Im Bereich der nachhaltigen Finanzierung setzen Banken strenge Vorgaben um – für kleinere und mittlere Unternehmen bedeutet das viele offene Fragen. Die neue Servicestelle NAFIM (Nachhaltig finanzieren im Mittelstand) soll deshalb Antworten liefern, beraten, vernetzen und Chancen aufzeigen. Mit einem Launch-Event in der Hamburger Kunsthalle ist NAFIM am 24. Februar als bundesweit erste Anlaufstelle für Unternehmen in diesem Bereich gestartet. Die Servicestelle wird von der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) gefördert und vom gemeinnützigen Wirtschaftsverband BAUM e.V. umgesetzt.
Die Servicestelle bietet ein Partnernetzwerk, zwei Expertinnen, feste Sprechzeiten, Info-Events sowie eine interaktive Webseite. Sie zeigt Unternehmen, welche Spielregeln Brüssel und Berlin festlegen oder ändern, wo es Fördergelder gibt und welche Daten Banken für neue Kredite benötigen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) werden dabei unterstützt, sich im Thema Nachhaltigkeit und Finanzierung zu orientieren und sich mit anderen Unternehmen und Anlaufstellen zu vernetzen. Mit NAFIM bekommen Betriebe verständliche Infos, praktische Angebote, Veranstaltungs- und Austauschformate rund um nachhaltiges Finanzieren und zu Chancen und Pflichten.
Die Servicestelle NAFIM wird partnerschaftlich umgesetzt mit UmweltPartnerschaft Hamburg, Handelskammer Hamburg, Handwerkskammer Hamburg, Hamburgische Investitions- und Förderbank, FCH Finance City Hamburg GmbH und Sustainable Finance Research Group an der Universität Hamburg.
Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft der Freien und Hansestadt Hamburg: „Unsere Wirtschaft kann nur klimaneutral werden, wenn wir nachhaltige Investitionen tätigen. Für die grüne Transformation braucht es verlässliche Rahmenbedingungen und einen engen Austausch zwischen Finanz- und Privatwirtschaft – und genau hier setzt die neue Servicestelle NAFIM an. In Hamburg nehmen wir mit dieser Netzwerk- und Anlaufstelle eine Vorreiterrolle ein. Ich bin überzeugt, dass dieses Angebot vielen Unternehmen einen sehr konkreten Nutzen bringt.“
Yvonne Zwick, Vorsitzende BAUM e.V.: „Die Servicestelle NAFIM ist ein echter Mehrwert für die Nachhaltigkeitslandschaft in Deutschland. Sie schließt eine wichtige Lücke: Viele kleine und mittlere Unternehmen sind bereit, ihren Beitrag zur Transformation zu leisten, wissen aber nicht, wie sie Finanzierung, Risiko- und Wirkungsorientierung sowie regulatorische Anforderungen zusammendenken sollen. NAFIM bringt drei Stärken zusammen: praxisorientierter Überblick über Angebote, ortsnahe Präsenz in Hamburg sowie Netzwerk- und Wissensarchitektur. Kurz gesagt: NAFIM ist eine Lotsenstelle, zeigt Chancen auf und stärkt den Mittelstand.“
Ellen Weiland, stellvertretende Vorsitzende BAUM e.V. und Projektleiterin NAFIM: „Mir ist es wichtig, dass Betriebe die Scheu vor dem Thema abstreifen. Niemand erwartet, dass Geschäftsmodelle von null auf hundert umgekrempelt werden. Es geht darum, den Anfang zu finden – und dabei können Banken helfen und begleiten. Wo liegen die Knackpunkte eines Unternehmens? Das können bei einer Reinigung die Chemikalie sein, bei einer Autowaschanlage das Wasserrecycling. Für eine kleine Autowerkstatt können zwei Maßnahmen der halbe Weg zur Klimaneutralität sein – und ím besten Fall sinken dabei noch die Kreditzinsen. Lösungen finden und im besten Fall Kosten senken: darum geht es. Wir zeigen, warum Nachhaltigkeit im Unternehmen sich lohnt und Geschäfte krisenfest macht.“
Hintergrund
Mit dem „EU-Aktionsplan „Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ wurden weitreichende Regulierungen für Unternehmen auf den Weg gebracht. Ziel der EU und des Green Deal ist, die Finanzströme durch mehr Transparenz, Standardisierung und eingepreiste Risiken so zu lenken, dass immer mehr grüne Projekte ohne Fördergelder auskommen und die Transformation der Wirtschaft über Kapitalmarkt und Wettbewerb finanziert wird.
Die UmweltPartnerschaft Hamburg (UPHH) ist ein Bündnis von Senat, Handelskammer, Handwerkskammer, Industrieverband und Hafenverband mit gut 1.800 umweltengagierten Unternehmen aus der Hansestadt. In ihrem Arbeitsprogramm 2023-2028 hat die UPHH das Thema Sustainable Finance als neuen Themenschwerpunkt gesetzt, um Hamburger Unternehmen beratend, unterstützend und vernetzend zur Seite zu stehen.
