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DR. FRIEDERIKE OTTO – ENVIRONMENTAL CHANGE INSTITUTE DER UNIVERSITÄT OXFORD

Pressebild zum Download (© David Fisher) | Bild von der Preisverleihung (© B.A.U.M. e.V./Uwe Aufderheide)

Dr. Friederike Otto, Jahrgang 1982, ist Klimaforscherin und stellvertretende Direktorin des Environmental Change Institute der Universität Oxford.

Nach dem Studium der Physik an der Universität Potsdam promovierte Friederike Otto an der Philosophischen Fakultät der FU Berlin im Bereich Wissenschaftstheorie; in ihrer Doktorarbeit beschäftigte sie sich mit Klimamodellen. Während der Promotion war sie außerdem am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) tätig. Ab 2011 hatte Dr. Friederike Otto verschiedene Positionen an der Universität Oxford inne; aktuell gehört sie dort dem Forschungsausschuss sowie der Ethikkommission des Fachbereichs Geographie und Umwelt an und ist seit 2018 stellvertretende Direktorin des Environmental Change Institute.

Ihr Hauptforschungsinteresse gilt Extremwetterereignissen wie Dürren, Hitzewellen und Stürmen sowie der Frage, ob und in welchem Ausmaß sich diese durch den Klimawandel verändern. In diesem Kontext hat sie gemeinsam mit ihrem Team die Methode der Attributions- oder Zuordnungsforschung entwickelt, mit der sich berechnen lässt, wie sehr der Klimawandel die Wahrscheinlichkeit und Intensität bestimmter Wetterereignisse verändert hat. Dr. Friederike Otto arbeitet an verschiedenen Projekten weltweit, um die Auswirkungen des vom Menschen verursachten Klimawandels auf natürliche und soziale Systeme zu erforschen; ein besonderer Schwerpunkt ist Afrika.

Motiviert wird sie bei ihrer Arbeit durch Überlegungen zur Klimagerechtigkeit: "Der Klimawandel findet hier und jetzt statt, und diejenigen, die am wenigsten für die ihn verursachenden Emissionen verantwortlich sind, zahlen den Preis dafür. Das ist keine Gesellschaft, in der ich leben möchte. Also versuche ich, meine Fähigkeiten und meine Arbeit so einzusetzen, dass ich hoffentlich dazu beitragen kann, dies zu ändern."

2014 hat Dr. Friederike Otto zusammen mit Kolleginnen und Kollegen die Initiative World Weather Attribution (WWA) gegründet, die die Methoden der Attributionsforschung in Echtzeit anwendet. Als weltweit einziges Projekt stellt WWA wissenschaftliche Evidenz zur Rolle des Klimawandels bei Extremwetterereignissen in einem Zeitrahmen bereit, der es erlaubt, wissenschaftliche Erkenntnisse in Entscheidungen unmittelbar nach dem Ereignis einzubeziehen.

Dr. Friederike Otto gehört dem Autorenteam des Syntheseberichts des Sechsten IPCC-Sachstandsbericht (AR6) an. Beim World Climate Research Programme (WCRP) ist sie maßgeblich an einem Forschungsprojekt zu Wetter und Klimaextremen beteiligt. Außerdem ist sie Herausgeberin des Bulletin of the American Meteorological Society. Als Klimaexpertin wird sie bei der Entwicklung von Strategien für die deutsche Außenpolitik herangezogen oder sie berät Nichtregierungsorganisationen.

Neben Fachpublikationen veröffentlichte Dr. Friederike Otto 2019 das Sachbuch "Wütendes Wetter – Auf der Suche nach den Schuldigen für Hitzewellen, Hochwasser und Stürme", mit dem sie Klarheit in die Debatte um den Klimawandel bringen will. Sie ist gefragt als Vortragsrednerin und Teilnehmerin an Podiumsdiskussionen.

2020 wurde die von Dr. Friederike Otto mitentwickelte Attributionsforschung vom Tech Review des Massachusetts Institute of Technology (MIT) unter den Top 10 der bahnbrechenden Technologien genannt. 2019 listete die Zeitschrift New Scientist die Wissenschaftlerin unter den "Ones to Watch".

Dr. Friederike Otto hat die innovative Methode der Attributions- oder Zuordnungsforschung federführend entwickelt. Sie hat dadurch die Diskussion um den Klimawandel verändert und trägt zu einem besseren Verständnis der Entstehung von Extremwetterereignissen bei. In Anerkennung ihrer Leistung erhält sie den B.A.U.M. | Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis 2021 in der Kategorie "Wissenschaft".





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