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RÜCKBLICK AUF DAS SUSTAINABLE FINANCE FORUM LEIPZIG 2024

Das Sustainable Finance Forum Leipzig 2024 brachte Entscheidungsträger:innen aus Wirtschaft, Finanzbranche und Politik zusammen, um die Finanzierung der nachhaltigen Transformation zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen praxisnahe Lösungen für Investitionen in zukunftsfähige Geschäftsmodelle sowie die Weiterentwicklung regulatorischer Rahmenbedingungen.

Der Schwerpunkt der Themen lag auf der Finanzierung der Transformation. Die ausführliche Dokumentation finden Sie hier als PDF zum Download. Die wichtigsten Punkte werden im Folgenden aufgeführt.

Investitionsbedarf und Finanzierungsstrategien: Die nachhaltige Transformation erfordert enorme Investitionen. Öffentliche und private Mittel müssen gezielt kombiniert werden, um Innovationen voranzutreiben. Neue Modelle wie Transformationsfonds oder Bürgerbeteiligungsfonds wurden als mögliche Lösungen diskutiert.

Regulierung und Umsetzung: Die EU-Taxonomie, die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und die Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) sind wichtige Steuerungsinstrumente, müssen aber praxistauglich gestaltet werden. Ein Bürokratieabbau und effizientere Genehmigungsprozesse wurden als entscheidende Faktoren für eine erfolgreiche Umsetzung identifiziert.

ESG-Integration und Datenmanagement: Nachhaltigkeitsrisiken müssen messbar und in Unternehmensstrategien integriert werden. Eine zentrale Herausforderung bleibt die Vergleichbarkeit von ESG-Daten. Die Diskussion zeigte, dass ein zentrales ESG-Datenmanagement die Qualität und Transparenz in der Berichterstattung verbessern könnte.

Finanzierungslösungen für den Mittelstand: Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind zentrale Akteure der nachhaltigen Transformation, benötigen aber spezifische Finanzierungshilfen. Nachhaltigkeitsboni und spezialisierte Kreditprogramme könnten gezielt Anreize setzen.

Rolle der Finanzwirtschaft: Banken und Investoren spielen eine Schlüsselrolle in der Transformation. Transition Finance – also die Finanzierung des Übergangs zu nachhaltigen Geschäftsmodellen – muss ausgebaut werden. Haftungsfreistellungen und steuerliche Anreize für nachhaltige Investitionen könnten diesen Prozess beschleunigen.

Sektorenübergreifende Zusammenarbeit: Erfolgsgeschichten zeigen, dass nachhaltige Transformation wirtschaftlich machbar ist. Entscheidend ist die Zusammenarbeit zwischen Politik, Finanzwirtschaft und Realwirtschaft, um Synergien zu nutzen und Finanzierungshürden abzubauen.

Folgende Ansatzpunkte für die Weiterarbeit haben sich ergeben:

  • Regulierungen praxistauglich gestalten: Anpassung der Sustainable-Finance-Richtlinien für eine realistische Umsetzbarkeit
  • EU-Taxonomie erweitern: Integration sozialer Aspekte in die Nachhaltigkeitsbewertung
  • Effiziente ESG-Reporting- und Risikomanagement-Systeme aufbauen: Vergleichbarkeit und Transparenz erhöhen
  • Public-Private-Partnerships fördern: Entwicklung innovativer Investitionsmodelle wie Bürgerfonds oder Transformationsfinanzierungen
  • Mittelstand gezielt einbinden: Finanzierungshürden abbauen und individuelle Förderprogramme entwickeln

Als Fakten in Bezug auf den Markt wurden festgestellt:

  • 5 Billionen Euro Investitionsbedarf bis 2050 für eine klimaneutrale Wirtschaft. Der Investitionsbedarf von 5 Billionen Euro bis 2050 bezieht sich auf die Europäische Union (EU) und umfasst die notwendigen Finanzmittel für die Klimaneutralitätund die nachhaltige Transformation der Wirtschaft. Diese Zahl ergibt sich aus verschiedenen Schätzungen, unter anderem von der Europäischen Kommission und der Europäischen Investitionsbank (EIB), die betonen, dass erhebliche Investitionen in erneuerbare Energien, Energieeffizienz, nachhaltige Infrastruktur und Kreislaufwirtschafterforderlich sind.
  • Green Asset Ratio (GAR) der Banken in Deutschland: 1,06%, europaweit: 2,12%
  • 73% der Unternehmenhaben Nachhaltigkeit in ihre Strategie integriert, aber nur 18% haben klare Transitionspläne. Das zeigt den Handlungsbedarf, aber auch das Potenzial, jetzt konkreter zu werden.
  • 90% der Green Bonds in 2023 referenzieren bereits auf die EU-Taxonomie. Das zeigt: die Taxonomie ist angekommen, jetzt müssen wir noch zeigen, dass sie wirkt und nachhaltige Entwicklung stärkt.
  • Vielfältige Teilnehmerschaft: Vertreter:innen aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus Österreich und den Niederlanden beteiligten sich aktiv an den Diskussionen. Besonders auf LinkedIn spiegelte sich die inspirierende Aufbruchsstimmung wider. 154 Gäste waren da, 26 Speaker, 5 Sponsoren, 4 Initiatoren. Das kann sich sehen lassen, darauf bauen wir auf!
Ausblick auf 2025

Das nächste Sustainable Finance Forum Leipzig findet am 18. September 2025 statt. Es wird die erarbeiteten Lösungsansätze weiterentwickeln und konkrete Finanzierungsmechanismen für die nachhaltige Transformation von Wirtschaft und Kommunen in den Mittelpunkt stellen.





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