In „Fortschritt – der ISÖ-Podcast“ sprach Michael Opielka, Wissenschaftlicher Leiter und Geschäftsführer des Instituts für Sozialökologie und Professor für Sozialpolitik an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, mit der BAUM-Vorsitzenden Yvonne Zwick über die SDGs als bahnbrechende Idee, wirkungsvolle Partnerschaften und sinnvolle Regulierung.
Ihr Buch „Nachhaltigkeit machen. 17 radikale Thesen für echten Wandel“ hat Yvonne Zwick entlang der SDGs strukturiert, den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Für sie seien die SDGs eine „bahnbrechende Idee“, erläutert sie im Podcast, „weil sie die nachhaltige Entwicklung der Entwicklungsagenda entrissen und daraus eine gesamtgesellschaftliche bis hin zu wirtschafts- und industriepolitische Agenda gemacht haben.“
Für die Transformation zu mehr Nachhaltigkeit spricht sich die BAUM-Vorsitzende für wirkungsvolle Partnerschaften aus: zwischen Unternehmen, zwischen Politik und Wirtschaft, aber auch innerhalb von Politik und Verwaltung zwischen Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene.
Nicht überreguliert: falsch reguliert
Standardisierung müsse möglichst einfach sein und die Bedürfnisse besonders kleiner und mittlerer Unternehmen berücksichtigen, so Zwick, die während ihrer Tätigkeit für den Rat für Nachhaltige Entwicklung den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) mit entwickelt hat. In Bezug auf die EU-Regulatorik lehnt sie den Begriff „Überregulierung“ ab, betont aber, es sei „falsch reguliert [worden], einfach weil der Governance-Prozess für die Entwicklung dieser Standards selbst mäßig gut aufgesetzt war.“
Berichterstattung zu nicht-finanziellen Themen hält Zwick für essenziell: „Wir haben das im Bereich der Finanzberichterstattung über 150 Jahre geübt, deswegen ist ja der Fokus auch auf Finanzkennzahlen. Was wir jetzt bräuchten, das wären genauso valide Zahlen für Umweltperformance und genauso gesellschaftliche Performance von unternehmerischen Geschäftsmodellen, um die 360° Perspektive einzuüben. Dann kann auf einem breiten Nachhaltigkeitsverständnis überhaupt investiert werden. Solange wir das aber nicht befördern und einüben, solange wird auch der Kapitalmarkt nicht auf dieser Datenbasis Entscheidungen treffen.“
Für die Vorsitzende des Netzwerks für nachhaltiges Wirtschaften ist es eine Selbstverständlichkeit, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Dimension mitzudenken. Es gehe darum, erklärt sie im Podcast, Wertschöpfung so zu betreiben, dass der absolute Ressourcenverbrauch sinkt, damit Umweltschäden abnehmen. Der nächste Schritt sei, Geschäftsmodelle so zu transformieren, dass sie die Wiederherstellung von Natur unterstützen.
Den ISÖ-Podcast gibt es im Audioformat u.a. auf der Website des Instituts, aber auch als Video auf YouTube.
