine Re-Zertifizierung zu erhalten.

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EMAS

Das Eco-Management and Audit Scheme (EMAS) ist ein von der Europäischen Union eingeführtes Umweltmanagementsystem, das Unternehmen dabei unterstützt, Ressourcen und Kosten einzusparen. Es deckt alle Anforderungen der Umweltmanagementnorm ISO 14001 ab und legt zusätzlichen Fokus auf Rechtskonformität im Umweltrecht, regelmäßigen Austausch mit den interessierten Parteien sowie die öffentliche Kommunikation der Umweltleistung. In Deutschland ist das Bundesumweltministerium für die nationale Umsetzung des EMAS-Systems zuständig. Umweltmanagementbeauftragte übernehmen innerhalb des Unternehmens die Steuerung betrieblicher Umweltschutzmaßnahmen. Abschließend erfolgt eine Validierung durch eine*n von der DAU – Deutsche Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft für Umweltgutachter mbH zugelassene*n EMAS-Umweltgutachter*in. Das System wird, beginnend mit der ersten Umweltprüfung, intern etabliert. Das Unternehmen setzt sich Ziele und definiert Maßnahmen für die Verbesserung der Umweltleistung. Von außen erfolgt die Prüfung des Systems. Dies beinhaltet auch die Validierung der Umwelterklärung, die das Unternehmen für die öffentliche Kommunikation nutzt.

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We Impact

Basierend auf EMAS ist We Impact ein zweistufiges Nachhaltigkeitsmanagementsystem, das Unternehmen dabei unterstützt, Nachhaltigkeit strukturiert zu steuern und ESG-Risiken systematisch zu managen. Stufe 1 ermöglicht insbesondere KMU einen pragmatischen Einstieg. Innerhalb von etwa 4–6 Monaten werden die Grundlagen für ein belastbares Nachhaltigkeitsmanagement aufgebaut. Zentrales Ergebnis ist ein geprüfter Nachhaltigkeitsbericht auf Basis des VSME-Standards. Nach erfolgreicher Prüfung durch zugelassene Impact-Auditor*innen erhalten die Unternehmen das Basis-Siegel von We Impact. In Stufe 2 wird das System zu einem vollwertigen Nachhaltigkeitsmanagement weiterentwickelt. Besteht bereits ein strukturiertes Managementsystem, dauert die Weiterentwicklung rund 4 Monate, andernfalls 8–12 Monate. Diese Stufe umfasst die vollständige EMAS-Validierung und erweitert diese um soziale und Governance-Aspekte. Auch hier entsteht ein geprüfter Nachhaltigkeitsbericht, der VSME-Anforderungen mit der EMAS-Umwelterklärung verbindet. Nach erfolgreicher Vor-Ort-Prüfung durch zugelassene EMAS-Umweltgutachter*innen mit We-Impact-Zusatzqualifikation wird das Premium-Siegel vergeben.

We Impact-Zertifizierungsstandard | Einstiegsinformationen | Kontakt

Wie überschneiden sich die drei Managementsysteme und wie lassen sie sich kombinieren?

Theoretisch und praktisch greifen die drei Systeme eng ineinander. Im Jahr 2023 erkannte die Europäische Union das ÖKOPROFIT®-Programm als Teil von EMAS an. So deckt ein etabliertes Umweltmanagementsystem von ÖKOPROFIT® gute 50 Prozent der Anforderungen von EMAS ab. Besteht also bereits ein ÖKOPROFIT®-Programm, verkürzt sich die Dauer einer EMAS-Registrierung erheblich. Mit dem 2024 veröffentlichten Zwei-Stufen-System von We Impact haben Unternehmen die Möglichkeit, einen direkten Einstieg in ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem zu wählen oder bestehende Umweltmanagementsysteme wie ÖKOPROFIT® oder EMAS auszubauen. Entscheidend ist in beiden Fällen, dass We Impact den Umweltbereich von ESG um soziale und Governance-Aspekte zur ganzheitlichen Nachhaltigkeitsperspektive erweitert.

Unternehmen können folglich ihr Nachhaltigkeitsmanagement organisch von ÖKOPROFIT® über EMAS zu We Impact aufbauen oder direkt mit dem anspruchsvollen Niveau eines EMAS-Umweltmanagementsystems oder We Impact starten, um ein valides bzw. ganzheitliches Nachhaltigkeitsmanagementsystem aufzubauen, wie in der Abbildung zu erkennen ist.

Überblick als PDF

ÖKOPROFIT®, EMAS und We Impact – Überschneidungen der einzelnen Systeme
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